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Großbrand eines ehemaligen Verwaltungsgebäudes in Andernach - Beim Brand eines ehemaligen Verwaltungsgebäudes wurden gestern Abend sieben Menschen verletzt, darunter zwei Feuerwehrleute...(mit Einsatzfotos)[mehr]
 

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Chronik der Feuerwehr Andernach Drucken
Die Bäckerjungenstadt Andernach, ungefähr 60 m über dem Meeresspiegel, liegt ca. 17 km unterhalb von Koblenz am linken Rheinufer. Sie ist die größte kreisangehörige Stadt des Landkreises Mayen-Koblenz mit ca. 30.000 Einwohnern. Sie ist ein Mittelzentrum am Rhein. Die umfangreiche Altstadtsanierung und die Restaurierung historischer Bauten hat Andernach zu einem liebenswerten Wohnort gemacht. Die Stadt besitzt wohl eine der schönsten Rheinanlagen am Mittelrhein. Industriebetriebe, Handel, Handwerk und Gewerbe haben sich in neu ausgewiesenen Gewerbegebieten angesiedelt. Zu zahlreichen Schulen pendeln täglich tausende von Schüler.
Der Rheinhafen ist einer der Bedeutesten am Strom. Gleich zwei Großkrankenhäuser und eine Fachklinik im Brohltal, ein neues Rathaus und eine Stadthalle kann Andernach vorweisen. Die über 2000jährige Stadt ist auch Besuchermagnet zu zahlreichen Volksfesten, Karneval, Maimarkt, Kirmes, Altstadt- und Bäckerjungenfest, Fest der 1.000 Lichter, Weinfest und Michelsmarkt laden zum Verweilen ein. Großzügige Sportanlagen stehen zahlreichen Vereinen zur Verfügung.
Sie sind immer zur Stelle, wenn Leben und Gut anderer in Gefahr sind:

Die Feuerwehren!

Neben der Berufs-, Pflicht-, Werks- und Betriebsfeuerwehr gibt es die Freiwillige.
Zur letzteren gehört die der Stadt Andernach.

1. Kapitel: Heiliger Sankt Florian, Die Feuerbekämpfung in Andernach vor der Gründung, Brandursachen, Beschwörung, Segen, Heilige, Gebet, Bekämpfende Massnahmen, Brandgeräte, Brandordnungen, Versicherungen

Bild Geschichte und Chronik

- H E I L I G E R   S A N K T   F  L O R I A N -

... verschon unsre Häuser, zünd`lieber andre an!  Ein Scherzwort. Sankt Florian wird mit Brandverhütung vollauf beschäftigt sein. Wie sollte er Brände auch noch legen? Aber: Hat er je gelebt? Nach der Legende war ein römischer Krieger in der österreichischen Provinz Noricum, dem Gebiet zwischen Donau und Drau, Inn und Wienerwald. Weil er Christ geworden war, hat in Aquilinus, der Statthalter Diokletians in dieser Gegend, in den Fluten der Enns ertränken lassen. Das geschah kurz vor dem Jahr 300. Damit hatte Florian denselben Märtyrertod erlitten, dem elfhundert Jahre später Nepomuk zum Opfer fallen sollte.
In Prag von der Moldaubrücke gestürzt, wurde Nepomuk mit der Zeit zur tschechischen Nationalfigur und weit über sein Land hinaus zum Brückenheiligen. Der Gedenktag Florians ist der 4. Mai. Natürlich wird er besonders in Niederösterreich begangen. An diesem Tag finden Festlichkeiten der Feuerwehr statt. Man kontrolliert die Spritzen und besprüht jedes Haus, damit es vor Feuer bewahrt bleibe. Der Feuer- und Wasserheilige wird mit Prozessionen gefeiert und in Feuersegen angerufen. In bestimmten Orten durfte am Tage zuvor kein Feuer im Haus entfacht werden. Wer auf seine Pfeife nicht verzichten wollte, hatte draußen zu rauchen. Nur dem Dorfschmied war erlaubt, Feuer auf der Esse zu haben und bei ihm wärmte man das Essen auf.
Am 4. Mai sollte es ein wenig regnen, das versprach weniger Feuersbrünste. Der Schutz des heiligen Florian mag weit reichen - bis nach China erstreckt er sich nicht. Hier ist Hu Shun, der Gott des Feuers, zuständig. Bart und Haar sind feuerrot, sein drittes Auge auf der Stirne sieht, welches Haus niedergebrannt werden soll. In der rechten Hand trägt er eine feurige Kugel, die Brände entzünden kann, in der linken eine Papierrolle mit der Liste der anzulegenden Feuersbrünste. Wichtig ist es, eine seidene Tapetenrolle mit dem Bildnis Hu Shuns zu erwerben und zu Hause aufzuhängen. Das gilt -galt- als sicheres Mittel gegen Feuersgefahr. Mit Bitten und Flehen konnte man den Mächtigen veranlassen, den Namen des Bittstellers aus dem Feuerverzeichnis zu streichen. Und damit schließt sich, dem Sinne nach, der Kreis.
Da wären wir wieder beim "Heiligen Sankt Florian", der, wenn schon, dann nur fremde Häuser in Flammen aufgehen lassen soll.

Bild Florian

 

D i e   F e u e r b e k ä m p f u n g   i n   A n d e r n a c h

Gründer der Wehr

 

mosimageBild Clemens Kroth

1. Oberführer Architekt Clemens Kroth 1888-1898
                                                                          Wohltätig ist der Feuers Macht.
                                                                          Wenn sie der Mensch bezähmt bewacht.
                                                                          Doch furchtbar wird die Himmelskraft,
                                                                          wenn sie der Fessel sich entrafft.
                                                                          Einhertritt auf der eigenen Spur.
                                                                          Die freie Tochter der Natur.
Wem wäre das Gedicht "Die Glocke" nicht bekannt, das Schiller im Herbste des Jahres 1800 verfaßte, wer würde nicht ergriffen von der Schilderung, die es von der Feuersbrunst gibt? Vielleicht wird noch hie und da eine oder andere jüngere Person, die sich nicht in die früheren Verhältnisse zurückdenken vermag, ungläubig lächeln und behaupten wollen, Schiller habe nach Dichtart wohl etwas übertrieben, doch wissen die älteren Leute noch wohl welcher Schrecken sie durchfuhr bei dem Ausrufe "es brennt". Sie wissen auch die Niederschrift des Pastors Andreas Heister, der 20 Jahre lang in Andernach Pfarrer war und am 01.01.1690 starb, zu würdigen, als die Franzosen 1689 gezwungen wurden, unsere Stadt zu verlassen: Oh die Traurige, der ganzen Stadt Andernach, Verderb und schädliche Mainacht so Anno 1689 von wütenden und rasenden Franzosen tyrannischer Weise, ja aus der Hölle von dem Teufel ihnen eingegebene und eingeblasen verübte Handlung! Oh betrübte und niemals von einem christlichen Könige erhörte Tat! Oh Schein der Freuden! Die Freundschaft, so die arme Bürgerschaft dieses aus der Hölle entsprungenen Teufels Freunden mir Hergebung ihres sauer erworbenen und täglich ersinnenden, aus den Nägeln herausfließenden Blutschweiß gezwungen erzeigt, in dem der geringste und ärmste (Bürger) 6, der Mittelmäßige zehn oder zwölf bis vierzehn, die Halbseligen (Reichen) und vornehmsten bis 20 oder 24 der Höllenteufeln vom 23. September 1688 bis auf oben beschriebene Nacht in vollem Fressen und Saufen von morgens früh bis in die Mitternacht hat erhalten müssen. Oh betrübte Ankunft!  Betrübte Erhaltung dieser blutsaugenden Hunden und aller betrübtester Abschied! Oh eine Nacht! In welcher die Nacht von diesen Höllenhunden von dem Luzifer entlehntesten Feuer ist heller geworden als der Tag. Oh eine Nacht! Der Menschengedenken keiner mehr von einem christlichen König gedacht worden.
Oh eine Nacht! Deren die Pastorie und Nachkömmlinge nicht werden vergessen und die dazumal lebenden unschuldigen Waisen und Erwachsene von 6, 7, 8, 9, 10 und mehrjährigen Kinder. So oft diese daran gedenken, wird ihnen der ganze Leib von diesem Gedächtnisse erzittern. Ich fahre fort zu beschreiben. Die grausame Verübung dieser (nichtmensch-, sondern teuflischen, nicht Christen, sondern Tyrannen) des Mittags, als Samstags in vigilia Aposteli Philip. et Jacobi hatte der Teufel die Hölle völlig aufgetan und war von 12 bis 3 Uhr nachmittags sonst nichts zu sehen als vom höllischen rotkleideten und scheinenden Dragoner, welcher alle Straßen der Gestalt besetzt hielten, daß kein Mensch schier aus seinem Hause kommen konnten und die anderen so viel im Hause und Stuben eingehen konnten, mit Fressen, Saufen, die Bürger zu tribulieren, Kisten, Kasten, Speicher, Keller, Fleisch, Balken, Bretter, Schlaftüche, Geldabpressen, Schlägen, Ausziehung der armen Kleider, plündern und rauben, Mauern, Türme und Pforten abbrechen, Stadtgraben zu demolieren bis um die 11. Stunde des Nachts grausam verübet. Und zuletzt ihr vom Teufel entliehenes Feuer in allen Straßen, Häusern, Ställen, Stadttürmen, Rathaus und in Summa allenthalben angezündet, wovon die ganze Stadt eingeäschert worden und in unwiederbringlichen Ruin gesetzt worden ist. Die Schwägerin des Pastors, Sibilla Dreyhausen, blieb tot "unter einem Balken von dem französischen Feuer". Wurde auch, nach genaueren Forschungen, nicht die "ganze Stadt eingeäschert", so geht doch aus den jammervollen Berichten an den Kurfürsten die große Not der Stadt hervor und viele Bürger, denen der Aufbau der Häuser unmöglich war, griffen zum höchsten Leidwesen des Stadtrates "zum Wanderstabe".
Von anderen größeren Bränden in Andernach seien hervorgehoben der vom Oktober 1198. Der genaue, uns überlieferte Bericht möge hier folgen: Als sie (das Heer König Philipps) nun genug im Kölner Erzbistume gewütet hatten, zogen sie sich auf das Geheiß Gottes, der dem Finsternissen ein Ziel setzt und die Fluten des Meeres in sich zu schanden macht, unvermutet und von niemanden in die Flucht getrieben, nach ihrer Heimat zurück. Unterwegs nach Andernach niederbrennend. Die verschiedentlich wiedergegebene Ansicht, dass der General Marceau das Kloster St. Thomas bei seinem Einrücken am 22.10.1794, mit Stroh habe füllen und anzünden lassen, ist irrig, vielmehr entstand der Brand durch Unvorsichtigkeit eines Soldaten. Und was die Flammen verschonten, wurde von Personen von hier und den Nachbarorten, trotz strengen Verboten und aufgestellten Wachen zum völligen Ruin gemacht. Außer diesen erhalten wir verhältnismäßig selten, oft nur in ganz kurzen Notizen Kenntnis von verheerenden Bränden in früheren Jahrhunderten. Meist wurde ja Bürgereigentum dadurch zerstört und darüber seitens der Stadt nichts vermerkt, höchstens stellte man Betroffenen behufs Almosen sammeln zum Wiederaufbau eine Bescheinigung aus.  Eine vollständige Aufzählung der hier stattgefundenen Feuersbrünsten würde auch zu weit führen. Nur einige seien erwähnt:
1828: am 30.12. großer Brand in St. Thomas
1839: großer Brand in Eich, 19 Häuser mit Scheunen und Stallungen!
1841: in Andernach 8 Häuser
1843: zu St. Thomas Windmühle, Loh- und Schneidemühle
1853: Drahtstiftenfabrik Nettehammer
1857: dieselbe wieder
1864: ein Haus in der Stadt am 22.10. äscherte das Feuer in der Genoveva-Nachbarschaft 2 Scheunen mit ca. 6000 Garben Frucht und mehreren Nebengebäuden ein. "Die Flamme schlug so hoch, das selbige von Bonn aus sichtbar war".

B r a n d u r s a c h e n

Die Erwägung der Brandursachen müssen wir uns vor allem das ehemalige Ortsbild vergegenwärtigen, wobei kaum im entferntesten der Maßstab von heute angelegt werden darf. Entsprechend auch die engen, krummen Straßen, wie in allen alten Rheinstädten, teilweise den früheren Jahrhunderten, so sind doch die Vor- oder Überbaue, gegen welche der Senat öfters wetterte verschwunden, aus denen sich Gegenüberwohnende über die Straße hin zuweilen die Hände reichen konnten.
"Wer einen Vorhang mit Bord oder anderen harten Sachen die Straßen oder Gassen versperrt, soll zahlen 5.00 Mark" verordnete der Stadtrat 1524. Nun gab es aber in Andernach auch noch Gäßchen und Schläfchen, die oft so eng waren, daß nur eine einzelne Person hindurch schlüpfen konnte. Sie waren nicht dazu angetan, der Feuersbrunst Einhalt zu gebieten, durch etwaige "Freibrennen", sondern die Flammen konnten gut "lecken" an den über die Straßen stehenden Gebäuden. Bei Aufzählungen der Häuser in der Stadt, rechnete der Stadtrat nicht nach Straßen, sondern nach 23 "Inseln"; z.B. zwischen Neu- und Pfeffergasse, zwischen der Pfeffer- und Korngasse, zwischen Korngasse und Haißgasse usw.. Die Häuser in solchen Inseln waren, wenn auch der Stadtbezirk noch große unbebaute Flächen aufwies, an, hinter, und sogar ineinander gebaut, wie auch der Stadtplan 1812 noch aufweist. Dieser belehrt uns auch über die Bauart der Häuser. Nur wenige Häuser sind ganze Steinbauten. Die meisten sind im unteren Stocke aus Steinen, während die anderen Stockwerke aus Fachwerk bestehen. Eine ganze Menge zeigt noch ganzes Fachwerk. Die vielen "Baubäume" (Eichen aus dem Stadtwalde), die der Senat bei jedem Neubau den Bürgern bewilligte und von den Waldhütern anweisen ließ, berechtigten zu der Annahme, daß ehedem fast alle Häuser aus Holz aufgerichtet waren. Wir verstehen somit auch die Verordnung der Stadtobrigkeit vom Jahre 1524: "Alle Häuser, Wohnungen und Gebäude, welche wackeln oder myßbaulich verfallen, sollen von denen, die Nutzung davon haben, uffgericht und gebessert werden bei Poen 5 Mark". In die freien Räume waren Reffeln oder Sprudel (1-2 daumdicke,  meist Haselstauden) gespannt, die von innen und außen mit Lehm, in den Viehaare, Heu oder Stroh gemischt waren, beworfen waren. Die Dächer waren meist aus Stroh. In der Polizeiverordnung vom 29.11.1582 verbietet der Rat: "Niemand darf ein Strohdach auf Haus, Stall oder Scheune haben, sonst jeden Tag 5 Mark Poen. Zwischen dem 20. November und Lichtmeß müssen alle Strohdächer entfernt sein, sonst gebührende Strafe. Niemand sollte auf Strohdächern arbeiten bei Poen 5 Mark". Ob aber nun alle Strohdächer in der Stadt von nun an der Vergangenheit angehörten?
Im Jahre 1524 verordnete der Stadtrat, ein Jeder soll seine Schornsteine und das "fuyre verwarren" damit kein Schaden entstehe oder "ufflauff, uff die straiff 5 Mark"; 1584 sah er sich genötigt, "da hier gefährliche Schornsteine auch beseitigt seien, um die Übeltäter zur andere Kamine geleitet" sind, bei 10.00 Mark fürs Geschütz, die bis zum 1. März abzuschaffen oder zu bessern zu befehlen. Um diesem Gebot mehr Nachdruck zu verleihen, fügte er hinzu, daß nach Lichtmeß eine Kommission rund gehen würde, um zu sehen, ob die gefährlichen Schornsteine auch beseitigt seien und "die Übeltäter zur Rechenschaft zu ziehen" oder die Schornsteine abbrechen zu lassen.
1728 am 05. November wird den Stadtwerkmeistern "anbefohlen, deß Corneli Schmitz gefährliche Ofenröhr mit Zuziehung eines Stadtdieners einzuschlagen". Für viele Andernacher war die Landwirtschaft ein Haupterwerbszweig. Lagerte auch die Frucht etlicher "Hummen" draußen in Feldscheunen, so gab es doch in der Stadt Scheunen genug, die mit Frucht, Stroh oder Heu vollgestopft waren. Denken wir nur an die vielen Scheunen in der großen und kleinen Wollgasse (Bahnhofstraße), am Hügelchen (Plaats), in der Bürresheimer- und Neugasse, in der Holz- und Fischgasse, Auf der Schaar usw.. In den Schuppen oder im Hofe lagen hohe Reiser- und Holzhaufen, die zum Heizen unbedingt benötigt wurden, da ja Kohlen soweit hier noch fremd waren. Solche lagerten zumal in dem Hahnengäßchen und der jetzigen Balduinstraße, wo sie für die "Cancelliröfen" (Pottasche brennen) rasch zur Hand waren. Die Besitzer solcher Öfen kauften nämlich die Holzasche sümmerweise auf und für manch arme Familie bildete dies eine wichtige Einnahmequelle. Sie sammelten dann die Asche und bewahrten sie im oberen Stocke und meist in Behältern auf. Allein beim unvorsichtigen Ausschütten der glühenden Asche fiel nicht selten ein Teil derselben vorbei und dann war rasch das Unglück da. Wie mancher frühere unaufgeklärte Brand mag so entstanden sein! Auch mußte in jeder Nachbarschaft abwechselnd ein Nachbar ständig Fuer halten, wo die anderen solches entnehmen konnten und wie oft wurde dieses Obhut der Kinder überlassen, die ja immer gerne mit dem Feuer spielen. Auch sind Ställe und Werkstätten noch hier zu erwähnen, aus denen mancher Brand hervorging. Bei all diesen Ursachen ist es zu verstehen, wie leicht ein Fünkchen abirren konnte, in einem rasch brennenden Gegenstand geriet und einen Brand entfachte, der "durch der Straßen lange Zeile, wächst (es) fort mit Windeseile".
Holzschnitt des "Petrarca-Meisters" 1532:
"Vom Brand"
Eine Mutter bringt ihr Kind in Sicherheit, zwei Alte retten das nackte Leben, im Hof stapeln sich Küchengeräte, Wäschebündel und Kostbarkeiten, die Zuschauer gaffen und kommentieren
Ein Bild der Hilflosigkeit und Verzweifelung

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B e s c h w ö r u n g,   S e g e n,

H e i l i g e,    G e b e t

An ein löschen, eindämmen des Brandes, war bei den leicht aufgehenden Brennstoffen kaum zu denken, wenn nicht: "Aus der Wolke quillt der Segen, strömt der Regen". Ratlos stand man der Feuersbrunst gegenüber, die sich erst legte, wenn sie sich "freigebrannt hatte", also keine Nahrung mehr fand. So berichten uns die Chroniken, daß früher ganze oder halbe Ortschaften ein Raub der Flammen wurden, wie zum Beispiel 1783 am 10.07. in Plaidt. Aber auch die heute verschwundenen Ortschaften, die sogenannten "Wüstungen", und viele ehemaligen Höfe sind zweifellos einer Feuersbrunst zum Opfer gefallen. Es sei hier nur an den Hof "Busch-Clöser-Feld" im Andernacher Walde erinnert. Was wollte der Besitzer, wo er in harter Arbeit sein geringes Eigen- vielfach auch nur Pacht- oder Lehngut erworben, noch suchen? Wieder von neuem die harte Arbeit beginnen? Irgend woanders mag es vielleicht leichter gelingen, also:
"Einen Blick nach dem Grabe seiner Habe sendet noch der Mensch zurück, greift fröhlich dann zum Wanderstabe". Züngelten dann die Flammen an und in dem Hause und kam keine Hilfe aus den Wolken oder der Windrichtung, was lag da näher, als solche zu suchen durch übernatürliche Kraft. Und da waren es in früherer Zeit, die sich noch bis in die spätere Forterbten, die "Feuerbanner", die die Beschwörung des Feuers vornahmen. Während der eine um das brennende Haus herum ging und an jeder Ecke sein Gebet verrichtete, schrieb der andere geheimnisvolle Zeichen, Worte auf hölzerne Teller oder Schüssel und warf sie ins Feuer, die trotz der Glut unversehrt bleiben sollten. Wieder andere warfen Kräuter, Töpfe oder Topfscherben und dergleichen ins Feuer. Später trat an die Stelle des Banners der Feuersegen. Man suchte die Beschwörung mit dem Schmelze des Christentums zu vereinigen. Solche christliche Feuersegen sind uns noch überliefert, man vergl. nur Rhein. Volkskunde I 152; Zeitschr. f. Vereinigung f. Volksk. 1899 usw..
Auch die Schildwachtbüchlein, noch des 18. Jahrhunderts, bringen solche. Die Kirche sah sich verschiedentlich genötigt dagegen einzuschreiten, so u. a. auf der Synode zu Seligenstadt im Jahre 1022. Natürlich stellte man Haus und Hof nach frommer Sitte in den besonderen Schutz des Allmächtigen. Dies beweisen noch die vielen Inschriften an denselben. Ich nenne nur (natürlich in der heutigen Schreibweise und kleinere Abweichungen übergehend) in Oberwinter, Unkelbach, Unkel, Erpel, Bodendorf, Sinzig, Leutesdorf, Boppard: "Dieses Haus steht in Gottes Hand, der behüte es vor Feuer und Brand". In der Litanei der göttlichen Fürsorge beteten unsere Vorfahren: "Daß du von unseren Wohnungen Feuersgefahr und jegliche Not abwenden wollest, wir bitten dich, erhöre uns". Dann verehrte man verschiedene Heilige als Schutzpatrone gegen die Feuersbrünste, in unserer Heimat die heilige Agatha und den heiligen Florian. Die heilige Agatha, als Schützerin des Herdfeuers, kam im Mittelalter hoch zu Ehren, galt sie doch auch als "Fewerpatronin". Auf Bildern, die man am Herdfeuer und an Stadttoren anbrachte, wurde sie dargestellt mit einer brennenden Kerze oder einer Kette mit einem Kohlenbecken; Kirchen und Kapellen wurden ihr zur Ehren erbaut und in Prozessionen zog man hin, ihre Fürbitten gegen Feuersgefahr zu erbitten. An ihrem Gedächtnistag segnete der Priester, zumal in der ihr geweihten Kirche, Brot, Wasser, Wein, Kerzen, um sie bei Feuersausbruch in die Flammen zu werfen und die Weiterverbreitung zu verhüten. Oder in  den ersten Brotleib, der beim Brotbacken in den Backofen kam, wurden die 5 Finger der rechten Hand eingedrückt mit einem Segenswunsche. Wenn eine Feuersbrunst im Orte ausbrach, wurde dieser "Grifflaib" ins Feuer geworfen.
In der Krippkirche zu Füssen ist auf einem Wandgemälde der heilige Florinus dargestellt. In der rechten Hand hält er eine flatternde Fahne, in der linken ein Henkelgefäß, aus dem er Wasser auf ein brennendes Haus gießt. Der Spruch ist altbekannt.
"Heiliger St. Florian, ich ruf`dich an! Verschon mein Haus, zünd`t andere an".
Die Kirche zu Bell ist dem heiligen Florian geweiht.

B e k ä m p f e n d e   M a s s n a h m e n

Doch wäre es weit gefehlt, behaupten zu wollen, die Leute hätten früher ratlos der Feuersbrunst zugesehen. Da war es zuerst die Stadtobrigkeit, die zur Brandverhütung Bestimmungen über Strohdächer usw. gab, wie bereits vorher angeführt. Den Schornstein galt wie auch schon bemerkt, ihr Augenmerk, gab sie doch 1728 am 05.02. Bestimmungen für den Schornsteinfeger (der zur Zimmer-Leyendecker-Zunft rechnete) bekannt, in denen es u. a. heißt, daß derjenige, welcher seine Schornsteine nicht fegen lassen wolle, "zur Verhütung besorglichen Unglücks" in eine Ratstrafe genommen werden sollte. Wollte ein Bäcker einen neuen Backofen bauen, so besichtigten die Werkmeister die Gebäude, ob nicht Feuersgefahr dadurch entstehen könnte. Bei Aufnahme eines Bürgers hatte der seinen Eid zu leisten, gemäß dem er u. a. alles ungesäumt anbringen mußte, was zum Schaden der Stadt und er Bürger gereichen könne. Um das Jahr 1590 gab der von Bruderkirmes (Weißen Sonntag) bis Bartholomäi von abends bis morgens 1, und 2 andere von 1 bis 4 Uhr durch die Stadt gehen und an genau bestimmten Orten die Uhr "anpassen" mußten. Von Bartholomäi an wieder bis Bruderkirmes dauerte die Wache von 9 bis 5 Uhr. Sie sollten "fleißig uff Fewer, da Gott vor sei, das aufgehen wurdt, Achtung haben, ungesaumt anmelden und sonsten dasjhenige thun, was einem getreuen Wächter aignet und gepuredt".
Diese Nachtwache mußte von den Bürgern abwechselnd gehalten werden und zählte zu den Bürgerlasten. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurden 2 Nachtwächter als ständig angestellt. In dem Eide, den sie zu leisten hatten, gelobten sie vom 1. Mai ab abends 10 Uhr auf der Hauptwache am Kölnertore mit ihrem Horn und Gewehr zu erscheinen und bis zum anbrechenden Tage ständig durch die Stadt zu gehen, "alle Winkel und Nebengassen, sonderlich aber die Pförtchen auf das genaueste visitieren und wohl zu untersuchen" die Stunden an genau bestimmten Orten ankündigen "plassen und ruffen" die Gäste aus den Wirtshäusern heimschicken, "alle Nachtschwärmer und Gassenläufer auffangen und zur Hauptwache hinbringen, auf alle Feuersgefahr, Tumult, Aufruhr, Schlägerei und Dieberey genau Achtung haben" usw.. Aber auch auf dem Runden Turme war ein Wächter seitens der Stadt angestellt, der bei ausbrechendem Feuer auch die Bürger zu alarmieren hatte. So nahm z. B. am 24.08.1515 der Stadtrat den Blasius Trumper als Wächter für denselben an gegen eine Jahresbelohnung von 10 Goldgulden, dann einen Anzug und 2 Wagen Holz.
Ferner gab der Kölner Kurfürst mehrmals Verordnungen zur Verhütung von Bränden, wobei er fast immer der Strohdächer, der Schornsteine, des Umgangs mit offenem Lichte und später auch des Tabakrauchens gedenkt. Unter dem 02.10.1773 gab er auch eine Waldbrandordnung heraus, der "in allen ihren Stücken genauestens nachgelebt" werden sollte.

B r a n d g e r ä t e

Jeder neu eingetretene Bürger hatte einen neuen ledernen Eimer, nach dem auf dem Rathause befindlichen Muster, zu stellen. In späterer Zeit konnte er auch dafür Geld zahlen und die Stadt beschaffte dafür einen. Die Eimer wurden in der Rathaushalle, dem jetzigen Archivsaale, an langen Stangen aufgehängt, aufbewahrt, bedurften häufiger Reparaturen und mußten von Zeit zur Zeit mit Fett oder Tran geschmiert werden.
So heißt es u. a. vom Jahre 1563 in der Stadtrechnung: "für die ledern Eymer zu schmehren unsslaits (unschlitt) je 1 Pfund = 4 Albus minus 3 Heller" und für "Herringsfehts (Wohl Tran) jede quartt 11 Albus".
Nach jedem Brande fehlten einige Eimer, "gescheite" Leute hatten sie zu Schuhsohlen umgearbeitet. Seit dem Jahre 1818 hatte der Neubürger statt des Eimers nur mehr eine Geldabgabe zu entrichten, die zur Anschaffung der nötigen Feuerlöschgeräte verwendet wurden. Jeder Bürger hatte von da ab einen Feuereimer in seiner Wohnung zu halten. Zuletzt traten neben den Ledereimern solche aus Segeltuch auf.
Andernach besaß im Jahre 1835: 462 lederne Eimer.
Löscheimer aus dem 15. Jahrhundert

 

Bild

In der Rathaushalle standen Brandbütten, wovon 1741 zwei repariert wurden. Noch im Jahre 1802/03 macht der Faßbender in zwei Brandbütten neue Böden. Auch "Amen" standen hier, mit denen die "Sack- und Amenträger" bei Brandausbruch fleißig Wasser zu tragen und später wieder ins Rathaus liefern sollten. Bei großer Hitze und strenger Kälte sollte auch jeder Bürger eine Bütte Wasser im Hause stehen haben. Im Jahre 1576 wurde die Wasserleitung vom Hackenborn her durch 65 mm Durchmesser haltenden Bleiröhren in die Stadt geleitet, die das Wasser in die "Sarken" lieferte. Der Antelbach floß durch die Stadt. Der Kendels-Schafbach speiste den Weiher auf dem Markte und die Wellen des Rheins spielten an der Stadtmauer. Außerdem waren in der Stadt mehrere Eigenbrunnen die,  je nach dem der Rhein hoch oder niedrig war, mehr oder weniger Wasser lieferten. Mit der Zunahme der Bevölkerung mehrten sich die Klagen über unzureichende Wasserversorgung, weshalb 1894/95 das heutige Wasserwerk angelegt wurde und damit auch die höher gelegenen Wohnungen versorgt werden konnten, 1901/02 erbaute man den Hochbehälter am Fixheiligenhäuschen. Die Antelquelle wurde neu gefaßt und die Leitung aus dem Friedrichsborn über den Krahnenberg angelegt. So war Andernach, wie kaum ein anderer Ort, reichlich mit Wasser versehen.
Die Wasserversorgung geschieht jetzt durch Hochdruckwasserleitung von 6 Atm. Es ist eine Wasserreserve von 1.500 cbm vorhanden. Die größeren Betriebe wie Faßindustrie, Heyl-Bringer, Hermann Zech, Arnold Böninger usw. haben außerdem eigene Brunnenanlagen mit Motorspritzen, die jährlich geprüft und benutzt werden. Außerdem sind jährlich Übungen, bei denen Rheinwasser mittels vorhandenen Motorspritzen bis in die höchstgelegenen Teile der Stadt gedrückt wird. 
Eine besondere Sorgfalt widmete die Behörde den Brandleitern und Brandhaken. Sie hingen an der Pfarrkirche, Franziskanerkirche und am Hospital (jetzt Gymnasium) und waren zum Schutze gegen die Witterung mit einem Schieferdache versehen. Noch 1802/03 wurden Dächer, worunter die Brandhaken und Leitern aufbewahrt, ausgebessert. Öfters hören wir von deren Reparierung oder Neubeschaffung. So z. B. schaffte man im Januar 1704 vier neue Brandleitern und drei Brandhaken für 44 Florin 22 Albus an. Fünf Haken und  fünf Leitern waren 1835 vorhanden.
Die erste Nachricht von einer Feuerspritze ist datiert vom 07.10.1735. "Nach geschehener Probierung der Wasserspritze sind im Rathaus an Wein, Weck und Kerzen verzehrt worden 7 Florin, 20 Albus, 8 Heller". Am 14.10. wurde "für ein Trücker in obiger Spritz" verausgabt 1 Florin, 15 Albus und im Dezember reichte der Wilem Mehn eine Rechnung von 4 Florin, 8 Albus ein für geleistete Schmiedearbeiten daran. Damals erhielt also Andernach eine neue Feuerspritze, deren Besichtigung, wie bei ähnlichen Neubeschaffungen, der Stadtrat mit einem Nachtrunke feierte. Ob dies die erste Brandspritze Andernachs war? Die Anschaffung einer solchen auf den Nachbardörfern geschah viel später.
Waren doch 1822 noch nicht alle Gemeinden der Landbürgermeisterei Andernach im Besitze einer Brandspritze, 1835 besaßen Miesenheim und Namedy keine Spritzen, 8 Handspritzen und 5 brauchbare Feuerspritzen befanden sich in der ganzen Bürgermeisterei Andernach Stadt und Land. Nach 1735 erfahren wir häufiger von der Feuersprützen Wasserspreutz, so z. B. 1736 für Wagner. und Schmiedearbeiten, 1741 für Leder- und Fischtran, Unschlitt, Terpentin und dergl..
Wurde die Spritze am Rheine probiert, wie 1739, so erhielten die Männer einen Trunk, meist 6 Quarten Apfelwein; 1776 waren 2 Spritzen vorhanden und im Jahre 1787 ist von einer "Neuwieder Spritz" die Rede, wie auch alle größeren Reparaturen von nun an in Neuwied gemacht werden. Im 10. Jahr der franz. Republik (1801/02) war die große Spritze fast unbrauchbar geworden und mußte gründlich repariert werden. 1814 besaß die Stadt 3 Spritzen. Darunter eine kleine, die aus St. Thomas stammte; 1846 waren es ebenfalls 3, mit der einen fuhr man aufs Land. Die Aachener-Münchener-Feuerversicherungsgesellschaft schenkte im Herbste 1854 der Stadt eine "Brandspritze mit Saugrohr" also eine Saugspritze. Die Schläuche waren aus Leder und mußten häufig geschmiert und repariert werden. Beim Brande 1814 zu Ochtendung wurde ein 5 Fuß langer Schlauch gebrochen; ihn neu zu machen kostete "für Leder und Arbeit" 5 Franken. Die Spritzen wurden im früheren Hospitale untergebracht. Als die Stadt am 19.12.1834 den Gebäudetausch zwischen dem Hospitale und der höheren Schule beschlossen hatte, der unter dem 02.07.1835 seine Genemigung fand, versteigerte, behufs Neubau der Schule, die Stadt am 23.03.1840 das Hospitalgebäude, darunter der Kapelle an der Hochstraße und das daneben liegende 25 Fuß lange und 10 Fuß breite Spritzenhaus auf sofortigen Abbruch. Die Spritzen fanden Unterkunft in der Rathaushalle. 1892 wollte die Stadt das Salzmagazin als Spritzenhaus einrichten. Dieser Beschluß kam aber nicht zur Ausführung, sondern sie erbauten eine neue Halle neben der Gasfabrik, wo sämtliche Feuerutensilien im Frühjahr 1894 untergebracht wurden. Weil der Weg zum Spritzenhaus zu weit entlegen sei, richtete man 1897 einen Löschzug in der Rathaushalle ein. Das gegenwärtige, auf der Ecke Moltke-/Goebenstraße befindliche Gebäude stammt aus den Jahren 1911/12. Die Erbauungskosten betrugen 9.088,00 Mark.
Der feierliche Einzug war am 4. März 1912.  1920 wurde das Gerätehaus von der Besatzung beschlagnahmt und sie benutzten es als Autohalle. Die Geräte standen im Freien nebenan auf dem Grundstück des Herrn Kroth. Eines Tages brannte das Gerätehaus ab, die nebenstehenden Geräte erlitten dabei keinen Schaden.
Die Obhut über das Spritzenhaus lag in den Händen des Stadtrates, zumeist dem Rentmeisters. Erst zur Franzosenzeit wurde der Meister Heick mit der Beaufsichtigung aller Brandgerätschaften betraut und erhielt als Aufseher im Jahre 10 Franken. Er hatte jeden Monat alle Gerätschaften zu revidieren und die Spritzen zu reinigen, dann sorgte er auch für die Reparaturen der Feuerlöschgeräte und reichte davon die Rechnungen ein, so 1814, 58 Frs. 20 Cent.
Schlüssel von dem Spritzenhaus besaßen 1846 der Bürgermeister, das Büro des Schlossers Heick, der Polizeisergant Pütz und noch 2 Anwohner des Spritzenhauses. Beim Ausbruch eines Brandes hatten alle erwachsene männliche Einwohner zur Hilfe zu eilen, selbst Dienstboten, Lehrer und Priester und den Anordnungen des Bürgermeisters Folge zu leisten. Später brauchten Personen unter 15 und über 60 Jahre nicht zu erscheinen und weiterhin waren die Priester, Lehrer, Ärzte usw. davon dispensiert. Fehlte jemand nach der Brandalarmierung ohne hinreichenden Grund, so trat Strafe ein. Um festzustellen ob sich jemand vor dem Erlöschen des Brandes entfernt hatte, wurden die Bürger verlesen. "In jeder Wohnung soll eine erwachsene Weibsperson zur Aufbewahrung des eigenen Hauswesens bleiben und die Kinder unter 15 Jahr bei sich behalten." Demjenigen, der sich besonders wohltuend bei einem Brande auszeichnete, winkte eine Belohnung. Im April 1701 erhielten die Schützen für "die brennende Hecken zu löschen" 1 Florin für einen Trunk.
Am 10. Febr. 1787 entstand durch den Hammelsjungen Nicklas Delfenich aus Westum ein Brand, der das Haus des Johann Adams einäscherte. Der Junge erhielt 25 Stockhiebe und wurde aus der Stadt verwiesen. Am 22. Febr. desselben Jahres teilte der Magistrat Belohnungen aus für diejenigen, die beim Brande hilfreich Hand geboten hatten, so dem Meister Conrad Heick und Sohn eine Caroline, Kaminfeger 2 Reichstaler, "der Ww. Johann Everhard Maur wegen gefahrener Neuwied Spritz einen halben Rthlr.", dem Ägidius Dötsch wegen beigefahrener Brandbütte 1 Florin. Auch die Brandordnungen sprechen meist von Belohnungen.

B r a n d o r d n u n g e n

Eine Brandordnung wird Andernach schon früher besessen haben, die dann im Zeitlaufe sich den neueren Verhältnissen anpassend, immer "verbessert" werden mußte. So bei der Anschaffung der ersten Feuerspritze, die eine Umgestaltung des Löschwesens bedingte, mußte auch eine neue Brandordnung aufgestellt werden. Eine solche ist uns aus der letzten Hälfte des 18. Jahrhunderts erhalten:

Stadt Andernach Brandordnung, worin Verordnet, was jeder Bürger bey entstehender Feuersbrunst thuen solle:

Die Nachtwacht soll Lerm blasen und einer davon zugleich den Klöckner und 4 Uhren Läuter berufen, daß auf die Klock geschlagen werde. Diese sollen auch Statt-Tambour berufen, daß mit der Trommel Lerm geschlagen werde. Der Brunnenmeister Theodor Heick solle sogleich die Nebenbrunnen in dem Hausrohr abschlagen und dahin richten, daß sämtliche Brunnenwasser dahin laufe, wo das Wasser der Feuersbrunst am nechsten ist.
Die Nachbarschaft von der statt Düsseldorf (Hochstraße 75) bis an das Rheingasser Eck solle sogleich zur Eröffnung des Feuerspritzen-Häuschen zur Abholung und Hinfahren der Spreutzen an den Ort wo es brennt hineilen. Die Nachbarschaft von dem Leyschen-Hofhaus an der Burgpforten bis an die Bürresheimer Gaß und jene Nachbarschaft der Kirchgaß vom Steinwegseck bis an den Quirinsborn sollen sogleich die Brandhaken und Leitern aufpacken und zur Brandstatt hinliefern. Zur Brandstatt selbs sollen die Stadtwerkmeister gerade hin eilen, daselbst anordnen, wo die ankommende Feuerspritzen, Leitern hingesetzt und die Brandhaken gebraucht werden sollen. Zimmerleute, Leyendecker sollen sich gleich auf der Brandstatt einfinden, daselbst die nötige und bestbefindliche Arbeit nicht mit einer raserey, sondern mit zur Hand genohmener Überlegung der Arbeit unternehmen und sich von den Werkmeistern anweisen lassen. Die Fuhrleute sollen gleich mit angeschirrten Pferden wo es nötig an die Spritzen und Wasserbudden anspannen und zur Brandstatt hinfahren, wovon der erste mit einer Budden und Spritz vor jedes Pferd ein Reichstaler aus der Stattrhentmeisterey oder Kosten des Schuldtragenden gezahlt werden solle. Die übrige ganze Gemeinde, Geistliche, Bürger, Handwerksgesellen, Dienstboten, sollen die Eymer und Brandgeschirr an dem offenen Platz derselben abholen und zur Brandstelle hineilen, alsdann solle sich die Schifferzunft an den Plätzen, wo das Wasser zum Löschen geschöpft wird, daselbst die jüngste aus der Zunft das Wasser schöpfen, die übrige von der Zunft nebst diesen Schöpfer in die Ordnung zwey Linien zur Brandstatt zu hinstellen. Nebst diesen Ordnung stehenden Schiffleuten, sollen sich anschließen die Fuhrleutezunft, nach diesen die Metzgerzunft, hiernach Leinweberzunft, hiernach Schneider- und Wullenweberzunft, diesem nächst, Liebe-Frauen-Weingartenzunft, hierauf Krämerzunft, neben diesen Bäckerzunft, ferner Schreiner- sodann Rothgärber- und Schusterzunft, welche letztere sich nebst an die Spritzen zum einschütten des Wassers hinzustellen, alle Zünfte in doppelte Linie bis zur Brandstatt hinreichen. Die Maurerzunft soll sich zur Führung der Spritzen an dieselbe stellen. Die Stadtwerkmeister sollen sich bey der Brandstatt halten und mit Zuziehung der Leyendecker und Zimmerleuten die Spritzen zur Noth hinrichten und die lederne Wasserröhr hinführen. Der zeitliche Herr Bürgemerister und Stadtrhentmeister wird sich zur Brandstatt und bey den Spritzen einfinden und von diesen herab der ganze Stadtrath, vom ältesten bis jüngsten herab die Wasserleitung so einstellen, daß der jüngste vom Stadtrath bis zur Wasserschöpfung hinreichen und wohl zusehen kann und jeder von diesen Herrn die ankommende in Ordnung stellen und ihre Absichten dahin richten werden, daß soviel möglich reines Wasser geschöpft und jeder angefrischet werde, daß die Darreich- und Abnehmung der voller sowohl als leerer Eymer ohn unterbrochen von Hand zu Hand angenommen und fortgegeben werde. Zur seitens eines zeitlichen Bürgermeisters bey den Wasserspritzen solle sich zeitlicher Stadtwachtmeister, sodann die Stadtdiener einfinden, damit auf den Fall, daß von zweyen Orten Wasser vor die Spritzen herangenommen werden könne, die Ordre und Richtung dahin genommen werde, daß die Zünften und Gemeindeleute zur anderen Wasserleitung hingeeilt und angewiesen werden könne.
Diejenigen Herren, Stadtwachtmeister, Werkmeistere und Dienerschaften, so um die Brandstätte herum, seyn, häbn darauf besondere Acht zu haben, daß von ganz Frembden die Hausmeublen nicht herausgenommen oder das geflüchtet Meubel nicht entfrembdet werde. Überhaupt aber jeder Einwohner der Statt den Anordnungen der erscheinender Obrigkeit auf der Stelle sogleich zu befolgen mit der Warnung, daß im Weigerungsfalle jeder Ausweichender nach erloschenem Brand von 8 Florin zum besten der Verunglückten bestrafet und ohne Nachsehen exequiert werden solle.
Spritzenwagen und Leiterzug rücken vierspännig aus

Bild

 

Jeder in Ordnung soll auf dem angewiesenen Platz bleiben, bis dahin anderstwohin verordnet oder die Noth erfordert hinzugehen oder die Feuersbrunst gedämpft seye, wird welchen nachts die Maurer, Leyendecker, Zimmerleute und Schreiner auf der Brandstätte bleiben und bis zum Ende alles räumen solle, damit das Feuer unter dem Holzwerk und Schutte von neuem nicht aufgehen möge. Alsdann hatt die Schusterzunft unter Anordnung ihrer ältester Zunftgenossen die lederne Eymer in der Nähe der Brandstätte an sicheren Ort zusammen zu tragen.
Die Werkmeister mit ihrem Zustand die Wasserspritzen und Röhr in Ordnung zu bringen, in fertigen Stant zu richten und auf dem Platz stehen zu lassen, wozu auf Anordnung des Bürgermeisters oder Stadtwachtmeister benötigte Wachen hinzubringen, welche darauf aucht zu haben, daß nichts mutwillig verdorben oder verbracht werde. Die Leyendecker sollen sofort die benachbarten Gebäude und Dächer besteigen und fleißig untersuchen, wo Funken und Kohlen hingefallen, damit selbige weggeräumt und gelöscht werden, damit zu einem fernerem Unglück kein Zündel überlassen werde. Was demnechs zum Besten des publici zu verfügen, wird zeitlicher Bürgermeister mit Zuziehung sämtlichen Stadtrath anordnen und darauf Acht haben, daß alle Brandgerätschaften in gutem Stande unterhalten, gehörigen Orts wohlbesorgt und alle Jahrs nachgesehen werde. Solle in der Nachbarschaft ein Brand entstehen, sollen auf geschlagenes Sturmzeichen Werkmeistere sich mit etlichen Nachbarn zur Wasserspritzen hinbegeben 1 oder 2 Pferde an dieselbe spannen, aber nur mit einer Wasserspritz aus der Stadt fahren, einer oder zwey aus der Nachbarschaft sollen die Eymer abzehlen und auf der auswärtiger Brandstätt sich die Andernacher Einwohner jedesmahle bey der städtischer Spritz versammlen und daselbst mit vereinigtem Rath und Kräften die Noth wären und dem Nachbarn getreulich beystehen sollen, wobey die Stadtwerkmeistere jedesmal angewiesen und verpflichtet sind, bey den stätischen Gerätschaften beyzubleiben und dabei Sorge zu tragen, daß selbes ohnnötiger Weiße nicht verdorben noch verloren werde, sondern nach erlöschter Feuersbrunst zu der Wasserspritz beygetragen werde. Es wird ein zeitlicher Stadtrath sich zur Schuldigkeit vorsetzen, daß alle diejenigen, welche sich bey entstehendem Unglück in Betreibung ihres Geschäfts besonders auszeichnen, entweder durch eine baare douceur oder auch mit städtischen Nutzarbeiten und Freyheiten vorzüglich "belohnet werden solle". Wie sehr der Stadtrath das Feuerlöschwesen stets verbessern suchte, zeigt nachstehender

E n t w u r f   e i n i g e r

B r a n d a n s t a l  t e n

(1776)

1. Vorläufig und vor allen Dingen wäre das in Vorschlag gebracht und mit allem Beifall genehmigte Decret wegen Abschaffung des äußerst gefährlichen Gebrauchs öffentlicher Lampen, Lichter usw. die in Ställen, Scheunen, Holzschuppen oder sonstigen Winckeln, wobei brennbarer Hausrat erfindlich ist, schärfest zu untersagen, das Publikum hierfür zu warnen und den Betretungsfall mit einer Ratsstraf von 4 kölnischen Florin zum erstenmal, von 8 Florin zum 2ten mal; zum drittenmal aber mit einer willkürlichen schweren Polizeistrafe zu belegen.
2. Wären die nicht minder nötig befundenen Wasserbehälter bei einstehndem Frühjahr zu bewerkstelligen und hierzu als die bequemsten und zweckmäßigsten Örter angetragen der Markt, die Quirin- und Kecksbrunnen usw. und diejenigen anderen Plätze, wo die Hauptwasserröhre mit Krahnen versehen sind und die Absicht: schleunig und viel Wasser zu erhalten am leichtesten zu erreichen ist. Auch wäre
 3. dafür zu sorgen, daß sofern es immer thunlich wäre, an verschiedenen Orten der hiesigen Statt ein solcher Wasserbehälter angebracht würde. - Da die Errichtung besagter Wasserbehälter eine Anstalt wäre, welche die Polizei der Bürgerschaft eigentlich und im engen Verstande nicht schuldig ist, so wäre es auch.
4. billig, daß das städtische Aerarium hierbei soviel als möglich verschont bliebe und die Bürgerschaft nachbarschaftlicherweise zu der Errichtung dieser Behälter concurrirte.
5. Hat es sich bei der letzten Feuersbrunst ergeben, daß es zwar nicht an Hülf und jener thätigen Bereitwilligkeit, mit welcher ein Bürger des anderen Gut zu retten verpflichtet ist, gefehlt hat; wohl aber an einer mechanischen Ordnung, an Eintracht und Harmonie, deren Influenz nur allein bei solchen Operationen wirksam und nützlich sein kann und ohne welche die Vereinigung vieler Kräften unmöglich ihrem Endzweck entsprechen kann. Es wär deswegen nötig, daß man für diesen Fall, für welchen die Vorsehung uns gütigst bewahren wolle, gewisse Leut anstelle, deren Wirkungskreis man bestimmen und deren Verrichtung man gefachsweise einteilen mußte. Z. B. zur Bestellung und Dirigierung der beiden Spritzen die Meister Konrad und Theodor Heick. Zur Anwendung der Leiter und Brandhaken die Meister Josef Lackener und Weiskopp; für die Direktion derjenigen Leute, welche das Wasser herbei schleppten, für die Anstellung der Kolonnen usw. z. B. ein Stadttwachtmeister Wichterich, ein Stadtfähnrich und das jüngste Ratsmitglied als Bürgermajor. Vorgemeldete Departementarie müßten für diesen Fall charakterisiert und mit gemessener Autorität und Macht zur Vollziehung dessen, was sie dienstsam erachten, unterstützt seyn. Kurz: Selbe müßten die einzigen Organen seyn, wodurch die Maschine das Publicum dirigiert und die sonst unnütze Tätigkeit desselben fruchtbar und nützlich gemacht werden muß.
6. Müßten jährlich einmal und zwar an einem einmal für allzeit zu bestimmenden Tag die Spritzen, lederne Schläuche, die Eymer, Leiter und Brandhaken und alles, was hierzu gehöret, in den Augen des Publicums visitieret ausgebessert und in behörend brauchbaren Stand gesetzt werden, damit E. E. Magistrat den Vorwurf einer verantwortlichen Nachlässigkeit von sich entfernt halte.
7. Wäre es dienlich und ratsam, wenn sich jährlich zweimal, zu verschiedenen Jahreszeiten allgemeine Hausvisitationen angestellt würde, damit die so scharf untersagte Strohdächer, aufgetürmte Frucht- oder Strohhaufen, unzulässige Öfen oder gefährliche Kamine sich nicht einschleichen und zeitlich abgeschafft und gerügt werden möge. Diese Visitation könnte füglich von den in Vorschlag gebrachten Branddirektoren mit Zuziehung des ratione officii dazu gehörige amtierenden Bürgermeisters vorgenommen werden. Versteht sich: von jeden Departementarien einer, z. B., den Meister Heick,  Meister Lackener oder Weiskopp, Wichterich, das jüngste Rathsmitglied.
Genaue allgemeine Brandordnungen erließ die französische Behörde u.a. unterm 1 Thermidor 6. Jahres (19.07.1798) und am 28. Pluviose 8. Jahres (16.02.1800) um "mittelst Ergreifung der gehörigen Maßnahmen aller Feuersgefahr möglichst vorzubeugen, den entstandenen Brand schleunig löschen zu lassen und damit verknüpften Unordnung nach Kräften zu steuern". Jeder Maire hatte demnach eine genaue Brandordnung für seinen Bezirk unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse aufzustellen und dem Präfekten vorzulegen, der sie dann bestätigte. Der Bürgermeister Nachtsheim stellte eine solche für seinen Bezirk am 1. Germinal 9. Jahres der französ. Republik (21.03.1801) auf.

D e p a r t e m e n t   d e   R h i n

e t   M o s e l l e

Mairie D`Andernach
Der Mairie zu Andernach
In Erwägung, daß in den Gemeinden dieser Mairie gar keine Verordnung vorhanden ist, wie bei einem ausbrechenden Brande sich jeder Bürger zu verhalten habe und gar keine passende Anstalten bestehen, wie einem solchen Übel gleich beim Entstehen, Widerstand geleistet werden soll. In Erwägung, daß es eine der ersten Pflichten des Verwalters ist, durch zweckmäßige Anordnung jedem Unglücksfall, so auch dem Brande, der die Einwohner der seiner Verwaltung anvertrauten Gemeinden treffen könnte, vorzubeugen und zu vermindern. In Erwägung, daß es von der äußersten Wichtigkeit und dem größten Nutzen ist, eine Ordnung festzusetzen, nach welcher bei einem ausbrechenden Brande jeder Bürger bestimmt wisse, an welchen Posten er sich zu verfügen, wem er zu gehorchen und wer zu befahlen habe, um seinem in Gefahr stehenden Mitbürger die ihm schuldig Hilfe zu leisten, indem bei einem plötzlichen, unvorhergesehenen Unglücksfalle jeder leicht die Geistesgegenwart verliert und ihm selten Zeit zu besinnen übrig bleibt und dadurch oft die zweckmäßigsten Mittel vernachlässigt werden. Schreibt folgende Verfügungen seinen, in der Mairie gehörenden Gemeinden, wohnhaften Mitbürgern, als Verordnung vor, nach welcher sich jeder derselben zu fügen hat, sobald selbe von dem Bürgerprefekt dieses Departements genehmigt sein wird.

G e m e  i  n d e   A n d e r n a c h

Verrichtung der mit der Polizeiwache beauftragten Bürger
I.
1. Sobald irgend ein Bürger bei Tage oder bei Nacht, in einem Teile der Gemeinde Brand entdeckt, soll er sogleich auf dem Gemeindehause befindliche Wache benachrichtigen. Der Offizier dieser Wache soll sobald er hiervon unterrichtet ist, oder den Brand selbst entdeckt hat, seine untergebenen Bürger sogleich abschicken und zwar erst einen zum Bürger Mairie, der im vorbeigehen die Bürger Joseph Meyer Nr. 252, Paul Weiskopp Nr. 250 und Theodor Heick Nr. 248 in der Eisengasse und in der Rückkehr die Bürger Peter Elend Nr. 212 und Johann Haupt Nr. 164 von dem ausgebrochenen Feuer benachrichtigen.
2. Den Anderen zum Bürger Adjunkt der Mairie, der auch zugleich die Bürger Johann Schmitz Nr. 87 und Masberg Nr. 88 zur Öffnung des Magazins der Brandgerätschaften anhalten und dann den Bürger Lengsdorf, Zimmermann Nr. 105 herbeirufen soll.
3. Den Dritten zum Bürger Carl Mayer Nr. 335, um die große Glocke in der Pfarrkirche anzuziehen. Diese drei Bürger müssen zugleich in allen Straßen, welche sie durchlaufen, Feueralarm rufen und den Ort nennen, wo der Brand ist.
4. Durch den Vierten soll er den Bürger Peter Schumacher, Tambour Nr. 237, zum Trommeln rühren auffordern lassen, welcher dann durch einen immer fortgesetzten, einfachen Schlag auf die Trommel den ausgebrochenen Brand in allen Straßen der Gemeinde verkünden soll. Alle diese wachthabenden Bürger müssen sich nach diesen Verrichtungen wieder auf dem Gemeindehaus einfinden. Der wachthabende Offizier soll dann mit vier Mann zur Brandstätte eilen, die Eingänge des brennenden Hauses wohl besetzen und die Entwendung der Effekten verhüten. Der Unteroffizier soll mit vier anderen Mann durch die Straßen der Gemeinde patrouilliern und jeden, den er in Unthätigkeit findet, zum Hilfeleisten antreiben, zugleich auch auf die öffentliche Ruhe und Sicherheit wachen. Sollte aber der wachthabende Offizier oder Unteroffizier durch diese Brandordnung an einen anderen Posten bestimmt sein, so sollen die Herren Monot Nr. 43 und Chardon Nr. 338 deren Stelle ersetzen.
Besorgung des Läutens der Brandglocke
II.
Der Bürger Carl Mayer, Küster Nr. 335, soll alsbald die große Glocke in der Pfarrkirche läuten, zu Gehilfen sollen ihm zueilen die Bürger August Schwager Nr. 336, Joseph Schwickart Nr. 337 und Anton Ester Nr. 338.
Aufsetzen der Brandgerätschaften und ihre Verrichtungen
III.
Zum Aufsetzen der Brandgerätschaften sind ernannt die Bürger Joseph Mayer Nr. 252, Nikolaus Hilken Nr. 151 und Johann Linn Nr. 73 und Johann Bapt. Menzal Nr. 25. Dieselben verfügen sich beim ersten Feuerzeichen mit ihren Untergebenen in das Magazin der Brandgerätschaften, zünden bei Nacht einen der darin befindlichen Flammenbogen an, führen die Feuerspritze vor die Thüre und kiefern den ankommenden Bürgern die Eymer ab.
Benennung und Verrichtung der zur Beleuchtung angestellten Mannschaft
IV.
Zum Abholen der Flammbogen oder Theerkränze, mit denselben in die Nähe der Brandstätte zu eilen und dieselben an den hiernächst bestimmten Orten zur Beleuchtung hinzutragen und fortdauernd zu bedienen, haben herbei zu eilen wie folgt: An den Ort, wo das Wasser geschöpft wird, die Bürger Conrad Schuckart Nr. 145 und Nikolaus Schommer Nr. 211. Bei der Brandspritze Nr. 1 die Bürger Nikolaus Metzger Nr. 27 und Jakob Schleich Nr. 86. Bei der Brandspritze Nr. 2 die Bürger Maurit Bermel Nr. 94 und Adam Gardung Nr. 97. Bei der Brandspritze Nr. 3 die Bürger Arnold Müller Nr. 100 und Georg Schellenbach Nr. 270. Bei Tag haben diesleben sich in der Eimerweisen anzuschließen. Übrigens soll jeder Einwohner, wenn bei Nachtszeit Feuerlärm geschlagen wird, vor seinen Fenstern wenigstens 1 Licht zu stellen auf strengste verbunden sein.
Namen der Brandhauptleute, ihre Adjunkten und der zur Besorgung
der Brandspritzen angestellten Mannschaft
V.
Als Hauptmann bei der großen Brandspritze Nr. 1 ist ernannt der Bürger Nikolaus Michels Nr. 269. Als Adjunkt desselben ist ernannt der Bürger Johann Baltzer Nr. 179. Diese Brandspritze auf die Brandstätte zu bringen und dort zu bedienen sollen vornehmen die Bürger Johann Schneider Nr. 277, Johann Baum Nr. 77, Leonhard Thome Nr. 58, Peter Joseph Hackenbruch Nr. 224, Johann Knöll Nr. 291, Jakob Kirchesch Nr. 218, Heinrich Kreten Nr. 33, Sebastian Welter Nr. 198, Johann Mattesen Nr. 101, Casper Große Nr. 60, Joseph Troschau Nr. 210, Peter Joseph Adams Nr. 265. Das Mundstück von dem ledernen Schlauch dieser größten Spritze haben abwechselnd zu dirigieren die Bürger Joseph Steinborn Nr. 19 und Conrad Heick Sohn Nr. 248. Den ledernen Schlauch zu dieser Spritze haben zu beobachten die Bürger Johann Keller Nr. 160 und Matth. Bugener Nr. 103, Schumacher.
VI. Als Hauptmann der Brandspritze Nr. 2, die kleine genannt, ist bestimmt, der Bürger Joseph Mayer Nr. 252, als Adjunkt desselben ist ernannt, der Herr Paul Weiskopp Nr. 250. Diese Brandspritze Nr. 2 auf die Brandstätte zu führen und dort zu bedienen, sollen vornehmen die Bürger Anton Schwang Nr. 246, Johann Rübenach Nr. 108, Stephan Masberg Nr. 88, Wilhelm Metzger Nr. 185, Philipp Niedersee Nr. 304, Friedrich Berresheim junior Nr. 146, Everhard Palm Nr. 237, Johann Schuster Nr. 216, Matthias Palm Nr. 177, Andreas Müller Nr. 220. Das Mundstück von dem Schlauch der kleinen Spritze Nr. 2 haben abwechselnd zu dirigieren die Bürger Johann Haupt Nr. 164 und Peter Thelen Nr. 272. Den ledernen Schlauch zu dieser Spritze haben zu beobachten die Bürger Peter Bartel Nr. 79, Peter Blomberger Nr. 223 und Matthias Willems Nr. 253.
Als Hauptmann bei der Brandspritze Nr. 3, die "St. Thomaser Spritze" genannt, ist ernannt der Bürger Bernhard Isermann Nr. 263. Als Adjunkt desselben ist ernannt der Bürger Thomas Saafenreuther Nr. 181. Diese Spritze Nr. 3 auf die Brandstätte zu führen und dort zu bedienen, sollen herbeieilen die Bürger Wilhelm Meyer Sohn Nr. 72, Jacob Masberg Sohn Nr. 88, Ludwig Elzer Nr. 280, Ludwig Pützmann Nr. 241, Wilhelm Syre Nr. 102, Franz Ritter Nr. 94, Christian Pastor Sohn Nr. 98, Peter Seibert Sohn Nr. 184, Philipp Linn Nr. 223, Peter Lembgen Sohn Nr. 155, Johann Schneider Nr. 83 und Johann Hackenbruch Nr. 292. Das Mundstück des Schlauches der Spritze Nr. 3 sollen abwechselnd leiten die Bürger Ignatz Ringelstein Nr. 28 und Conrad Werlich Nr. 254. Den Schlauch zu dieser Spritze zu führen und zu beobachten, sollen vornehmen die Bürger Stephan Metten Nr. 24 und Matthias Kappes Nr. 232. Gedachte Bürger, welche die Schläuche zu leiten haben, sollen sich mit starkem Pechdrahte, Säulen, Messern und Stücken Leder versehen um die in den ledernen Schläuche allenfalls entstehenden Öffnungen und Beschädigungen sogleich ausbessern zu können.
Verrichtung der Brandhauptleute und ihrer Adjunkten
 VII. Die Brandhauptleute mit ihren Adjunkten begeben sich ein Jeder an die ihm anvertraute Brandspritze, setzen alle dabei befindlichen Gerätschaften in Ordnung und Bereitschaft und sorgen dafür, das beim Ankommen ihrer Gehülfen und Untergebenen zur Feuerstätte geeilt werden könne. Ihre übrigen und Hauptverrichtungen bestehen darin, die Mannschaft, welche zu einer jeden ihnen anvertrauten Spritze beordert ist, zu leiten und darauf zu wachen, daß nicht durch ein stürmisches Abfahren dieselbe verletzt oder durch ein zu heftiges und übertriebenes  Pumpen die Schläuche gesprengt und durch unvernünftige Eile zum Löschen gleich unbrauchbar gemacht werden. Jeder zu der Spritze commandierter Bürger ist verpflichtet seinem Hauptmann und in dessen Abwesenheit, dessen Adjunkt Folge zu leisten.
Verrichtung des Kaminfegers und anderer Werkleute und Benennung des Anführer derselben
VIII. Beim ersten Feuerzeichen sollen zur Feuerstätte eilen der Kaminfeger, alle Zimmerleut mit ihren Gesellen und ihren Äxten, alle Maurer mit ihren Gesellen und Maurerhämmern, alle Leyendecker mit ihren Gesellen und Leyhämmern, denen nicht ein besonderes Amt angewiesen wurde. Als Anführer dieser Handwerksleute sind ernannt die Bürger Theodor Heick Nr. 268, Jospeh Alken Nr. 153 und Peter Elend Nr. 212 und Nicolas Gay Nr. 284.
Benennung der Quartiermeister und Besorgung des zur Löschung des Brandes nötigen Wassers
IX. Zu Quartiermeister und ihren Adjunkten sind ernannt wie folgt:
a) Für das erste Viertel, welches durch die Ringmauer von dem Rheinthor bis zum Kölnthor durch die Hohe Straße und Rheingasse eingeschlossen ist, der Bürger Peter Thonet Nr. 49 zum Quartiermeister und der Bürger Hubert Armbruster Nr. 8 zu dessen Adjunkt.
b) Für das zweite Viertel, welches durch die Ringmauer vom Rhein bis zum Burgthor, von der Rheingasse und der Hohen Straße eingeschlossen ist, der Bürger Wilhelm Blum Nr. 92 zum Quartiermeister und Vitus Gerlach Nr. 78 zu dessen Adjunkt.
c) Für das dritte Viertel, welches durch die Ringmauer vom Burgthor zum Ochsenthurm, die Hohe Straße, die Eisengasse und die Schafbache eingeschlossen ist, der Bürger Hermann Jos. Hilt Nr. 157 zum Quartiermeister und der Bürger Cornel Palm Nr. 149 zu dessen Adjunkt.
d) Für das vierte Viertel, welches durch die Ringmauer vom Ochsenthurm bis zum Kölnthor, durch die Schafbache, die Eisengasse und die Hohe Straße eingeschlossen ist, der Bürger Joseph Host Nr. 302 zum Quartiermeister und der Bürger Franz Neiss Nr. 268 zu dessen Adjunkt.
Jeder Quartiermeister und Adjunkt sollen beim ersten Feuerzeichen alle Einwohner ihres Quartiers in Bewegung setzen, sie sollen die Weibspersonen und Dienstboten auffordern, alle großen Waschbütten vor ihre Thüren zu tragen, mit Wasser zu füllen und jedem Einwohner schärfest einbinden, ebenfalls ein Gefäß mit Wasser gefüllt auf dem Speicher bereit zu halten. Sodann sollen sie mit allen Einwohnern zur Feuerstätte eilen und sobald sie dort angelangt sind, gleich zur Formierung der Reihen zum Eimerreichen von dem zunächst gelegenen Wasser der Schafbache, dem Rheine oder den übrigen, daß Wasser leitenden Brunnenröhren, vorschreiben. Von dieser Verfügung sind jedoch diejenigen ausgenommen, in deren Nachbarschaft das Feuer ausgebrochen ist. Die Oberaufsicht über die, den Quartiermeistern und ihren Adjunkten aufgetragenen Pflichten und die Bestimmung der Orten, wo das Wasser am geschwindestens und bequemsten herzunehmen seie, ist dem Bürger Leopold Heckmann Nr. 186 anvertraut. Die Quartiermeister des 2 ten Viertels sollen zugleich für die Abholung der Eimern sorgen. Ferner sollen beim ersten Feuerzeichen, solange die Brandbütten noch nicht angekommen und die Reihen zum Eimerreichen noch nicht gestellt sind, alle in dem Viertel, worin der Brand ausgebrochen ist, wohnhaften Bürger, alle ihre vorrätigen Gefäße mit Wasser gefüllt zur Feuerstätte tragen, weilen um diese Zeit am ersten das Wasser mangelt. Zugleich sind alle Einwohner, welche einen Brunnen oder Pfütze im Hause haben, verpflichtet, beim ersten Feuerschein große Bütten vor ihre Thüren zu stellen und selbe mit Wasser zu füllen. Alle bei einem solchen Brunnen zunächst wohnende Nachbarn sollen ihre Waschbütten und sonstige große Gefäße gleichfalls zu jenen Brunneneigentümerns stellen und zum Füllen alle Hilfe leisten. Die Aufsicht der genauen Befolgung dieser soeben gegebenen Vorschriften sollen übernehmen die Bürger Nicolas Linn Nr. 154, Johann Sauerborn Nr. 228 und Jacob Schäfer Nr. 289.
Mannschaft, welche zur Abholung der Brandleitern und Haken bestimmt ist
X. Als Reservekorps und zugleich zur Abholung der Leitern und Haken an der Franziskaner Kirche, sollen erscheinen die Bürger Winand Palm Nr. 133, Peter Loch Nr. 121, Emmerich Kroht Nr. 115, Peter Saftig Nr. 113, Jodoc Schmitz Nr. 112, Johann Fester Nr. 104, Johann Adam Marx Nr. 114, Heinrich Moneß Nr. 100, Johann Klöppel Nr. 109, Anton Müller Sohn Nr. 137, Balthasar Weber Nr. 138 und Johann Müller Nr. 139. Die Schlüsseln zu diesen Leitern und Haken sind bei Bürger Emmerich Kroht Nr. 115 und Peter Frank Nr. 114. Zur Abholung 2 jener Leitern und Haken an der Pfarrkirche sollen herbeieilen die Bürger Wilhelm Schulz Nr. 327, Anton Bersch Nr. 331, Nicolas Hohn Nr. 330, German Adam Nr. 312, Matthias Schweitzer Nr. 313, Theodor Bügel Nr. 314, Georg Hagel Nr. 315, Anton Rörich Nr. 325, Hubert Sturz Nr. 319, Anton Geup Nr. 320, Carl Mauz Sohn Nr. 322, Michel Adam Nr. 323, Barth. Reus Nr. 284, Ludwig Hermann Sohn Nr. 286 und Christoph Palm Nr. 312. Die Schüsseln zu diesen Leitern und Haken befinden sich bei Herrn Vicar Müller Nr. 310 und German Adam Nr. 312. Sobald das erste Feuerzeichen gegeben ist, sollen vorgenannte Bürger, welche die Schlüsseln in Verwahr haben, die Hakenschlösser an den Leitern und Haken aufschließen und selbe zum Verwahr in ihre Häuser nehmen.
Abholung der Brandbütten
XI. Zur Abholung der zwei Brandbütten, welche in dem Magazin der Brandgeräte beim Hospital stehen, diesleben abwechselnd mit Wasser gefüllt, der Feuerstätte zuzuführen, sollen mit ihren Pferden herbeieilen die Bürger Hubert Armbruster Nr. 8, der Bürger Peter Thonet Nr. 49, Nicol. Barthelmes Nr. 166 und Simon Kessel Nr. 233. Wenn auf dem Lande Brand ensteht, müssen dieselben die Brandspritzen dahin führen. Als Anführer und Aufseher, damit das Herbeifahren des Wassers in der besten Ordnung geschehe und die Pferde gehörige abgewechselt werden, sind ernannt die Bürger Hubert Boentgen Nr. 178 und Goßen der Ältere Nr. 91.
Rettung der Effekten und Mobilien und die dazu angestellten Fuhrleute
XII. Beim ersten Feuerzeichen sollen erscheinen mit geleiterten Karren zwar auf dem Marktplatz der Bürger Heinrich Ackermann Nr. 198 und Johann Linn Nr. 73, auf dem Platze vor dem Posthause der Johann Gödderz Nr. 3, Anton Noll Nr. 129, Jakob Krein Nr. 132 und Richard Feithen Nr. 99. Der Bürger Friedensrichter und sein Greffler, die Bürger Casper Molitor Nr. 71 und Tassi Nr. 309 dirigieren die zweckmäßige Ausführung der Effekten. Ihnen sind zu Gehilfen zugestellt alle in dieser Gemeinde wohnhaften männlichen Welt- und Ordensgeistliche. Außer ihnen und den Freunden und Verwandten der vom Feuer bedrohten Einwohner und außer den dahin geschickten Handwerksleuten ist jedem der Eintritt in das vom Brand ergriffene und nächstgelegene Häuser untersagt. Dem Offizier der Bürgerwache ist aufs strengste geboten, über diese Verfügung mit der ihm untergebenen Mannschaft genau zu wachen.
Schutzwache für die geretteten Effekten
XIII. Die Niederlage der geretteten Effekten geschieht in der zunächst von dem Brand gesicherten und dem Herrn Friedensrichter zu bestimmende Kirche. Als Schutzwache der geretteten Effekten sind ernannt, die Bürger Carl Lassaulx, Pfarrer Nr. 153, Christoph Hartenfels Nr. 67, Friedrich Heftrich Nr. 294 und Jacob Düsseldorf Nr. 42. Diese Bürger sollen ein Namensverzeichnis der Eigentümer der beigeführten Effekten führen und Sorge tragen, daß soviel es tunlich ist, eines jeden Teil abgesondert werde und bleibe. Nach glücklich gelöschtem Brande treten die nämliche Bürger zusammen, denen die Verwahrung der besagten Effekten anvertraut war und verabfolgen jedem, der beweist, daß er rechtmäßiger Eigentümer sei, seinem ihm gehörigen Teil und bezeichnen ebenfalls die Namen der Abnehmer.
Besorgung des Mistes und anderer zum geschwinden Löschen dienlichen Mittel
XIV. Beim ersten Feuerzeichen haben die Bürger Heinrich Düsseldorf Nr. 260 und Georg Krechel Nr. 12,  jeder mit einem Karren nassen Mistes und einigen leeren Säcken zur Feuerstätte zu eilen und dort die Ordre zum Gebrauch derselben abzuwarten.
Verrichtung der zu Hilfe herbeieilenden Einwohner der benachbarten Gemeinden
XV. Die Bürger Anton Berresheim Nr. 62, Christian Wichterich Nr. 249, Heinrich Hahn Nr. 283 und Peter Molitor Nr. 315 sind ernannt die zur Hilfe herbeieilenden Landleute in Empfang zu nehmen und sie an die Reihen zum Eimerreichen anzuschließen und die unter ihnen sich befindlichen Zimmerleute, Maurer und Leyendecker dem Bürger Theodor Heick, Joseph Alken und Peter Elend, Anführer der Handwerksleute, zuzuführen, damit dieselben ihnen ihre Verrichtungen bei der Feuerstätte anweisen können. Sie sollen zugleich dem Bürger Maire oder Adjunkt der Maire von der Ankunft und Anstellung derselben sogleich Bericht abstatten.
Verrichtung des Bürgers Maire und Adjunkten der Maire
XVI. Der Oberbefehl beim Brande, die Aufsicht, daß jeder durch diese Brandordnung angestellte Bürger seine Pflicht erfülle, daß die Ermüdeten an den Spritzen und Schläuchen zuweilen abgelöst werden, ferner die Beratschlagung mit den Hauptleuten der Handwerksleuten und Brandspritzen über verschiedene zu ergreifende Maßregeln zu pflegen, ist dem Bürger Maire und dem Adjunkten der Maire übertragen.
Bemerkungen
Die Bürger Theodor Heick, Josef Mayer, Nicol. Michels, Paul Weiskopp sollen nebst den hier oben ihnen zugeteilten Pflichten, in Gemeinschaft der Quartiermeister und der übrigen Aufseher der Brandgerätschaften, dafür Sorge tragen, daß die zum Löschen des Brandes bestimmte Gerätschaften in gutem Stande gehalten und zum wenigsten alle drei Montage probiert, daß eben so oft jeder beim Brande angestellte Bürger mit seinen Pflichten bekannt gemacht und darin geübt werden. Dieselben sollen ferner zu verschiedenen Zeiten die Schornsteine, Backöfen und Kamine der in der Gemeinde Andernach gelegenen Häuser untersuchen und dem Bürger Maire über ihre Nachforschungen Bericht abstatten, ob dieselben gereinigt und gegen Ansteckung hinreichend gesichert sind.
Verrichtungen der wachhabenden Bürger und Besorgung des Läutens der Glocken in den übrigen zur Maire von Andernach gehörigen Gemeinden
Beim ersten Feuerzeichen sollen die mit der Polizeiwache beauftragten Bürger sogleich den Brand in der ganzen Gemeinde kund machen, sie sollen sodann sich in zwei Theile teilen, wovon der eine die Entwendung der Effekten bei der Brandstätte zu verhüten und der andere durch die Gemeinde zu patrouillieren, die öffentliche Ruhe und Sicherheit zu handhaben und die Untätigen zum Hilfeleisten anzuhalten. Zum Läuten der Sturmglocke ist in jeder Gemeinde der Küster und der zunächst bei der Kirche wohnende Bürger bestimmt. Die Aufsicht und Direktion der Rettung der Effekten und des Viehes, wie auch die Bestimmung des Ortes, wohin dieselben gebracht und verwahrt werden sollen, ist dem Pfarrer und Schullehrer in jeder Gemeinde zu übertragen. Die übriegen für jede der Landgemeinden insbesondere getroffenen Verfügungen sind folgende:

G E M E I N D E     B R O H L

Bedienung der Brandspritze
1. Als Hauptmann der Gemeinde Brohl gehörigen Brandspritzen ist ernannt der Bürger Jacob Koll und zu dessen Adjunkt der Bürger Peter Nonn der Jüngere. Die Spritze zur Brandstätte zu führen und dort zu bedienen sollen herbeieilen die Bürger Peter Saal, Johann Adam Windhäuser, Johann Peter Zirwas, Peter Gasper, Joseph Müller, Paul Odenthal, Johann Netz, Heinrich Glubmann der Jüngere. Den ledernen Schlauch zu beobachten und das Mundstück zu führen, sind bestimmt die Bürger Peter Böndgen und Anton Nöndgen.
Siehe Art. 5 und 6 der Gemeinde Andernach.
Besorgung des Wassers
2. Alle Einwohner der Gemeinde zur Abholung der ledernen Eimer anzuhalten, den Ort das Wasser hergenommen werden soll, zu bestimmen, die Reihen zum Eimerreichen zu formieren und die Herbeischaffung des Wassers überhaupt zu dirigieren, sind ernannt die Bürger Peter Nonn, Jacob Mertens, Johann Wihl und Johann Jacob Bentz.
Siehe Art. 8 der Gemeinde Andernach.
Verrichtung der Werkleute und Anführer derselben
3. Sobald in der Gemeinde ein Brand entsteht, sollen zu dem vom Brande ergriffenen Gebäude auf der Stelle hineilen, alle Maurer mit ihren Maurerhämmern, alle Zimmerleute mit ihren Äxten und Leyendecker mit ihren Leitern und übrigen Werkzeugen, wie auch der Kaminfeger, wenn sich deren einer in der Gemeinde befindet. Zu den Anführern derselben sind ernannt die Bürger Johann Raunsbach und Hermann Nonn.
Siehe Art. 7 der Gemeinde Andernach.
Herbeischaffung der Leitern und Haken
4. Die in der Gemeinde befindlichen Leitern und Haken sollen beim ersten Feuerzeichen zur Brandstätte hinbringen die Bürger:
es fehlen die betreffenden Namen
Dieselben sollen zugleich die bei der Brandspritze zum Pumpen angestellten Bürger, wenn selbe ermüdet sind, ablösen.
Siehe Art. 9 der Gemeinde Andernach.
Beleuchtung und Besorgung des vorrätig zu haltenden Wassers auf den Speichern jedes Hauses
5. Sobald in der Gemeinde Feuerlärm gerufen wird, sollen die in ihren Häusern zurückbleibenden Weibspersonen alle vorrätigen Gefäße mit Wasser gefüllt auf die Speicher tragen und daselbst auf jeden Fall bereithalten. Bei Nachtszeit sollen selbe wenigstens ein Licht an jedem Hause ausstellen. Die Aufsicht über die genaue Befolgung dieser Vorschrift, zugleich den hierunter ernannten Oberaufseher beim ausgebrochenen Brande im Falle, wenn an einem zweiten Orte der Gemeinde ein Brand ausbrechen sollte, hiervon gleich Nachricht zu geben, ist den Bürgern Joseph Nonn und Christian Nonn übertragen.
Siehe Art. 4 u. 8 der Gemeinde Andernach
Hilfe von Andernach herbeizurufen
6. Beim ersten Feuerzeichen soll auf der Stelle sich zu Pferde nach Andernach begeben oder einen berittenen Boten dorthinschicken,  der Bürger Quirin Ledosquet oder Joseph Nonn, um daselbst den ausgebrochenen Brand bekannt zu machen und Hilfe zu rufen.
Oberaufseher bei dem ausgebrochenen Brande
7. Die Oberaufsicht über die, durch diese Brandordnung angestellten Bürger, sich über die zur Tilgung des Brandes  zu ergreifenden Maßregeln mit denselben zu benehmen, ist der Bürger Wilhelm Klee und Heinrich Wihl bis zur Ankunft des Maire oder Adjunkt vertraut. Dieselben sollen zugleich mit Zuziehung der Bürger Anton Böndgen und Peter Nonn die Kamine und Schornsteine der Gemeinde viermal im Jahre untersuchen und über den Zustand derselben dem Bürger Maire jedesmal einen vollständigen Bericht abstatten.

G E M E I N D E   E I C H

1. Besitzt keine Brandspritze.
Aufseher beim Herbeischaffen des Wassers
2. Die Bürger Nicolas Frank, Franz Nachtsheim, Peter Joseph Krings und Stephan Maas sind ernannt die nämlichen Verrichtungen zu beosdrgen, welche im 2. Artikel der Brandordnung für die Gemeinde Brohl enthalten sind und die für alle folgenden Gemeinden zur Grundlage dienen soll.
Verrichtung der Werkleute und Anführer derselben
3. Die Bürger Simon Kessel, Heinrich Fuchs und Niklaus Hermann sind zu Anführern der Werkleute bestimmt.
Siehe die Verrichtung in Art. 3 der Gemeinde Brohl
Die zur Herbeiholung der Leitern und Haken bestimmte Mannschaft
4. Die Bürger Anton Ölmen, Michel Philipp Cronenberger, Johann Müller und Phillip Hoffmann.
Siehe den Art. 4 der Gemeinde Brohl.
Beleuchtung und Besorgung des auf den Speichern jedes Hauses vorrätig zu haltenden Wassers
5. Zur Besorgung und Aufsicht dieses Geschäftes sind ernannt die Bürger Philipp Brabender und Peter Brabender.
Siehe Art. 5 der Gemeinde Brohl
Hilfe von Andernach und Nickenich herbeirufen
6. Beim ersten Feuerzeichen soll sich der Bürger Johann Maas oder Johann Brohl zu Pferde nach Andernach begeben, um dort den ausgebrochenen Brand kund zu machen. Das Pferd soll ihm vom Bürger Philipp Schmitz oder Franz Nachtsheim hierzu geliefert werden. Der Bürger Christian Schmitz oder Nicl. Helf sollen in der nämlichen Absicht nach Nickenich eilen.
Oberaufseher bei dem ausgebrochenen Brande
7. Der Bürger Philipp Schmitz.
Siehe Verrichtung Art. 7 der Gemeinde Brohl

G E M E I N D E   M I E S E N H E I M

1. Besitzt keine Brandspritze.
Aufseher beim Herbeischaffen des Wassers
2. Die Bürger Anton Hauröther, Anton Holzhauer, Gerhard Simon, Johann Eberhard Becker und Johann Botzem.
Siehe Art. 2 der Gemeinde Brohl
Verrichtung der Werkleute und Anführer derselben
3. Die Bürger Nicl. Ritzdorf, Anton Thomas und Georg Müller.
Siehe Art. 3 der Gemeinde Brohl
Die zur Herbeiholung der Leitern und Haken bestimmte Mannschaft
4. Die Bürger Nicl. Müller, Joh. Masburg, Anton Lauermann und Matthias Masburg
Siehe Art. 4 der Gemeinde Brohl
Beleuchtung und Besorgung des auf den Speichern in jedem Hause bereit zu haltenen Wassers
5. Die Aufsicht über die genaue Befolgung der diesen Gegenstand betreffenden Vorschriften ist den Bürgern Anton Saftig und Johann Elz übertragen.
Hilfe von Andernach herbeirufen
6. Die Bürger Nicl. Müller der Jüngere oder Peter Frein zu Pferde.
Siehe Art. 6 der Gemeinde Brohl
Oberaufseher bei dem ausgebrochenen Brande
7. Die Bürger Peter Assenmacher und Wilhelm Hartmann.
Siehe Art. 7 der Gemeinde Brohl

G E M E I N D E   N A M E D I E

1. Besitzt keine Brandspritze
Aufseher beim Herbeischaffen des Wassers
2. Die Bürger Lorenz Klöckner, Anton Seul, Bart. Marrbach und Bart. Müller.
Siehe Art. 2 der Gemeinde Brohl
Verrichtung der Werkleute und Anführer derselben
3. Die Bürger Arnold Knöll und Hubert Fuchs.
Siehe Art. 3 der Gemeinde Brohl
Die zur Herbeiholung der Leitern und Haken bestimmte Mannschaft
4. Die Bürger Ferdinand Drolshagen, Anton Seul, Michel Auer und Jacob Hoffmann.
Siehe Art. 4 der Gemeinde Brohl
Beleuchtung und Besorgung des in jedem Hause auf den Speichern bereit gehaltenen Wassers
5. Die Besorgung dieses Artikels ist den Bürgern Christian Staut und Johann Straaten übertragen.
Siehe Art. 5 der Gemeinde Brohl
Hilfe von Andernach und Brohl herbeirufen
6. Der Bürger Johann Seul oder Jacob Knöll sollen sich beim ersten Feuerzeichen nach Andernach und der Bürger Johann Fuchs nach Brohl begeben, um in den beiden Gemeinden den ausgebrochenen Brand kund machen.
Oberaufseher bei dem ausgebrochenen Brande
7. Die Bürger Anton Kirchesch und Arnold Fuchs.
Siehe Art. 7 der Gemeinde Brohl

G E M E I N D E   N I C K E N I C H

Bedienung der Brandspritze
1. Zum Hauptmann der Brandspritze ist ernannt die Bürger Joseph Fuchs, zu dessen Gehilfe der Bürger Jacob Münnich. Die Brandspritze zur Brandstätte herzubringen und dort zu bedienen, sollen herbeieilen, die Bürger Anton Wilkes, Anton Dietzler, Johann Mosen, Christian Auer, Nicol. Windhäuser. Peter Mosen, Arnold Müller junior und Peter Sattler. Den ledernen Schlauch sollen beobachten und leiten die Bürger Nicolaus Schmitz und Peter Meles. Das Mundstück zu führen ist bestimmt der Bürger Kilian Weinand.
Siehe Art. 1 der Gemeinde Brohl
Aufseher beim Herbeischaffen des Wassers
2. Die Bürger Sebastian Krings, Franz Doll, Peter Windhäuser und Peter Wester.
Siehe Art. 2 der Gemeinde Brohl
Verrichtung der Werkleute und Anführer derselben
3. Zu Anführer der Werkleute sind bestimmt, die Bürger Johann Künster und Peter Joseph Kons.
Síehe Art. 3 der Gemeinde Brohl
Die zur Herbeiholung der Leitern und Haken bestimmte Mannschaft
4. Die Bürger Johann Tünkler, Matthias Elzer junior, Anton Auer junior, Peter Funk, Johann Gesell und Peter Nell.
Siehe Art. 4 der Gemeinde Brohl
Beleuchtung und Besorgung des in jedem Hause auf dem Speicher bereit gehaltenen Wassers
5. Zur Befolgung der diesen Gegenstand betreffenen Verfügung sind bestimmt, die Bürger Christian Boos und Nicl. Schmitz.
Siehe Art. 5 der Gemeinde Brohl
Hilfe von Eich und Andernach herbeirufen
6. Der Bürger Anton Müller oder Matthias Leimbach, welchem letzteren der Bürger Sebastian Krings ein Reitpferd zu besorgen hat, soll sich auf der Stelle nach Eich und Andernach begeben, um Hilfe zu rufen.
Oberaufseher bei dem ausgebrochenen Brande
7. Die Oberaufsicht ist dem Bürger Johann Wilkes und in dessen Abwesenheit dem Bürger Sebastian Krings übertragen.
Siehe Art. 7 der Gemeinde Brohl
G E M E I N D E   W E I S S E N T H U R M
1. Besitzt keine Brandspritze
Aufseher beim Herbeischaffen des Wassers
2. Die Bürger Peter Wald, Heinrich Ries, Jacob Krudwig und Caspar Doetsch.
Siehe Art. 2 der Gemeinde Brohl
Verrichtung der Werkleute und Anführer derselben
3. Zu Anführern der Werkleute sind ernannt, die Bürger Matthias Licht und Johann Krudwig der Ältere.
Siehe Art. 3 der Gemeinde Brohl
Die zur Herbeiholung der Leitern und Haken bestimmte Mannschaft
4. Die Bürger Anton Zirwas, Peter Erbar, Johann Gilgenberg und Matthias Reif.
Siehe Art. 4 der Gemeinde Brohl
Beleuchtung und Besorgung des in jedem Hause auf dem Speicher bereitzuhaltenden Wassers
5. Die Besorgung dieses Gegenstandes ist den Bürgern Henr. Korber und Matthias Kümmel aufgetragen.
Siehe Art. 5 der Gemeinde Brohl
Hilfe von Andernach herbeiführen
6. Die Bürger Johann Zimmermann oder Leonhard Kümmel sollen beim ersten Feuerlärm selbst oder durch einen Eilboten zu Pferde den Maire und Einwohner zu Andernach von dem ausgebrochenen Brande benachrichtigen.
Oberaufseher bei dem ausgebrochenen Brande
7. Die Bürger Leonhard Doetsch und Henr. Schwertführer.
Siehe Art. 7 der Gemeinde Brohl

A L L G E M E I N E   B E M E R K U N G E N

So oft die Einwohner, der zu der Mairie von Andernach gehörenden Gemeinden einer anderen, in welcher Brand entstanden ist, zu Hilfe eilen, haben die durch gegenwärtige Brandordnung angestellten Bürger, die ihnen angewiesenen Verrichtungen, so wie in ihrer eigenen Gemeinde genau zu befolgen und keiner darf den ihm angewiesenen Posten ohne Bewilligung ihrer betreffenden Aufseher und Brandhauptleute verlassen. Es sei denn, daß Abwesenheit, Krankheit oder eigene Gefahr ihn entschuldigte. Es ist zugleich jedem Einwohner auf strengste verboten, bei Nachtszeit mit offenem Licht in den Ställen, Scheunen und in die Nähe von Stroh, Flachs und anderen zündbaren Materialien zu gehen oder daselbst Tabak zu rauchen und jeder Hausvater ist für die Befolgung dieser Verfügung für seine Kinder, Knechte und Hausgenossen verantwortlich. Die durch gegenwärtige Verordnung in allen Gemeinden der Mairie angestellten Oberaufseher, Anführer der Werkleute, Quartiermeister und überhaupt jeder Bürger werden aufgefordert, auf solche Mißbräuche und unverzeihliche Unachtsamkeiten ein wachsames Auge zu halten und jeder dieser Verfügung zuwiderhandelnden auf der Stelle dem Maire oder Adjunkt anzuzeigen, damit dieselben verfolgt und zur gesetzlichen Strafe herangezogen werden können.
Übrigens ist zu erwarten, daß jeder Bürger bei einer enstehenden Feuersbrunst sich nicht lange besinnen werde seinem in Gefahr stehenden Mitbürger zu Hilfe zu eilen und den ihm angewiesenen Posten zu versehen und man hofft nicht, daß erst Furcht vor Strafe einen Bürger zu Erfüllung seiner Pflicht bewegen werde, wozu ihn schon das Gefühl des Mitleids und eine Erhaltung antreiben muß. Geschehen in Andernach am ersten Germinal im neunten Jahre des franz. Reystattes (21.3.1801). Streng wurden die Brandverhütungsvorschriften gehandhabt und mancher erhielt durch die Gendarmen einen Deckel auf die Pfeife, eine Stallaterne und dergl., gewöhnte sich daran, beim Betreten der Scheune, des Stalles vorher die Pfeife beiseite zu legen usw..
Unterm 25.7.1822 trug die Regierung den Bürgermeistern auf, für diejenigen Gemeinden, in welcher bis jetzt noch keine besondere Brandordnungen bestehen, Entwürfe dafür auszuarbeiten und zur Vollziehung einzureichen. Daraufhin stellte der Bürgermeister Kaifenheim eine Brandordnung für die Landgemeinden der Bürgermeisterei Andernach auf, reichte sie am 16. Oktober 1822 ein und wurde am 26. November genehmigt. Erst am 28.2.1842 gab die Regierung eine einheiltliche "Verordnung zur Verhütung von Feuersgefahr und Löschung des Feuers für den Regierungsbezirk Koblenz" heraus. Der erste Teil handelt von der Einsetzung einer Bau- und Feuerkommission in jeder Gemeinde, von deren Zustimmung die Neu- und Umbauten abhängig sein sollte. Sie hatte zu achten auf feuerfeste Bauten, gehörige Trennung der Wirtschafts- und Wohngebäude, Berichtigung der Straßenfluchtlinien, Anlegung der Küpchen und Herde, Einrichtung der Schornsteine, Rauchkammern, Backöfen, Dächer, Schießen in den Orten usw.. Während der zweite Teil von der Unterhaltung der Gebäude handelt, gibt der Dritte Vorschriften über feuergefährliche Handlungen: Umgang mit Feuer und Licht, Tabakrauchen, Asche und Bäckerkohlen, Lagerung von Heu, Stroh und anderen leicht entzündlichen Gegenständen auf den Speichern, das Dreschen nur bei Glaslaternen, Werkstätten, worin Hobelspäne abfallen usw.. Es folgen dann Anordnungen über die Löschgeräte (wenigstens auf 120 Feuerstellen eine große, fahrende Feuerspritze), Spritzenhäuser und deren Unterhaltung und Visitationen, über die Bildung eines Brandcorps (bestehend aus 28 Mann). Dann kommen Anweisungen über das Verfahren beim Brande, über Belohnungen und Bestrafungen.
Daraufhin ordnete der Bürgermeister Weygold mit den Stadtvätern, die Wehr neu um und ernannte bei jeder Spritze 3 Direktoren, Rohrführer, Bindemeister, für die Leitern und Brandhaken, für die Möbel zu retten, für die Bütten und Wasserträger, Fackeln usw. und teilte jeden die Mannschaft zu. Nach etlichen Jahren mußten die Mannschaften immer wieder erneuert werden und so blieb es, bis die freiwillige Feuerwehr sich bildete. Bei der Revision der Feuer- und Baukommission am 7.4.1846 fanden sich mehrere Kamine in sehr schlechtem Zustande, in denen bloßes Holzwerk war, oft mit leichtbrennbaren Gegenständen dicht umlagert, sogar Betten standen, feuergefährliche Rohrleitungen, Asche auf dem 2. und 3. Stockwerke neben und in Heu oder Stroh, in Holzgefäßen, zerbrochenen Laternen. Trotzdem die Gendarmerie in Aktion gesetzt wurde, so findet sich doch immer wieder Asche in Holzgefäßen, in Fäßchen auf dem Speicher bei brennbaren Gegenständen, Heu und Stroh dicht an den Schornsteinen.

V e r s i c h e r u n g e n

Bei einem solchen Brande aber waren die Hauseigentümer nicht allein die Geschädigten, sondern auch die Hypothekengläubiger, denn gar häufig finden wir die Häuser als Pfand gestellt. Nicht minder aber auch, wie die Geldleiher nach einem Brande höchstens mit einem "öden verbrannten, oder wüsten Platz" zufrieden sein mußten. Von einem gegenseitigen Schutze gegen das Unglück, von solidarischer Haltung, von Brandkassen wußte man nichts. Für die Unbemittelten bestand der "Brandbettel". Außer, daß sie aus dem Gemeindewalde einige "Baubäume" erhielten, waren sie auf das Sammeln von Geldgeschenken angewiesen. Jedes Jahr weisen als Stadtrechnungen Posten auf: "einem Verbrannten aus..., einem Manne, dem Haus und Hof verbrannte... gegeben als Almosen".
Mögen auch Brandkassen auch sonstwo bestanden haben, die Urkunden und Akten Andernachs melden aus früheren Jahrhunderten davon nichts. Der Bürgermeister Nachtsheim berichtet unterm 5.8.1816 auf eine Anfrage des Landrats, daß in der Bürgermeisterei keine Brandversicherungsanstalten bestehen, auch "keine einzelne Wohnungen in fremden Versicherungsanstalten aufgenommen seien. Wohl sei es gut, wenn solche bestünden, auch die frühere trierische Regierung unter Clemens Wenzelaus habe schon diesen Vorschlag gemacht, doch die Landbewohner seien durch unwissende Ratgeber irre geleitet worden und gegen diese Maßregeln. Die Städter behaupten es als nachteilig, mit den Dörfern solchen Vertrag einzugehen". Doch seien alle bereit, ihren ohne Schuld durch Feuersbrünste verunglückten Mitbürgern durch freiwillige Beiträge zu Hilfe zu kommen und hofften im umgekehrten Verhältnis auch auf dieselbe Unterstützung. Darauf forderte am 2.6.1818 die Regierung die Bewohner der linken Rheinseite auf, der "Brand-Assekuranz-Anstalt" rechter Rheinseite beizutreten, also der am 17.1.1806 gegründeten "Fürstlich-Nassau-Usingschen Brand-Assekuranz", die zu Ehrenbreitstein ihren Sitz hatte und nur Immobilien versicherte und auf Gegenseitigkeit beruhte, beizutreten. Darauf traten, wie der Bürgermeister am 6.12.1819 berichtete, einige Bürger dieser Anstalt bei. Es herrschten in der Gemeinde noch viele irrige Begriffe von dieser wohltätigen Einrichtung. DIe Regierung drängte und forderte 1822 die Bürgermeister, Ortsvorstände, Pfarrer, Lehrer und andere achtbare Einwohner auf, ihre Mitbürger unter Auseinandersetzung der durch die Versicherung der Gebäudlichkeiten enstehenden Vorteilen, aufzumuntern, ihre Gebäude versichern zu lassen. Allein die "Lusttragenden" wurden vielfach abgeschreckt durch die entstehenden umständlichen Aufnahmebedingungen und Kosten der Taxatoren, des Katasters usw., wodruch mehrere wieder austraten.
Am 24.10.1823 berichtete der Bürgermeister, daß einige Einwohner austreten wollten, weil der Beiträge im letzten Jahre so übermäßig hoch gewesen seien. Tatsächlich traten in Andernach 4 Mitglieder aus, auch etliche aus den Nachbarorten. Trotzdem befanden sich 1825 in Andernach 420 "assecuierte" Gebäude mit einer Versicherungssumme von 263.100 Taler, 2 Jahre später 457 Gebäude mit 283.470 Taler und wieder 2 Jahre später 427 Gebäude mit 245.980 Taler. Im Jahre 1830 war die Zahl der versicherten Gebäude 382 und die Versicherungssumme 205.390 Taler.
1831: 376 Gebäude = 207.830 Taler                             1832: 389 Gebäude = 209.390 Taler
1833: 399 Gebäude = 309.730 Taler                             1836: 332 Gebäude = 162.940 Taler
Dabei ist zu bemerken, daß bei diesen Aufzählungen Scheune, Stall, Schuppen usw. als ein besonderes Gebäude zu berechnen sind: 1835 bestanden in Andernach 178 eingetragene Versicherungen. Man erkennt noch die Abneigung und das Mißtrauen. Es entstand der Spottreim: "Heiliger Florian, du sakrischer Schranz, wir brauchen dich immer, wir haben Assekuranz". Durch Kabinettsordre vom 5.1.1836 wurde die Prov. Feuerversicherungsanstalt ins Leben gerufen und trat an die Stelle sämtlicher in der Rheinprovinz bisher bestandenen Feuerversicherungen, auch der Nassauischen Sozietät. Bei ihr waren 1864 aus Andernach 246 Gebäude für 443.190 Taler versichert. Sie führte auch 1863 die Möbelversicherung ein. Unterdessen hatten andere Privatgesellschaften das Feld ihrer Tätigkeit auch in Andernach ausgedehnt. So waren in Andernach versichert 1845 bei der Aachener-Münchener (gegründet 1825), Rheinpreußischen, Vaterländischen in Eberfeld (1823), Leipziger, Colonia (1839), Borussia. Zu ihnen kamen noch 1861 die Gladbacher, 1866 Essener, 1880 Rheinland Neuß. Gegenwärtig sind bei 10 verschiedenen Gesellschaften wohl alle Häuser und Möbel gegen Brandschäden versichert und zwar für Wohn- und Geschäftshäuser etwa für 8 Millionen Mark, für die Mobilien etwa 5 Millionen Mark. Im eigenen Interesse unterstützen diese Versicherungen diese Gemeinden beim Anschaffen von Brand- und Löschgegenständen, Anlegung neuer Wasserleitungen und ähnlichem. So schenkte 1854 die Aachener-Münchener der Stadt Andernach eine neue Saugspritze.

2. Kapitel: Die Gründung bis zum 50jährigen Bestehen 1938

 

D I E   F R E I W I L L I G E   F E U E R W E H R

 

 

 

Bild Urkunde

 

 

 

"Gründung"

 

Doch die "genauesten Einrichtungen" und Vorschriften erlahmen mit der Zeit und sind wertlos, wenn sie nicht gehandhabt werden. So geriet auch nach dem Kriege 1870/71 unter dem Bürgermeister Viktor Kaiffer die "Pflichtfeuerwehr" ganz in Verfall, von einem ordnungsgemäßen Brandlöschen war keine Rede mehr. Ein Jeder löschte wie er es für gut fand, ja viele sahen untätig dem Brande zu und freuten sich, daß wieder mal eine "alte Baracke", die die Stadt verschimte, verschwand. Und doch machte sich auch in Folge der Vergrößerung Andernachs,  bei einsichtigen Bürgern das Bedürfnis einer organisierten Feuerwehr immer mehr geltend. Dazu brannte es bald hier, bald dort, so daß einzelne Versicherungen die Verträge kündigten und keine Neuversicherungen aus Andernach mehr annehmen wollten. Bei dem großen Brande in der Neugasse 1887 rief man die Neuwieder Turner-Feuerwehr zur Hilfe. Dies erweckte bei den Mitgliedern des hiesigen Turn- und Fechtklubs den Wunsch, ihre Kräfte uneigennützig in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen. Allein die Stadtverwaltung wollte ihnen nur eine Feuerspritze überliefern, andere Unkosten für Uniformen usw. lehnte sie ab.
Deshalb beschlossen Karnevalsfreunde, diese mißglückten Versuche als Idee für den Fastnachtsmontagszug zu nehmen. So fuhr dann am 13. Februar des "Dreibrezzeljahres" (1888) ein Wagen durch die Stadt, der die "papierene Feuerwehr" darstellte. Alle auf demselben befindlichen Personen trugen Helme, Anzüge usw. aus Papier, Beile aus Pappdeckel, zum allgemeinen Gaudium der Zuschauer. Zwei Tage später, am Aschermittwoch, brach in der Schreinerei des Ludwig Bender in der Oberen Grabenstraße Feuer aus, wodurch die ganze Stadt wieder alarmiert wurde. Die Frage der Bildung einer freiwilligen Feuerwehr, bereits 1883 hatte der Bürgermeister Mayer zum "freiwilligen Eintritte" in die Wehr aufgefordert, wurde wieder akut. Unterdessen bemühten sich andere wackeren Männer meist aus Handwerken, die dem Baufache nahe standen und bestehen sollten. Die Herren Clemens Kroth, Fritz Nachstheim und Franz Baltzer, versuchten sich bei den bestehenden Feuerwehren in den Städten Neuwied, Vallendar usw. genau zu orientieren. So wurden denn geeignete Männer aus dem Handwerkerstande zum 18. November 1888 in das Lokal des Herrn Heinrich van der Vee zu einer Versammlung eingeladen, der 54 Personen folgten.
Herr Kroth eröffnete die Versammlung und erklärte den Zuhörern, das "notwendige, gemeinnützige Unternehmen einer brauchbaren und sachkundigen" Feuerwehr. Die Worte wurden beifällig aufgenommen und man wählte sogleich den Vorstand. Die Statuten wurden am 25. November gutgeheißen und am 7. Dezember behördlich genehmigt. In der Sitzung vom 13. Dezember gab der eingeladene Feuerwehrhauptmann Nothan aus Neuwied Ratschläge über "Handhabung der Wehr, Beschaffung der notwendigen Geräte und Ausrüstungsgegenstände" und lud den Vorstand ein, einer Besichtigung der Feuerwehrübung am 16. Dezember in Neuwied beizuwohnen, das zugesagt wurde. Die Stadt, die schon vorher 500 Mark für die "Lebensfähigkeit der Wehr" bewilligt hatte, gab auf Antrag für die Erstanschaffung der notwendigsten Ausrüstungsgegenstände noch 1.500 Mark und ein Jahr später weitere 300 Mark. Ende Dezember, Anfang Januar 1888/89 übernahm die Wehr das Städt. Löschmaterial, am 1. Sonntage im Mai erhielten die Mitglieder ihre Montierungsstücke, am 12. Mai fand die erste Übung statt und am 5. Juli desselben Jahres erhielt die Wehr die "Feuertaufe" gelegentlich eines Brandes in der Rheinstraße. "Unsere freiwillige Feuerwehr", so begann der Bericht darüber in der Zeitung, "hat gestern ihre Feuerprobe glänzend bestanden". Die freiwillige Wehr setzte sich, gemäß der der Behörde eingereichten Liste aus folgenden Mitgliedern zusammen:
Branddirektor                                                       Clemens Kroth
stv. Direktor                                                          Engelbert Hasdenteufel
Kassierer                                                              F. R. Spahn
Schriftführer                                                         Anton Jung
1. Zeugwart/Hydrantenführer                               Friedrich Nachtsheim
2. Zeugwart/Spritzenführer                                  Franz Baltzer
Hydrantenmeister                                                 Peter Rumpf
Spritzenmeister der 1. Spritze                              Konrad Heick
dessen Stellvertreter                                             Peter Heick
Spritzenmeister der 2. Spritze                              Josef Frings
dessen Stellvertreter                                             H. Syre
Spritzenführer der 3. Spritze                                 Th. Bügel
dessen Stellvertreter                                             Johann Seiwert
Führer der Steiger                                                 Josef Kirchner, Ed. Klein, Hubert Palm
Heinrich Becker, der zeitige Bürgermeister und ein Stadtverordneter (Michels) als Ehrenmitglied.

 

Bild von Uniformteilen

 

STEIGER UND RETTUNGSMANNSCHAFTEN
Steiger und Rettungsmannschaften: (2 Führer, 18 Mann) - Josef Kirchner und Ed. Klein als Führer
Als Mannschaft zählten:
Joh. Stein, Joh. Schröder, Fritz Thelen, Jacob Gerdom, Peter Umbscheiden, Fritz Auer, Johann Gerdom, Johan  Steffen, Theodor Steffens, Hubert Nied, Nic. Umbscheiden, Klemens Reisdorf, Johann Bersch, Theodor Sattler, Franz Hütten, Johann Saar, Peter Froitzheim und Joseph Eller.
HYDRANTENABTEILUNG
Hydrantenabteilung: (1 Führer, 1 Hydrantenmeister, 10 Mann)
- Fritz Nachtsheim als Führer,  Peter Rumpf als Hydrantenmeister
Als Mannschaft zählten:
Adam Blankenmeyer, Sebastian Isermann, Graf, H. Syre, Peter Heick, Johann Seiwert, Johann Pera, C. Schäfer, Peter Aden, Jakob Nachtsheim
SPRITZENABTEILUNG
Spritzenabteilung:
Franz Baltzer                                   Spritzenzugführer
Konrad Heick                                   Spritzenmeister der 1. Spritze
Josef Frings                                     Spritzenmeister der 2. Spritze
Th. Bügel                                         Spritzenmeister der 3. Spritze
Als Mannschaft zählten:
Nic. Nied, Schwab, Herbst, Matthias Fiegler, Weidenbach, Probst, Peter Elzer, Langenfeld, Just, Andreas Adler, Anton Koch, Johann Linz, Schwickert, Peter Bersch, Konrad Becker, Jakob Fickler
HORNISTEN
Hornisten:   Hermann Knaus, Johann Werges, Fritz Schäfer, Ferdinand Schmidt
ORDNUNGSMANNSCHAFTEN
Ordnungsmannschaften:
Fr. Spahn, Th. Weber, Heinrich van der Vee, Johann Matth. Schumacher, Hubert Palm, Heinrich Becker
Demnach bestand die Wehr aus:
dem Branddirektor und dessen Stellvertreter                                     2 Mann
den Steigermannschaften und deren Führer                                    20 Mann
der Hydrantenabteilung                                                                    12 Mann
der Spritzenabteilung                                                                       23 Mann
den Hornisten                                                                                     4 Mann
Ordnungsmannschaften                                                                      6 Mann
Insgesamt:                                                                                         67 Mann
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So war denn "nach zwei vergeblichen Versuchen", wie es im Protokollbuch heißt, "endlich eine organisierte Feuerwehr zustande gekommen".
VORSTAND
Vorstand:
Die Verwaltung des Feuerwehrvereins bestand anfangs aus:
I. dem Oberführer
II. dem Schriftwart
III. dem Kassenwart
IV. ersten Zeugwart bzw. Hydrantenführer
V. Hydrantenmeister
VI. zweiten Zeugwart bzw. Spritzenzugführer
VII. drei Spritzenmeistern
VIII. Steigerführern I und II
IX. zwei Beisitzer
X. dem zeitigen Bürgermeister sowie einem Stadtverordneten
Gemäß Statutenbuch von 1907 besteht der Vorstand aus:
I. dem Oberführer
II. dem Schrift- und Kassenwart
III. Materialverwalter
IV. Zeugwart
V. Wehrführer
VI. Steigerführer
VII. Spritzenführer
VIII. Hydrantenmeister
IX. Signalführer
X. Bürgermeister und einem von der Stadtverordnetenversammlung zu wählenden Stadtverordneten
Sämtliche Vorstandsmitglieder werden von den Aktiven auf 3 Jahre gewählt. Jedes Jahr scheidet davon ein Drittel aus. Dem Vorstande oblag die ganze Führung, von ihm hing das Wohl und Wehe, das Weiterbestehen oder der Zerfall des Vereins ab. Ungeahnte Schwierigkeiten traten ihm in den Weg, sowohl von Innen als von Außen. Die mangelhaften Geräte, die steten Übungen, die unbesoldete Hilfe bei den Bränden, waren nicht dazu angetan, die Schaffensfreude der Wehrleute zu erhalten und zu erhöhen. Und dies alles bekam der Vorstand zu hören. Gleich nach der Gründung wendete sich der Vorstand  an verschiedene Feuerversicherungen um Unterstützungen. Meist waren die Antworten wenig erfreulich, zuweil sogar mit Spott gewürzt. Nur die Aachener-Münchener stiftete eine neue Feuerspritze und eine andere Versicherung einige geringerre Sachen. Auch etliche Stadtverordnete waren derselben nicht hold. Und wenn die Wehr mit einer Bitte um Bewilligung von Geld für benötigte Gerätschaften kam, konnte man die Bemerkung hören: "Schon wieder die Feuerwehr!"
In der Bürgerschaft begegnete sie anfangs auch nicht immer Wohlwollen, selbst ein Herausgeber einer hiesigen Zeitung zeigte seine Abneigung. Wenn dem Vereine einmal ein Entgegenkommen gezeigt wurde, so schrieb man das mit hocherfreuten Gefühlen nieder, um es der Nachwelt zu erhalten. Von den Enttäuschungen, Mühen und Beschwerden wurde kaum etwas erwähnt. Doch die 3 eigentlichen Gründer, denen sich dann die anderen Vorstandsmitglieder anschlossen, waren nicht die Männer, welche "die Flinte leicht ins Korn warfen". Trotz schier unbezwinglichen Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten setzten sie das begonnene Werk fort zum Segen aller Andernacher.
An der Spitze stand der Direktor oder Oberführer, der Baumeister

Bild Clemens Kroth

Clemens Kroth
Clemens Kroth, dessen Vater bereits der Pflichtfeuerwehr in führender Stellung angehört hatte. Als solcher führte er die unumschränkte technische Leitung der Wehr sowie bei Übungen als auch auf der Brandstelle. Er war zugleich Mitglied des Stadtrates, "drückte manche Bitten der Wehrmitglieder in diesen Sitzungen durch" und ließ sich nicht durch den Zuruf: "Schon wieder die Feuerwehr!" beirren. Er hat sehr viel für die Wehr getan und Ehre seinem Andenken! Nur zu früh, am 28. Februar 1898 hatte der Vorstand "die traurige Tagesordnung zu erledigen über die Beteiligung an der Beerdigung unseres leider verstorbenen Oberführers Herrn Clemens Kroth". Was er geleistet und wie beliebt er sich bei den Wehrleuten gemacht hatte, drückt sich aus in den Worten des Herrn Baltzer am 13.3.1898:
"Das der Vorstand, um den Verstorbenen zu ehren, der Versammlung vorschlage, den Sohn des Herrn Clemens Kroth sen., Herrn Joseph Kroth, zum Oberführer zu wählen und die Versammlung stimmte dem Vorschlage einstimmig zu."
Was würden die größten Lobreden bedeuten gegen diese schlichten Worte und die Tat! Erst 25 Jahre alt, übernahm Joseph Kroth die schwierige Leitung.

Bild Joba Kroth

Joba Kroth
Sein weiter Blick ließ erkennen, daß eigenes Selbstbewußtsein der Wehrleute und Achtung in der Bürgerschaft die Feuerwehr auf die Höhe zu bringen vermochten. Da lesen wir denn schon gar bald von Lumpenparaden und seine Kritiken waren nicht erfreulich, jedoch nicht entmutigend, ließen sie jedoch immer das Wohlmeinende durchblicken. Durch seinen kameradschaftlichen Verkehr, wußte er die Leute an sich zu fesseln, das Verhältnis war ein herzliches und wenn er ruft, so sind alle freudig und willig auf dem Plane. Auch das Verhältnis der Wehr zur Bürgerschaft und Behörde, die das uneigennützige und wohltätige Wirken und Aufopfern anerkannten, gestaltete sich in Wohlwollen um. An Ehrungen hat es ihm nicht gefehlt.
Im Jahre 1908 wurde ihm der Titel "Oberbrandmeister" verliehen, doch bei seinen Untergebenen will er nur schlicht "Oberführer" sein. Das Gefühl der eigenen Befriedigung im Herzen in dem Bewußtsein, eine gute, der werktätigen Nächstenliebe dienenden Tat vollbracht zu haben, ist sicherlich Lohn genug für die freiwillig übernommene Pflicht. So dachte, so sprach, so handelte er auch. Alle Neuerungen auf dem Gebiete des Feuerlöschwesens wurde denn den hiesigen Verhältnissen entsprechend erprobt und wenn sie sich bewährten, eingeführt, wodurch die Wehr heute voll und ganz "Auf der Höhe steht". Während des 1. Weltkrieges (1914-1918) wurde er eingezogen und Herr Joseph Kirchner übernahm das Führeramt.

Bild Joseph Kirchner

Joseph Kirchner
29 Wehrpflichtige waren in den ersten Tagen ausgerückt. Die alten Wehrleute hatten einen schweren Stand, Inaktive wurden reaktiviert, neue Leute eingestellt, traten als Ersatzrekruten in die Wehr, kaum ausgebildet wurden die jungen Leute zum Heere einberufen. Trotzdem blieb die Wehr auf der Höhe. Kirchner und Steffen bewiesen, daß es auch ohne den Oberführer ging.
Die Nachkriegszeit brachte für Herrn Kroth Unannehmlichkeiten mit der Besatzungsbehörde und den Separatisten. So wurde eines Tages die Wehr von der Besatzung alarmiert unter dem Vorgeben, das Hotel Hackenbruch brenne. Als die Wehr anrückte, erhielt sie den Auftrag, den Tennisplatz auf dem Rheinvorgelände mit Wasser zu bespritzen, wogegen sich der Oberführer sträubte, trotz der Drohung der M. P. mit ihren Waffen. Er berief sich darauf, daß die erste Besatzungsbehörde die Unverletzlichkeit der Wehr erklärt habe. Trotzdem wurde der Oberführer verhaftet, jedoch nach langwierigen Verhandlungen und Telephongesprächen auf freien Fuß gesetzt. Späterhin boten die Offiziere sogar den Wehrleuten an, die versäumte Stunde zu vergüten, das diese jedoch ablehnten. Die Separatisten waren vom ersten Tage gegen die Feuerwehr, weil sie den Separatismus grundsätzlich ablehnte und deren Aufnahme als Mitglieder verweigerte. Besonders richtete sich der Groll gegen den Oberführer, der verschiedentlich bei Tag und Nacht verhaftet wurde. So hat Joba Kroth zustande gebracht: "Was du erbst von deinen Vätern, erwirb es,  um es zu besitzen".
"Der Schriftwart führt die Korrespodenz, das Protokoll in den Sitzungen, die Mitgliederverzeichnisse und fertigt im Auftrage des Vorstandes oder dessen Vorsitzenden die Einladungen zu den Versammlungen aus. Er unterzeichnet mit dem Oberführer alle Protokolle und Korrespodenzstücke".  Als erster war der Buchdruckereibesitzer und Zeitungsverleger Anton Jung tätig. Als er am 11.4.1891 starb, übernahm der Kassierer Fr. Spahn das Amt vorläufig, behielt aber beide Ämter zusammen bis zu seinem Tode. Ihm folgte für etliche Jahre bis 1907 Peter Kalenborn, worauf 1908 Herr Heinrich Weißenburg beide Ämter übernahm bis 1920, dem dann Herr Josef Kraemer jr. folgte. Während des Krieges, als Herr Weißenburg eingezogen war, führte Matthias Proff dieses Amt

Bild Weißenburg

Geschäftsführer Heinrich Weißenburg
"Der Kassenwart führt Buch über die Einnahmen und Ausgaben der Wehr und legt über seine Kassenführungen in der ordentlichen Jahresgeneralversammlung im Dezember Rechnung ab. Die Kassen- und Buchführung unterliegt der Revision durch 2 vom Vorstande zu wählenden Mitglieder. Der Kassenwart darf Zahlungen nur auf Anweisung des Oberführers und der Zeugwarte leisten. Im Falle der Anweisende zugleich der Empfangsberechtigte sein sollte, hat der betreffende Stellvertreter die Anweisung auszustellen." Von 1888 an war Spahn Kassenwart, der 1891 auch das Schriftführeramt mitübernahm. Beide Ämter blieben vereinigt, bis 1920 wieder getrennt wurden und Heinrich Weißenburg die Kassenführung und den Sachverwalterposten behielt, während er die Protokollführung abtrat. "Die Zeugwarte bzw. Hydranten- und Spritzenführer haben die Aufsicht über sämtliche Geräte und Ausrüstungsgegenstände und bringen die notwendigen Anschaffungen und Reparaturen beim Oberführer oder Vorstand in Antrag. Kleinere und dringende Reparaturen haben sie sofort zu veranlassen. Sie führen ein genaues Verzeichnis über die vorhandenen Geräte und Ausrüstungsgegenstände".
MITGLIEDER
MITGLIEDER. Von Anfang an galt als Grundsatz, der heute noch gilt, daß nur unbescholtene Personen, die auf moralischem, nationalem Boden stehen, Mitglieder werden konnten. Sagte doch 1894 der Oberführer: "Bei Hinzuziehung neuer Kräfte müßte besonders auf die Qualität, nicht so auf die Quantität gesehen werden." deshalb mußte jede Person, die aufgenommen zu werden wünschte, sich vorher schriftlich beim Direktor melden. Hielt er ihn für fähig, so "ballotierte" die Generalversammlung über ihn, wobei sich noch oft mehr schwarze, als weiße Würfel zeigten. Außer wenigen Ausnahmen waren die Mitglieder nur Arbeiter, fast alle Handwerker. Das Mindestalter war 18 Jahre. Die Zahl der Mitglieder betrug anfangs 67, 1897 45, 1898 48, wo die Zahl um 10 erhöht werden sollte; 1908 zählte man 61 und beim Kriegsausbruche (1914) 70, wovon 39 gleich ins Feld zogen; 1916 waren nur 24, meist ältere Personen, hier. Sieben kehrten nicht mehr aus dem Felde zurück. Sie starben fürs Vaterland. Die Ehrentafel im Gerätehaus, gestiftet vom Kameraden Heinrich Weißenburg zu seinem 25jährigen Dienstjubiläum, hält das Gedenken an sie wach.
Sie enthält die Namen:
Math. Berenhäuser                  Wilhelm Langenfeld
Johann Böhr                   Hanny Meurer
Matthias Fickler                 Heinrich Meurer
Joseph Graf                   Peter Steckel
19 von den Kriegsteilnehmern wurden mit dem Eisernen Kreuze, 2 mit dem der I. Klasse, ausgezeichnet.

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2 Bilder Feuerwache

Bild 25 Jahre

Im Jahre 1920 gehörten der Wehr 76 Mitglieder an, 1928: 82

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Bild Sportplatz

"Selten findet man eine Korporation, die in Einigkeit und schaffensfroher Arbeit so zusammenhält. Einer steht für alle, alle für einen". Daher auch die gemeinsame Freude, wenn einem Mitgliede eine Ehrung zuteil wird, aber auch das Mitleid bei Schicksalsschlägen und schlechterem Wohlergehen; da treten sie alle helfend ein, nötigenfalls mit Geldunterstützungen. Viele Feldpostkarten und Briefe der im 1. Weltkriege Kämpfenden bezeugen den Dank für gesendete Liebsgaben jeder Art. Und nun gar bei einem Sterbfalle! Da lassen es sich die Anderen nicht nehmen, den toten Kameraden zu tragen und ins Grab zu senken. Nach dem Kriege mußte die Wehr sich bezüglich der Rekrutierung umstellen. Bis dahin hatte die Armee die Rekruten der Wehr gestellt, indem nur gediente Leute mit guter Führung aufgenommen wurden und somit Gewähr besten "Materials" boten. Jetzt ging der Vorstand der Weise vor, daß er brauchbare junge Leute zu dem Eintritte in die Wehr bewog. Es gelang, genügend Mann zu finden, die eingehend durch Instruktionen und Übungen ausgebildet wurden. Somit kann sie ruhig behaupten: Einen Nachwuchs zu haben, der in keiner Hinsicht hinter den alten Wehrleuten zurückstehen. Auch im Jahre 1928 wurden wieder 4 Leute eingestellt.
Die Nachkriegszeit mit ihren politischen Stürmen hat keinen Einfluß auf die Wehr genommen, der Dienst die inneren und äußeren Verhältnisse, der alte Geist, die alte Disziplin sind bestehen geblieben und die Frage "womit beginnt und endet der Dienst des Feuerwehrmannes?" wird heute, wie vor Jahren, mit den Worten beantwortet: "Mit der Unterordnung und endet, wenn es sein muß, mit der Selbstaufopferung." Im Jahre 1926 wurde die alte Staatsauszeichnung, das Erinnerungszeichen für 25jährige treue Erfüllung der Dienstpflichten bei der Feuerwehr erneuert und am 14. Oktober selbigen Jahres konnte diese Auszeichnung in Gegenwart des Herrn Bürgermeisters Mettlich und den erschienen Herren Stadtverordneten 14 Wehrleute, nämlich Joseph Kroth, Johann Gotta, Balthasar Umbscheiden, Heinrich Weißenburg, Heinrich May, Mathias Proff, Anton Lohner, Klemens Kesselem, Anton Berenhäuser, Jacob Thiel, Anton Marx, Nic. Sauerborn, Joseph Büntgen und Franz Schäfer überreicht werden. Besonders hervorzuheben ist, daß die 5 Feuerwehrleute, Johann Gotta, Fritz Umbscheiden, Mathias Fickler, Th. Holzhauer und Heinrich Böhr als Auszeichnung für Rettung aus Gefahr, die Rettungsmedaille am Bande tragen. Ferner haben für mutiges und tatkräftiges Verhalten die Wehrleute Heinrich Nöhr, Fritz Kesselem, Hubert Bersch, Paul Beck und Johann Metzger die öffentliche Belobigung des Herrn Regierungspräsidenten erhalten. Die ersten Jahre hindurch erhielten die Feuerwehrleute gar keine Vergütung für ihre Tätigkeit beim Brandlöschen. Erst am 25.2.1894 machte "der Oberführer bekannt, daß für die Zukunft die Feuerwehr bei einem Brande die Zeitversäumnis bezahlt erhielten. Er als Oberführer, sei mit diesem Vorschlage einverstanden, dessen Berechtigung er anerkenne. Der Charakter als freiwillige Feuerwehr würde deshalb doch gewahrt, weil die Übungen freiwillig und gratis geschehen würden". Der Vorstand befaßte sich damit und bereits am 4.12.1894 werden den Wehrleuten, die beim Brande in der Pfeffergasse gegen waren, für die Zeit von 11.30 bis 2 Uhr nachts je 2 Mark und für die Wache bis 12 Uhr mittags je 3,50 Mark festgesetzt. Ausgeschlossen davon wurden diejenigen, welche den Sommer hindurch bei den Übungen fehlten. Nun lesen wir immer, wie der Vorstand die jedesmaligen Versäumnisse bei einem Brande festsetzt. Späterhin wurde für jede Stunde 1 Mark bewilligt. Heute erhalten nur die Wehrleute, welche nicht im festen Lohn stehen, bei Tagbränden den Ausfall ihrer Arbeitslöhne vergütet; muß die Wehr aber nach Feierabend oder nachts in Tätigkeit treten, so geschieht dies ohne jegliche Vergütung. Um die Mitglieder anzuspornen, bei einem Brandausbruche rasch zur Stelle zu sein, teilte man "Biermarken" aus, die seit 1894 aber wegfallen.
Glasbild
Geschenk der Stadt Andernach an den Führer der Wehr Joba Kroth zu seinem Silberjubiläum

D i e   B r a n d m e i s t e r   u n d   G e r ä t e f ü h r e r   d e r   W e h r

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Bild

Die Wohnungsnot nach dem Kriege zwang Staat und Gemeinde zur Errichtung von Massenwohnungen. Als in Andernach die Sache akut wurde, faßte die Leitung der Wehr sofort den Gedanken der Kasernierung eines Teiles der Feuerwehrleute ins Auge. Ein Antrag ging an die Stadt, den ersten Baublock neben dem Gerätehaus zu stellen, dort 25 Wehrleute unterzubringen und die freigewordenen Wohnungen den Wohnungssuchenden zur Verfügung zu stellen. Die Stadtverordneten folgten dem Antrage und damit war mit einem Male die denkbar beste Feuerlöschbereitschaft geschaffen. In der Kaserne wurden neben den Wehrleuten 5 Führer untergebracht. Die Stadtverwaltung kommt der Wehr weiterlaufend entgegen, in dem sie ihr die aus irgend einem Grunde in der Nähe des Gerätehauses freiwerdenden Wohnungen anbietet. Alle diese Wohnungen wurden mit Alarmierungseinrichtungen verbunden, wodurch es möglich ist, innerhalb weniger Minuten mit einem Angriffszuge abzurücken.
Als im Jahre 1927 Herr Oberbranddirektor Sturm von Köln die Großbrandstelle bei Wagner & Sohn besichtigte und sich überaus lobend über die Löschtätigkeit ausgesprochen hatte, wünschte er auch die Löscheinrichtungen zu sehen, über die er, wie auch über die ganze Organisation staunte. Zum Schlusse bat er um einen Probealarm und siehe: Innerhalb zwei Minuten stand die Wehr abmarschbereit. Große Schwierigkeiten bei einem Brande bereiteten den Wehrleuten die müßigen Zuschauer. Trotz Absperrung der Straßen wußten sie sich durch Hintertüren, Gäßchen usw. durchzuschmuggeln, weshalb Mitglieder den Antrag stellten, hiesiges Militär zur Absperrung hinzuzuziehen. Dies wurde abgelehnt. Aber selbst eine Bekanntmachung und Strafandrohung seitens der Stadtbehörde vermochte den Vorwitz Einzelner nicht zu zügeln. Jetzt ist es erreicht. Die Frage, ob man als Kleidung leinerne Kittel und Mützen oder Tuchrock und Helme tragen sollte, wurde am 16. Dezember 1888 aus Nützlichkeits- und Sparsamkeitsrücksichten für Letztere entschieden, weil diese widerstandsfähiger und haltbarer sei. Sie ist soweit dieselbe geblieben und entspricht den behördlichen Anordnungen. Verzog ein Mitglied, so mußte er die Kleidung zurückgeben. Wie sehr der Oberführer auf Ordnung und Reinlichkeit derselben hielt, beweist u. a. die "Lumpenparade" am 14. März 1899. Am 27. April 1913 richtete der Oberführer die Bitte an die Bürger Andernachs, schwarze Hosen für seine unbemittelten Wehrleute zu stiften und der Erfolg war ein großartiger - ein Zeichen, wie sehr die Feuerwehr in der Achtung der Andernacher gestiegen war. Anfangs zahlten die Mitglieder keine Beiträge. Die Kosten sollten, gemäß Statutenbuches aus Gemeindemitteln, aus dem Beitrage der inaktiven Mitglieder und aus Zuwendungen von Versicherungsgesellschaften und Privaten gedeckt werden. Wie es mit den Zuwendungen bestellt war, haben wir schon erfahren. Späterhin zahlte jedes Mitglied einen kleinen Jahresbeitrag von 2 Mark, der auf 5 Mark erhöht wurde und meist für Nebenkosten verwendet wird. Als das 25jährige Stiftungsfest gefeiert werden sollte, legten die Mitglieder vorher extra zusammen. Von Vergnügungen war nämlich in den ersten Jahren nicht die Rede, erst 1901 berichtet das Protokoll zum ersten Male von einem Familienfeste mit Kinderbelustigung. Ganz besonders sei hier erwähnt, daß in den letzten Dezennien Austritte aus der Wehr nur in ganz seltenen Fällen erfolgten, daß vielmehr die Väter ihre Söhne veranlassen, der Wehr beizutreten. So kommt es, daß in ihr Mitglieder sind, deren Großväter schon Feuerwehrmänner waren.
Außer den aktiven zählte die Feuerwehr auch inaktive Mitglieder, deren Zahl im Jahre 1908 189, 1913 172, 1920 129 und 1928 500 Personen. Sie zahlten einen Betrag in beliebiger Höhe. Ihnen sei hiermit Dank gesagt. Die Lehrerin Fräulein Fleud genoß die Ehre, als Ehrenmitglied zu gelten, weil sie sich durch ihre Gedichte besonders um den Verein verdient gemacht hatte. Die Wehr gab ihr das Geleit zum Friedhofe am 29. Juni 1927.
ÜBUNGEN
ÜBUNGEN. Sollte die Wehr ihren Zweck erfüllen um im Notfalle angriffsfähig zu sein, so hieß es zuerst "üben" und wieder "üben". Diese Übungsstunden wurden vom Vorstande angesetzt und fanden anfangs jeden Sonntagmorgen, aber später jeden Monat statt. Die Neueintretenden hatten natürlich mehr Übungsstunden. Den Führern blieb es allerdings überlassen, je nach Bedürfnis Einzelübungen, die der Oberführer zu genehmigen hatte, anzusetzen. Das unentschuldigte Fehlen bei einer solchen wurde geahndet mit Geldstrafen bis zu 30 Pfg. Fehlte ein Steiger dreimal bei den Übungsstunden, so wurde er zur Spritzenabteilung überwiesen. 1891 wurde ein Mitglied ausgeschlossen, der den Übungen meist fern blieb, ein anderer wurde ermahnt. Es wurden auch Übungen Sonntagsnachmittags abgehalten, doch seit 1893 hielt man auf Wunsch keine mehr am Nachmittage, dafür aber traten 1909/1910 Abend- und Schulübungen an Geräten auf. Sobald ein neuer Apparat bei der Wehr eingetroffen war, so begannen auch die Handhabungen daran bis zum vollständigen Können. So z. B. bei dem 1906 angeschafften Rettungstuche, 1910 Rauchapparat. Es wurden besondere Instruktionsstunden angesetzt, die Dienstvorschriften von 1888 durch das vom Oberführer Joba Kroth verfaßte Instruktionsbuch 1908 erneuert, verbessert, vervollkommnet. Ganz sonderbar mutet uns der Beschluß vom 4. August 1893 an:
"Das zeitweise gewünschte Abwaschen der Häuserfassaden kann nur an Übungsstunden der Feuerwehr stattfinden. Ausnahmefälle müssen durch den Vorstand genehmigt werden und können nur unter einer von dem Vorstande zu bestimmenden Aufsicht stattfinden. Die Kosten im letzteren Falle trägt der Antragsteller". Vor allem galt der Oberführer die tüchtige Ausbildung der Führer; ihnen wurden besondere Instruktionen und Anweisungen erteilt, Vorträge gehalten. Man suchte sie durch Teilnahme an auswärtigen Kursen, Feuerwehrverbandstagen, Besuchen von Ausstellungen usw. weiter zu bilden, wobei stets das Bestreben war, sie zur Selbständigkeit heranzubilden. Schon längst ist dies bei jedem Löschzuge erreicht, jeder Führer vermag selbst einen Brand anzugreifen. Bei all diesen Übungen herrschte scharfe Disziplin, es waren die Kritiken zwar nicht erfreulich, jedoch nicht entmutigend. Der kameradschaftliche Verkehr der Vorgesetzten mit den Untergebenen brachte, "Einigkeit und schaffensfrohe Arbeit" bei allen Wehrleuten. So kam es, daß der Landrat bei einer seiner Besichtigungen am 23. Dezember 1910 sprechen konnte: "Es bewahrheitet sich, was im ganzen Kreise gesprochen wird: Die Andernacher Wehr sei die Tüchtigste". Jetzt ist in der Wehr der Einheitswehrmann durchgeführt, so daß die Mannschaften an allen Geräten ausgebildet sind, mit Ausnahme der Kraftwagenführer. Neben den Berufsfahrern, hat sie noch 10 weitere Wehrleute als Kraftwagenführer ausbilden und prüfen lassen. Um aber üben zu können, bedurfte es eines geeigneten Platzes und eines Steigerturmes. Die Stadt pachtete 1889 deshalb ein Hospitalgrundstück neben der Gasfabrik, 1900 überwies sie zu diesem Zwecke der Wehr den städt. "Bungert" am Bollwerke. Seit der Erbauung der Spritzenhalle, befindet er sich nebenan. Revisionen fanden durch den Landrat statt, dann durch Kreisbranddirektor Kaifer aus Mayen. Nach jeder Besichtigung konnte der Wehr das schönste Lob gespendet werden, das auch stets geschah. Am 17. September 1924 wurde Joba Kroth zum Kreisbrandmeister ernannt, dessen Bestreben dahin geht, in allen Orten Feuerwehren zu errichten und die Mitglieder zu tüchtigen Wehrleuten heranzubilden. Als besonderes, der Erwähnung wertes Ereignis ist der Kreisverbandstag im Jahre 1926 zu nennen. Neben der Tagung fand eine Vorstellung der Wehr vor dem Kreisvorstande unter dem Leiter der Berufswehr Koblenz als Schiedsrichter statt. Die Übungen zeigten vor viel hundert Zuschauern, den Spitzen der Behörden, sowie den Kreiswehren einzelne und geschlossene Übungen, Instruktion und einen Brandangriff. Die Kritik des Schiedsrichters endete mit den Worten: "Die Andernacher Bürger können beruhigt sein. Die Wehr von Andernach ist die beste ihrer Art, welche ich bisher bei meinen vielen Besichtigungen im Rheinlande gesehen habe".

Bild Feuerwehrleute im Hof der Feuerwache

(Umbscheiden, Reisdorf, Schumacher, Marx, Proff)

1.  D i e   S t ä d t.   F r e i w i l l i g e   F e u e r w e h r

d e r   S t a d t   A n d e r n a c h   i m   J a h r e   1 9 2 8

Bild vor dem Steigerturm

An der Spitze Joba Kroth

2.  A k t i v e   M i t g l i e d e r   d e r   W e h r

lfd.Nr. 

Zeit des Eintritts

 Zu- und Vorname

Wohnung

Stellung in der Wehr 

 Bemerkungen
 1. 1898

Kroth, Josef, Architekt

HochstraßeOberführerEisernes Kreuz II. Klasse, Verdienstkreuz für Kriegsh. 25jährige Dienstauszeichnung, Großes Ehrenkreuz vom Roten Kreuz
 1 a. 1888Kirchner, JosefKramgassestellvertr. Oberführer25jährige u. 40jährige Dienstauszeichnung
 2. 1888

Steffen, Johann Zimmermeister

Gerätehaus1.Zugführer25jährige Dienstauszeichnung, Feuerwehr-Staats-Ehrenz.
 3. 1891Born, Jakob sen. AnstreichermeisterFriedrichstr.Tamb.-Major25jährige Dienstauszeichnung, 10jährige Dienstauszeichnung vom Roten Kreuz, Feuerwehr-Staats-Ehrenzeichen
 4. 1892Gotta, Johann WerkmeisterFischgasseFührerEisernes Kreuz II. Klasse, Rettungsmedaille am Bande, 25jährige Dienstauszeichnung, Feuerwehr-Staats-Ehrenzeichen
 5. 1892Umbscheiden,Balth.Feuerwehr-DepotFührer25jährige Dienstauszeichnung
 6. 1893Weißenburg, Heinrich Glasermeister KramgasseSachverwalter25jährige Dienstauszeichnung, Preuß.Erinn.-Zeichen f. Verd. im Feuerlöschwesen, Feuerwehr-Staats-Ehrenzeichen
 7. 1896Lohner, Anton SteinmetzAndernachWehrmann25jährige Dienstauszeichnung
 8. 1896May, Heinrich ZimmermeisterScheidsgasseFührer25jährige Dienstauszeichnung 
 9. 1897Proff, Mathias ZimmermeisterSchaarstr.Führer25jährige Dienstauszeichnung, Verdienstkreuz f. Kriegsh., Feuerwehr-Staats-Ehrenzeichen
 10. 1898Thiel, Nikolaus SchlossermeisterFriedrichstr.Führer 
 11. 1898Berenhäuser, Anton MaurerFeuerwehr-DepotSteiger25jährige Dienstauszeichnung, Feuerwehr-Staats-Ehrenzeichen
 12. 1898Kesselem, Klemens SchreinerFeuerwehr-DepotFührer25jährige Dienstauszeichnung, Feuerwehr-Staats-Ehrenzeichen
 13. 1899Thiel, Jakob sen. MaschinistFeuerwehr-DepotWehrmann25jährige Dienstauszeichnung, Feuerwehr-Staats-Ehrenzeichen
 14. 1899Marx, Anton, MälzerAndernachMusiker25jährige Dienstauszeichnung, Feuerwehr-Staats-Ehrenzeichen
 15. 1900Sauerborn, Nikolaus StuckateurAndernachTambour Eisernes Kreuz II. Klasse, 25jährige Dienstauszeichnung, Feuerwehr-Staats-Ehrenzeichen
 16. 1901Schäfer, FranzAndernachMusikerEisernes Kreuz II. Klasse, 25jährige Dienstauszeichnung, Feuerwehr-Staats-Ehrenzeichen
 17. 1901Bündgen, Josef SchreinerRheinstraßeSanitäterRote Kreuz-Medaille III. Klasse, 25jährige Dienstauszeichnung, Dienstausz. v. Raten Kreuz, Feuerwehr-Staats-Ehrenzeichen
 18. 1903Schäfer, Peter, KüferAndernachMusiker 
 19. 1906Schmitz, Viktor MaschinenschreinerRheinalleeKapellmeister 
 20. 1906Wilbert, Peter FabrikarbeiterAndernachMusiker 
 21. 1906Zeus, Klemens KüferFeuerwehr-DepotMusiker 
 22. 1906Weber, Arnold Fabrikant MoltkestraßeFührerMilitär-Ehrenzeichen
 23. 1908Langenfeld, Adam MaschinistAndernachSteiger 
 24. 1908Kroth, Klemens Sattler und PolstermeisterHochstraßeWehrmannEisernes Kreuz II. Klasse
 25. 1909

Kaiser, Franz   Küfer

DrususstraßeSteigerVerdienstkreuz f. Kriegshilfe
 26. 1910Hierziefen, Philipp SchumachermeisterFeuerwehr-DepotMusiker 
 27. 1910Steffen, Johann jun. KraftfahrerAndernachKraftfahrerEisernes Kreuz II. Klasse
 28. 1910Kraemer, Josef jun. DachdeckermeisterSchafbachstr.ZugführerEisernes Kreuz II. Klasse
 29. 1910Öllig, Johann VorarbeiterFeuerwehr-DepotFührerEisernes Kreuz II. Klasse, Verwundeten-Abz. (schwarz)
 30. 1912Kramer, Josef SchreinermeisterFeuerwehr-DepotSanitäter9jährige Militärdienst-ausz., Eisernes Kreuz II. Klasse
 31. 1912Kluth, Fritz KraftfahrerAndernachKraftfahrerEisernes Kreuz II. Klasse
 32. 1912

Auer, Fritz Arbeiter

AndernachHornist 
 33. 1913Ferges, Fritz I ArbeiterAndernachMusiker 
 34. 1912Ferges, Fritz II SchlossermeisterAndernachFührerVerwundeten-Abzeichen (silber)
 35. 1913Bersch, Heinrich SchreinerAndernachWehrmann 
 36. 1913Späth, Mathias ArbeiterAndernachWehrmannVerwundeten-Abzeichen (schwarz)
 37. 1914Rollmann, Balth. VorarbeiterAndernachWehrmannEisernes Kreuz II. Klasse
 38. 1914Busch, Heinrich ArbeiterAndernachWehrmannEisernes Kreuz II. Klasse
 39. 1914Fickler, Wilhelm HeizerAndernachSteiger 
 40. 1914Fickler, Jakob MaurerAndernachSteigerEisernes Kreuz II. Klasse
 41. 1914Schuster, Berram KassiererBahnhofstr.Musiker 
 42. 1914Fickler, Mathias ArbeiterAndernachWehrmannEisernes Kreuz II. Klasse, Verwundeten-Abz. (schwarz)
 43. 1916Klein, Fritz WerkmeisterFeuerwehr-DepotFührer Eisernes Kreuz II. Klasse, Verwundeten-Abz. (schwarz)
 44. 1916Bersch, Hubert ArbeiterFeuerwehr- DepotSteigerEisernes Kreuz I u.II. Klasse, Baltenkreuz I. Klasse, Öffentl. Anerkennung des Reg. Präsidenten 28.4.27
 45. 1918Born, Jakob jun. AnstreicherAndernachSteiger 
 46. 1918Haubrichs, Franz KraftfahrerAndernachKraftfahrer 
 47. 1918Kramer, Bernhard MälzerAndernachWehrmannEisernes Kreuz II. Klasse, Verwundeten-Abz. (schwarz)
 48. 1918Steckel, Josef SchlosserAndernachKraftfahrerEisernes Kreuz II. Klasse
 49. 1921Schmitz, Johann HolzarbeiterAndernachMusiker 
 50. 1921Schmitz, Ernst AnstreicherNamedyMusiker 
 51. 1921

Borelbach,Bernhard Schreiner

AndernachWehrmann 
 52. 1921Kesselem, Fritz SchreinerAndernachSteigerÖffentliche Anerkennung des Reg. Präsidenten 28.4.27
 53. 1921Petry, Heinrich ArbeiterAndernachMusiker 
 54. 1921Fickler, Josef ArbeiterAndernachWehrmann 
 55. 1921Stolzenberger, N. ArbeiterAndernachHornist 
 56. 1921Thiel, Jakob jun. ArbeiterAndernachSteiger 
 57. 1921Umbscheiden, Peter jun., HeizerAndernachWehrmann 
 58. 1921Beringer, Fritz SchlosserAndernachWehrmann 
 59. 1922Stollenwerk, Ulrich MetallformerAndernachSanitäter 
 60. 1922Berenhäuser, Fritz ArbeiterAndernachWehrmann 
 61. 1922Hönig, Peter ElektrikerAndernachWehrmann 
 62. 1923Jüngerich, Peter ArbeiterAndernachMusiker 
 63. 1923Vogel, Heinrich ArbeiterAndernachWehrmann 
 64. 1924Krebs, Josef FuhrmannAndernachWehrmann 
 65. 1924Schmitz, Anton AnstreicherAndernachMusiker 
 66. 1924Böhr, Heinrich SchornsteinfegerAndernachSteiger 
 67. 1924Beck, Paul DachdeckerAndernachSteiger 
 68. 1924Metzger, Hubert ZimmererAndernachSteiger 
 69. 1924Proff, Ferdinand InstallateurAndernachWehrmann 
 70. 1924Boers, Josef MalermeisterAndernachWehrmann 
 71. 1924

Zeus, Lorenz       Küfer

AndernachMusiker 
 72. 1924Metzger, Jakob ZimmermannAndernachWehrmann 
 73. 1925Ostermann, Anton ElektrikerAndernachWehrmann 
 74. 1925Korde, Franz PflastererAndernachMusiker 
 75. 1925Lichtl, Josef, ArbeiterAndernachWehrmann 
 76. 1925Adams, Jakob WehrmannAndernachWehrmann 
 77. 1926Simons, Kurt GerichtsreferendarAndernachWehrmann 
 78. 1926Schmitz, Viktor jun. ArbeiterAndernachMusiker 
 79. 1926Sauerborn, Nikolaus jun. ArbeiterAndernachMusiker 
 80. 1928Zerwas, Conrad SchlosserAndernachWehrmann 
 81. 1928Bungart, Josef SchlosserAndernachWehrmann 
 82. 1928Stolzenberger, Fritz ArbeiterAndernachWehrmann 
Die Namen Kirchner, Kroth, Umbscheiden, Weißenburg, Kesselem, Sauerborn, Kraemer und Ferges finden wir bereits in den Pflichtwehren des vorigen Jahrhunderts.

G E R Ä T E

Von Anfang an war eine Hauptsorge die Beschaffung ordentlicher Geräte. Bei der Übernahme war vieles unbrauchbar und überflüssig, dies wurde verkauft und das Geld für Neuanschaffungen verwendet. Anderes war veraltet und durch Neueres längst überholt. Doch mußte die Wehr sich anfangs noch damit begnügen, daß die Auslagen für die Stadt, die ja alle Unkosten tragen mußte, auf einmal zu schwer waren.  Doch zielbewußt schritten der Oberführer und Vorstand weiter bei den Neuanschaffungen. Die Aachener-Münchener-Feuerversicherung schenkte der jungen Wehr eine neue Spritze, die heute noch ein wertvolles Objekt bildet. Der Bürgermeister Dr. Kerckhoff war der Wehr wohlwollend gesinnt und als 1896 die Anschaffung eines Rettungstuches in Frage kam, erklärte der Oberführer, dies sei leicht: "weil die Stadtverwaltung in liebevollster Weise der Feuerwehr entgegen käme". Die mechanische Leiter kam 1901, ein Schlauchwagen 1908, ein neuer Gerätewagen 1913, die 1914 angeregte Motorspritze, 1919, wozu dann rasch die große Motorspritze kam. Letztere war ständig mit 500 Liter Wasser gefüllt, mit denen man sofort das Feuer angreifen konnte. Bereits am 15. September 1921 konnte der Oberbranddirektor Sturm von der Kölner Berufswehr sagen: "Eine der mustergültigsten freiwilligen Feuerwehren der Rheinprovinz ist die der Stadt Andernach". Aufmerksamkeit schenkte man der Wasserleitung. 1921 machte man das Wasserbassin auf dem Krahnenberge nutzbar für die Brandbekämpfung. Und bei der Übung im trockenen Sommer 1921: "Das Alumnat (in der Mühlenstraße) brennt!" stellte sich heraus, daß die Wehr imstande ist, selbst ohne Leitungswasser mit Rheinwasser in der Oberstadt einen Brand wirkungsvoll zu bekämpfen. Hat doch die Wehr stets einen Bestand von nicht unter 1.000 Meter Schlauch.
Das Reinigen der Geräte oblag anfangs Stadtarbeitern. Seit 1899 geschah dies, um mehr Sorgfalt für deren Instandhaltung zu bewirken, durch einzelne Wehrleute, die davon kleine Vergütungen erhielten. Im Frühjahr 1908 trat der Gasdirektor Eyles der Wehr bei und übernahm als Verwalter der Feuerlöschgeräte die Aufsicht. Er hat sich sehr um die Wehr verdient gemacht und die Mitglieder gedenken heute noch seiner mit Dankbarkeit. Im Jahre 1925 wurde unter den Wehrleuten Monatsdienst für die Reinigung und Instandsetzung der Geräte eingerichtet. Am Ende jeden Monats haben sie einen genauen Bericht darüber dem Oberführer einzureichen. Bei eintretender, strenger Kälte sorgt ein Gasofen, daß die Geräte stets angriffsbereit sind. Besondere Sorgfalt widmete man auch den Hydranten und deren Instandhaltung, die durch Straßenbauten, Fuhrpark usw. häufig in Unordnung gerieten. Verordnungen des Bürgermeisters suchten Abhilfe zu schaffen. Bereits 1908 ersetzte man in breiteren Straßen die Unterflur- durch Oberflurhydranten. Die steten Besichtigungen und Revisionen erfolgten regelmäßig und wo sich auch nur der geringste Mangel zeigte, da wurde er sofort beseitigt. 1922 fertigte man einen "Hydrantenplan" für die Stadt an. Einige Fabriken in der Stadt besaßen eigene Löschgeräte, die anderen Schlauchweiten und Schlauchkoppelungen und somit für die freiwillige Wehr Schwierigkeiten hervorriefen. Sie sind jetzt behoben durch Einschalten von Zwischenstücken. Das Spritzengerätehaus ist schon erwähnt worden.
Im Jahre 1909 teilte man die Wehr in 3 Löschzüge ein:
1. Zug:
Automobilspritze mit 2.000 Minutenliter. Angriffswagen für Handzug,  jedes Gerät ist mit allen Hilfswerkzeugen, Rettungsgeräten, Gasmasken usw. ausgerüstet.
2. Zug:
Motorspritze 500 Minutenliter, Angriffswagen für Handzug, Schlauchwagen, sonst wie beim 1. Zug.
3. Zug:
Gerätewagen, 2 Handspritzen, mechanische Leiter, Schlauchwagen, sonst wie beim 1. Zug.
Die Wehr hat ferner ein Sauerstoffgerät sowie 2 Frischluftatmungsgeräte, Handfeuerlöscher usw., ferner vollständige Sanitätsgeräte. In Auftrag gegeben ist ein Schaumlöschgenerator mit Nebengerät, Vorrichtungen für Löschungen von Elektrobränden usw.. In diesen Jahren wurde unsere Wehr auch mit neuartigen Geräten ausgestattet. Bis dahin noch nicht motorisiert, hatte man von den abrückenden Amerikanern ein Militärauto "organisiert". Joba Kroth setzte bei der Stadtverwaltung durch, daß der Feuerwehr ein Wasserbehälter von der alten Zahnradbahn am Krahnenberg übereignet wurde. Durch Einbau dieses Behälters bauten die Wehrleute das Auto zu einem einsatzbereiten Feuerlöschwagen um. Die Wehr hatte das erste motorisierte Fahrzeug, das neben den wichtigsten Geräten und der Mannschaft noch 800 Liter Wasser für den ersten Einsatz an der Brandstelle mitführte. Somit hatte die Wehr an Schlagkraft gewaltig zugenommen.

F e u e r s i g n a l e

In den Brandordnungen ist bereits gesagt, wie früher die Bürger zur Brandstätte gerufen wurden. Die freiwillige Feuerwehr führte statt dessen Signalhörner ein. 4 Wehrleute, deren Wohnungen durch die Anbringung des Schildes: "Feuermeldestelle" kenntlich gemacht waren, eilten durch die Stadt und riefen die Feuerwehr zusammen. Der Hornist Fritz Schäfer machte 1894 "darauf aufmerksam, daß die Signale für die Hornisten zu schwer zum Blasen seien und bittet, diese abändern zu dürfen". Es stellte sich heraus, daß diese Signale nicht geeignet waren und man beschaffte 6 lange Hörner, die auch Ungeübte blasen konnten und nahm den alten Brauch des Glockenläutens noch dazu. Im Jahre 1908 trat die Dampfsirene in Tätigkeit, die am 27. Februar 1910 der elektrischen Alarmierung wich. Die neue Alarmierungseinrichtung existiert seit dem 15. November 1911. Gegenwärtig befinden sich im Stadtbezirke 12 Feuermelder. Traurig war es, wenn böse Buben sich dazu hergaben, die Wehr fälschlich zu alarmieren, gegen welche auch die Polizei scharf vorging. Immer wieder war es Joba Kroth, der durch sein weitsichtiges Planen und seine umfassende Kenntnisse neue Anregungen gab. Im Vordergrund seiner vielen Verdienste steht wohl zweifellos die Errichtung der Feuerwehrwohnungen in unmittelbarer Nähe des Gerätehauses. Hierdurch ist es der Wehr möglich, in kürzester Zeit nach dem Alarm auszurücken. Ein Druck auf einen Knopf ruft die kasernierten Wehrmänner zum "stillen Alarm" (Hausalarm) zusammen. Als Prüfungszeichen ertönt die Sirene jeden Samstag um 12 Uhr. Der Sinn der stillen Alarmierung ist dieser, daß nur bei Großbränden eine Stadtalarmierung erfolgt. Anfang der 20er Jahre wohnten bereits 25 Feuerwehrmänner in diesen eigens mit Alarmeinrichtungen gebauten Wohnblocks. Diese wohl in unserem Gebiet einmalige Einrichtung hat auch mit dazu beigetragen, daß gerade in der Andernacher Wehr die Familientradition so stark ausgeprägt ist. Die meisten Wehrmänner wohnen heute schon in der dritten Generation in diesen Wohnungen. Immer wieder überträgt sich die Zugehörigkeit zur Feuerwehr vom Vater auf den Sohn. Der Feueralarm flößt heute nur den wenigsten Andernacher Bürger Schrecken ein, weiß doch ein Jeder, daß in wenigen Minuten die beste Hilfe zur Stelle ist, die das Feuer schon bekämpfen wird.

Bild Wohnblock

Bild Alte Wache

B r ä n d e

So ausgebildet, war die Wehr auch stets imstande, die Feuersbrunst mit Erfolg zu bekämpfen. Kaum hatte sie die ersten Übungsstunden hinter sich, mußte sie die erworbenen Kenntnisse schon in die Praxis umsetzen bei einem Brande am 5. Juli 1889 in der Rheinstraße.
Von nun an bot sich jedes Jahr reichlich Gelegenheit, Erfahrungen zusammeln bei den verschiedenen Bränden. So bekämpfte die Wehr in den Jahren 1895 drei, 1896 zwei, 1897 drei, 1898 drei, 1899 zwei, 1900 zwei, 1901 drei, 1902 vier, 1903 drei, 1904 zwei, 1905 einen, 1906 drei, 1907 einen, 1908 sechs, 1909 fünf, 1910 vier, 1911 vier, 1912 sieben, 1913 sechs, 1914 acht, 1915 sechs, 1916 sechs, 1917 fünf, 1918 zehn, 1919 fünf, 1920 sieben, 1921 vier, 1922 zwei, 1923 vier, 1924 vier, 1925 fünf, 1926 vier, 1927 drei größere Brände.
Bei einem Nachtbrande zu Beginn der 20er Jahre im Hause der Wwe. Körfer in der Wilhelmstraße geschah folgendes: Das Treppenhaus und der offene Speicher standen bereits in hellen Flammen, als die Feuerwehr anrückte. Die Besatzungsmacht hatte in der Dachkammer dieses Hauses eine alte Frau untergebracht. Ein Rückweg über die Treppe war für die alte Frau nicht mehr möglich. Zwei Feuerwehrleute, Matthias Fickler und Theodor Holzhauer, stürmten die brennende Treppe hinauf und retteten im letzten Augenblick die verzweifelte Frau. Hierfür erhielten sie später die Rettungsmedaille. Inzwischen traf an der Brandstelle ein berittener Offizier der Besatzungsmacht ein und es entstand ein heftiger Wortwechsel zwischen ihm und dem Einsatzleiter Josef Kraemer sen. dem späteren Wehrführer und Vater des Wehrführers Josef Kraemer. Der wutentbrannte Besatzungsoffizier versetzte J. Kraemer eine Peitschenhieb ist Gesicht. Kaum war dies geschehen, sprang ein beherzter Feuerwehrmann hinzu und stieß dem Pferd ein Messer ins Hinterteil, worauf Pferd und Reiter in rasendem Galopp davonstürmten. Die Männer setzten nach diesem Zwischenfall ihre Arbeit fort. Man befürchtete eine Verhaftung des Verantwortlichen, die zum Glück jedoch ausblieb.
Der größte Brand seit über hundert Jahren, war der Brand der Sperrholzfabrik von Wilhelm Wagner &  Sohn, am 16. März 1927, in der bereits am 18. Juni 1916 Feuer ausgebrochen war und wobei das Haus im "Nebelsgraben" (Hindeburgwall) gänzlich niederbrannte. Das ganze Werk mit seinem feuergefährlichen Material war ein einziges Flammenmeer. Trotz der Nähe des Rheins und dem Einsatz aller verfügbaren Kräfte, darunter auch die Koblenzer Berufsfeuerwehr, mußte man sich auf den Schutz des Maschinenhauses und der Büroräume beschränken. Das Werk brannte vollkommen nieder.

B r a n d   d e s   A n d e r n a c h e r   S p e r r h o l z w e r k e s   ( 1 9 2 7 )

Bild

A u s w ä r t i g e   H i l f e

Gerne ist die Wehr bereit, bei großen Bränden auf den Nachbarorten helfend einzugreifen. Beim Brande des Waldschlößchens unterhalb Andernachs, in dem Gemeindebezirk Namedy, am 21. Dezember 1901 trat die hiesige freiwillige Feuerwehr in Tätigkeit, erhielt aber dafür keine Rückerstattung der Unkosten, weil niemand den Auftrag dazu gegeben haben wollte. Deshalb beschlossen die Mitglieder, nicht mehr nach Namedy bei einem Brande zu eilen. Im Jahre 1908 am 25. März wurde durch Verfügung des Regierungspräsidenten der Ort Namedy dem Löschbezirke Andernach zugeteilt, weshalb die hiesige Wehr bereits am 21. Juni bei strömenden Regen eine Übungsfahrt nach dort machte. Der Beschluß, nur auf ausdrückliches Verlangen nach auswärts zur Brandstätte zu eilen, besteht heute noch. So hastete z. B. die Wehr am 17. Juni 1912 zur Stein- und Tonindustrie nach Weiler bei Burgbrohl, dann zur Gottschalksmühle bei Plaidt. Am 5. Juni 1925 zum Kloster Saffig. Die Zeitungsberichte über diese Brände heben das Eingreifen der Andernacher auf die Einschränkungen des Feuers gar wohl lobend hervor. Bei dem mächtig großen Brande der Sperrholzfabrik Wagner & Sohn hier, der selbst in überseeischen Ländern den Zeitungslesern bekannt gegeben wurde, versuchte auch die Koblenzer Feuerwehr dem rasenden Element Einhalt zu bieten. Mit ihr hatte die Andernacher Wehr in früheren Jahren an verschiedenen Stellen, wie dem der Stadt Koblenz gehörenden Gute "Zur Nette", Brüderhaus Saffig usw. stets in bester Kameradschaft zusammen gearbeitet. Bei dem hiesigen Brande erlitt ein Mitglied der Koblenzer Wehr einen schweren Unfall. Die Wehr Andernach erbat bei dem Regierungspräsidenten eine Auszeichnung für den Kameraden, die auch demselben zuteil wurde.

U n f a l l v e r s i c h e r u n g

Im Jahre 1882 traten verschiedene freiwillige Feuerwehren behufs Gründung einer "Feuerwehr-Unterstützungskasse" in Gemeinschaft mit der Aachen-Münchener-Feuerversicherung zu einem Verbande zusammen, um "solchen unbemittelten Mitgliedern, welche bei Ausübung des Feuerlöschdienstes oder bei den angeordneten Übungen hierzu körperlich beschädigt und dadurch zeitig oder dauernd arbeitsunfähig werden oder ums Leben kommen, resp. den Erben solcher Mitglieder eine Unterstützung zu gewähren". Dieser Kasse, wozu Beiträge nicht zu entrichten waren, trat die hiesige Wehr am 14. Februar 1889 bei. Auch die Rhein. Prov. Feuerversicherungsanstalt rief eine Unfallkasse ins Leben und überwies  "dem Verbande der Rheinischen Wehren 30.000 Mark und zahlte für jeden Feuerwehrmann pro Jahr einen Beitrag von der Hälfte des zu leistenden jährlichen Beitrages", der sich auf 60 Pfennig belaufe und der in der Regel von den Städten zu tragen sei. Die Unterstützung für einen Wehrmann solle betragen bei zeitweiser Erwerbsunfähigkeit:
1. für einen Verheirateten                                                       1,50 - 3,00 Mark pro Tag
2. einem Unverheirateten                                                        1,00 - 2,00 Mark pro Tag
3. bei dauernder Erwerbsunfähigkeit                                              60,00 Mark pro Tag
4. bei erfolgtem Tode für die Witwe                                    15,00 - 25,00 Mark
und für jedes hinterlassene Kind 4,50 - 9,00 Mark pro Tag oder im ganzen einen mit der Witwe zu vereinbarten Betrag als einmalige Entschädigung.
Die Vorstandsmitglieder Fritz Nachtsheim und Fritz Spahn wurden am 24. Juni 1902 beauftragt, den Beitritt der hiesigen Wehr auf dem Verbandstage zu Neuwied zu erklären. Begründet wurde dieser Beitritt dadurch: "Der Vorstand der hiesigen Feuerwehr ist verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, daß die Wehrleute im Falle eines Unglücks die Unterstützung der Verbandskasse erhielten". Man stellte an die Stadt den Antrag, daß sie die Zahlungen der Beiträge für die Unfallkasse übernehme. Als Mitglied der Rhein. Wehr waren pro Jahr und Mann je 15 Pfennig zu zahlen. Bei dem Brande des Hoitz`schem Hauses am 10. August 1893 wurden 2 Wehrmänner durch Herabfallen eines Schornsteines verletzt. Beide erhielten von der Aachen-Münchener-Versicherung Unterstützungen. Auch berichtete man die Unfallkasse der Rhein. Wehr. Im Jahre 1908 trat die gesamte Wehr der "Allgemeinen Deutschen Unfallversicherung" bei. Es war dies "eine reine Privatsache der Wehr zu Gunsten der Einzelnen im Falle eines Unfalls". Die Entschädigung beträgt bei:
1. Erwerbsunfähigkeit je Tag                                             4,00 Mark
2. bei ständiger Erwerbsunfähigkeit                                6.000 Mark
3. beim Tode                                                                   4.000 Mark
1911 waren bei der Prov. Unfallversicherung 61 aktive Mitglieder angemeldet. Unfälle mit längerer oder dauernder Beschädigung beim Löschdienste erlitten:
Wilhelm Wagner, Johann Bersch, Joba Kroth, Hubert Bersch, Johann Öllig, Jacob Fickler, Weber und Johann Boers;
den Tod als Folge des Löschdienstes: Wilhelm Hütten.
Da infolge der Geldentwertung die Versicherungssummen keine Deckung mehr boten, wurden die Übungen verdoppelt, Instruktionsstunden unter Anlehnung der Lehrpläne einer Berufswehr abgehalten, um somit für die Wehrleute mehr Vorsicht und Sicherheit bei der Feuerbekämpfung zu erzielen, aber auch erhöhte Alarmbereitschaft herbeizuführen. Die Mitglieder der Wehr und deren Frauen traten im Jahre 1928 der Sterbekasse des Kreisverbandes bei.

S o n s t i g e   B e t ä t i g u n g   d e r   W e h r l e u t e

Die Wehrleute betätigen sich aber auch sonst noch zum allgemeinen Wohl ihrer Mitbürger. Als vor etlichen Jahren das Hochwasser die Bewohner der Unterstadt von allem Verkehr abschloß, da waren sie es, die den Leuten Nahrung, Heizung, Post usw. durch die Fenster zureichten, die Kinder zur und aus der Schule brachten usw.. Sie waren die unermüdlichen Beschützer und Verkehrsvermittler zwischen diesen Bewohnern und "der Welt" bei Tag und Nacht. Daß sich dabei hier und da eine heitere Episode abspielte, dafür sorgte der Charakter der wackeren Männer. Jetzt besitzt die Wehr vollständige Geräte für eine Wasserwehr und zwar einen großen Stromnachen für 20 Personen, 3 Straßennachen für je 8 Personen, 6 Stegflöße mit Luftkästen und Nebengeräten, einen leichten Führernachen. Letzterer ist aus Holz, alle anderen sind aus Eisen angefertigt. Sie liegen bereit, um im Notfalle sofort benutzt werden zu können.

Bild Hochwasser - Rheinstraße 1926

Beim Martinsfackelzug marschieren die Feuerwehrleute neben den jubelden Kindern, um sie vor einem Unglücke zu bewahren. Sie sorgen für Ordnung bei größeren Umzügen wie bei der Fronleichnamsprozession, Einholen des Bischofs, Einweihung des genagelten Stadtwappens und dergl., leisten Wachtdienste wie z. B.  1912 bei der Landw. Ausstellung, 1925 bei der Jahrtausendausstellung, bei Theater und Kinovorführungen, bei Sportveranstaltungen usw.. Ferner nehmen sie teil an den Freudenfesten der Andernacher Vereine, seien es Fahnenweihen, Gesang- oder Stiftungsfeste und dergl.. Um bei all diesen und anderen gefährlichen Arbeiten der Wehrleute und bei sonstigen Unglücksfällen rasche Hilfe leisten zu können, haben sich die Sanitäter der Feuerwehr in etwa angegliedert und bereits durch manche gemeinsame Übung sich gegenseitig unterstützen gelernt. Alles zum Wohle der vom Unglücke betroffenen Mitmenschen.

M u s i k k a p e l l e

Bild

obere Reihe von links nach rechts:
A. Marx, Ph. Hierziefen, P. Jüngrich, Fickler, F. Haubrich, Adams, Vogel, F. Korte,
H. Petry, Büntgen
untere Reihe von links nach rechts:
C. Zeus, J. Schmitz, J. Steffens, V. Schmitz sen., F. Schäfer, P. Schäfer, L. Zeus,
V. Schmitz jr., H. Koch.
Die Signalbläser übten auf ihren Instrumenten einen Marsch ein, den sie auf der Rückkehr von den Übungen bliesen. "Hätten wir doch etwas Knüppelmusik dabei", hieß es dann. Herr Kroth stiftete Trommeln und Pfeifen und nun ging der Heimmarsch schon bedeutend besser. Bald darauf kamen auch Flöten hinzu. Während des 1. Weltkrieges trafen sich in den Vogesen bei dem Oberführer zwei Feuerwehrleute, darunter der Tambour Wilbert. Man ließ die Feuerwehrtrommeln und Pfeifen ins Feld besorgen und sie dienten nun dem Kriege. Nach Beendigung desselben sorgte Wilbert auch für deren Heimbringung. In der Generalversammlung am 25. März 1908 "wurde das Anerbieten der Schmitz-Borchert`schen Musikkapelle angenommen, wonach dieselbe Musikkapelle der Feuerwehr beitreten will. Der Vorsitzende wurde beauftragt, wegen Beschaffung von Uniformen mit den Leuten zu verhandeln". Bereits am 3. Mai schritten die Spielleute voraus zur Übung am Burgtore. Der Kapellmeister Viktor Schmitz hat es verstanden, die Truppe "auf die Höhe zu bringen" und ihr einen wohlklingenden Namen zu verschaffen über Andernachs Grenzen hinaus. Und wenn am Sonntagmorgen die Musikkapelle von der Übung heimkehrt, so horcht und freut sich Groß und Klein. Auf Befehl des Stadtkommandanten der amerikanischen Besatzung rückte die Feuerwehr an einem Sonntagmorgen zur Übung an die Rheinwerft aus, wo große Mengen Futtermittel lagerten. Nach erfolgter Übung rückte die Wehr wieder zum ersten Male 1919 mit Musik über die Koblenzer Straße zurück. Jedoch tags darauf, in aller Frühe, sollte der Oberführer für den anscheinenden Parademarsch verhaftet werden. Da er jedoch nicht zu Hause war, nahm man kurzer Hand den "Feldwebel" Weißenburg mit und sperrte ihn nach Verhör in die Gefangenenzelle des Amtsgerichtes ein. Auch hatte der "Feldwebel" als Geschäftsführer der Wehr manches bei den Besatzungsbehörden auszufechten und wiederholt war ihm die Gefangenenzelle geöffnet, doch immer erkannte die Besatzung, daß die Feuerwehr ein notwendiges Übel war und man ließ sie zuletzt in Ruhe.

Bild Meister Hein

Hatte die Wehr doch auch, als in der Mehringschule Feuer ausgebrochen war, wobei die Munition der Soldaten explodierte, unter großen Lebensgefahren geholfen, das Feuer zu löschen. Während der Separatistenzeit traten die Separatisten immer wieder und wieder, selbst unter drohender Ausweisung, an die Feuerwehrkapelle heran, um Musik bei ihren Veranstaltungen zu machen, das abgelehnt wurde. Als die sogenannte "Rheinarmee" ihr Hauptquartier in Andernach hatte, verlangte der Kapitän derselben die Stellung der Musik zur Leichenparade der im Kampfe gefallenen Söldner. Dasselbe wurde ebenfalls abgelehnt. Als man daraufhin zur Verhaftung der Musiker schreiten wollte, rissen dieselben nach Köln aus, wo das Rote Kreuz eine Sammelstelle der Flüchtlinge errichtet hatte. Darauf wurde der Oberführer verhaftet und ihm bedeutet, bis zur Aburteilung wegen Gehorsamsverweigerung solange in Haft zu bleiben, bis die Kapelle von Köln zurück sei. Es sei ihm aber anheim gegeben, wieder auf freien Fuß gesetzt zu werden, wenn er den Musikern Befehl gäbe, wieder aus Köln zurück zu kehren, das Kroth aber ablehnte. Doch der "Kompaniemutter" Weißenburg gelang es durch Bestechnung, dem Oberführer Butterbrote und Zigarren zu schmuggeln und auf Umwegen zur Freiheit zu verhelfen. Herr Kroth flüchtete ebenfalls nach Köln, wo er und die Wehrleute blieben, bis die "grüne Armee" die Stadt verlassen hatte.
Die Kapelle stellte sich auch in den Dienst der Wohltätigkeit sowohl bei kirchlichen als weltlichen Feiern.

D i e   W e h r   i m   J a h r e   1 9 3 2

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Dem Oberführer wurden zahlreiche Ehrungen zuteil:
Er wurde Kreisbrandmeister, Fachlehrer an der Provinzialfeuerwehrschule, an der er maßgeblich beteiligt war und auch führendes Vorstandsmitglied im damaligen Provinzialfeuerwehrverband. Am 20. Januar 1935 schied er aus Altersgründen aus der aktiven Wehr aus und wurde in einer schlichten Feierstunde zum Ehrenbranddirektor der Stadt Andernach ernannt.

D a s   J a h r   1 9 3 5

Mit Josef Kraemer trat ein Mann an seine Stelle, der mit großem Fachwissen und vielen Fähigkeiten ausgerüstet war. Obwohl er kein Mitglied der NSDAP war, wurde er von dem damaligen Bürgermeister Spaniol auf diesen Posten berufen.

Bild Josef Kraemer sen.

Ihm war jedoch nur eine kurze Dienstzeit vergönnt. Im Zuge der Zeit hatte man ihm anheimgestellt, wegen seiner politischen Einstellung von seinem Amt zurückzutreten. Brandmeister Josef Steckel wurde kurze Zeit später mit der Führung der Wehr beauftragt, bis man am 11. August 1935 Stadtbaumeister Schulte zum Wehrführer ernannte.

3. Kapitel: 50 jähriges Bestehen 1938

1 9 3 8 - "5 0   J a h r e   F e u e r w e h r   i n   A n d e r n a c h"

 

 S c h w u r !

Nimm Deutschland mit, im Ernst und Spiel,

Dann wird dir jeder Tag zum Ziel.

Sei Deutschland treu. Gib ihm die Hand.

Welt ist Gefahr, Sirene, Brand.

Sei stets gerüstet und bereit,

Treu halte immer deinen Eid:

"D i r   D e u t s c h l a n d,
D i r   i n   E w i g k e i t"

 

I n   A c h t u n g   d e r   V e r g a n g e n h e i t,

i n  T r e u e  d e r   G e g e n w a r t

u n d    im    G l a u b e n

a n   d i e   Z u k u n f t

 

"Der Dienst in der Feuerlöschpolizei ist Einsatz für die Gemeinschaft im besten Sinne des Wortes. Die Rettung gefährdeter Mitmenschen, der Schutz wertvollen Volksgutes vor Vernichtung und die ständige Bereitschaft, in Not und Gefahr einzugreifen, erfordert glaubens- und willensgehärtete, echt deutsche Menschen. So ist die aktive Zugehörigkeit zur Feuerlöschpolizei die Erfüllung einer bedeutungsvollen vaterländischen Aufgabe. Von tiefem Gedanken ausgehend, hat die nationalsozialistische Staatsführung dem Feuerlöschwesen eine neue bessere Rangordnung und Wertschätzung gegeben. Auch in der gesetzmäßigen Verankerung wurde die freiwillige Feuerwehr -  einst oft zu Unrecht verlacht und von der Überheblichkeit einer liberalistisch-marzifistischen Denkungsweise dem Spotte preisgegeben - als Feuerlöschpolizei in jene lebenswichtigen nationalen Glieder eingereiht, denen der Kampf um die Sicherheit und das Wohl des Volkes höchstes und ehrenvolles Gebot ist. Die Feuerlöschpolizei der Stadt Andenach hat in tiefem Streben eine doppelte Mission: Die baulichen Kulturgüter einer geschichtlich reichen und ruhmvollen Vergangenheit vor Zerstörung durch das entfesselte Element zu schützen, dann aber auch die vielverzweigten, mit den Errungenschaften modernster Technik ausgebauten Arbeitsstätten, die Wohn- und Erwerbsstätten vieler Tausender Volksgenossen im Stadtgebiet und weitem Umkreis erhalten zu helfen. Der Schutz der ideellen Werte verbindet sich also insbesonders eindringlicher Weise mit dem unentwegten Einstehen für die materielle Sicherstellung der Volksgemeinschaft. Mit Treue, Pflichtgefühl, Opfermut, mit der Schlagkraft einer vorzüglichen Ausbildung, Organisation und technische Ausrüstung, mit nie versagender Disziplin, hat die Andernacher Feuerlöschpolizei in schöner harmonischer Kameradschaft zwischen Führung und Gefolgsmännern diesen hohen und edlen Zielen gedient. Ein halbes Jahrhundert Feuerbekämpfung bedeutet eine Unsumme von guten Taten, eine Fülle von Wollen und mutigen Eingreifen! Möge die Andernacher Feuerlöschpolizei in dieser Richtung weitermarschieren - dann steht sie in eiserner, vorbildlicher Geschlossenheit zu Führer und Volk!"
Andernach, im September 1938.
                                                                                                                                                                                                                                    ( gez. Spaniol)
Bürgermeister der Stadt Andernach
Stärkster Einsatz für die Gemeinschaft in Not und Gefahr, Konzentration des Wollens und Strebens für dieses schöne und edle Ziel, Ausbau und Gestrafftheit der organisatorischen und technischen Mittel, unbeirrbare Disziplin, festbegründete Schulung und vor allem Liebe und Treue zur Gemeinschaft, das sind Haupteigenschaften, die für das erfolgreiche Wirken eines zeitgemäßen Feuerschutzes unbedingte Voraussetzungen sind. Wenn nun das Feuerlöschwesen in Andernach auf ein 50jähriges Bestehen, soweit die gegliederte Form in Frage kommt, zurückblicken kann, so dürfte dieses erfreuliche Ereignis für die Volksgenossen und Volksgenossinnen unserer ehrwürdigen, an Kulturgütern, aber auch an Schaffens- und Wohnstätten der Neuzeit so reichen Stadt ein Anlaß der Bekundung des Dankes und der Anerkennung für so viel Hilfsbereitschaft im Dienste des Volkes sein. Von diesem Gedanken ausgehend, ist ein Überblick über die jüngste Entwicklung der Feuerlöschpolizei in Andernach, eine Würdigung ihrer Tätigkeit und ihre Fortschritte wohl am Platze.
Mit dem Gesetz über das Feuerlöschwesen vom 15. Dezember 1933 hat der Führer auch dieser wichtigen gemeinschaftlichen Einrichtung ein weitgespanntes Aufgabengebiet zugewiesen und ihr einen ehrenvollen Platz im nationalsozialistischen Staat eingeräumt. Im Dritten Reich kommt der Feuerwehr erhöhte Bedeutung zu. Sie ist kein Verein von der früheren Begrenztheit mehr, denn in ihrem Wirken wurde sie mit polizeilichen Befugnissen versehen und es versteht sich von selbst, daß diese neue Stellung mehr denn je von der Wehr höchstes Verantwortungsgefühl und gesteigerte Schlagkraft verlangt.
Im Jahre 1937 wurde die Feuerwehr durch ein politisches Dekret zur "Feuerlöschpolizei" umbenannt. In der Generalversammlung vom 24. April 1937 gab der Wehrführer bekannt, daß im Einvernehmen durch den Politischen Verwalter Bürgermeister Spaniol eine Neuorganisation der Andernacher Feuerlöschpolizei vorgenommen worden ist.
Von unverbrüchlicher Kameradschaft und Liebe zu Volk und Heimat beseelt, ging die Andernacher Feuerlöschpolizei ihren gradliniegen Weg. Unter stärkster Förderung des Chefs der Feuerlöschpolzei, Bürgermeister Spaniol und unter zielklarer Führung des Hauptbrandmeisters Stadtbaumeister Pg Schulte, ist es gelungen, im organisatorischen Aufbau, in der Durchführung von Verbesserungen technischer Art einen bedeutungsvollen Schritt vorwärts zu tun. Ehrbewußtsein, Disziplin und Gefolgschaftstreue, diese ewig gültigen soldatischen Tugenden, haben eine ganz wesentliche Vertiefung und Ausbreitung erfahren.

D i e   n e u e   F ü h r u n g

Ein Rückblick auf die letzten 3 Jahre der Entwicklung des Feuerschutzes zeigt überaus bemerkenswerte und für die Geschichte der Wehr entscheidende Kennzeichen. Bürgermeister Spaniol hatte gleich beim Antritt seines Wirkens in Andernach die Notwendigkeit erkannt, auch dem Feuerlöschwesen eine erprobte nationalsozialistische Führung zu geben. So wurde am 11. August 1935 die Feuerwehr der Stadt Andernach dem neuen Wehrführer Stadtbaumeister Pg Schulte feierlich übergeben.

Bild Pg Schulte

Kennzeichnend für die Tragweite dieses Ereignisses ist der Brief des Stadtoberhauptes, den der damalige Polizeimeister Sevenich im Auftrag des Bürgermeisters zur Verlesung brachte:
"Führer und Männer der städtischen freiwilligen Feuerwehr! Der in der Geschichte der freiwilligen Feuerwehr durch außergewöhnliche Tüchtigkeit hervorgetretene Wehrführer Josef Kraemer hat die Wehr wieder in meine Hand zurückgegeben. Ihnen noch einmal jedes einzelne Verdienst des bisherigen Wehrführers bekannt zu geben, halte ich für überflüssig. Ich bin überzeugt, daß ihn jeder Mann mit Liebe und Treue gefolgt ist, aus innerer Verpflichtung zu den hohen Zielen, denen eine Feuerwehr verschworen sein muß. Ihnen wie mir ist es schwer, die Führungsstelle verwaist zu wissen. Nicht jeder kann Führer sein. Nach eingehendster Prüfung und Abwägung der örtlichen Verhältnisse habe ich mich im Einvernehmen mit der Polizeiaufsichtsbehörde dafür entschlossen, den Stadtbaumeister Schulte zum Wehrführer der freiwilligen Feuerwehr Andernach zu bestimmen. Stadtbaumeister Schulte ist ein Mann meines besonderen Vertrauens. Er ist nicht nur ein Könner in seinem Fach, sondern er ist auch ein Mann, der geschworener Gefolgschaftsmann unseres großen Führers ist. Sein ganzes Denken und Tun wird in einer vorbildlichen Selbstverleugnung bei ihm einzig und allein durch die nationalsozialistischen Weltanschauung bestimmt. Somit wird der freiwilligen Feuerwehr Andernach als Nachfolger des bisherigen hochverdienten Wehrführers der Mann gegeben, der der gesamten Bevölkerung der Stadt die Gewähr einer zielsicheren Wehrführung gibt. So schmerzlich es auch ist, sich von einem bisherigen geliebten örtlichen Führer trennen zu müssen, so selbstverständlich ist es in der heutigen Zeit, daß jeder von Ihnen sich ohne Zweifel bedingungslos hinter den neuen Wehrführer stellt, ebenso wie von ihm, habe ich von einem jeden von Ihnen die felsenfeste Überzeugung, daß Sie im Ehrenrock des Wehrmannes nur eines kennen, entgegen allen Widerwärtigkeiten sich selbstverneigend, opferbereit unserem Volke und damit unserer Stadt zur Verfügung zu stellen. Der Träger einer Fahne kann fallen, die Fahne aber nie. So erwarte ich, daß Sie ab heute noch treuer und zielsicherer dem neuen Wehrführer, mit ihm aber auch mir, treue Gefolgschaft leisten, denn wir alle wollen nichts anderes, als die kompromißlose Willensführung unserers Führers. Ihm gehört unsere Treue!"
Unserem Führer, unserem Deutschland! Sieg Heil!
(gez. Spaniol)
Chef der städt. Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Andernach
Preußischer Staatsrat und Bürgermeister
Der neue Wehrführer hatte darauf in markanten Sätzen Bekenntnis und Gelöbnis abgelegt, indem er für das Vertrauen dankte und dann wörtlich folgendes ausführte:
"Ich werde versuchen, nach besten Kräften, das in mich gesetzte Vertrauen jederzeit zu rechtfertigen, d. h., die Feuerwehr im nationalsozialistischen Geiste zu führen. Von Ihnen, meine Wehrmänner, erwarte ich in erster Linie Vertrauen, unbedingte Gefolgschaftstreue, Kameradschaft und Disziplin. Ich verspreche Ihnen, Führer in diesem Geiste zu sein, um damit der guten Sache und der Bevölkerung Andernachs zu dienen."
Zur gerechten Beurteilung des damaligen Führerwechsels dient auch die Bekanntgabe des bei dieser Gelegenheit vom langjährigen Geschäftsführer der Wehr, Glasermeister Heinrich Weißenburg, verlesene Schreibens:
"Kameraden der Feuerwehr! Dringende Gründe zwangen mich, mein Amt als Wehrführer niederzulegen, um der Sache zu dienen. Auf diesem Wege danke ich allen Kameraden, für den unter meiner Führung an den Tag gelegten Pflichteifer und die treue Kameradschaft. Es war immer mein Bestreben, einzelne noch bestehende Gegensätze durch gerechtes Behandeln aller aus dem Wege zu schaffen. Laßt alles Trennende beiseite und mein Wunsch ist es, daß Ihr dem neuen Führer, Stadtbaumeister Schulte, dient in treuer Pflichterfüllung, Kameradschaft und eiserner Disziplin, zum Wohle der Wehr und unserer Vaterstadt."
                                                                                                                        Heil Hilter!
                                                                                                                   Josef Kraemer
Damit war der kurze aber eindrucksvolle Akt der Einführung des neuen Wehrführers beendet. Die Wehr marschierte geschlossen zurück zum Gerätehaus und, zum erstenmal unter den Kommandos des neuen Wehrführers, erfolgte die feierliche Flaggenübernahme. Zur Vervollständigung der Chronik sei noch erwähnt, daß Josef Kraemer die Führung der Wehr am 20. Januar 1935 übernommen hatte. In Anerkennung der Verdienste hatte Bürgermeister Spaniol dem scheidenden Wehrführers Josef Kraemer in einem Schreiben gedankt und ihn von seinem Amt entbunden. Seine Verdienste um die städtische freiwillige Feuerwehr seien so groß, daß sein Name mit ihr unauslöschlich verbunden sein wird. "Mein inniger Wunsch ist, daß sie ihr soldatisches Pflichtgefühl und ihr soldatischer Kameradschaftsgeist auch nach Ihrem Ausscheiden aus den Reihen der Wehr zum Nutzen der Allgemeinheit weiterpflegen möge". 

Bild Fahrzeuge und Mannschaft vor der alten Wache

Im weiteren Verlaufe der jüngsten Entwicklung setzte dann eine vorbildliche Tätigkeit im Ausbau und in der Ausgestaltung der Wehr ein. Dank des Entgegenkommens der Stadtverwaltung, die die Mittel bereitstellte, konnten wesentliche Verbesserungen in der Einkleidung und Ausrüstung erzielt werden. Dazu wurden Gerätschaften und Apparate vervollständigt. Am 29. Januar 1938 wurde die Neuwahl des "Führerrates" vorgenommen, der sich nun wie folgt zusammensetzte:
Hauptbrandmeister             Schulte
Oberbrandmeister               Ferges
Brandmeister                      Wetzlar
Brandmeister                      Steckel
Löschmeister                      Ferdinand Proff
Löschmeister                      Fritz Klein
Löschmeister                      Hubert Metzger
Oberfeuerwehrmann          Mathias Späth
Wehrmann                          Wilhelm Fickler
Wehrmann                          Jakob Born
Zum Schrift- und Kassenwart wurde der langjährige "Feldwebel" der Wehr, Heinrich Weißenburg bestellt, der in Pflichttreue, Opfersinn und Kameradschaft, aber auch in seinem unverwüstlichem Humor ein ehrenvolles Stück Geschichte der Andernacher Feuerwehr verkörperte. In der ordentlichen Mitgliederversammlung vom 25. April 1937 konnte auch einer Anzahl Wehrangehöriger das SA-Sportabzeichen ausgehändigt, eine Reihe Beförderungen ausgesprochen und an verdiente Wehrleute das Feuerlöschverdienstkreuz des Provinzial-Feuerwehrführers überreicht werden.

U m b a u   d e s   G e r ä t e h a u s e s

Als besonders ehrenvolles Kapitel ist der Ausbau des Hauses der Feuerlöschpolizei zu bezeichnen, der einen erfreulichen Beweis aktiven Opfersinns erbracht hat. Der Ausbau ist ein Ergebnis der Gemeinschaftsarbeit und der kameradschaftlichen Gesinnung, die in der Feuerlöschpolizei feste Wurzeln gefunden hat. Eine Anzahl von Männern hat monatelang die freien Stunden zur freiwilligen Mitarbeit geopfert, so daß die Feuerlöschpolizei auch bei dieser Gelegenheit gezeigt hat, daß ihr Wirken von Tatkraft und uneigennützigem Einsatz für Volk und Heimat erfüllt ist.

Bild Umbau Gerätehaus

Dazu haben Andernacher Baufirmen in entgegenkommender Weise einen großen Teil des Baumaterials kostenlos geliefert, damit die Ausführung des Baues ermöglicht werden konnte. Das Haus erfüllt in seiner nunmehrigen Ausstattung alle Voraussetzungen, die an eine so zeitgemäße Stätte des Katastrophenschutzes gestellt werden. Im Erdgeschoß befinden sich Büro, Werkraum und der ausgedehnte Geräteraum, der nicht nur sämtlichen Feuerwehrwagen und Gerätschaften, sondern auch die erforderlichen anderen Gegenstände birgt. Drei große Tore dienen der schnellen und bequemen Ein- und Ausfahrt der Wagen. Außerdem sind 4 Garagen eingebaut, die für die Unterbringung der städtischen Wagen, Kranken-, Polizei- und Dienstautos, bestimmt sind.

Bild Fahrzeug vor Garage

Den wesentlichen Raum des Obergeschosses nimmt der schön ausgestattete Gemeinschaftssaal ein, in dem die Feuerlöschpolizei ihre Schulungsarbeit leistet. Kammer, Toilettenanlage und eine Wohnung für den Wagenführer vervollständigen den zweckmäßigen Bau, der eine Reihe von Vorzügen gegenüber dem früheren Gerätehauses aufzuweisen hat. Früher war es recht schwierig, die Gerätschaften, vor allem die große Leiter, schnell aus dem Gerätehaus zu schaffen. Jetzt befindet sich vor dem neuen Haus ein etwa 10 Meter tiefer Platz, der es ermöglicht, die Geräte schnell aus dem Hause zu bringen. Die Übergabe des Hauses der Feuerlöschpolizei am 30. Oktober 1937 bedeutete für das Gemeinschaftsleben der Stadt einen denkwürdigen Tag. In schlichter, würdiger Weise wurde dieser Akt vollzogen, bei dem auch Kreisfeuerwehrführer Schilling aus Mayen, Hauptbrandmeister Weiler ebenfalls aus Mayen, Leiter der Provinzial-Feuerwehr-Fachschule und Berufsfeuerwehr Koblenz, Brandoberingenieur Buß, Bezirksfeuerwehrführer Hosch, Ortsgruppenleiter Datz sowie Beigeordnete, leitende Beamte und Ratsherren der Stadt, die Führer der Polizei, des Luftschutzes und der Sanitätskolonne anwesend waren. In einer erhebenden Ansprache hatte Bürgermeister Pg Spaniol darauf hingewiesen, daß nun ein Bau vollendet sei, der von nun an der Wehr und damit der ganzen Stadtgemeinschaft gehöre. Aus vieler Sorge und sparsamem Vorbedacht sei dieses Werk entstanden. Jeder einzelne der Feuerwehrleute habe mitgeholfen.

Bild aktive Wehr 1938

Das könne auch nicht anders sein, denn wir, die wir uns aus der Gemeinschaft kommen, kennen nur ein Ziel; dieser Gemeinschaft zu dienen. Seit nahezu 50 Jahren sei dieser Geist des uneigennützigen Einsatzes aus schlichtem Herzen geweckt und von Männern freiwillig und uneigennützig mit hartem Willen durchgeführt worden. Den Veteranen der Feuerwehr dankte bei dieser Gelegenheit das Stadtoberhaupt und führte aus, daß die Arbeit,  die sie mit viel Liebe und Hingabefreudigkeit begonnen haben, nun weitergeführt worden sei. Das empfangene Erbe sei stolzer und schöner geworden.

Bild Ansicht Moltke-/Goebenstraße

Hauptbrandmeister Schulte dankte bei dieser Gelegenheit auch dem Bürgermeister, der Verwaltung, den Ratsherren, den Mitgliedern und richtete auch herzliche Dankesworte an die Kameraden für die freiwillige Arbeitsleistung. Der Wehrführer gab dem Stadtoberhaupt das Versprechen, das nun übernommene Haus als Stätte der Schulung im Kampfe gegen das Element des Feuers zu verwalten. Hier werde aber auch der Geist der Einigkeit, der Treue und der Kameradschaft eine dauernde Heimat finden.

Bild Vorplatz

D i e   M o t o r i s i e r u n g   d e r   F e u e r l ö s c h p o l i z e i

Die technische Ausrüstung und Durchbildung der Feuerlöschpolizei konnte im Jahre 1938 zu einem gewissen Abschluß geführt werden, der in der Geschichte des heimischen Feuerlöschwesens als bedeutungsvolle Wende anzusprechen ist. Der neue Mannschafts- und Gerätewagen wurde am 6. Mai 1938 am Rhein im Beisein des Bürgermeisters, der Beigeordneten und Ratsherren und vieler Zuschauer, mit großem Interesse vorgeführt. Mit dieser wichtigen Neuanschaffung ist nun die Motorisierung der Andernacher Feuerlöschpolizei vollständig. Aus diesem Anlasse wurde in der Presse zum Ausdruck gebracht, daß diese Tatsache nicht nur für die Bevölkerung, sondern auch für die heimischen Betriebe eine große Beruhigung sei, denn die Sicherheit des Lebens und des Arbeitsplatzes, sowie die Erhaltung von Volksgut sind in einem fortschrittlichen Gemeinwesen wichtige Voraussetzungen.

Bild Neuanschaffung

Die Anschaffung des neuen Mannschafts- und Gerätewagens war bereits im Jahre 1937 den Ratsherren der Stadt Andernach durch die Vorlage des Bürgermeisters empfohlen worden. Sie hatten diesen Plan freudig begrüßt und seine Verwirklichung für notwendig erachtet. Der Wagen hat eine Tragfähigkeit von 3 Tonnen und weist eine 60 PS-Dauerleistung auf. Der Führer und Mannschaftsraum bietet Platzgelegenheit für etwa 10 Mann. Der Kastenaufbau des Wagens enthält u. a. auch einen Raum zur Unterbringung von feuerwehrtechischen Geräten. Der Innenraum birgt ein Fach zur Aufnahme einer tragbaren Kraftspritze. Rechts und links befinden sich tragbare Schlauchhaspeln, an der Rückwand ist eine fahrbare Schlauchhaspel angebracht. Das neuartige Luftschaumlöschverfahren in dem neuen Mannschafts- und Gerätewagen gibt die Möglichkeit, von der Pumpe aus das gefährliche Element zu bekämpfen. Außerdem ist ein Schaumlöschtornistergerät angebracht. Die Pumpe ist als Vorbau vor dem Kühler auf dem Fahrgestell aufgebaut und imstande, 1.300 Liter in der Minute bei 80 m Förderhöhe in den Brandherd zu schleudern.  Es besteht die Möglichkeit, zu gleicher Zeit mit 8 Schlauchleitungen zu löschen. So stellt also der neue Mannschafts- und Gerätewagen einen großzügingen technischen Fortschritt in der Ausrüstung der Feuerlöschpolizei dar. Die Finanzierung erfolgte aus bereitstehenden Fonds, jedoch haben auch die Provinzial-Feuerversicherungs- und einige Privatfeuerversicherungsanstalten namhafte Zuschüsse geleistet, in den nächsten Monaten wird auch die neue Feuermeldeanlage eintreffen, deren Anschaffung durch den Bürgermeister nach Anhörung der Ratsherren ebenfalls beschlossen wurde. Mit dieser Anlage ist ebenfalls einem wichtigen Bedürfnis der Stadt Andernach Rechnung getragen und eine wirksame und sichere Wirkung des Alarms erzielt.

D i e   F e u e r w e h r j u g e n d

Die Heranbildung eines tüchtigen und brauchbaren Nachwuchses ließ sich die Führung besonders angelegen sein. In diesem Streben vollzog sich innerhalb der Andernacher Jugendfeuerwehr, deren schneidiges und soldatisches Auftreten vielfach lobend erwähnt war, am 2. November 1936 ein bedeutsamer Schritt. In einem feierlichen Akt wurde die 31 Jungmannen zählende Jugendfeuerwehr in die Hitlerjugend überführt. Im Beisein der Feuerwehrführer und des Gefolgschaftsführers der HJ würdigte der Wehrführer die Verdienste, die sich die früheren Wehrführer, Architekt Joba Kroth und Dachdeckermeister Josef Kraemer zur Förderung des Feuerwehrnachwuchses erworben haben. Mit der Überführung der Feuerwehrjugend in die Hitlerjugend beginne ein neuer Abschnitt in der Schulung unserer werdenden Jugend. Sie habe sich seit ihrer Gründung viele Kenntnisse angeeignet, besonders in der fachlichen Ausbildung im Feuerlöschwesen und in der soldatischen Erziehung. Es handle sich aber nicht allein darum, tüchtige Feuerwehrleute auszubilden, in erster Linie sollten aus diesen jungen Menschen pflichtbewußte Bürger des Vaterlandes erwachsen.

Bild Jugendfeuerwehr

Keine größere Garantie für die Durchdringung des Einzelnen mit der Idee und dem Gut des Nationalsozialismus könne geschaffen werden, als der Hitlerjugend die weiteren Aufgaben in diesem Sinne zu übertragen. An die junge Truppe richtete der Wehrführer die Mahnung, sich stets ihrer großen Verpflichtung bewußt zu sein. "Der Dienst beginnt mit Opferbereitschaft und endet mit Selbstaufopferung". Mit Handschlag verpflichtete dann der Wehrführer die Feuerwehrjugend auf ihren neuen Dienst und wandte sich an den Gefolgschaftsführer der HJ, indem er ihm die Feuerwehrjugend zu treuen Händen übergab mit der Aufforderung, diese prächtige Jugend im Geiste unseres großen Führers zu formen und sie zu Opferbereitschaft, Kameradschaft und Disziplin zu erziehen. Mit der Feier war auch eine Ernennung des Feuerwehrjungmannes Jakob Kraemer zum Löschtruppführer, der Jungmänner Altenhofen, Kesselem, Hans Schmidt und Asbach zu Geräteführern verbunden. Zur Geschichte der Feuerwehrjugend ist zu erwähnen, daß sie im September 1935 auch an der Abschlußprüfung an der Feuerwehrfachschule in Koblenz teilgenommen hat. Die Koblenzer Presse hat sich sehr lobend über die Jungvolkfeuerwehr ausgesprochen. Die Jungen führten im Hofe der Fachschule Fußexerzieren vor und zeigten, wie eine Koblenzer Zeitung berichtete, "daß die Stadt Andernach in diesen jungen Leuten sich einen tadellosen Nachwuchs für ihre Feuerwehr geschaffen hat". Die Leitung der Jugendfeuerwehr, die vorher Löschmeister Heinrich Böhr inne hatte, wurde im August 1935 dem Löschmeister Fritz Klein übertragen, der sich als Jugendzugführer ebenfalls beste Verdienste erworben hat. Die erfolgreiche Ausbildung der Feuerwehrjugend zeigt sich besonders auch darin, daß seit Bestehen der Jugendgruppe 1934 bereits 8 Jungmänner als aktive Feuerwehrmänner in die Feuerlöschpolizei eingereiht werden konnten, ein Zeichen, daß die Jungfeuerwehr ihre Aufgabe als brauchbarer Nachwuchs voll und ganz erfüllt. Sie bietet also die Gewähr dafür, daß ein zeitgemäßer Feuerwehrnachwuchs herangebildet werden kann, sie hat auch wiederholt bei öffentlichen Gelegenheiten, so beim Kreisfeuerwehrfest in Obermendig 1936, durch ihre exakten und wohl geschulten Vorführungen, ihre vorbildliche Haltung und ihre Bewährung unter Beweis gestellt.

M i t g l i e d e r   d e r   F e u e r w e h r j u g e n d

d e r   F e u e r l ö s c h p o l i z e i    A n d e r n a c h

Fritz Klein                       (Jugendzugführer)
Daniel Steckel                 (Abteilungsführer)
Benno Adams
Willi Asbach
Fritz Auer
Kurt Hammer
Fritz Hoffmann
Bruno Koch
Josef Kraemer
Josef Krebs
Fritz Kluth
Josef Rollmann
Anton Simon
Hans Schüller
Hans Schütz
Anton Schwab
Fritz Stolzenberger
Heinz Stolzenberger
Hans Thelen
Balthasar Umbscheiden
Herbert Fickler
Hans Adams
Karl Dahm
Seit Bestehen der Feuerwehrjugend sind in die aktive Wehr folgende Leute übergetreten:
Jakob Kraemer, Walter Kesselem, Hans Schmidt, Anton Asbach, Fritz Nachtsheim, Hermann Nachtsheim, Leo Schmidt, Anton Späth

D i e   F e u e r l ö s c h p o l i z e i    i n   i h r e r 

Z u s a m m e n s t e l l u n g   i m   J a h r e   1 9 3 8

In der Generalversammlung vom 24. April 1937 gab der Wehrführer bekannt, daß im Einvernehmen durch den Polizeiverwalter Bürgermeister Pg. Spaniol eine Neuorganisierung der Andernacher Feuerlöschpolizei vorgenommen ist. Der Führerrat wurde neu zusammengesetzt und durch junge Kräfte ergänzt. Auch ist eine Neueinteilung der Löschzüge vorgenommen worden.

Mannschaftsbild

Befördert wurden: Brandmeister Ferges zum Oberbrandmeister, Löschmeister Proff zum Brandmeister, zu Löschmeistern die Oberfeuerwehrmänner Fritz Kluth, Mathias Späth, Josef Boers, Balthasar Rollmann und der Wehrmann Wilhelm Fickler; zu Oberfeuerwehrmännern, die Wehrmänner Anton Weber, Franz Schäfer, Jakob Born, Bernhard Borlebach, Peter Hönig, Josef Hück und Bernhard Kramer. Dem Löschmeister Böhr wurde für besondere Verdienste um die Andernacher Feuerwehr das Feuerwehrverdienstkreuz des Provinzialfeuerwehrverbandes verliehen. Zu Rechnungsprüfern wurden die Löschmeister Fritz Klein und Franz Adams bestimmt.

Bild vor der Wache

Die Wehr setzt sich nach ihrer Neuorganisation (seit April 1937) wie folgt zsammen:
Inaktive Mitglieder: Die Zahl der Inaktiven, d. h. fördernden Mitglieder belief sich im Jahre 1938 auf 200 Personen.
Wehrführer: Hauptbrandmeister Schulte
Stellvertr. Wehrführer: Oberbrandmeister Ferges

I.   H a l b z u g   d e r   F e u e r l ö s c h p o l i z e i   A n d e r n a c h

1. Steckel, Josef                         Brandmeister
2. Metzger, Jakob                       Löschmeister (stv. Brandmeister)
3. Oellig, Johann                        Löschmeister
4. Kluth, Fritz                              Löschmeister
5. Krebs, Josef                            Oberfeuerwehrmann
6. Zerwas, Konrad                      Oberfeuerwehrmann
7. Leber, Anton                           Oberfeuerwehrmann
8. Schäfer, Franz                        Oberfeuerwehrmann
9. Bersch, Heinrich                      Wehrmann
10. Bungard, Josef                       Wehrmann
11. Jüngerich, Peter                    Wehrmann
12. Kordte, Franz                         Wehrmann
13. Kroth, Paul                             Wehrmann
14. Regber, Julius                        Wehrmann
15. Schäfer, Peter                        Wehrmann
16. Schumacher, Josef                 Wehrmann
17. Umbscheiden, Peter               Wehrmann
18. Umbscheiden, Nikolaus          Wehrmann
19. Zerwas, Martin                        Wehrmann
20. Simons, Jakob                        Wehrmann
21. Kesselem, Walter                   Wehrmann
22. Nachtsheim, Fritz                   Wehrmann

I I.   H a l b z u g   d e r   F e u e r l ö s c h p o l i z e i   A n d e r n a c h

1. Proff, Ferdinand                       Brandmeister
2. Klein, Fritz                                Löschmeister
3. Fickler, Wilhelm                       Löschmeister
4. Rumpf, Heinrich                        Oberfeuerwehrmann (stv. Löschmeister)
5. Born, Jakob                              Oberfeuerwehrmann
6. Borlebach, Bernhard                Oberfeuerwehrmann
7. Scherhag, Thomas                   Oberfeuerwehrmann
8. Adams, Franz                           Wehrmann
9. Böhr, Anton                              Wehrmann
10. Börger, Heinz                         Wehrmann
11. Fickler, Josef                          Wehrmann
12. Fickler, Matthias                     Wehrmann
13. Kaiser, Franz I.                       Wehrmann
14. Kaiser, Johann                       Wehrmann
15. Krämer, Josef                         Wehrmann
16. Krechel, Wilhelm                   Wehrmann
17. Stolzenberger, N.                   Wehrmann
18. Werf, Ernst                              Wehrmann
19. Nachtsheim, Hermann            Wehrmann
20. Asbach, Anton                        Wehrmann
21. Schmidt, Hans                        Wehrmann
22. Kraemer, Jakob                      Wehrmann
23. Lohner, Anton                        Wehrmann
24. Adams, Johann                      Wehrmann
25. Auer, Fritz                              Wehrmann
26. Vogel, Heinrich                      Wehrmann

 I I I.  H a l b z u g   d e r   F e u e r l ö s c h p o l i z e i   A n d e r n a c h

1. Wetzlar, Jakob                         Brandmeister
2. Späth, Mathias                         Löschmeister (stv. Brandmeister)
3. Boers, Josef                             Löschmeister
4. Rollmann, Balthasar                Oberfeuerwehrmann
5. Hönig, Peter                             Oberfeuerwehrmann
6. Hück, Josef                              Oberfeuerwehrmann
7. Kramer, Bernhard                    Wehrmann
8. Adams, Adolf                           Wehrmann
9. Breuer, Peter                           Wehrmann
10. Kesselem, Josef                     Wehrmann
11. Kluth, Michael                        Wehrmann
12. Koch, Heinrich                        Wehrmann
13. Krämer, Peter                         Wehrmann
14. Schmitt, Sebastian                 Wehrmann
15. Staab, Nikolaus                      Wehrmann
16. Stolzenberger Fritz                Wehrmann
17. Späth, Anton                          Wehrmann
18. Schmidt, Leo                         Wehrmann
19. Schäfer, Hans                        Wehrmann
20. Böhr, Heinrich                       Wehrmann
21. Sauerborn, Nikolaus              Wehrmann
22. Hierziefer, Philipp                  Wehrmann
23. Vogel, Heinrich                      Wehrmann
24. Zeus, Lorenz                          Wehrmann
25. Haubrichs, Franz                    Wehrmann
26. Lohner, Anton                        Wehrmann
27. Adams, Johann                      Wehrmann
28. Auer, Fritz                              Wehrmann

M i t g l i e d e r   d e r   f r e i w i l l i g e n   F e u e r w e h r   A n d e r n a c h

 v o m   G r ü n d u n g s j a h r   1 8 8 8   b i s   1 9 0 0

1888 
Clemens Kroth
Baumeister (Gründer der Wehr)
1888
Johann Bersch 
Schreinermeister (Mitbegründer) 
1888 
Peter Froitzheim 
Sattlermeister (Mitbegründer) 
1888
Johann Steffen 
Zimmermann (Mitbegründer) 
1888 
Engelbert Hasdenteufel 
Grubenbesitzer 
1888
Fritz Nachtsheim 
Gerbereibesitzer 
1888
Jakob Nachtsheim 
Gerbereibesitzer 
1888
Franz Baltzer 
Kaufmann 
1888
Fritz Spahn
Kaufmann
1888
Anton Jung
Buchdruckereibesitzer
1888
Peter Rumpf
Schlossermeister
1888
Peter Heick
Schlossermeister
1888
Konrad Heick
Schlossermeister
1888
Josef Frings
Schlossermeister
1888
Theodor Bügel
Schlossermeister
1888
Josef Kirchner
Dachdeckermeister
1888
Josef Kraemer
Dachdeckermeister
1888
Heinrich Syrè
Schmiedemeister
1888
Johann Seiwert
Schmiedemeister
1888
Eduard Klein
Anstreichermeister
1888
Hubert Palm
Kaufmann
1888
Heinrich Becker
Uhrmacher
1888
Barthel Klein
Gärtner
1888
Johann Stein
Schiffbauer
1888
Nikolaus Umbscheiden
Zimmermann
1888
Peter Umbscheiden
Zimmermann
1888
Jakob Gerdom
Zimmermann
1888
Theodor Steffen
Zimmermann
1888
Hubert Nied
Schreinermeister
1888
Fritz Auer
Schreiner
1888
Adam Blankenmeyer
Klempner
1888
Sebastian Isermann
Klempner
1888
Johann Pera
Gärtnereibesitzer
1888
Heinrich Graf
Klempner
1888
Konrad Schäfer
Anstreichermeister
1888
Josef Host
Kutscher
1888
Johann Schröder
Bäcker
1888
Peter Aden
Porzelanmaler
1888
Peter Kupfer
Schreiner
1888
Hermann Knaus
Glasermeister
1888
Franz Weiler
Kürschnermeister
1888
Franz Hütten
Schreiner
1888
Clemens Reisdorf
Anstreicher
1888
Fritz Thelen
Konditor
1888
Ferd. Wilh. Wagner jr.
Sägewerksbesitzer
1888
Johann Sahm
Korbmacher
1888
Peter Wolf
Stuckateur
1888
Johann Werges
Schreinermeister
1888
Fritz Schäfer
Anstreichermeister
1888
Theodor Weber
Kaufmann
1888
Josef Eller
Klempner
1891
Ferdinand Schmidt
Schreiner
1891
Georg Schaupmeyer
Schreiner
1891
Jakob Born
Anstreichermeister
1892
Balthasar Umbscheiden
Zimmermann
1892
Karl Legaye
Schlosser
1892
Johann Gotta
Zimmermann
1892
Heinrich Becker
Uhrmacher
1892
Johann Schmitz
Zimmermann
1894
Heinrich Weißenburg jr.
Glaser
1894
Jakob Kraemer
Dachdeckermeister
1894
Wilhem Metzger
Zimmermann
1896
Heinrich May
Werkmeister
1897
Matthias Proff
Zimmermann
1898
Joba Kroth
Baumeister (Sohn v. Clemens Kroth)
1898
Nikolaus Thiel
Schlosser
1898
Anton Berenhäuser
Maurer
1898
Clemens Kesselem
Schreiner
1899
Jakob Thiel
Maschinist
1899
Anton Marx
Mälzer
1899
Wilhelm Hütten
Schreiner
1899
Fritz Umbscheiden
Zimmermann
1900
Nikolaus Sauerborn
Stuckateur
1900
Peter Kalenborn
Bankier

A l t e r s r i e g e   d e r   F e u e r l ö s c h p o l i z e i   A n d e r n a c h

1. Joba Kroth                                        Wehrführer
2. Johann Steffen I                               (Mitbegründer der Wehr)
3. Johann Bersch                                  (Mitbegründer der Wehr)
4. Peter Froitzheim                               (Mitbegründer der Wehr)
5. Johann Gotta                                     Wehrmann
6. Balthasar Umbscheiden                     Wehrmann
7. Matthias Proff                                     Wehrmann
8. Clemens Kesselem                             Wehrmann
9. Nikolaus Thiel                                    Wehrmann
10. Jakob Thiel                                      Wehrmann
11. Adam Langenfeld                            Wehrmann
12. Johann Marx                                    Wehrmann
13. Franz Kaiser                                     Wehrmann
14. Peter Wilbert                                    Wehrmann
15. Clemens Kroth                                  Wehrmann
16. Heinrich Weißenburg                       Schrift- und Kassenwart

S c h n e l l e s   E i n g r e i f e n  /  S c h u l u n g s a r b e i t

Aus den Tätigkeitsberichten der vergangenen Jahre geht hervor, daß die Feuerwehr oft bei Klein- und Mittelbränden alarmiert wurde. In allen Fällen hat sich gezeigt, daß durch schnelles und umsichtiges Eingreifen größerer Sachschaden verhindert und die ausgebrochenen Brände noch während ihrer Entwicklung bekämpft werden konnten. So wurde durch die Feuerlöschpolizei wertvolles Volksgut vor Schaden bewahrt und in verschiedenen Fällen, so z. B. in der Eisengasse (Klöppel), Menschenleben aus ernster Gefahr gerettet. Außerdem wurden von der Wehr noch andere Aufgaben, die Hochwasserdienste (von 1936/1937), Hilfeleistungen bei den Anwohnern im Rheinvorgelände, sowie Wachen und Absperrdienste geleistet.
Im Geschäftsbericht 1936/1937 wurden von der Feuerlöschpolizei 23 Brände bekämpft. In 6 Fällen wurde die Feuerwehr im August, Oktober 1936 und im März 1937 gerufen, um Räumlichkeiten, die durch das Hochwasser überflutet waren, auszupumpen. Dazu kommen noch häufige Brand- und Saalwachen. Wache bei notgelandeten Flugzeugen usw.. Die regelmäßigen Übungen und die Schulung der Wehr wurde nach dem vorgeschriebenen Jahresplan des Reichsinnenministers durchgeführt. Aus den einschlägigen Berichten ist zu erkennen, daß die Feuerwehr die ihnen gestellten Aufgaben jederzeit erfüllt hat und daß sie immer ein brauchbares Instrument in der Hand des Ortspolizeiverwalters im Dienste für die Bevölkerung und damit für Führer und Volk gewesen ist, getreu ihrem alten Wahlspruch:
"Gott zur Ehr`, dem Nächsten zur Wehr!"

Bild Kroth, Steffen, Kraemer, Weißenburg

Joba Kroth (oben links): Branddirektor, dem langjährigen Führer der Wehr, wurden folgende Auszeichnungen zuteil: Er ist Inhaber des Ehrenzeichens vom Preußischen Landesfeuerwehrverband 1931, Inhaber des deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuzes I. Klasse 1933. Infolge Erreichnung der Altersgrenze schied er aus dem aktiven Feuerwehrdienst und erhielt einen Dank und eine Anerkennung des Preuß. Ministers des Innern am 13. Oktober 1934 und eine Ehrenurkunde der Stadt Andernach .
Johann Steffen (unten rechts): Besitzt die Auszeichnung für 40jährige aktive Dienstzeit. Er war in seiner aktiven Militärzeit Pionier-Unteroffizier, bei der Wehr langjähriger Betreuer des Gerätehauses, ein tüchtiger zuverlässiger Feuerwehrmann.
Josef Kraemer (unten links): Ist Inhaber der Auszeichnung für 25jährige aktive Dienstzeit vom  Provizial-Feuerwehr-Verband der Rheinprovinz.
Heinrich Weißenburg (oben rechts): Ist Inhaber des Erinnerungszeichens für 40jährige aktive Dienstzeit, sowie des Verdienstkreuzes vom Provinzial-Feuerwehr-Verband der Rheinporvinz 1936, einer Ehrenurkunde der Stadt Andernach 1936.
Weitere Auszeichnungen haben viele Feuerwehrleute der Andernacher Wehr, die treu zur Sache gestanden haben, erhalten.

4. Kapitel: II. Weltkrieg 1939 - 1945

I m   l e t z t e n   K r i e g e

Und bald schon sollte die Katastrophe über uns hereinbrechen: der Krieg. Von unserer Wehr hat der Krieg harte Einsätze gefordert. Leider sind die Protokollbücher der Wehr aus den Jahren 1939-1945 durch Kriegswirren verloren gegangen, so daß man heute nur noch aus der Erinnerung über diese schreckliche Zeit berichten kann. Kurz nach Ausbruch des Krieges ist ein großer Teil der Wehrmänner zum Kriegsdienst einberufen worden und die Wehr wurde dadurch personell stark geschwächt. Um diesen Mangel abzuhelfen,  hat man durch Erlaß entsprechender Gesetze Pflichtfeuerwehrleute bestimmt. So gut es ging, wurden diese Leute feuerwehrtechnisch geschult, damit sie auch im Ernstfall ihren Mann stehen konnten. Bald sollte der Ernstfall kommen. War es in den ersten Kriegsjahren örtlich eingermaßen ruhig, so wurde es 1944 um so schlimmer. Die ersten vernichtenden Bomben fielen auf die Städte und Dörfer unseres Heimatgebietes. In Koblenz, Mayen, ja sogar in Klotten an der Mosel, wurde unsere Wehr wiederholt eingesetzt. Harte Einsätze, die teils mehrere Tage andauerten und den Männern keinen Schlaf ließen, wurden zur Gewohnheit. Dazu kam noch, daß die Wehrmänner nicht selten unter dem Beschuß von Jagdbombern standen.
Aus der Chronik von Karl Wind ist zu berichten:
Mittwoch, 19 Juli 1944: (Schwerer Luftangriff auf Koblenz)
9.30 Uhr: Die Andernacher Feuerwehr wurde soeben nach Koblenz gerufen. Dort sind Bomben gefallen... . Der Luftangriff auf Koblenz. Der Chronist hört: Gestern morgen wurde schon bald nach dem Angriff auf Koblenz bekannt, daß dort schwerste Schäden angerichtet worden, seien, schon deswegen, weil die Andernacher Feuerwehr in aller Eile nach Koblenz gerufen wurde, und erst in der vergangenen Nacht 20. Juli, 3 Uhr, wieder heimkehrte. Wie die Feuerwehrleute nach der Rückkehr heute morgen erzählten, wurden diesmal in der Hauptsache keine Brand- sondern Sprengbomben geworfen und in mehreren Anflügen zwischen 9.08 Uhr und 9.19 Uhr quer über das ganze Stadtgebiet geworfen.
Der Bericht der Feuerwehr: Der Bereitschaftsführer, Stadtbaumeister Schulte, erstattete dem Landrat nachstehenden Bericht über den Einsatz der Feuerbereitschaft Mayen bei dem Luftangriff auf Koblenz am 19. Juli:
Die Bereitschaft wurde durch die BDO-Hilfsbefehlsstelle Koblenz um 10.38 Uhr zum sofortigen Einsatz alarmiert. Telephonische Meldung für die Gruppe Mayen erfolgte durch mich an Herrn Amtmann Schlitt um 10.44 Uhr. Ausrücken von zwei Gruppen mit 24 Mann und einem LF 15 und einem LF 8 vom Standort Andernach aus um 11.16 Uhr. Eintreffen in Koblenz 11.52 Uhr Eintreffen der Gruppe Mayen mit neun Mann und einem LF 8 gegen 12.15 Uhr. Demnach Gesamteinsatz mit 33 Mann, einem LF 15 und zwei LF 8. Die beiden Gruppen aus Andernach wurden durch zwei Kradmelder der Löschpolizei Koblenz an der Lotsenstelle in Empfang genommen. Die vorgesehene Einsatzstelle in der Fischelstraße war inzwischen schon von einer Feuerwehr der Wehrmacht besetzt, so daß ich Befehl erhielt, vorläufig in Reserve zu bleiben. Inzwischen war auch die Gruppe aus Mayen eingetroffen. Um 13 Uhr erhielt ich Einsatzbefehl zum Nachfüllen von zwei Feuerlöschteichen an Ecke Markenbildchenweg/Kaiser-Friedrich-Straße und am evangelischen Stifte von zusammen rund 1.000 Kubikmeter Inhalt mit einem LF 15 und zwei LF 8. Die B-Leitung wurde von einem Schlauchtender der Löschpolizei Koblenz gestellt. Um 23 Uhr fiel eine TS 8 durch Maschinenschaden aus. Die übrigen Motorspritzen haben einwandfrei gearbeitet. Gegen 1.15 Uhr bemerkten einige Wehrmänner, daß an einem Hause in der Mainzer Straße (Haus Rechtsanwalt Pieper) ein Brand wieder aufflackerte. Bis 1.48 Uhr war die Brandstelle von uns dunkel gemacht. Nach Erhalt des Abmarschbefehls und Empfang von Brennstoff für die Rückfahrt konnte die Bereitschaft um 2.20 Uhr abrücken und traf gegen 3 Uhr in ihrem Standort wieder ein. Die Bereitschaft war damit 16 Stunden ím Einsatz.
Mittwoch, 16. August 1944:
Die Andernacher Feuerwehr wurde um 17.35 Uhr alarmiert und nach Klotten gerufen. Heute morgen kamen einzelne Feuerwehrmänner von Klotten wieder zurück (Metzger zum Wurstmachen usw.), während die Anderen erst heute 13.30 Uhr wieder ins Heimatstädtchen zurückkehrten. Sie erzählten, daß Klotten sehr stark mitgenommen worden sei. Von 500 Häusern, Schuppen und Scheunen seien 300 im Dorf zerstört, getötet aber nur drei Einwohner, eine Witwe, die vier Söhne im Felde hat, eine Frau mit ihrem Sohn, der aus dem Felde in Urlaub daheim war. Die anderen Einwohner waren auf dem Felde und wurden so vor dem Tode bewahrt.
Freitag, 22. September 1944:
Die Andernacher Feuerwehr bei dem Luftangriff auf Koblenz 21./22.9. Der Bericht von Zugführer Ferges: Der Einsatzbefehl erfolgte telephonisch am 21.9., 15.45 Uhr. Der Befehl wurde sofort telephonisch von der Feuerwache nach Mayen weitergegeben. Die Bereitschaft Andernach rückte um 16.15 Uhr mit einem LF 15 und einem LF 8 und 21 Mann aus dem Standort Andernach ab. An der Lotsenstelle erhielten wir, 16.43 Uhr, den Einsatzbefehl: Einsatz Hohenzollernstraße, Richtung Bahnhof, Richtung südliche Vorstadt. Durch einen Zugführer der Koblenzer Wehr wurden uns die Brandstellen angewiesen. Vom Löschteich Markenbildchenweg wurde eine B-Leitung zu der Brandstelle gelegt und sofort mit drei C-Rohren zum Innenangriff vorgegangen. An einer zweiten B-Leitung wurden drei weitere C-Rohre angeschlossen. In den betroffenen Gebäuden brannten hauptsächlich die Dachstühle und die oberen Stockwerke. Die Möbel waren zum größten Teil schon ausgeräumt. Um 18 Uhr traf die zu unserer Bereitschaft gehörende Gruppe aus Mayen ein. Diese wurde sofort zur Hilfeleistung in der Kaiser-Friedrich-Straße eingesetzt, wo das Feuer weiter um sich griff. Hier machte sich das Fehlen einer mechanischen Leiter bemerkbar. Um 21 Uhr wurde die Gruppe Mayen von dort wieder abgezogen und in Laubach eingesetzt. Am 22.9. um 2 Uhr wurde die Wehr Andernach zum Füllen der Löschteiche Markenbildchenweg und Evangelisches Stift zurückgezogen. Am Löschteich Evangelisches Stift setzten wir eine 800 Liter Pumpe ein, weil sich die Pumpe des Pioniereinsatzes heißgelaufen hatte. Im Markenbildchenweg löschten wir dann noch einige aufkommende Brandnester, sammelten noch etwa 20 Stabbrandbomben und versenkten sie im Rhein. Am 22.9., 11.30 Uhr, wurden wir durch den Bereitschaftsführer Wolfstetter von der Koblenzer Wehr entlassen, nachdem der Oberzugführer Süßmilch von der Koblenzer Wehr erklärt hatte, daß er den Löschteich am Evangelischen Stift fertig füllen werde. Zu diesem Zweck ließen wir 300 Meter B-Schlauch in der Leitung zurück, die wir am anderen Tage abholten. Die hiesige Mannschaft rückte am 22.9., 11.45 Uhr, vollzählig und ohne Schäden vom Einsatzort ab und um 13.30 Uhr am Standort Andernach ein.
Donnerstag, 12. Oktober 1944:
Andernacher Feuerwehr drei Tage in Koblenz. (Drei detaillierte, umfangreiche Berichte der Andernacher Feuerwehr-Einsatzgruppen über ihre Löscharbeiten in Koblenz durch Löschgruppenführer Matthias Späth, Obertruppführer Fickler und Hauptwachtmeister B. Rollmann)
Montag, 30. Oktober 1944:
Die Andernacher Feuerwehr wurde schon am Samstagabend, 28. Oktober, nach Mayen gerufen zur Löschung des durch ein abgestürztes Flugzeug entstandenen Brandes. Eine Gruppe von acht Mann blieb über Sonntag in Mayen zum Füllen der Löschteiche von 14.30 bis 23 Uhr. Die Arbeit wurde durch einen Fliegerangriff unterbrochen. Heute Mittag, 30. Oktober, sah der Chronist, daß ein Lastwagen mit Männern der Technischen Nothilfe unter Führung von Joba Kroth nach Mayen abrückte.
Mittwoch, 27. Dezember 1944:
Das war das letzte, was der Chronist verzeichnen konnte, denn in diesem Augenblick begann der schwere Angriff auf Andernach. Das Nachstehende ist erst in den Abendstunden geschrieben und vermag nur ein persönlich gefärbtes und nicht umfassendes Bild der schrecklichen Geschehnisse und Erlebnisse dieses Nachmittags zu geben, wenn auch der Chronist schon bald versuchte, einen allgemeinen Überblick über das schreckliche Erlebnis zu gewinnen, das sich aber doch jedem, der hineingezogen wurde, anders darstellte. Ein persönliches Erlebnis stand am Beginn:
Der Chronist hatte gerade die letzte Ansage niedergeschrieben, da kam das Motorengedröhn immer näher und näher. Wie später von Augenzeugen bekundet wurde, standen über der Stadt die berüchtigten weißen, zur Erde niederzeigenden Wolkenstreifen als Angriffszeichen. Er saß noch am Schreibtisch. Da rief Verleger Paul Wester aus dem Hausgang des Erdgeschosses: "Schnell, kommen Sie herunter, es gibt einen Angriff!". Er stürzte die Treppe hinunter und in den fest gewölbten Hauskeller, dessen eiserne Abschlußtüre sofort zugezogen wurde. Wir stellten uns unter den seitlichen Gewölbebogen, und man konnte sich in so etwas wie einer Mausefalle fühlen, denn wenn das Haus zusammenstürzte, so wurde wahrscheinlich nicht nur die eiserne Treppenabschlußtüre, sondern auch die schmale Aussteigelucke nach der Eisengasse zu verschüttet. Wir waren Verleger Paul Wester, Maschinenmeister Peter Kühn und dessen Tochter, die gerade vorher ihr Büro verlassen hatte, um nach Hause zu gehen, und sich bei dem unheimlich stärker werdenden Motorengedröhn zu ihrem Vater in den Keller geflüchtet hatte. Schon nach einer Minute hörten wir das erste pfeifende Zischen fallender Bomben. Das wiederholte sich in schneller Folge noch viele Male, dazu der dumpfe, schwere Schlag explodierender Bomben. Wir wußten nun, daß der erste Angriff auf Andernach begonnen hatte und die sichere Erwartung vieler Andernacher, die Stadt werde nicht angegriffen werden, zunichte geworden war.
Eine kleine Pause trat ein, und dann begann das pfeifende Zischen, gefolgt von dumpfen Schlägen in nächster Nähe von neuem. Wir blieben ruhig an der stark gewölbten Wand stehen und beteten, von Verleger Paul Wester vorgebetet, drei Vaterunser. Wir rührten uns auch nicht, als ein lautes Klirren und ein zweimaliger Schlag über uns zeigte, daß auch im Betrieb über uns etwas geschehen war. Kaum aber war es etwas stiller geworden, als wir uns entschlossen, sofort nachzusehen, was geschehen war. Das war ein Glück! Nach einigen Bemühnungen gelang es Maschinenmeister Kühn, die etwas geklemmte eiserne Treppenabschlußtüre zu öffnen. Da sahen wir denn sofort, daß eine Bombe in den Rathaushof neben der Eisengasse eingeschlagen und dicht neben der Mauer des Betriebes explodiert war. Sie hatte ein Stück Mauer eingedrückt, eine große Flachpresse zur Seite gerückt. Steine und Mörtel lagen in einem hohen Haufen auf und neben der Maschine, ein Stück der Decke hing über dem in die Mauer gerissenen Loch schief und drohte einzustürzen. Zu machen war hier nichts. Der Chronist als Leichtgewicht eilte sofort die Treppe hinauf in den Setzsaal. Hier hing die über dem Mauerloch im Erdgeschoß stehende Setzmaschine schief, ihr gegenüber an der anderen Mauer war auch ein gewaltiges Loch und die vorstehende Setzmaschine mit Staub und Mörtel überdeckt. Später zeigte sich, daß von oben her eine Zentnerbombe schief gegen die andere Seite der Mauer geschlagen, abgerutscht und in die Wurstküche der Metzgerei Wiebel, Kramgasse gefallen war, wo sie als Blindgänger auf einem Schutthaufen lag. Zu machen war also vorläufig hier nichts. Die Hetze ging weiter die Treppe hinauf. In dem 2. Stockwerk war nichts zu entdecken. Also weiter! Schon auf der Treppe hörte man ein Knistern und einen brenzlichen Geruch. Da zeigte sich auch schon ein heller Schein. Da lag auf dem Boden eine durch das Dach geschlagene Stabbrandbombe und verbreitete einen gleißenden Lichtschein. Vielleicht noch einen Augenblick, dann hätte der knüppeltrockene Fußboden Feuer gefangen. Da stand die gefüllte Sandtonne, aber die Schaufel fehlte. Also trotz der Warnung davor Wasser aus der gefüllten Wassertonne mit dem Eimer geschöpft und auf die Brandbombe geschüttet, mit dem Erfolg, daß sie nach allen Seiten aufsprühendes Feuer verbreitete. Das bedeutete höchste Gefahr. Also die ganze Sandkiste umgekippt auf die Flamme. Sie war erstickt. Eine zweite Brandbombe lag oben auf dem Mäuerchen dicht unter dem Dach. Der Maschinenmeister packte sie mutig am "Schwanz" und warf sie nach einem Blick auf die Straße zum Fenster hinaus. Eine dritte Bombe war noch gefährlicher. Sie war durch die Pfannen auf die dicht darunter befestigten Spalierplatten gefallen und ihnen entlang bis unter den Dachrand auf die Mauer gerutscht. Wie daran kommen? Höchste Eile war geboten. Der Chronist faßte einen Pickel und suchte, eine Rinne in die Spalierplatten zu schlagen. Die Kraft hatte er nicht. In diesem Augenblick kam Hilfe in der Not, ein in der Nachbarschaft wohnender, im Betrieb beschäftigter französischer Kriegsgefangener, ein kräftiger junger Mann. Er faßte den Pickel, ein, zwei Schläge, und er hatte die Spalierplatten von oben bis zum Dachrand durchschlagen. Der Maschinenmeister wußte auch diese Bombe zu fassen und durch das Fenster auf die Straße zu werfen. Das alles hatte nicht mehr als zwei, drei Minuten gedauert, aber in diesen Minuten war der Betrieb gerettet worden, denn noch ein paar Minuten, dann wäre das Haus nicht mehr zu retten gewesen. Da aber verriet Geknister und brandiger Geruch, daß auch in dem Papierlager noch Gefahr drohte. Die Türe mußte mit Gewalt geöffnet werden. Eine Stabbrandbombe war durch das obere Geschoß hindurch auf ein mit dicken Papierpaketen gefülltes Gestell gefallen. Es war ein Glück, daß so dicht aufeinander liegendes Papier nicht so leicht brennt, sonst wäre es hier schon zu spät gewesen. So glühte es nur. Ein herbeigebrachter Minimax versagte, weil er zunächst mit der Spitze aufgeschlagen wurde. So mußte zunächst eine Luftschutzpumpe herbeigeholt werden, bis es einem inzwischen auch herbeigeeilten Luxemburger Betriebsangehörigen gelang, den Minimax mit etwas sanfter Gewalt doch in Ordnung zu bringen. Nun war auch hier die Gefahr bald beseitigt. Heimweg zwischen Feuer und Qualm. Inzwischen waren weitere Betriebsangehörige eingetroffen und konnten, besonders im Papierlager, alles tun, um die letzten Gefahren zu beseitigen.
Einer von ihnen, Olemacher, sagte dem Chronisten, er rate ihm, schnell nach Hause zu gehen, denn er habe gesehen, daß in der Nähe seiner Wohnung (Landsegnung) auch brenne. Das gab dem Chronisten einen Schock, denn er hatte inzwischen aus dem Fenster des Dachgeschosses gesehen, daß in der Nachbarschaft des Betriebes, in der Eisengasse, schon mehrere Brände entstanden waren, die sich zu Großbränden auszuwachsen drohten, und daß es auch vom Markt her blutrot aufleuchtete. Er wagte kaum daran zu denken, was inwischen mit seinem Heim geschehen sein könne, und machte sich in Eile auf den Weg. Als er durch die Eisengasse eilte und über den Markt, brannten schon mehrere Häuser lichterloh. An der Nordspitze des Marktes sah er auch zum ersten Male die Wirkung einer großen Sprengbombe. Die Kramgassenseite des Hauses der Beratungsstelle der Frauenschaft war zusammengestürzt, und der Eingang zum Luftschutzbunker war vollständig verschüttet. Der Notausgang zur Eisengasse hin war dagegen glücklicherweise frei geblieben, und hier waren die Eingeschlossenen gerade bemüht, ins Freie zu gelangen. Schon hörte er von allen Seiten die Rufe nach der Feuerwehr. Männer und Frauen eilten mit Eimern Wasser, das sie dem Löschteich auf der Marktmitte entnommen hatten, in die Häuser, andere brachten in überstürzter Eile aus den schon brennenden Häusern geschleppt. Man sah den Eimer- und Möbelträgern den Schrecken an, der sie erfaßt hatte. In der Bahnhofstraße, durch die der Chronist in Hast eilte, sah er weitere furchtbare Wirkungen von Spreng- und Brandbomben. Alle Schaufenster, alle Fenster lagen als Splitter auf der Straße, viele Hauswände zeigten große und kleine Löcher von eingeschlagenen Bombensplittern; was in den Schaufenstern gelegen, lag ebenfalls auf der Straße. Hier brannte es aber nicht, um so mehr aber in der oberen Bahnhofstraße, wo mehrere Geschäftshäuser in lichterlohen Flammen standen, u.a. das Haus Weickert (Lipsky), das die deutsche Filmvertriebsgesellschaft beherbergte, die Deutsche Bank und andere, das Photohaus Ritter an der Ecke Güntherstraße, weiter hinauf die Paradiesapotheke. Andere waren hier von Bomben ganz zusammengeschlagen oder schwer beschädigt. An der Ecke Moltkestraße und an der Ecke Ludwigstraße waren riesige Bombentrichter mitten in der Straße. Alle Einzelheiten zu sehen, war dem Chronisten ganz unmöglich, dafür war er selbst zu erregt, besonders auch in den Gedanken an die Todesopfer, die sicher noch hier und da unter den Trümmern lagen oder vielleicht sogar in den Kellern der brennenden Häuser eingeschlossen waren. In der oberen Güntherstraße waren dagegen keine Folgen des Angriffs zu sehen, in seiner Wohnung war, wie der Chronist bald feststellen konnte, nichts geschehen. Dagegen war kaum 50 Meter davon, in der Landsegnung zwischen Güntherstraße und Bahnhofsgelände, ein Haus ganz zusammengeschlagen, auf der anderen Seite, zwischen Güntherstraße und Karolingerstraße, stand ein anderes Haus in hellen Flammen. Weitere Brände sah er in Richtung Koblenzer Straße und vor allem nach dem Bahnhof und der Breite Straße zu. Über der ganzen Stadt lag auf dem dunstigen Himmel ein blutig roter Schein und aus dem Dunst leuchtete die Sonne riesengroß wie eine dunkelrote Scheibe. Es war ein unheimliches, erschütterndes Bild. Nachdem der Chronist etwas gegessen hatte, ging er auf dem gleichen Wege wieder zur Eisengasse zurück. Der über der Stadt lagernde graue, stickige Qualm war inzwischen noch dichter geworden, die Zahl der Brände noch größer. Manche Häuser, man sagte z.B. die Paradiesapotheke, die nur von einigen Brandbomben getroffen worden waren, hätten noch gerettet werden können, wenn die Bewohner nicht zu lange im Luftschutzraum geblieben wären oder wenigstens die Türe nicht geschlossen hätten.
Neben der Andernacher Feuerwehr, die er auf dem Heimweg schon bei eifrigster Arbeit getroffen hatte, die aber nicht überall sein konnte und daher an vielen Stellen bitter vermißt wurde, was zu unberechtigten Kritiken führte, waren inzwischen auch fremde Wehren gekommen, die alle zum Marktplatz gefahren waren und von hier aus eingesetzt wurden. Inzwischen war die Wassernot schon groß geworden, denn wie der elektrische Strom hatte auch die Wasserleitung sofort nach dem Angriff versagt.  Da der Löschteich  nicht für alle Ansprüche  genügen konnte, mußte Wasser vom Rhein hergeholt werden durch Motorpumpen, für die Schlauchleitungen bis zum Strom gelegt wurden. Schon stand auf dem Marktplatz Hausgerät in großer Menge. An der Ecke der Kramgasse stand ein Sanitätswagen, und vor dem Geschäft Speen hatte der Chronist den ersten, nur mit einer Decke verhüllten Toten liegen sehen: den Ingenieur Schröder, der aus dem von einer Bombe getroffenen dritten Stock des gegenüberliegenden Hauses (Giesen) auf die Straße geschleudert worden war. Die Eisengasse war kaum noch begehbar. Dort lagen die Schläuche der Feuerwehr, die zum Teil schon vereist waren. Schon in der Güntherstraße hatte der Chronist gehört, daß auch der Gasbehälter in der Goebenstraße getroffen worden war. Viele Kubikmeter Wasser waren dabei in einem Riesenwall in die Keller der anliegenden Häuser gedrungen und dann durch die Drususstraße und in die Moltketraße in die Güntherstraße geströmt. In der Eisengasse schaute der Chronist noch einmal nach, ob alles restlos abgelöscht war, auch die Stabbrandbombe, die er mit Sand erstickt hatte. Als er alles in Ordnung fand, besann er sich auf seine Pflicht als Chronist und machte einen Rundgang durch die schwer getroffene Stadt.
Er kann nur sagen, daß das ein erschütternder Weg war, der ihm zeigte, daß Andernach in wenigen Minuten aus einer noch im Krieg verhältnismäßig friedlichen und glücklichen Stadt eine Stadt bittersten Unglücks geworden war, daß vieles, was seine Bürger sich mit Mühe und Arbeit in vielen Jahren geschaffen, sozusagen in einem Augenblick zerstört worden war oder auf dem Wege, durch die immer noch lodernden Flammen vernichtet zu werden. Wenn er jetzt schon peinlich genau schildern sollte, was er gesehen oder gehört, er müßte gestehen, daß ihm dies unmöglich ist, so überwältigend war diese Bilderschau des Grauens. Er ging zuerst, von der Eisengasse aus rechts abbiegend, die Hochstraße hinauf und sah auch hier, daß die Sprengbomben an vielen Häusern ihr Zerstörungswerk getan, daß der obere Teil der Rheinstraße sozusagen haushoch von Trümmern bedeckt und ganz unbegehbar geworden war. Er hörte von dem früheren Ortsgruppenleiter Mürlebach, daß gerade noch am Vorabend ein Antrag nach Genf gerichtet worden sei, Andernach zur Lazarettstadt zu erklären, was schon so oft gesagt, aber auch schon immer von den meisten nicht geglaubt worden war, was bei der großen Zahl von auch alliierten Lazarettinsassen durchaus möglich gewesen sei. Der Brief sei nach Paris abgegangen, komme nunmehr aber zu spät.
Immer wieder wurde der Chronist gefragt, wie es ihm und seiner Familie gegangen sei.
Er ging dann über die Läufstraße wieder zur Bahnhofstraße, dann durch die Kramgasse, wo auch die Flammen loderten. Überall sah er neben deutschen Soldaten auch Ausländer (Franzosen, Italiener usw.) eifrig bei der Hilfsarbeit. Dann ging er die Hochstraße abwärts, wo auch gegenüber der Roten Schule ein großer Sprengtrichter mitten auf der Straße war, dann durch die Kirchstraße, um zu sehen, wie es dem Mariendom ergangen sei. Er konnte nichts daran entdecken, hörte aber später, daß eine Bombe mitten in das danebenliegende Franziskanerinnenkloster geschlagen sei und schwere Schäden verursacht habe, jedoch in dem daneben liegenden Luftschutzkeller, wo die Schwestern und die anderen Hausinsassen waren, niemand verletzt worden sei. Er kam nun in die Breite Straße und ging hier durch eine wirkliche Straße des Grauens. Oben im Berghang brannte die Oberschule für Mädchen lichterloh, und er hörte später, daß auch sie hätte gerettet werden können, wenn die Angestellten der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft nicht den Kopf verloren und nur an die Rettung der Wurstwaren gedacht, sondern die wenigen Stabbrandbomben, was durchaus noch möglich war, abgelöscht hätten. Die neuen Behelfsheime auf dem Kirmesplatz hatten schwere Schäden, ebenso die Tabakfabrik Böninger. In der Frankenstraße war das Haus von Studienrat Scholz vollständig zusammengeschlagen, das Haus Flink stand in lodernden Flammen, das Haus Dr. Einig war durch eine Sprengbombe schwer beschädigt, andere Häuser waren wie auch an anderen Stellen auf dem Wege ganz unversehrt oder hatten höchstens Fenster- und andere Schäden. Der Kurfürstendamm war bis zum Bahnhof hinauf von dicken Erdschollen und Steinen aus Sprengtrichtern bedeckt, ebenso die Anlagen. Am Bahndamm war ein tiefer Sprengtrichter, auch ein Stück der Böschungsmauer war herausgerissen. An der Bahnhofsseite des dort angelegten Splittergrabens war eine Bombe eingeschlagen. Soldaten waren beschäftigt, die darin verschütteten Kameraden zu befreien, andere sollten noch tot unter den Erdmassen liegen.
Ein Andernacher suchte seinen Sohn, der unmittelbar vor dem Angriff hatte abfahren wollen und vielleicht auch in dem Graben steckte. Das Bahnhofsgelände wies leere Fenster und andere Schäden auf. Auf dem Vorplatz hatte eine Sprengbombe die Pflastersteine aufgerissen und durch die Luft gewirbelt. Der Anbau des Bahnhofshotels war zusammengeschlagen. Das Bild der oberen Breite Straße war beherrscht von den Flammen des brennenden Stiftsgymnasiums, doch sah man auch in der Straße selber von Bomben zerschlagene und brennende Häuser. Die Hans-Schlemm-Schule mit 1.500 verwundeten amerikanischen Soldaten war unversehrt. Ein schwerer Bombentreffer hatte dagegen das Stiftsgymnasium in der Mitte auseinandergerissen. Die beiden Flügel waren ein loderndes Flammenmeer. Gegenüber die kleine Notkirch St. Albert hatte an der Hausecke einen schweren Schlag erhalten; der Schweinestall der Provinzialanstalt war fast zerstört. Schwere Schäden hatten auch die Berufs- und Handelsschule und ebenso der daneben liegende Flügel der alten Irrenanstalt St. Thomas. Schwere Bombentrichter waren in dem unteren Ausgang der Schlageterstraße in die St. Thomaser Hohl. Hier brannte das Haus Heintges und daneben in der Nettestraße das Haus von Gärtner P. Neuen und in der Breite Straße war der Block der städtischen Häuser in der Mitte auseinandergeschlagen. Der Niederhof brannte. Rechts der Werftstraße waren vor und hinter der Eisenbahn tiefe Bombentrichter. Es mögen wohl 50-60 oder gar noch mehr sein. In sozusagen drei Reihen nebeneinander liefen die Trichter auf die Flakbatterie an der Mayener Bahnstrecke zu, deren Wohnwagen zerstört war, während die Geschütze, so weit man sehen konnte, unversehrt waren. Wie der Chronist nachher hörte, waren mehrere Flaksoldaten getötet und verwundet worden. Von der Brücke her sah man, daß die Bomber auf dem Eisenbahngelände schwer gehaust hatten. Schienen waren vom Unterbau gerissen und ragten krumm und verbogen in die Luft, Güterwagen waren umgeworfen und quergestellt, Kraftwagen und anderes schwer beschädigt. Hinter der Eisenbahn brannte die ehemalige Pianofabrik; sie war, wie dem Chronist erzählt wurde, mit Tabakwaren der Firma Böninger bis unter das Dach gefüllt. Schon von weitem war dann zu sehen, daß auch ein erheblicher Teil der Kehlleistenfabrik in Flammen stand. Während er auf das Flammenmeer zuging, stiegen gerade, auf dem blassblauen Himmel deutlich sichtbar, zwei V 1 empor und man hörte, daß sie alle fünf Minuten über die Stadt flögen. Von hier aus ging der Chronist zu seinem Ausgangspunkt zurück und sah dabei von weitem schwere Brände, so am Hang des Martins- und des Kirchberges; unterwegs hörte er eine Frau sagen: "Nun haben wir gespart und geschafft und uns ein Heim gebaut, und nun haben wir nichts mehr." Ein Mann sagte auf eine Frage: "Auch wir haben alles verloren, retten kann ich nichts mehr; nun will ich sehen, ob ich einem anderen helfen kann." Das sah der Chronist auch unterwegs, wohin er kam: Es wurde viel und mit höchstem Einsatz geholfen von den Feuerwehrmännern und ihren freiwilligen Hilfskräften, von Hausmitbewohnern, von Frauen und Männern, oft genug unter Lebensgefahr, um Brände zu löschen und neu aufflackernde wieder zu ersticken, im Freien stehende Möbel und Hausratsgegenstände so schnell wie möglich unterzubringen oder den Ausgebombten eine erste vorläufige Bleibe zu bieten und einzurichten und für eine Stärkung zu sorgen, nicht so leicht, nachdem nun zu dem schon sieben Wochen fehlenden Gas auch Strom und Wasser ausgefallen sind. Es war für Andernach ein schrecklicher Tag, und es brach für viele eine nicht minder schreckliche Nacht an.
Hier mögen die erst später erfolgten Feststellungen der Luftschutzpolizei über den Angriff am 27. Dezember und seine Folgen niedergeschrieben werden: Es fielen 300 mittelschwere Sprengbomben (10-20 Zentner), 20 Blindgänger, rund 6.000 Stabbrandbomben, rund 100 Flüssigkeitsbomben. Es gab 50 Tote (25 männliche, 18 weibliche und 7 Kinder); unter den männlichen Bombenopfern befinden sich drei Soldaten, acht französische Kriegsgefangene, zwei französische Zivilarbeiter, ein Inder. Dazu gab es 30 Schwer- und 50 Leichtverletzte. 116 Wohngebäude waren vollständig vernichtet, 82 schwer, 113 mittelschwer und 50 leicht beschädigt, zwei Industriewerke vollständig vernichtet, fünf schwer und fünf mittelschwer beschädigt, zwei Verkehrsanlagen (Güterbahnhof und Gleisanlagen), drei Versorgungsbetriebe, sechs landwirtschaftliche Betriebsgebäude, darunter drei vollständig vernichtet, drei schwer beschädigt.
Donnerstag, 28. Dezember 1944:
Nach einer furchtbaren Nacht, wo überall in Andernach noch die Flammen loderten, alle paar Minuten ein harter Schlag die Luft erschütterte von der Munition der Flakbatterie an der Mayener Strecke, deren Granatenstapel von einer Bombe getroffen worden war und deren eine nach der anderen in die Luft ging, wo Feuerwehr, freiwillige Helfer, Soldaten, Ausländer und auch Frauen mit dem Einsatz der letzten Kraft bemüht waren, hier und da immer noch auflodernde Brände auch in bis dahin noch verschonten Häusern zu löschen, brach heute ein dunstiger Morgen an.

Bild Löschteich

Der zweite große Angriff auf Andernach war am 1. Januar 1945. Wieder fiel eine große Menge von Bomben aller Art auf unsere Stadt und wieder standen die Wehrmänner einem Flammentorso gegenüber. Gott sei Dank ist auch bei diesem Angriff unser Feuerwehrdepot verschont geblieben und so konnte auch jetzt wieder alle verfügbaren Geräte voll eingesetzt werden.

Bild Feuerlöschbereitschaft

Feuerlöschbereitschaft während eines Bombenangriffes im Bunker unter der Feuerwache
Die schwersten Luftangriffe erlebten Andernachs Bürger am 27. Dezember 1944 und am 1. Januar 1945. Horst Zerwas, Josef Steckel, Klaus Denkel und Heinrich Lohrum erlebten diese zwar als Kinder, können sich aber an viele Einzelheiten erinnern. Bei 16 Luftangriffen fanden 107 Bürger in Andernach den Tod. Viele Anwohner suchten Schutz im Bunker der "Rattenburg" gegenüber der jetzigen Polizei oder im Feuerwehrbunker, wo Vater Steckel den Wachdienst versah.

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Da die meisten Männer im "Feld" waren, sind es vorwiegend Frauen oder Mitbürger, die damals noch Kinder und Jugendliche waren, die Auskunft über die Bombardierung Andernachs geben können. Gerti Becker berichtet, wie sie als Elfjährige an dem frostklaren Dezembertag vormittags aus der Mittelstraße (jetzt Vulklanstraße) zu einem Besuch in die Artilleriestraße (Neugasse) ging. Vom täglichem Alarm überrascht, suchte man gemeinsam Schutz im Anwesen des Landwirtes Haas. Als dann Bomben fielen, folgte sie der Anweisung, ein feuchtes Tuch gegen das Einatmen von Staub vor Mund und Nase zu halten. Es blieb ihr nicht anderes übrig, als die mit Lammfell gefütterte Kapuze des Wintermantels, den sie gerade zu Weihnachten bekommen hatte und ihr ganzer Stolz war, zu opfern. Später auf dem Heimweg durch die "Läuf" kam ihr schon ihre Schwester Martha in heller Aufregung entgegen. Die Bahnhofstraße war zum Teil unpassierbar.
Dr. Wolfgang Jahn erinnert sich: "Wir wohnten in der Nettestraße (Stadionstraße). Vom Fenster aus beobachtete ich mit meinem Bruder oft die Abschüsse der in Sichtweite, im Gebiet der heutigen Stifterstraße stationierten Eisenbahnflak. Die nicht unmittelbar beteiligten Soldaten suchen bei Alarm regelmäßig Deckung in den umliegenden Feldern. Diesmal sahen wir einige am Haus vorbeilaufen und gestikulierend zum blauen Himmel zeigen, von wo schon längere Zeit das Brummen der Bomber zu hören war. Diesmal hatte der "Pfadfinder" über der Stadt sein Rauchzeichen gesetzt als Signal für den Angriff. Kaum im Keller angekommen, erschreckte uns ein lautes Rauschen. Dann hörten und fühlten wir die Einschläge näher und näher kommen. Wir klammerten uns an die Mutter. In dem Raum, der zum Teil oberirdisch lag, befanden sich Frauen, Kinder und einige Flaksoldaten. Die dünne hölzerne Außentür rappelte wie wild. Minuten werden zur Ewigkeit. Später wagten wir neugierig den Weg in die Stadt. Bombentrichter in der Straße und im angrenzenden Feld, wo heute die Berufsschule steht. Ein Haus (Gärtnerei Neuen) war getroffen. Von der Kreuzung aus konnten wir sehen, daß es in der Breite Straße und im Niederhof brannte. Gleich in einem der vorderen Häuser klaffte eine riesige Lücke. Rauchwolken über der ganzen Stadt und die Angst veranlaßten uns zur Umkehr."
Erika Bissmeyer (damals 23) erlebte den Angriff an ihrem Arbeitsplatz im damaligen Lazarett (heute Kaserne). Voll Sorge um das Schicksal ihrer Angehörigen wollte sie unmittelbar danach mit dem Rad in die brennende Stadt, kam jedoch nur bis zur Roonstraße, wo neuerlicher Alarm sie zwang, in einem Keller Schutz zu suchen. Ihr Elternhaus (Bahnhofstraße 23) fand sie später einigermaßen unversehrt, die Nachbarschaft dagegen zerstört. Das Schicksal der Familie Kohnz (Moltkestraße 11): Die Frau wollte nicht mit in den Bunker, weil ihr Mann täglich kurz nach Zwölf zum Mittagessen kam. Als Sohn Hermann vom Namedyer Werth, wo er mit anderen Kindern Schlittschuh laufen war, nach Hause eilte, fand er die Eltern und Schwester tot. Tragödien spielten sich an vielen Orten ab. Im Haus Martinsbergstraße Nr. 11 war die Familie des Apothekers Iltgen verschüttet. Bei den Rettungsarbeiten wurde Frau Iltgen am Kopf verletzt und deshalb ins Lazarett gebracht. Dort erfuhr sie dann, daß ihr Mann und beide Töchter tot waren. Die Feuerwehr konnte mit ihren drei Fahrzeugen nicht überall löschen. Man konzentrierte sich auf die gefährlichsten Brandherde im dichtbebauten Stadtkern. Im Einsatz waren neben den wenigen "Hauptamtlichen" zahlreiche Dienstverpflichtete, so unter anderem Jakob Gasber, Otto Stellmacher, Nachtsheim, Josef Ramershofen, Josef Unger, Wilhelm Mittler, Peter Müller.
Am 9. März 1945 besetzten dann amerikanische Kriegstruppen unsere Stadt. Kaum einen Monat später wurden die Kameraden Josef Kraemer sen., Heinrich Weißenburg und Fritz Ferges zum damaligen Bürgermeister bestellt, um die ungeklärten Fragen der hiesigen Feuerwehr zu besprechen. Josef Kraemer sen. wurde dann zum Führer der Wehr bestimmt und von der Wehr am 1. September 1945 bestätigt. Der neue Wehrführer berief im September 1945 eine Versammlung ein und damit begann die Wehr sich wieder zu ihrer bekannten, stets einsatzfreudigen Form zu entwickeln. Durch das allierte Kontrollratsgesetz wurde die Zahl der Wehrmänner in Andernach auf 27 Mann reduziert. Ein schwerer Entschluß für manchen Feuerwehrmann nunmehr seine Uniform abgeben zu müssen. Jedoch sollte keiner von ihnen den Kontakt zur aktiven Wehr verlieren. Als stellvertretender Wehrführer wurde Kamerad Wilhelm Fickler gewählt. Wie wichtig es war, die Wehr wieder aufzubauen, besagen die Brandberichte aus den Jahren 1947/48. Darin wurden im Jahre 1947 allein 47 Einsätze und im Jahre 1948, 45 Einsätze registriert.

5. Kapitel: 60 jähriges Bestehen 1948 - 75 jähriges Bestehen 1963

A u f   d e m   W e g   z u r   a l t e n   S c h l a g k r a f t...

Trotzdem es im Jahre 1948 alles andere als "rosig" war, beschloß die Wehr, ihr 60jähriges Bestehen zu feiern. Zum ersten Male nach dem Kriege wurde am 17. Oktober 1948 aus Anlaß des Jubiläums wieder eine Schauübung auf dem historischen Marktplatz durchgeführt. Die Bevölkerung konnte sich davon überzeugen, daß die Schlagkraft der Wehr nicht nachgelassen hatte. Am 24. November 1950 starb der Brandmeister Johann Steffen. Er war der letzte noch lebende Mitbegründer unserer Wehr. Lange Jahre war er Gerätewart und wohnte direkt im Feuerwehrdepot. Die Wehr nahm geschlossen an seiner Beerdigung teil und erwies ihm damit die letzte Ehre.

... d u r c h   F a c h s c h u l e   u n d   i n t e r n e   A u s b i l d u n g

Die ersten Lehrgänge der Feuerwehrschule Rheinland-Pfalz, die damals ihren Sitz in Kirchheimbolandern hatte, wurden wieder besucht und bald konnte auch wieder an eine Verstärkung der Wehr gedacht werden. Am 26. April 1952 wurden 14 junge Leute, deren Väter meist ebenfalls Feuerwehrleute waren, in die Wehr aufgenommen. Damit begann sich die Wehr auch wieder personell stärker zu entfalten. An Nachwuchs hat es der Andernacher Wehr nie gefehlt und somit brachte man hier auch kein Verständnis für die tatsächlich bestehenden Nachwuchssorgen in anderen Gemeinden auf. Die Führung der Andernacher Wehr hat seit jeher immer größten Wert darauf gelegt, ihren aktiven Wehrleuten eine gründliche Ausbildung zu geben. Interne Schulungen durch qualifizierte Kräfte innerhalb der Wehr, großangelegte Übungen an gefährlichen Brandobjekten und nicht zuletzt zahlreiche Beteiligung an Lehrgängen der Feuerwehrschule, haben die Wehr auf einen hohen, schlagkräftigen Ausbildungsstand gebracht. Durch die bei den Bombenangriffen auf die Stadt gesammelten Erfahrungen beschloß die Führung der Wehr, Unterflurleitungen unter die vom Verkehr stark frequentierten B 9, die direkt am Rhein vorbeiführt, zu legen. An fünf verschiedenen Stellen wurden feste Leitungen, um nötigenfalls direkt vom Rhein aus die Löschwasserversorgung ohne Behinderung des Straßenverkehrs in die Altstadt sicherzustellen. Am  29. August 1953 feierte die Andernacher Wehr ihr 65jähriges Bestehen auf dem damaligen Schützenhof "ganz unter sich". Es war die letzte große Versammlung der Feuerwehr die unser Wehrführer Josef Kraemer sen. leiten durfte. Am 9. November 1953 starb er im Alter von 62 Jahren. Ein schwerer Schlag hatte uns getroffen. Durch einen Trauerakt am Gerätehaus und Gestellung der Totenwache am Sarg und am Grab erwiesen wir ihm die letzte Ehre. Aber das Leben geht weiter.

Bild Wilhelm Fickler

Am 3. Februar 1954 wurden der bisherige Stellvertreter Wilhelm Fickler zum Wehrführer und Brandmeister Josef Kraemer jun. (Sohn des verstorbenen Wehrführers) zum stellvertretenden Wehrführer einstimmig gewählt. Auch unter der Führung des neuen Wehrführers war eine Aufwärtsentwicklung immer zu verspüren. In diesen Jahren wurden eine Reihe von Auszeichnungen für 40- und 25jährige Dienstzeit an verdiente Feuerwehrmänner überreicht.

I m   K a t a s t r o p h e n e i n s a t z

Schwere Arbeit erwartete die Wehr im Januar 1955. Der Rhein führte ein Hochwasser, wie seit den 20er Jahren nicht mehr vorgekommen war. Alle Männer der Wehr, französisches Militär und freiwillige Helfer waren Tag und Nacht in ununterbrochenem Einsatz gegen das nasse, unerbittliche Element.

H o c h w a s s e r   1 9 5 5

Bild Gaststätte St. Nikolaus

Bild Rheintor

Januar 1955 in der Mauerstraße die Wehrleute im Hochwassereinsatz

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Ein Einsatz der Wehr bei Hochwasser ist nicht gerade leicht. Die Wasserstandsmeldungen der Wasser- und Schiffahrtsdirektion werden schon einige Tage vor Eintreffen der Flutwellen von der Führung der Wehr eingehend beobachtet und es werden zu diesem Zeitpunkte die Gerätschaften (Boote, Planken und Stege) schon klar gemacht. Hat das Hochwasser die nächstgelegene Straße am Rhein erreicht und überflutet, beginnt unsere Arbeit. Die im Erdgeschoß gelegenen Wohnungen müssen geräumt und neue Unterkünfte für die betroffenen Bevölkerung bis dahin aufrechterhalten. In Tag- und Nachtschichten wechseln die Männer der Wehr sich ab. Eine große Verantwortung hat die Wehr durch die Aufrechterhaltung der Versorgung des Stiftshospitals. Keller- und Heizungsräume des Krankenhauses sind fast bei jedem Hochwasser bedroht. Mit Tragkraftspritzen und Spezialpumpen muß die Wehr das eindringende Grundwasser des Rhein aus diesen Räumen entfernen, damit keine Unterbrechung in der Versorgung der Kranken eintritt. Es ist ein schwerer und verantwortlicher Einsatz.

Brand des Kaufhauses Weickert im Mai 1955

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Im September 1955 ging für uns ein langgehegter Wunsch in Erfüllung:

Die Übergabe des neuen Tanklöschfahrzeuges
Unsere Führung hatte schon lange erkannt, daß gerade die feuergefährdete Altstadt sowie die umfangreichen Industrieanlagen in Andernach die Anschaffung eines Tanklöschfahrzeuges unumgänglich machten.

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Das neue Tanklöschfahrzeug TLF 15 ("Uma")

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In einer Übung auf dem Marktplatz wurden am 10. September 1955 der Bevölkerung unserer Stadt sämtliche Möglichkeiten einer Brandbekämpfung durch ein Tanklöschfahrzeug vorgeführt.

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K ü h n e   R e t t u n g s t a t   d e s

D a c h d e c k e r m e i s t e r s   J o s e f   K r a e m e r

Oberbrandmeister Kraemer erhielt  Rettungsmedaille
Der Herr Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz hat am 09. Dezember 1955 dem Oberbrandmeister der Städt. Freiwilligen Feuerwehr Andernach, Josef Kraemer, für seine am 12. Oktober 1955 vollbrachte Rettungstat die Rettungsmedaille für Rettung aus Gefahr verliehen. Es liegt folgende Tat zugrunde:
Der Genannte hat den Hans Dalke, geb. 12. Juli 1936, Kaminbauer, wohnhaft in Fischenich, Kreis Köln, unter schwierigsten Bedingungen und unter Einsatz seines eigenen Lebens aus höchster Lebensgefahr gerettet. Am 12. Oktober war eine Kölner Firma damit beschäftigt, am Kamin der Wellpappenfabrik Boltersdorf in Brohl schadhafte Stellen auszubessern. Zu diesem Zweck hatte die Firma in etwa 50 m Höhe ein Gerüst um den Kamin gebaut. Plötzlich brach aus unbekannten Gründen das Gerüst zusammen und stürzte in die Tiefe. Einer der beiden Arbeiter, der vermutlich nicht angeseilt war, stürzte mit ab und war sofort tot. Der Andere blieb oben an seinem Sicherungsgurt hängen und verbrachte so eine Stunde in seiner unglücklichen Lage. Da sich niemand erbot, den hohen Kamin zu ersteigen, um dem in höchster Lebensgefahr befindlichen Hans Dalke aus seiner bedrängten Lage zu helfen und andere Möglichkeiten der Lebensrettung nicht bestanden, wurde die Städt. Freiwillige Feuerwehr Andernach alarmiert, die sofort nach Brohl ausrückte. An der Unglücksstelle stieg nach kurzem Überlegen der Oberbrandmeister Josef Kraemer über die Steigeisen nach oben. Er nahm zwei Sicherungsleinen mit. Im oberen Drittel des Schornsteines wurde der Aufstieg dadurch erschwert, daß die Steigeisen durch den noch in Betrieb befindlichen Kamin heiß waren. Ferner mußte Kraemer damit rechnen, daß die restlichen noch am Kamin hängenden Gerüstteile auf in stürzten. Als weiterer Umstand, der die Rettungstat äußerst erschwerte, galt, daß der Verunglückte an der den Steigeisen des Kamins gegenüberliegenden Seite hing und völlig hilflos war. Er hing an einem um den Kamin geschlungenen Drahtseil, konnte dieses mit seinen Händen aber nicht greifen, weil sich zwischen Leibgurt und Karabinerhaken,  mit dem Dalke abgeklemmt war, noch ein Seil von etwa 1,50 m Länge befand. Nachdem Kraemer das obere Kaminende erreicht hatte, warf er dem Dalke die Leinen über den Kamin zu. Das eine Ende wurde am Steigeisen befestigt, während der Verunglückte die anderen Enden in seinen Händen hielt. Weil der Kamin noch in Betrieb war und ihm eine Hitze von etwa 200 Grad entströmte, mußten die Leinen seitlich zum Kamin gezogen werden. Kraemer selbst wurde in der Durchführung seiner Rettungshandlung außer durch die Hitze noch erheblich durch die dem Kamin entsteigenden Gase behindert. Er zog dann langsam den Verunglückten bis zum ersten noch hängenden Gerüstblock, wo sich Dalke einige Minuten ausruhen konnte. Nachdem der Gerettete sich erholt hatte, stiegen beide an den Steigeisen ab. Die ganze Aktion dauerte etwa 30 Minuten. Hunderte von Menschen waren dabei Zeuge. Wie sich nach dem Abstieg herausstellte, hatte sich der Oberbrandmeister Kraemer bei den Rettungsarbeiten eine Gasvergiftung zugezogen, die ärztliche Hilfe erforderlich machte. Wir sind stolz auf diese hervorragende Tat von Josef Kraemer, der im übrigen Vater von fünf Kindern ist und beglückwünschen ihn auf das Herzlichste!

Bild Rettungsmedaille

Die Jahre gingen dahin. Viele Einsätze, von der Rettung aus Bergnot bis zum Großbrand waren zu bestehen. Immer stand die Wehr ihren Mann. Im Jahre 1960 wurden dank großzügiger Unterstützung des Stadtrates und der Verwaltung drei weitere Fahrzeuge angeschafft. Es handelt sich um ein LF 8 (Löschgruppenfahrzeug) und zwei TSF 8 (Kleinlöschfahrzeug).
Das LF 8 vor der Wache

(3 Bilder)

Die beiden TSF 8 (VW-Bully`s) bei der Einweihung vor der Pfarrkirche St. Peter

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Im gleichen Jahr hatte unsere Feuerwehr einen schweren Verlust zu beklagen. Am 15. Oktober 1960 verstarb unser Ehrenwehrführer, Herr Architekt Joba Kroth, lange Jahre Wehrführer, Kreisbrandinspektor und stellvertretender Provinzialfeuerwehrführer der Rheinprovinz, Ehrenbürger der Stadt Andernach und Inhaber hoher Auszeichnungen für Verdienste im Feuerwehrwesen. Auch ihm gab die Wehr das letzte Geleit und stellte die Totenwache am Grab.
In der Generalversammlung am 6. Oktober 1961 wurde der langjährige Wehrführer Wilhelm Fickler, der wegen Erreichung der Altersgrenze seinen Rücktritt eingereicht hatte, vom aktiven Dienst verabschiedet. Herr Bürgermeister Dr. Füth dankte ihm herzlich für seine Bereitschaft und würdigte seine Verdienste durch Überreichung einer Ehrenurkunde und eines silbernen Wappentellers der Stadt Andernach. In einer vorhergehenden Versammlung der aktiven Wehrmänner wurde der bisherige stellvertretende Wehrführer Josef Kraemer einstimmig zum neuen Wehrführer gewählt.

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Josef Kraemer
Damit trat nun der Sohn des im Jahre 1953 verstorbenen Wehrführers Josef Kraemer sen. sein Erbe an. Fürwahr ein schweres, verantwortungsvolles Amt. Durch seinen Beruf als Dachdeckermeister und Lehrer an der Dachdecker-Fachschule bringt er jedoch geradezu eine Empfehlung für dieses Amt mit. Zum stellvertretenden Wehrführer wurde Brandmeister Thomas Scherhag gewählt und gleichzeitig zum Oberbrandmeister ernannt.
Auch im Jahre 1960 wurden wieder einige Neuaufnahmen vorgenommen und dadurch die Wehr personell weiter verstärkt. Stillstand ist Rückgang, so heißt es im Volksmund. Deshalb geht unsere Wehr mit der Zeit. Die Wehrführung sorgt in engster Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung für modernste technische Ausrüstung. So konnten im Sommer 1961 ein zweites LF 8 (Löschgruppenfahrzeug) und ein Schlauchtender mit 1.000 Meter Schlauch (SW 1000) in Dienst gestellt werden, um aller Feuersgefahr innerhalb unserer industriereichen Stadt und bei Bedarf auch über die Stadtgrenzen hinaus gewappnet zu sein, damit überall dort geholfen werden kann, wo Feuersbrunst und sonstige Katastrophen auftreten.

Bild LF 8 am Rhein

Die Einsatzfahrzeuge der Städt. Freiwilligen Feuerwehr Andernach

im Jahre 1962

1 AL 22              (Anhängeleiter)
2 TSF 8              (Kleinlöschfahrzeuge)
1 SW 1000          (Schlauchtender)
2 LF 8                 (Löschgruppenfahrzeuge)
1 TLF 15             (Tanklöschfahrzeug)

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7 5 j ä h r i g e s    B e s t e h e n    i m   J a h r e   1 9 6 3

Im Jahre 1963 konnte die Wehr auf ihr 75jähriges Bestehen zurückblicken. Hiermit verbunden wurde der Andernacher Wehr vom Kreisvorstand die Ausrichtung des Kreisfeuerwehrtages übertragen. Wegen der großen Zahl der Teilnehmer wurde auf dem Drusussplatz ein Festzelt erstellt, um auch der Andernacher Bevölkerung Gelegenheit zu geben, an den Veranstaltungen teilzunehmen. Bereits beim Festkommers am Samstagabend, war das Zelt bis auf den letzten Platz besetzt. Landrat, Kreisbrandinspekteur, Regierungsdirektor und Bürgermeister Dr. Füth würdigten in Festansprachen die Verdienste der Andernacher Wehr. Am Sonntag fand die Arbeitstagung aller Wehren des Kreises Mayen statt, an der auch Landesbrandinspekteur Regierungsdirektor Dr. Schäfer teilnahm. Nach dem gemeinsamen Mittagessen fand ein großer Festzug statt, an dem Abordnungen aller Wehren des Kreises teilnahmen. Auch die Feuerwehr unserer französischen Partnerstadt St. Amand les Eaux, war mit einer Abordnung vertreten. Die anschließende Schauübung auf dem Sportplatz an der Koblenzer Straße war der Höhepunkt des Festes. In wochenlanger Arbeit wurde eine naturgetreue Tankstelle mit Nebengebäuden aufgebaut. Beim unvorsichtigen Auftanken eines Personenwagens geriet die Tankstelle in Brand. Beim anschließenden Einsatz bewies unsere Wehr den zahlreichen sachverständigen Zuschauern ihre Schlagkraft.

Bild Übung

Zum Abschluß wurde von den Tanklöschfahrzeugen Mayen, Niedermendig und Andernach eine Wasserwand in den Farben Schwarz-Rot-Gold erstellt.

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Ein rheinischer Abend im Festzelt war ein würdiger Abschluß dieser Tage, die jedem in guter Erinnerung geblieben sind.

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D i e   S t ä d t.   F r e i w i l l i g e   F e u e r w e h r   A n d e r n a c h

im   J a h r e   1 9 6 3

Bild

Obere Reihe von links:
Adolf Legaye, Heinrich Lohrum, Kurt Schuth, Anton Schuth, Klaus Denkel, Helmut Böhmer, Werner Scherhag, Wolfgang Born, Edwin Reuter, Udo Busch
2. Reihe von oben links:
Franz Adams, Walter Asbach, Johannes Schommer, Heinz Schweinsberg, Günther Ries, Hans Gay, Günter Schwitalla, Klaus Spurzem, Günther Leidigkeit, Erwin Fickler, Günter Ries, Willi Schmitz
2. Reihe von unten links:
Gerd Kroth, Hans Kallen, Fritz Born, Mathias Schuth, Hans Adams, Horst Zerwas, Egon Sesterhenn, Peter Umbscheiden, Walter Lohrum, Franz Josef Kaiser, Fritz Auer, Anton Schellenbach, Hans Buddelmann, Josef Schumacher, Albert Frickel
Untere Reihe sitzend von links:
Felix Kluth, Hans Pfeiffer, Josef Kesselem, Paul Kroth, Jakob Metzger, Josef Kraemer, Thomas Scherhag, Anton Leber, Josef Pannhausen, Jakob Hück, Franz Kaiser

6. Kapitel: 1964  Tagung der Stadt- u. Amtsbrandmeister des Kreises Mayen-90jähriges Bestehen 1978

T a g u n g   d e r   S t a d t-   u n d   A m t s b r a n d m e i s t e r

d e s   K r e i s e s   M a y e n   i  n   A n d e r n a c h

a m   8 .   M ä r z   1 9 6 4

Die Stadt- und Amtsbrandmeister des Kreises Mayen tagten auf Einladung von Kreisbrandinspekteur Sprengart in Andernach.

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Die einzige Jugendfeuerwehr in Rheinland-Pfalz besteht in Andernach. Zehn Jungen im Alter von 9 bis 12 Jahren, darunter sieben Söhne von aktiven Andernacher Feuerwehrmännern, bilden eine Gruppe die Löschmeister Auer seit Monaten an einer Motorspritze und im sonstigen Feuerwehrkönnen unterrichtet. Die Antworten, die der Kreisbrandinspekteur auf einige Fragen erhielt, kamen Schlag auf Schlag und stimmten haargenau. Schmunzelnd standen die "alten Feuerwehrhasen" dabei: " Wenn es überall mit dem Nachswuchs so gut wie in Andernach aussähe..."

N e u e   A u f g a b e n

Die Einsätze unserer Wehr sind in den letzten Jahren immer vielgestaltiger geworden. So wird die Wehr mehr und mehr zu technischen Hilfeleistungen aller Art alarmiert. Insbesondere die Brandbekämpfung von Ölunfällen ist zu einem echten Problem geworden. Dementsprechend wurde auch die Ausrüstung ergänzt. Durch die Beschaffung des TROWA, des modernsten Löschfahrzeuges überhaupt, verfügt die Wehr jetzt über sieben moderne Löschfahrzeuge. Ein Fahrzeug zur Bekämpfung von Ölunfällen und anderer Katastrophen wird in Kürze beschafft.

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Auch die Zahl der Einsätze ist weiter angestiegen. Im Jahre 1964 wurde die Wehr zu 105 Einsätzen alarmiert. Durch die Beschaffung der modernen Geräte durch die Stadtverwaltung und den guten Ausbildungsstand war die Wehr jederzeit in der Lage, Leben und Eigentum unserer Mitbürger zu schützen.

U n s e r e   W e t t k a m p f g r u p p e

Die von Brandmeister Hans Pfeiffer geleitete Wettkampfgruppe hat nicht nur in den letzten Jahren den gesamten Nachwuchs der Wehr ausgebildet, sondern auch erfolgreich an den Wettkämpfen auf Kreis- und Landesebene teilgenommen.
Es wurden folgende Ergbnisse erzielt:
Kreisentscheid:                                                          1964                                    1. Platz
                                                                                  1965                                     1. Platz
                                                                                  1966                                     1. Platz
                                                                                  1967                                     1. Platz
                                                                                  1968                                     1. Platz
Landesentscheid aller Wehren
des Landes Rheinland-Pfalz:                                     1964                                   10. Platz
                                                                                  1965                                     6. Platz
                                                                                  1966                                     2. Platz
                                                                                  1967                                     3. Platz
                                                                                  1968                                     2. Platz

Bild

 

D i e   W e t t k a m p f g r u p p e   d e r

S t ä d t.   F r e i w i l l i g e n   F e u e r w e h r   A n d e r n a c h

Bild

von links nach rechts:
Kurt Schuth, Helmut Hück, Klaus Spurzem, Günther Leidigkeit, Hans Kallen, Friedbert Auer, Egon Sesterhenn, Theo Pfeiffer, Walter Lohrum
sitzend von links nach rechts:
Hans Pfeiffer, Josef Kraemer, Werner Scherhag

 

Allen Männern der Wettkampfgruppe auch an dieser Stelle Dank und Anerkennung.

 

                                                                                                           Josef Kraemer
                                                                                                             (Wehrführer)

S p i e l m a n n s z u g   d e r   

S t ä d t.   F r e i w i l l i g e n   F e u e r w e h r   A n d e r n a c h

Der im Jahre 1950 unter der Leitung von Brandmeister Thomas Scherhag neugegründete Spielmannszug unserer Wehr ist schnell über die Grenzen unserer näheren Heimat bekannt geworden.  Zahlreiche Pokale und Ehrenurkunden, die auf großen auch internationalen Wettstreiten in der höchsten Klasse errungen wurden zieren unser Gerätehaus.

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Der Spielmannszug beim Spiel in einem Festzug auf dem Marktplatz. Er spielt bei den verschiedensten Anlässen, darunter auch als Stadtsoldaten getarnt, im Rosenmontagszug.

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Der komplett angetretene Spielmannszug

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Kurt Schuth, Josef Kesselem, Mathias Schuth, Fritz Auer, Klaus Denkel, Josef Steckel, Günter Schwitalla, Anton Schuth,  Helmut Böhmer,  Johannes Schommer, Günther Rau, Gensmüller, Horst Zerwas, Gottfried Euskirchen, Werner Scherhag, Hans Gay, Heinrich Lohrum

E i n s ä t z e   d e r   F r e i w i l l i g e n    F e u e r w e h r   A n d e r n a c h

v o n   1 8 8 8 - 1 9 6 2

Von den Jahren 1888 - 1897 fehlen die Angaben

In den Jahren 

 1 8 9 81 8 9 9 1 9 0 0 1 9 0 1 1 9 0 2 1 9 0 3 1 9 0 4 1 9 0 5 

 Einsätze (Brände)

 3

 2

 3

4

 3

 2

 1

In den Jahren1 9 0 6 1 9 0 7 1 9 0 8 1 9 0 9 1 9 1 0 1 9 1 1 1 9 1 2 1 9 1 3 

 Einsätze (Brände)

 3

 1

 6

 4

Von den Jahren 1914 bis 1917 (1. Weltkrieg) fehlen die Angaben
In den Jahren 1 9 1 8 1 9 1 9 1 9 2 0 1 9 2 1 1 9 2 2 1 9 2 3 

 Einsätze (Brände)

10 

 5

 7

 4

 2

 
Die Angaben für die Jahre 1924 bis 1946 sind verloren gegangen
In den Jahren 1 9 4 7 1 9 4 8 1 9 4 9 1 9 5 0 1 9 5 1 1 9 5 2 1 9 5 3 1 9 5 4 

Gesamteinsätze

 44

 41

 24

 27

 17

 24

 23

 23

Großbrand

  1 

 2

  4 

 1

  1 

 1

 0

 2

Böswillige

 9

  7 

 6

 2

 4

 3

 2

 0

Hochwasser

 1

  1 

 0

  0 

  0 

  1 

 0

 0

Kleinbrände

 

 

 

 

 

 

 

 

und sonstige

    33     31    14    24    12     19     21    31

 

In den Jahren 1 9 5 5 1 9 5 6 1 9 5 7 1 9 5 8 1 9 5 9 1 9 6 0 1 9 6 1 1 9 6 2 

Gesamteinsätze

 32

 36

 42

 44

 62

 57

 55

 67

Großbrand

 1

 0

 2

 2

 4

 0

 3

 2

Böswillige

 1

 5

 10

 0

 4

 4

 2

 8

Hochwasser

 1

 1

 1

 1

 1

 0

 0

 0

Kleinbrände

 

 

 

 

 

 

 

 

und sonstige

 29

 30

 29

 41

 54

 53

 50

 57

 

1 9 6 5 :

N e u e r   C h e f   d e r   W e h r

B ü r g e r m e i s t e r   W a l t e r   S t e f f e n s

Nach der Amtszeit von Bürgermeister Dr. Hans Füth wurde am 1. März 1965 Herr Walter Steffens vom Stadtrat einstimmig zum neuen Bürgermeister gewählt. Am 18. Juni 1965 erfolgte die offizielle Einführung als Chef der Wehr.

Bild

Der neue Chef der Wehr Walter Steffens

1 9 6 8

 8 0   J a h r e   F r e i w i l l i g e   F e u e r w e h r   S t a d t   A n d e r n a c h

Aus diesem Anlaß fand in der Zeit vom 25.05. bis 01.06.1968 eine Feuerschutzwoche in Andernach statt. Es kann gesagt werden, daß gerade dieses Fest ein Markstein in der Geschichte unserer Feuerwehr geworden ist. Über 800 Feuerwehrmänner beteiligten sich an dem Festzug, der durch die Straßen unserer Stadt bis zum Sportplatz auf der Koblenzer Straße führte. Dort fand als Höhepunkt eine große Schauübung statt. Die Männer unserer Wehr hatten naturgetreu einen Flugplatz nachgebaut, welcher aus Kommandoturm, Flugzeughallen und einem auf der Piste wartenden Flugzeug bestand. "Zu schade zum Verbrennen" war die einhellige Meinung der Anwesenden.

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Und dann brannte es auf einmal doch. Die gesamte Wehr rückte mit sämtlichen verfügbaren Geräten aus und bekämpfte den Flugzeugbrand, der weiter auf die Flughafengebäude übersprang. Es war eine schulungsmäßige Übung, die viele lobende Worte fand.

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D i e   S t ä d t i s c h e   F r e i w i l l i g e   F e u e r w e h r   A n d e r n a c h

i m   J a h r e   1 9 6 8

Mannschaftsbild

Prädikat nach Ablauf des Jahres 1968:          "Andernach`s Feuerwehr bestens gerüstet!"
Auszug aus dem Jahresbricht:
"Die Städtische Freiwillige Feuerwehr Andernach kam im Jahre 1968 51 mal zum Einsatz. Darunter bei größeren Bränden auf dem Krayer Hof, dem Alker-Hof und beim Brand eines Versorgungsschiffes auf dem Rhein. Ferner bei mittleren Bränden, bei 12 Kleinfeuer, 7 Ofenrohr- und Kaminbrände, des öfteren beim Auspumpen von Kellern durch anormale Regensommer, zur Beseitigung von Öl und Zement auf Fahrbahnen. Allerdings wurde die Wehr auch in 4 Fällen böswillig alarmiert. Sie erhielt in diesem Jahr 2 Sprechfunkgeräte und eine Schmutzwasserpumpe, die beim Auspumpen von Kellern nach Hochwasser in der Altstadt verwendet werden soll. Außer einem Ölwehr-Unfallhilfsfahrzeug mit einem Kostenaufwand von über 100.000 DM sind für 1969 weitere 17.000 DM für verschiedene Anschaffungen vorgesehen.
Bürgermeister Steffens dankte in einer Ansprache der Wehr im Namen der Bürgerschaft, des Stadtrates und der Verwaltung für Arbeit und Mühen in diesem Jahr. Das die Wehr bei den Gruppenwettbewerben auf Kreisebene Platz 1 und auf Landesebene in einem starken Feld den 2. Platz erworben konnten, sei höchst ehrenvoll. Der Bürgermeister kündigte weiter an, daß die Wohnungen der Feuerwehr um das Gerätehaus modernisiert und auch neue Wohnungen errichtet werden. Für die Erhöhung des Trockenturmes zum Trocknen der Feuerwehrschläuche sei 1969 ein Betrag von 7.000 DM vorgesehen."

E i n g l i e d e r u n g   d e r   L ö s c h z ü g e   u n s e r e r   S t a d t t e i l e

Mit der Durchführung der Verwaltungsreform wurden der Stadt Andernach am 7. Juni 1969 die Gemeinde Namedy, am 7. November 1970 die Gemeinden Eich, Kell und Miesenheim der Stadt Andernach eingegliedert.

1 9 7 1   d a s   " h e i ß e s t e "   J a h r

d e r   A n d e r n a c h e r   F e u e r w e h r

Am 27. Juli nachts gegen 3.00 Uhr riß die Alarmsirene die Männer der Wehr zum erstenmal aus den Federn. In der Schreinerei der Firma Heintges hatte man Feuer entdeckt, was offenbar schon länger geschwelt haben mußte. Am Vortag wurden Sägearbeiten durchgeführt. Die Sägespäne hatten aus ungeklärten Gründen Feuer gefangen, welches rasch auf die Nachbarräume übergriff. Die Männer waren gerade dabei ihre Löschgeräte zu verstauen, da hörten sie die Sirene zum Großalarm. In dem Anwesen des Landwirtes Willi Schmitz im Steinweg, war durch Selbstentzündung ein Heulager in Brand geraten. Die 16 Kühe und ein Jungbulle, welche sich zur Zeit des Brandausbruches in den Stallungen unterhalb des Heubodens befanden, konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Der Brand, bei dem ein Sachschaden in Höhe von ca. 80.000 DM entstand, schwelte bis zum Mittag weiter.

E r n e u t   H e u b o d e n   i n   F l a m m e n

In der Nacht zum 28. Juli brach zum drittenmal innerhalb von 24 Stunden ein Brand im Stadtgebiet aus. Es handelte sich um ein Wirtschaftsgebäude mit Stallungen und Heuboden eines Landwirtes in der Antel. Gegen 1.30 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Heller Feuerschein über der Stadt zeigte den Wehrmännern den Weg zur Einsatzstelle. Mit 5 Rohren wurde dem Feuer zu Leibe gerückt. Bereits nach einer Viertelstunde war der Brand unter Kontrolle, so daß ein Übergreifen der Flammen auf das angrenzende Wohngebäude verhindert wurde.

E i n   M o n a t   s p ä t e r   w i e d e r u m   F e u e r   i m   S t e i n w e g

Nachdem es bei dem Landwirt Willi Schmitz am 27. Juli 1971 frühmorgens zu einem gefährlichen Brand in einem Heuschober gekommen war, brach genau einen Monat später um die gleiche Zeit abermals ein Brand aus, in welchem sich die gesamten Strohvorräte der Ernte befanden. Der Schaden wurde auf etwa 20.000 DM geschätzt. Eine Brandstiftung ist im Hinblick auf das merkwürdige Datum nicht ausgeschlossen.

Z i g a r e t t e n f a b r i k   i n   F l a m m e n

Ein Großfeuer in der Andernacher Zigarettenfabrik Rhenania vernichtete in der Nacht zum 28. August 1971 große Teile der Produktionsstätten. Dabei entstand ein Schaden von rund drei Millionen Mark. Zeitweise mußte wegen des Brandes der Zugverkehr auf der Strecke Köln-Koblenz umgeleitet werden. In der Nacht zum Samstag, um 2.45 Uhr, wollte sich der Nachtportier gerade auf seinen dritten Rundgang durch den Betrieb machen, als ihn ein Knall erschreckte. Zugleich sah er einen Lichtschein im ersten Stockwerk des Fabrikbetriebes. Er eilte hinauf, sah schon meterhoch züngelnde Flammen, versuchte kurz mit dem Handfeuerlöscher zu löschen und alarmierte die Feuerwehr. In wenigen Minuten an der Brandstelle, sah sich die Feuerwehr vor die Bekämpfung eines Großbrandes von gefährlicher Ausdehnung gestellt. Das obere Stockwerk mit Zigarettenautomaten und Verpackungsmaschinen stand in hellen Flammen. Trotz Atemschutzgeräten kamen die Wehrmänner wegen der Rauchentwicklung nicht an den Brandherd heran. Als das Dach einstürzte erreichte die Feuersglut in den Produktionsräumen ein riesiges Ausmaß. Da der Bahndamm der linksrheinischen Eisenbahn nur wenige Meter von der Fabrikmauer entfernt liegt, wurde durch das Großfeuer die elektrische Strecke derart gefährdet, daß der Strom abgeschaltet werden mußte. Am Samstag früh leitete die Bundesbahn deshalb eine Reihe von Zügen über Koblenz und Köln um. Nach stundenlangen Löscharbeiten konnte endlich die Gefahr einer weiteren Ausbreitung beseitigt werden.

Z w e i   n e u e   L ö s c h w a g e n

w e r d e n   i h r e r   B e s t i m m u n g   ü b e r g e b e n

Am 16. April 1972 konnte Oberbürgermeister Walter Steffens das erste Unfallhilfe-Ölwehrfahrzeug (RW 2-Öl) in Rheinland-Pfalz und ein Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) neuester Bauart der Wehr übergeben. Mit einem Kostenaufwand von 250.000 DM bewies die Führungsspitze der Stadt feuerwehrtechnische Weitsicht. Kurz nach Indienststellung wurde das Notstromaggregat des RW 2 bei einem Stromausfall im Stiftshospital hilfreich eingesetzt.

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Das neue TLF 16/25 (Magirus-Deutz)
Der neue RW 2 der FF Andernach im Einsatz auf der alten B 9 in Richtung Namedy. Viele Schaulustige säumen die Unfallstelle!

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Der Rüstwagen ist ein Feuerwehrfahrzeug mit Allradantrieb, das zur technischen Hilfeleistung eingesetzt wird. Eine Zugeinrichtung ist fest eingebaut und wird vom Fahrzeugmotor angetrieben. Der Rüstwagen hat eine feuerwehrtechnische Beladung und kann einen eingebauten oder angebauten Lichtmast und einen eingebauten Generator haben. Die Besatzung besteht aus einem Trupp.
Magirus-Deutz 170 D 11:                    Zulässiges Gesamtgewicht:                    12.000 kg
                                                         Nennzugkraft der Zugvorrichtung:           50 kn (5 t)
                                                         Nennleistung des Generators:                  15-20 kVa
                                                         Allradantrieb

F ü n f   E i n s ä t z e   a n   e i n e m   T a g !

Am 15. Juni 1973 konnte die Feuerwehr erneut ihre Schlagkraft eindrucksvoll unter Beweis stellen. Mehr als 16 Stunden wurden die Männer in Atem gehalten. Sie lösten ihre Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit aller und zeigten, daß die Einwohner ruhig schlafen können.
Unser Chronist berichtet in Stichworten die Einsätze:
7.14 Uhr: Schwelbrand in der Bahnhofstraße! Wahrscheinlich durch chemische Reaktionen entstand dieser Brand. 26 Männer im Einsatz Atemschutzgeräte mußten angelegt werden.
9.57 Uhr: Zusammenstoß zweier Rheinschiffe, von denen ein Motortankschiff mit Gasöl geladen war. 15 Männer waren mit 4 Fahrzeugen schnell zur Stelle. Mit angelegten Schwimmwesten brachten sie 3 elektrische Pumpen in Stellung. Die Arbeit zog sich bis zum Nachmittag hin, um die verschmutze Wasseroberfläche zu säubern.
20.03 Uhr: Der 3. Tageseinsatz rief die Wehr zur brennenden Müllkippe bei Namedy. 11 Mann rückten mit 2 Fahrzeugen aus und waren schnell Herr der Lage.
22.36 Uhr: Der Alarm zum Einsatz an der Reithalle endete schnell. Die 5 ausgerückten Männer hatten die Situation schnell wieder im Griff.
23.35 Uhr: Zimmerbrand im Paulshof. 17 Wehrmänner waren mit 3 Fahrzeugen schnell zur Stelle. 2 Fahrzeuge konnten kurz nach ihrem Eintreffen wieder abgezogen werden. Da der Zimmerbrand rasch gelöscht wurde, konnte großer Schaden vermieden werden.

G r o ß b r a n d   i n   d e r   R h e i n s t r a ß e

b e d r o h t e   d i e   A l t s t a d t

Am 2. Dezember 1973 brach in einem Tanzlokal an der Rheinstraße ein Großbrand aus. Bei klirrender Kälte waren ca. 150 Feuerwehrmänner im Dauereinsatz, um Herr der Flammen zu werden. Vierzig bis fünfzig Menschen mußten evakuiert werden und die benachbarten Wehren aus Andernach-Land und Weißenthurm, der Zivile Bevölkerungsschutz Miesenheim, sowie die Berufsfeuerwehr aus Koblenz und Flugplatzfeuerwehr Mendig, wie auch die Feuerwehr Mayen wurden zu diesem Großeinsatz alarmiert. Hilfreich zur Werke gingen auch das Deutsche Rote Kreuz, das Technische Hilfswerk, die Bundeswehr und die Polizei. Äußerst schwierig gestalteten sich die Löscharbeiten in den engen, verwinkelten Gassen der Altstadt. Die Koordination zwischen den einzelnen Wehren funktionierte vorbildlich, die Männer arbeiteten bis zur Erschöpfung. Die Uniformen waren gefroren, von den Helmen hingen Eiszapfen.
Brandverlauf:
In dem Tanzlokal erlosch plötzlich das Licht. Als der Wirt des "Hofbräuhauses" nach den Sicherungen sehen wollte, drang ihm aus dem Treppenhaus dichter Qualm entgegen. Innerhalb kürzester Zeit stand das ganze Lokal in hellen Flammen. Mancher Andernacher wird dieser Feuerschein an eine Bombennacht während des Krieges erinnern. Endlich nach über 2 Stunden war dieser Brand unter Kontrolle. Da das Feuer immer in der Nacht wieder aufflackerte, mußte die Wehr bis zum frühen Morgen eine Brandwache stellen.
Fazit:
Ein Doppelhaus brannte völlig aus, ein weiteres wurde sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Der geschätzte Sachschaden betrug eine halbe Million Mark.

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Am Morgen nach dem Brand in der Rheinstraße:
Zwei Häuser brannten aus, drei weitere wurden stark in Mitleidenschaft gezogen.

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O b e r b ü r g e r m e i s t e r   W a l t e r   S t e f f e n s

E i n   F r e u n d   d e r   F e u e r w e h r

Viele Jahre in enger Zusammenarbeit zwischen Wehrleitung und Verwaltung waren von Harmonie und Eintracht geprägt. OB Walter Steffens verabschiedete sich unter anderem auch von seinen Andernacher Feuerwehrkameraden und wechselte ins Mainzer Innenministerium.

D e r   n e u e   C h e f   d e r   W e h r :

O b e r b ü r g e r m e i s t e r   D r .   G e r o l d   K ü f f m a n n

Der 11. Mai 1974 war wieder ein besonderer Tag in der Geschichte der Städtischen Freiwilligen Feuerwehr. Der neue OB Dr. Küffmann schritt als neuer Chef die angetretene Front der Wehr ab. Im Anschluß an die Parade marschierte die gesamte Wehr mit dem Spielmannszug geschlossen zum Christopherus-Saal, wo das neue Stadtoberhaupt in einer Ansprache seinen Willen zu einer guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit betonte. OB Dr. Küffmann erkannte damals schon die Notwendigkeit, daß für den Fortbestand der Wehr ein neues Gerätehaus erforderlich sei.

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Oberbürgermeister Dr. Küffmann

D i e   A t t r a k t i o n   i m   J a h r e   1 9 7 4 :

N e u e   v o l l a u t o m a t i s c h e   D r e h l e i t e r   ( D L K   2 3 / 1 2 )

Im Rahmen eines Tages der "offenen Tür" wurde der Andernacher Bevölkerung die neue Drehleiter der Wehr vorgestellt. Dreißig Meter hoch kann die neue Drehleiter im Bedarfsfall ausgefahren werden. Dazu steht ein Rettungskorb zur Verfügung, in dem drei Personen Platz finden. Auch als Rettungsbrücke kann dieses Fahrzeug benutzt werden. Das dazugehörige Fahrzeuggestell hat einen 170 PS-Motor und zwei Kabinen.

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D e r   A l t s t a d t   d r o h t e   d i e   G e f a h r

e i n e s   G r o ß b r a n d e s

S e c h s   M e n s c h e n   o b d a c h l o s

F e u e r   i n   d e r   W a l l s t r a ß e

Als aus einem Dachstuhl in der Wallstraße die Flammen schlugen, drohte der Andernacher Altstadt gegen 20.20 Uhr am Samstag, 25. Januar 1975, die Gefahr eines Großbrandes. Nur der schnelle Einsatz der Feuerwehr konnte ein Übergreifen auf andere Häuser verhindern und die Angst um Menschenleben bannen. Gegen 21 Uhr stand fest: Das Feuer forderte hohen Sachschaden und ließ sechs Türken obdachlos werden. Die Ursache des Brandes ist ungeklärt, allerdings kann die Kriminalpolizei Brandstiftung nicht ausschließen.
Die Stadtsoldaten waren gerade zu ihrer ersten Prunksitzung in den Saalanbau Gabel einmarschiert, als die Sirenen Großalarm signalisierten und einige uniformierte Corpsmitglieder in "gelb-rot" in die Wallstraße eilen ließ. Schon von weitem sahen sie den hellen Feuerschein, der große Gefahr für die Altstadt bedeutete. Mit acht Fahrzeugen rückte die Feuerwehr aus und bewies an der Brandstelle ein sehr umsichtiges Handeln. Sie verhinderten ein Übergreifen und retteten große Sachwerte aus dem Anbau der Gastwirtschaft "Auf der Wick", in dem viele Fernsehgeräte lagerten. Daß sich die Investition für die neue Drehleiter (DLK 23/12) lohnte, verdeutlichte der Einsatz am Samstag, 25. Januar 1975 eindrucksvoll. Die Wehrmänner konnten mit ihr ganz gezielt operieren und den Brand schon eine halbe Stunde später unter Kontrolle bringen. Nicht nur die Enge der Altstadt beherrschte die Angst. Der rote Feuerschein ließ die Bewohner auf dem Martinsberg das Schlimmste fürchten. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei konnte die genaue Ursache nicht ermitteln, Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden.

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Der Dachstuhl brannte in der Wallstraße völlig aus.

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Z w e i   T o t e   n a c h   V e r k e h r s u n f a l l

Zwei Menschen wurden Opfer eines tragischen Verkehrsunfalles, der sich in der Nacht zum Freitag, 07. Februar 1975 auf der B 9 ereignete. Aus ungeklärter Ursache war der PKW, der gegen 00.25 Uhr in Richtung Koblenz fuhr, von der linken auf die rechte Fahrbahn gewechselt und auf einen Sattelzug geprallt. Der Fahrer wurde schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht, zwei Beifahrer erlitten tödliche Verletzungen. Ein 20jähriger aus Andernach und eine 19jährige aus Remagen sind als Opfer zu beklagen. Der Wagen wurde völlig zerstört. Der Fahrer des Sattelzuges wurde nicht verletzt.

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E s   w a r   e i n e   H i t z e s c h l a c h t

G r o ß e i n s a t z   d e r   F e u e r w e h r

i m   e h e m a l i g e n   C a s i n o g e b ä u d e

Am 1. Juli 1976 war in einem Lampenlager der Firma J. Becker & Co., Elektrogroßhandlung, ein Brand ausgebrochen. Großeinsatz für die Wehr, welche in Minutenschnelle am Brandort eintraf. Die große Drehleiter, ein Tanklöschfahrzeug, ein Trockentanklöschfahrzeug, sowie ein Löschgruppenfahrzeug mit einer Anhängeleiter wurden in Stellung gebracht, insgesamt wurden 5 C-Rohre eingesetzt. Es war eine Hitzeschlacht, die hier erfolgreich von den Männern der Wehr geschlagen wurde. Der Hauptangriff wurde im Innengebäude vorgebracht, wo vier Wehrmänner unter schwerem Atemschutzgerät vorgingen. Temperaturen bis zu 80 Grad herrschten in dem niedrigen zweiten Obergeschoß. Die Männer kämpften bis zur totalen Erschöpfung. Nach etwa 20 Minuten konnte Wehrleiter Kraemer erleichtert feststellen: Die Flammen sind unter Kontrolle.

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Der Brand hatte in Windeseile eine beträchtliche Anzahl von Schaulustigen herbeigelockt. Sie verhielten sich diszipliniert und konnten von den Rheinanlagen aus den generalstabsmäßigen Angriff der Wehrmänner mitverfolgen. Wie sagte eine Angestellte der Firma: "Da bekommt man bei dieser Hitze auch noch Feuer über dem Kopf gemacht."

B r a n d s t i f t e r - S e r i e   h i e l t   P e r s o n a l   u n d   P a t i e n t e n

i n   A t e m

Eine Serie von Brandstiftungen beunruhigte Patienten und Personal des Stiftshospitals. In mehreren Einsätzen gelang es der Feuerwehr, größeren Schaden zu verhindern. Vorbeugende Maßnahmen in der Besucherzeitenregelung mußten vom damaligen Verwaltungsdirektor Alfons Lauermann angeordnet werden. Kripo, Feuerwehr und Verwaltung des Krankenhauses bewiesen bei diesen Aktionen ihre gute Zusammenarbeit.

1 9 7 5 - 1 9 7 8 :

P l ä n e   f ü r   n e u e s   G e r ä t e h a u s   w e r d e n   W i r k l i c h k e i t

Im Oktober 1976 verschwindet ein Stück Andernacher Geschichte. Das alte Ofenhaus der EVM mußte dem neuen Gerätehaus weichen. Im Mai 1975 fanden die ersten Besprechungen zu einem Neubau des Gerätehauses an der Goebenstraße statt. Im Mai 1976 wurden die Pläne durch die zuständigen Behörden genehmigt. Im Dezember 1976 konnte mit den Erdarbeiten begonnen werden.

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Nicht nur abreißen, sondern auch konstruktiv aufbauen, sei eine Zeitlinie der Verwaltung. Von insgesamt 1,5 Millionen Mark Baukosten, so der Oberbürgermeister, trage die Stadt allein 1,4 Millionen. Hieraus wird ersichtlich, wie wertvoll der Verwaltung die Sicherheit eines jeden Bürgers der Stadt sei.

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Im Oktober 1977 wurde der Richtkranz über dem Gerätehaus hochgezogen. Wehrleiter und Dachdeckermeister Josef Kraemer jr. hielt den zünftigen Richtspruch: "Wir setzen auf das Werk die Krone...". Alles Gute wünschte er dem neuen Feuerwehrgerätehaus und der Andernacher Wehr.

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Neues Feuerwehrgerätehaus in der Goebenstraße/Moltkestraße

E i n s ä t z e   d e r

F r e i w i l l i g e n   F e u e r w e h r   A n d e r n a c h e r

v o n   1 9 6 8  -  1 9 7 7

In den Jahren1 9 6 8 1 9 6 9 1 9 7 0 1 9 7 1 1 9 7 2 1 9 7 3 1 9 7 4 

Gesamteinsätze

 51

106

 126

 110

 96

 125

 118

davon Großbrände

 2

 2

 0

 5

 2

 0

 1

Böswillige

 4

 7

 6

 6

 7

 7

 5

Hochwasser

 0

 0

 16

 0

 0

 0

 0

Kleinbrände/sonst.Einsätze

 45

 97

 104

 99

 87

 118

 112

In den Jahren 1 9 7 5 1 9 7 6 1 9 7 7 

Gesamteinsätze

 83

 120

 81

davon Großbrände

 2

 1

 0

Böswillige Alarme

 3

 2

 5

Hochwasser

 0

 0

 0

Kleinbrände und sonstige Einsätze

 78

 117

 76

  

Notruf 110:
Einsatz für Florian Andernach
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90 Jahre                1888 - 1978

 

Städt. Freiwillige Feuerwehr Andernach

 

1 9 7 8 :  9 0   J a h r e   F r e i w i l l i g e   F e u e r w e h r   A n d e r n a c h

Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten zum 90jährigen Jubiläum der Wehr stand Wehrleiter Josef Kraemer jr.! Der Einweihung und Übergabe des neuen Gerätehauses am 8. Juli folgte abends eine Feierstunde des 90jährigen Bestehens. Dabei nahmen die Andernacher und insbesondere die Feuerwehrmänner Abschied von dem Mann, der 18 Jahre an der Spitze der Wehr stand. Auch die Feuerwehrkollegen aus der Partnerstadt St. Amand-les-Eaux und aus Stockerau machten ihre Aufwachtung. Die erste Städtepartnerschaft wurde im Jahre 1959 mit der französischen Stadt St. Amand-les-Eaux geschlossen, einer kleinen Industriestadt mit rund 18.000 Einwohner. Die Städtepartnerschaft mit der österreichischen Stadt Stockerau wurde erst am 27. Juli 1984 offiziell geschlossen. Oberbürgermeister Dr. Küffmann sprach dem scheidenden Wehrleiter Josef Kraemer im Namen der Stadt Andernach seinen Dank aus. In seiner Laudatio betonte der Oberbürgermeister die Umsicht und den Erfolg des Wehrleiters, der sich in der Bevölkerung große Wertschätzung erwarb. Wie es das Gesetzt bestimmt, mußte er das Amt in die Hände eines Jüngeren legen.
Auftakt der Feierlichkeiten am Samstag, dem 9 Juli, war eine Kranzniederlegung am Ehrenmal und die feierliche Amtsübernahme an seinen Nachfolger Horst Zerwas. Auch Horst Zerwas ist, wie sein Vorgänger, mit Leib und Seele Feuerwehrmann und seit 1952 dabei. Mit dem Überreichen der Ernennungsurkunde, der Vereidigung und einem kräftigen Schlachtruf war die Sache dann perfekt. Der neue Wehrleiter betonte in einer kurzen Ansprache, wie sehr er in seiner Aufgabe auf die Unterstützung aller angewiesen sei, gerade bei der Feuerwehr falle der Gemeinschaft eine bedeutende Rolle zu.
Im Lehrsaal wurde die Amtsübernahme vollzogen

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Viele Ehrengäste waren geladen, um wiederum einen Meilenstein der Andernacher Feuerwehrgeschichte "live" zu erleben.

D i e   W e h r   i m   J u b e l  j a h r   1 9 7 8

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M i t g l i e d e r   d e r   K e r n s t a d t w e h r

L ö s c h z u g  1
L ö s c h z u g 2 
Schuth, Mathias                   ZFScherhag, Werner               ZF
Böhmer, Helmut                  stv. ZF                                  Auer, Fritz                          stv. ZF
Pannhausen, JosefGay, Hans
Schellenbach, AntonAdams, Hans
Kroth, GerdBorn, Fritz
Kesselem, JosefSesterhenn, Egon
Kluth, FelixDenkel, Klaus
Frickel, AlbertLohrum, Heinrich
Leimbach, JohannesSchommer, Johannes
Kallen, HansPinger, Willi
Hück, HelmutSchweinsberg, Heinz
Schuth, KurtKaiser, Franz-Josef
Born, WolfgangAsbach, Walter
Pfeiffer, TheoRau, Günther
Hück, WolfgangSchwitalla, Günther
Napp, VolkerMonn, Willi
Gay, RolandSchuth, Anton
Auer, FriedbertLohrum, Walter
Auer, ReinerRies, Günther
Bierth, KlausSchellenbach, Mathias
Pietzsch, Hans-WernerThelen, Karl-Heinz
Kraemer, PaulSchneider, Harry
Kluth, JoachimSchellenbach, Dieter
Pinger, UweBoers, Eberhard
Schellenbach, HeinerAdams, Rainer
 Böhmer, Bernd

E i n s a t z ü b u n g   d e r   F e u e r w e h r   z u m   J u b i l ä u m

Aus Anlaß der Feierlichkeiten zum 90jährigen Bestehen wurde den Gästen und Freunden der Wehr sowie den interessierten Bürgern der Stadt bei einer Einsatzübung demonstriert, daß die Aufgaben der Wehr sich nicht ausschließlich auf Brandverhütung und Feuerbekämpfung beschränken, sondern weitere Einsätze von ihr verlangt werden. Alle Vorführungen wirkten übrigens schon allein deshalb sehr realistisch, da den Feuerwehrleuten wegen der ungeheuren Menge Schaulustiger recht wenig Platz zur Verfügung stand. Mit Sicherheit durften aber die Zuschauer erkannt haben, daß auf die Andernacher Feuerwehr immer Verlaß ist.
Bereits zwei Stunden später mußten die Wehrmänner ihre Einsatzbereitschaft im Ernstfall beweisen. Den anrückenden Feuerwehrmännern bot sich auf der L 121 in Höhe der Firma Rasselstein ein erschütternder Anblick. Zwei Tote wurden geborgen und vier Schwerverletzte wurden aus den Fahrzeugtrümmern gerettet und mit dem Rettungshubschrauber ins Bundeswehrlazarett gebracht.

B i l a n z   d e s   J u b i l ä u m s j a h r e s   1 9 7 8 :   1 3 8   E i n s ä t z e

In seinem Rückblick auf das Jahr 1978 erinnerte der Wehrleiter Horst Zerwas an gefährliche Brände und auch an Einsätze auf dem Rhein, die nicht ungefährlich waren. Insgesamt absolvierte die Wehr in Andernach und in den Stadtteilen 138 Einsätze. Dazu gehörte auch ein Einsatz in Mayen, der dort beim Brand einer Papierfabrik in Nachbarlöschhilfe geleistet wurde. Bei diesem größten Brand seit Kriegsende in Mayen waren Andernacher Wehrleute mehrere Tage im Einsatz.

7. Kapitel: 1979 - Anfang 1988

S c h e u n e   u n d   G e r ä t e h a u s   d e s

" M a r i e n s t ä t t e r - H o f s "   a b g e b r a n n t

Am 12. Januar 1979 war aus ungeklärter Ursache in der Scheune des Bauernhofes, zwischen Andernach und Eich gelegen, ein Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr wäre schneller an der Brandstelle eingetroffen, hätten nicht neugierige Bürger aus der näheren Umgebung die Zufahrt blockiert. Dennoch gelang es den Männern um Wehrleiter Horst Zerwas relativ schnell, das Feuer unter Kontrolle zu bringen und ein Übergreifen auf das Wohnhaus zu verhindern.

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Zwei Pferde und fünfzig Hühner wurden Opfer der Flammen. Grimmige Kälte, Schnee und Eis erschwerten die Löscharbeiten

" R h e i n k r o n e "   i n   F l a m m e n !

Am 2. Mai 1980, die Wehrmänner waren gerade bei den Vorbereitungen zum Tage der offenen Tür, als der Alarmruf im Gerätehaus einging. Das Dachgeschoß des bekannten Hotels "Rheinkrone" stand in hellen Flammen. Vom Schicksal geschlagen wurde der Eigentümer. Es war noch nicht lange her, da hatte sich Vater Rhein in seinem frisch renovierten Räumen breitgemacht und erheblichen Schaden angerichtet. Die Hochzeitstafel war festlich gedeckt. Brautpaar und Festgäste hatten sich eingefunden und wollten gerade das festliche Abendessen einnehmen. Die Feier fiel buchstäblich ins Wasser, als die alarmierte Feuerwehr anrückte und den plötzlich entstandenen Dachstuhlbrand von allen Seiten bekämpfte.

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Gott sei Dank konnte durch das rasche und umsichtige Eingreifen der Wehrmänner der Brand nach einer halben Stunde unter Kontrolle gebracht werden. Die beherzte Braut machte aus der Not eine Tugend und sammelte im Hochzeitskleid mit dem Hut in der Hand bei den herbeigeeilten neugierigen Zuschauern für die hart arbeitenden Wehrmänner. Immerhin gut 200 Mark bekam sie zusammen.

 E i n s ä t z e   1 9 8 0 :

V o n   d e r   B r a n d b e k ä m p f u n g   z u r   M e n s c h e n r e t t u n g

Größeren Schaden vermeiden konnte die Wehr bei einem Einsatz in einem Raumausstattungsgeschäft in der Eisengasse. Vermutlich war hier ein Kurzschluß in einem Sicherungskasten die Ursache dieses Einsatzes.
Etwa 100.000 Mark Sachschaden richtete ein Brand in der Hauptschule an der Breite Straße an. Zur Zeit des Feuerausbruches befand sich im Chemieraum kein Schulkind und kein Lehrer, so daß Menschen nicht verletzt wurden. Die Feuerwehr, die mit einem Löschzug angerückt war, hatte den Brand schnell im Griff.
Menschenrettung ganz besonderer Art leistete die Wehr am 8. Dezember 1980. In einem Betrieb im Andernacher Stadtteil Miesenheim war ein 60 jähriger Arbeiter in ein Bimssilo gefallen und war beim Entdecken bereits bis zum Kopf verschüttet. Durch selbstkonstruiertes Rettungsgerät (ehemalige Ölfässer ohne Boden) konnte der Mann aus seiner bedrohlichen Lage befreit werden. Die Wehrleute stülpten die Fässer über den eingesackten Mann und drückten sie herunter. So konnte kein Bims mehr nachrücken. Buchstäblich Sekunden vor dem sicheren Tod wurde der Arbeiter gerettet. Großes Aufatmen in dem Betrieb und ein Dank an die Andernacher Wehr, die mit diesem bewundernswerten Einsatz ihr können unter Beweis stellte.

T r a u e r   u m

E h r e n o b e r b r a n d m e i s t e r   W i l h e l m   F i c k l e r

Am 25. August 1981 verstarb Ehrenoberbrandmeister Wilhelm Fickler. Seit 1914 war er Mitglied der Wehr, von 1945 an stellvertretender Wehrführer und von 1954 an Wehrführer, bis er am 6. Oktober 1961 aus dem aktiven Dienst ausschied. Bis in die letzten Lebenstagen fühlte er sich mit seiner Wehr verbunden. Sein großes Anliegen war die Förderung und Ausbildung der jungen Feuerwehrleute. Im II. Weltkrieg, wo es in besonderer Weise galt, Menschen, Arbeitsplätze und Hab und Gut zu schützen, war er unermüdlich im Einsatz. In den Jahren des Wiederaufbaues war er der Stadt ein guter Berater. Er hat sich die Achtung und Wertschätzung aller Feuerwehrangehörigen und der Bürgerschaft erworben.

G r o ß t a n k l ö s c h f a h r z e u g

f ü r   d i e   A n d e r n a c h e r   W e h r

In einer kleinen Feierstunde im Oktober 1981 übergab Landrat Dr. Klinkhammer ein Großtanklöschfahrzeug an die Andernacher Feuerwehr. Dieses Fahrzeug TLF 24/50 bietet mit seiner Ausstattung optimale Einsatzmöglichkeiten bei der Brandbekämpfung. Das nun in Andernach stationierte TLF 24/50, das weiterhin im Eigentum des Landkreises verbleibt, bringt für die Andernacher Wehr aber auch die Verpflichtung mit, noch häufiger zu überörtlichen Einsätzen herbeigerufen zu werden. Das TLF 24/50 ist mit einem 5.000 Liter fassenden Wasserbehälter und einem 500 Liter fassenden Schaumbehälter ausgestattet. Die auf dem Dach installierte Wasserkanone hat eine Wurfweite von etwa 60 Meter, die Pumpe eine Förderleistung von 2.400 Liter pro Minute.

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J a h r e s h a u p t v e r s a m m l u n g   1 9 8 2

Die Bilanz der Jahreshauptversammlung wies 109 Einsätze der Kernstadtwehr aus. Den Schwerpunkt bildeten Öl-, Wasser- und Verkehrsunfälle, Kleinbrände, Kfz- und Vergaserbrände sowie Brände von Müll und Abfällen. Auch war ein erheblicher Zeitaufwand bei der Hochwasserbekämpfung im Januar zu verzeichnen. Insgesamt 1.700 Arbeitsstunden waren die Feuerwehrkameraden im Hochwassereinsatz. Einen der größten Brände im Berichtszeitraum galt es in der Fleischwarenfabrik Heinz zu löschen, wo hunderte von Schweinehälften und Rindervierteln verkohlten. Nichts für empfindliche Nasen. Es entstand ein Sachschaden von ca. 3 Millionen Mark.

E i n s a t z   u n t e r   e x t r e m e n   B e d i n g u n g e n

Am 28. Januar 1983 verhinderte die Wehr möglicherweise eine Katastrophe. Im Scobalitwerk F. W. Wagner war ein Brand ausgebrochen. Höchstexplosive Stoffe befanden sich in unmittelbarer Nähe des Barndherdes. Unter Einsatz von schwerem Atemschutz, Chemieschutzanzügen und Schaumrohren konnte die Wehr größeren Schaden von Mensch und Umwelt abwehren. Auf mehrere Millionen Mark wurde der entstandene Sachschaden geschätzt.

1 9 8 3

-  Ü b e r r a s c h e n d e   H o c h w a s s e r w e l l e   i m   M ä r z

Im März 1983 traf die Rheinanlieger völlig überraschend die erste Hochwasserwelle. Die Verzweifelung der Bürger war groß, wurden sie doch jahrelang nicht mehr so hart von den Fluten des Rheins geschädigt.
Die Lokalpresse berichtete damals:
"Hochwasser nimmt schlimme Ausmaße an - Feuerwehr unermüdlich im Einsatz!"
Der Krisenstab, der ständig im Rheintor tagte, informierte die Betroffenen über die Entwicklung des Hochwassers und bevorstehende Maßnahmen. Dazu gehörten als erstes die Räumung von gefährdeten Wohnungen und die Sicherstellung von Ausweichsquartieren.
Die Hochwassereinsatzzentrale im Rheintor

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Die Versorgung mit dem Nötigsten, die Zulieferung von Post und Zeitung und im Extremfall die Sicherstellung der medizinischen Betreuung der Anlieger bildeten die Schwerpunkte der Hilfeleistung.

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Bei diesem ersten Hochwasser, das einen Höchststand von über 9 m erreichte, waren neben den Kameraden der Kernstadt auch Wehrleute der Ortsteile Eich, Kell und Miesenheim, wie auch Leute des THW und Einheiten der Bundeswehr im Einsatz.

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Mobilar der betroffenen Rheinanlieger im Ausweichsquartier der Sporthalle (St. Peter Grundschule)

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In einer abschließenden "Manöverkritik" aller beteiligten Organisationen wurden neue Erkenntnisse für zukünftige Notfälle gewonnen.

M a i   1 9 8 3

-  Z w e i t e s   H o c h w a s s e r   b r i n g t   A n l i e g e r

a n   d e n   R a n d   d e s   R u i n s

Der Schrecken des letzten Hochwassers steckte den Anliegern an der Rheinfront noch in den Gliedern, da wurden sie ein zweites Mal Opfer des nassen Elements. Aus den gewonnenen Erfahrungen des ersten Einsatzes in diesem Jahr  hatte man gelernt und die vorbeugenden Maßnahmen zügig getroffen. Die Hoteliers und Pensionsinhaber mußten ihre Gäste vor die Tür setzen. Die Verluste des letzten Hochwassers und die bevorstehenden Schäden brachten viele Gewerbebetreibende an den Rand des Ruins. Auch das THW und die Bundeswehr waren mit LKW zur Stelle und räumten die Hotelbetriebe. Die Feuerwehr hatte nicht nur am Rhein alle Hände voll zu tun. In der Bodelschwingh-Straße war ein Wohnungsbrand ausgebrochen und die Wehrleute mußten auch hier ihr Bestes geben.
Wieder übernahm die Feuerwehr den Beförderungsdienst mit ihren Booten, dem einzigen Beförderungsmittel im Katastrophengebiet. Zu dem Schmutz und Unrat, den das Rheinwasser ohnehin anschwemmt, kam auch noch ein Ölfilm, der vermutlich aus einem Heizungstank im Hafengelände stammte. Mit Bindemitteln versuchte man das Öl zu lokalisieren. Welche Gefahren ein Hochwassereinsatz birgt, zeigt nachstehende Begebenheit auf: Glück im Unglück hatten auch zwei Wehrleute, denen beim Räumen eines Kellers die Wathosen voll Wasser gelaufen waren. Wenn nicht die Kameraden schnell geholfen hätten, wären sie fast ertrunken. Ein Beispiel solidarischen Handelns in der Stadt ist die von Oberamtmann Dr. Nix ins Leben gerufene Spendenaktion zugunsten der Hochwassergeschädigten.

O k t o b e r   1 9 8 3

F e u e r w e h r   e r h ä l t   n e u e s   M e h r z w e c k b o o t

Die verkehrsgünstige Lage der Stadt Andernach an Schiene, Straße und Strom erfordert bei der Feuerwehr auch eine entsprechende Ausrüstung. Insbesondere der Transport gefährlicher Güter zu Wasser macht eine gewisse Standartausrüstung notwendig.

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Übergeben wurde der Feuerwehr ein neues Mehrzweckboot, das zum Retten, Bergen, für Löscheinsätze oder zur Beseitigung von Ölschäden eingesetzt werden kann.

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Vorteilhaft ist auch, das im Heck des Bootes eine Saugvorrichtung eingebaut ist, die den unmittelbaren Anschluß einer Tragkraftspritze zuläßt.

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1 9 8 4  -  E s   w a r   e i n   J a h r   d e r   K a t a s t r o p h e n

Das Jahr 1984 war eines der "schwärzesten" in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Andernach. Vier spektakuläre Brandkatastrophen forderten den Wehrmännern ein Höchstmaß an Können und Leistungsbereitschaft ab.

B r a n d   b e i   R a s s e l s t e i n

S c h a d e n   i n   M i l l i o n e n h ö h e

In der Nacht zum 13. Januar 1984 wurde die Feuerwehr der Kernstadt zu einem Brand der Firma Rasselstein alarmiert. Vermutlich durch einen Kurzschluß waren die elektrischen Steuer- und Regeleinrichtungen einer Verzinnungsanlage in Brand geraten.

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Die Werkfeuerwehr rückte mit 23 Mann aus, um das Feuer zu löschen. Zusätzlich wurde die Andernacher Wehr verständigt, die gleich darauf mit fünf Fahrzeugen und 25 Mann Verstärkung anrückte. Der Einsatz war gefährlich. Beim Verbrennen des Kunststoffes, mit dem die vielen Kabel umwickelt waren, wurden gefährliche Dämpfe frei. Zudem lagerten in verschiedenen Behältern der Trafos gefährliche Stoffe. Der Schaden war sehr beträchtlich. Er wurde von der Firmenleitung mit ca. 25 Millionen Mark angegeben.

F e b r u a r   1 9 8 4  -  R h e i n a n l i e g e r   e r n e u t   b e t r o f f e n

Das Stimmungsbarometer der Rheinanlieger ist knapp sieben Monaten wieder einmal auf den Nullpunkt gesunken. Wiederum trat der Rhein über seine Ufer und abermals traten katastrophale Zustände auf. Dank den gewonnenen Kenntnisse aus den letzten Jahren gelang es den Hilfsmannschaften rechtzeitig Vorsorge zu treffen. Im Krisenstab liefen alle Fäden zusammen. Vorbildlich vereint leisteten Feuerwehr, THW und Bundeswehr rasche Hilfe und verhinderten Schäden größeren Ausmaßes. Gott sei Dank war diese Flutwelle nicht von langer Dauer.

3 0 .   A p r i l   1 9 8 4 :

B r a n d   i n   e i n e m   h o l z v e r a r b e i t e n d e n   B e t r i e b

In einem Sägemehl-Speicher der Firma Drünert am Augsbergweg war ein Brand entstanden. Beim Eintreffen der Wehr drangen bereits dicke Qualmwolken aus dem Dach des Speichergebäudes. Eine enorme Hitzebildung, die die Mauer des Gebäudes bersten ließ, und die Gefahr einer Staubexplosion erscwherten die Löscharbeiten.

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Dichter Qualm drang aus dem gesamten Gebäude

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Brandbekämpfung mit C-Rohren
Zusätzliche Gefahr bestand durch zwei Plastikbehälter, die hochgiftige Stoffe enthielten. Beinah in letzter Minute wurden die beiden bereits stark angesengten Behälter von zwei Wehrmännern mit schwerem Atemschutz geborgen. Mit dem Löschen der Flammen war jedoch die Arbeit keineswegs getan. Der gesamte Container mußte leergeräumt werden, da nur so eine Neuentzündung mit letzter Sicherheit vermieden werden konnte.

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J u l i   1 9 8 4 :   S i l o b r a n d   b e i   d e r   F i r m a   W e i s s h e i m e r

In Flammen stand ein Silo auf dem Gelände der Malzfabrik Weissheimer. Das leerstehende Silo brannte vom ersten Holzboden bis unters Dach. Durch den schnellen und gezielten Einsatz der Feuerwehr konnte ein noch größerer Schaden vermieden werden. Aufgrund vieler Übungen auf dem Firmengelände und durch die starke Unterstützung von Betriebsangehörigen konnte die Wehr ihre Einsätze so gezielt vornehmen, daß ein Übergreifen des Brandes auf die Nachbargebäude verhindert werden konnte. Unter anderem wurde bei diesen Löschangriffen eine firmeneigene Steigleitung (B-Ausführung) einbezogen. Diese Leitung wurde bereits vor Jahren auf Anregung der Wehrleitung angebracht. In Bereitschaft stand auch der GW-AS des Landkreises Mayen-Koblenz (Weißenthurm) und die DRK-Ortsgruppe.
In der Zeitung "Brandhilfe" konnte man folgenden Bericht entnehmen:
Regierungsbezirk Koblenz
Landkreis Mayen-Koblenz
FF Andernach
Am 20. Juli 1984 um 21.20 Uhr ging bei der Feuerwache Andernach ein Alarmruf ein. Eine Frau teilte dem Wachhabenden mit, daß es bei der Firma Weissheimer brennt. Bei dieser Firma handelt es sich um eine Malzfabrik, die in der Altstadt liegt. Sie ist übrigens eines der größten Unternehmen dieser Branche in Europa.
Sofort rückte ein TLF 16/25 zum Einsatzort aus. Bereits auf der Anfahrt erkannte der Einheitsführer, daß es sich um einen größeren Brand handelt, und forderte über Funk Verstärkung an. Nacheinander rückten nun DLK 23/12, 2 LF 8, AL 22, TLF 24/50 zum Einsatzort aus, nachdem zuvor 2. Alarm (Alarm durch FME) und 3. Alarm (Stadtalarm durch Sirenen) ausgelöst worden war. Beim Eintreffen an der Brandstelle stellte man fest, daß ein Silo in gesamter Höhe brannte. Insbesondere war das Dach bereits stark von Flammen erfaßt. Im Innenhof der Fabrik wurde die DLK 23/12 mit einem Wenderohr in Stellung gebracht.

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Nach diesen Erstmaßnahmen wurden nun Innenangriffe in das betroffene Gebäude eingeleitet. Das Silo, welches z. Z. leerstand und innen aus Holzböden und Holzkonstruktionen bestand, war ein Teil eines Gebäudekomplexes. Der andere Gebäudeteil bestand aus weiteren Getreideböden, die z. T. mit Gerste befüllt waren, und aus Maschinenräumen. In den einzelnen Etagen, das Gebäude war 5 stöckig, bestanden Verbindungen zwischen dem brennenden Silo und den anderen Räumen. Diese Verbindungen waren zwar durch feuerhemmende Türen gesichert, jedoch waren diese Türen durch den intensiven Brand im Innern des Silos schon stark angegriffen. Hier wurden nun durch äußerste Anstrengung entsprechende Schlauchleitungen vorgenommen, die nur mit schwerem Atemschutz verlegt werden konnten. Hierbei kam zugute, daß in dem gesamten Werkkomplex firmeneigene Steigleitungen vorhanden waren, die vor Jahren auf Anregung der Feuerwehr eingebaut wurden. Auf dem Dach des Gebäudes drohte das Feuer ebenfalls auf andere Gebäudeteile überzugreifen, jedoch nach Vornahme einer weiteren B-Leitung konnte die Gefahr abgewendet werden. Gegen 23.30 Uhr war das Feuer unter Kontrolle. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis ca. 3.00 Uhr. Der Schaden liegt nach Schätzungen von Experten in Millionenhöhe. Insgesamt waren 145 Wehrleute im Einsatz.

W e h r   v e r h i n d e r t e   U m w e l t s c h ä d e n

Ein nicht alltäglicher Einsatz wurde im August 1984 gefahren. Auf dem Gelände des Andernacher Güterbahnhofes war eine rangierende Diesellok mit einigen stehenden Waggons zusammengestoßen. Dabei wurde der Tank der Lokomotive beschädigt, so daß Dieselkraftstoff auslief. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen konnten die Wehrleute 2.800 Liter Kraftstoff in einem Auffangbehälter umpumpen und somit drohende Umweltschäden verhindern.

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Ausgelaufener Dieselkraftstoff wird umgepumpt

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RW 2 bei Ausleuchtung der Einsatzstelle

B r a n d   i m   N e u b a u   d e s   S t i f t s h o s p i t a l s

"Mehr als 90 Feuerwehrmänner kämpften bis zum Umfallen!"
Am 22. August 1984 gingen bei der Feuerwache um 18.39 Uhr per Telefon mehrere Alarmrufe ein. Um 18.41 Uhr rückte ein TLF 16/25 mit Staffelbesatzung zur Brandstelle aus. Schon auf der Anfahrt forderte der Einheitsführer per Funk Verstärkung an und ließ Stadtalarm auslösen. Die gesamte Wehr rückte mit allem verfügbaren Gerät aus. Der Neubau des Stiftshospitals war in schwarze Rauchwolken eingehüllt. Vermutlich durch Dachdeckerarbeiten - Verschweißung von Dachpappe - war auf dem Dachgebäude des Neubaues ein Brand ausgebrochen. Extrem gefährlich war die Situation deshalb, weil der brennende Neubau und der vollbelegte Trakt des Altbaues an der Nahtstelle nur 0,77 Meter voneinander entfernt sind und ein Feuerüberschlag zu befürchten war.

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Großbrand im Neubau des Stiftshospitals
Brandbekämpfung vom Dach des Neubaues

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Aus diesem Grund erfolgte durch die Einsatzleitung die Einteilung der Löschmannschaften an den Objekten in mehrere Brandabschnitten. Zeitweise schien die Lage so bedrohlich, daß die Räumung mehrerer Krankenstationen in Erwägung gezogen wurde. Durch Rundsprechanlagen wurden die Patienten immer wieder zur Ruhe und Besonnenheit aufgerufen. Bedingt durch die immens starke Verqualmung drangen immer wieder Rauchschwaden in den Krankenhausbau ein. Weil es in der ersten Zeit kritisch aussah und die Möglichkeit nicht auszuschließen war, daß die Flammen auf den angrenzenden Altbau übergreifen, wurde nach und nach Verstärkung angefordert.
Brandbekämpfung vom Dach des vollbelegten Altbaues

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Mit insgesamt 3 B-Rohren und 16 C-Rohren bekämpften nahezu 90 Wehrmänner aus Andernach, Miesenheim und Weißenthurm das Großfeuer. Im Einsatz waren auch die Feuerwehren Koblenz und Mendig, welche in den späten Abendstunden die Einsatzstelle mit fahrbaren Lichtmasten ausleuchteten. Der ABC-Zug aus Weißenthurm ergänzte fortwährend die Einsatzkräfte mit entsprechenden Atemschutzgeräten bzw. Ersatzflaschen. Gegen 21.30 Uhr war der Brand unter Kontrolle. Schwierige Nachlöscharbeiten begannen. Die Dachhaut und Verkleidung mit Holz, Dachpappe, Dämmaterial und Schiefer mußten mühsam aufgehauen und Brandnester aufgespürt werden. In den ersten Stunden des neuen Tages rückten die angeforderten Nachbarwehren und Löschzüge, bis auf die Beleuchtungskräfte ab. Sie wurden vorher noch im Lehrsaal der Feuerwache verpflegt.
Die Zusammenarbeit mit allen Löschkräften war vorbildlich. Die Kommunikation der Einsatzleitung mit dem Personal des Krankenhauses, der Ärzteschaft und dem Pflege- und technischen Personal funktionierte gut. Die DRK-Bereitschaft war mit ihren Fahrzeugen und genügend Personal in Bereitschaft.

2 9 .   S e p t e m b e r   1 9 8 4 :   B r a n d   i m   K ü n s t e r s g ä ß c h e n

D r a m a t i s c h e   S z e n e n   a m   R a n d e

d e s   M i c h e l s m a r k t e s

Das Michelsmarktvergnügen war in vollem Gange, die Menschenmassen drängten durch die Gassen der Innenstadt, da heulten gegen 21.00 Uhr die Sirenen. Aus einem dreistöckigen Wohnhaus im Künstersgäßchen schlugen meterhohe Flammen und schnitten den Bewohnern den Weg ins Freie ab.

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Behindert wurden die anrückenden Wehrleute durch die engen, mit Schaulustigen vollgestopften Gassen der Fußgängerzone. Beim Eintreffen des 1. Fahrzeuges (TLF 16/25) stellte der Einsatzführer fest, daß insbesondere in der 2. Etage des Hauses ein Vollbrand wütete. Auf dem Pflaster des Gäßchens lagen zwei Frauen, die bereits vor dem Eintreffen des ersten Einsatzwagens aus den Fenstern des 2. Stockes gesprungen waren. Sofort wurde das DRK angerufen. Im 2. Stock standen drei Leute an einem vom Brand noch nicht erfaßten Fenster und riefen um Hilfe. Gezielt wurde zunächst die Menschenrettung eingeleitet. Ein Einsatz der DLK 23/12 konnte aufgrund der Enge der Straßen und Gassen in diesem Altstadtbereich nicht erfolgen. Die Rettung der gefährdeten Personen erfolgte durch den Einsatz des Sprungpolsters. Der Aufbau der Brandbekämpfungsmaßnahmen wurde durch die Anwesenheit der vielen Schaulustigen stark behindert und äußerst erschwert. Die Feuerwehrleute bemühten sich bis zur Erschöpfung, das Feuer, das immer weiter um sich griff, unter Kontrolle zu bekommen. Ein Übergreifen des Brandes auf die anderen Gebäude an der engen Gasse konnte die Feuerwehr noch rechtzeitig verhindern, nachdem die vielen Schaulustigen von der Polizei abgedrängt wurden.

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Durch die drangvolle Enge der Straßen, konnte nur die AL 22 in Stellung gebracht werden, um die Flammen zu bekämpfen.

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Dies erwies sich zunächst als sehr problematisch, da die Flammen im Haus reiche Nahrung fanden. Holz- und Kunststoffverkleidungen und Trennwände aus Preßpappe entzündeten sich in Sekundenschnelle. Einen grausigen Fund machten Feuerwehrleute, die mit schwerem Atemschutz in das Haus vorgedrungen waren. Sie entdeckten in den Überresten eines Bettes im Dachgeschoß eine bis zur Unkenntlichkeit verkohlte Leiche. Gegen Mitternacht wurde schließlich ein weiteres Todesopfer gefunden. Diese Person war vermutlich erstickt. Später traf eine weitere Schreckensnachricht ein: Die beiden Frauen, die in die Tiefe gesprungen waren, sind in der Nacht noch ihren Verletzungen erlegen.
Fazit des Brandes: 4 Tote! Jedoch wurden 3 Menschen sowie ein Hund durch das umsichtige Handeln der Feuerwehr gerettet.

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Eine verletzte Person wird vom DRK zum Rettungswagen transportiert
Dramatische Szenen spielten sich in der Nacht zum Samstag im Künstersgäßchen ab. Feuerwehrleute versuchten die Flammen vom Vordach eines gegenüberliegenden Hauses zu bekämpfen. Aus den geöffneten Fenstern unter dem Dachsims waren zuvor zwei Frauen in die Tiefe gesprungen.

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Mit schwerem Atemschutz versuchte dieser Feuerwehrmann im Innern des Hauses eventuell eingeschlossene Bewohner aufzuspüren. Doch erst nach Stunden konnten zwei Personen tot aufgefunden werden.

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Von allen Seiten wurde das Brandobjekt gezielt angegriffen, um ein Übergreifen des Feuers bei der verschachtelten Bauweise des Altstadtbereiches zu verhindern. Gegen 23.30 Uhr war das Feuer unter Kontrolle. Der gesamte Gebäudekomplex wurde völlig zerstört. Auch eine im Erdgeschoß untergebrachte Filiale der Kreissparkasse wurde erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Schon während der Brandbekämpfung nahm die Kriminalpolizei die Untersuchungen auf. Sie wurden unterstützt durch Beamte des Bundeskriminalamtes. Bei den Ermittlungen kam man zu dem Ergebnis, daß die Brandursache auf fahrlässige Brandstiftung beruhte.

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J a h r e s h a u p t v e r s a m m l u n g   1 9 8 4 :

B e i   1 3 1   E i n s ä t z e n

b e w i e s   d i e   A n d e r n a c h e r   F e u e r w e h r

i h r e   L e i s t u n g s s t ä r k e

Das Jahr 1984 war ein Katastrophenjahr in der Brandbekämpfung, das alle Feuerwehrleute auf eine harte Probe stellte. In seinem Einsatzbericht des Jahres 1984 ging der Wehrleiter Horst Zerwas nochmals intensiv auf die jüngsten Brandkatastrophen in der Stadt ein. Damit rief er bei den zahlreichen Ehrengästen der Jahreshauptversammlung Dank für diesen schweren ehrenamtlichen Dienst am Nächsten hervor. Er ließ den Ablauf der einzelnen Großeinsätze Revue passieren, was bei den Anwesenden auch Betroffenheit über das Ausmaß der Unglücksfälle auslöste.

A n d e r n a c h e r   t r a u e r n

u m   e i n e n   v e r d i e n t e n   M i t b ü r g e r :

E h r e n w e h r l e i t e r   J o s e f   K r a e m e r 

a m   2 0 .  D e z e m b e r   1 9 8 4   v e r s t o r b e n

"Rauhe Schale, weicher Kern", so könnte man den Menschen Josef Kraemer charakterisieren. Sein ausgeprägter Bürgersinn, seine vorbildliche Pflichterfüllung ließen ihn schon in jungen Jahren zu einem Vorbild in der Bevölkerung werden. Ein halbes Jahrhundert sorgte er an hervorragender Stelle dafür, daß Leben, Hab und Gut seiner Mitmenschen geschützt wurden. Sechs Jahre lang war er stellvertretender Wehrführer, bis er von 1961 bis 1978 als Wehrleiter an vorderster Position stand. Er war Träger der Rettungsmedaille Rheinland-Pfalz am Bande. Weiterhin wurden Josef Kraemer das Silberne und Goldene Feuerwehr-Ehrenzeichen von Rheinland-Pfalz, das Silberne Ehrenzeichen des Deutschen Feuerwehrverbandes und das Verdienstabzeichen des Feuerwehrverbandes und das Verdienstabzeichen des Niederösterreichischen Landesfeuerwehrverbandes verliehen. Unter großer Beteiligung der gesamten Feuerwehr wurde Ehrenwehrleiter Josef Kraemer am 27. Dezember 1984 zur letzten Ruhestätte getragen.
Die Ehrenwache für Josef Kraemer in der neuen Fahrzeughalle

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Josef Kraemer wird zu Grabe getragen

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S t ä d t i s c h e   F r e i w i l l i g e   F e u e r w e h r   A n d e r n a c h

E i n s ä t z e   

v o m   2 5 . N o v e m b e r   1 9 8 3   b i s   2 8 . N o v e m b e r   1 9 8 4

Andernach-Kernstadt:

                                                                        133 Einsätze 

Andernach-Eich:

                                                                            4 Einsätze

Andernach-Kell: 

                                                                            3 Einsätze

Andernach-Miesenheim:

                                                                          15 Einsätze 

Andernach-Namedy:

                                                                            4 Einsätze

Insgesamt:                                                                         139 Einsätze

Davon entfielen auf:

Kleinbrände:                                                                      33 Einsätze 
Mittelbrände:                                                                        1 Einsatz 
Großbrände:                                                                        4 Einsätze
Fahrzeugbrände:                                                                     18 Einsätze 
Kamin- und Ofenrohrbrände:                                                                       5 Einsätze
Brand von Abfällen:                                                                       8 Einsätze
Flächenbrände:                                                                     12 Einsätze

Davon entfielen auf Hilfeleistungen:

Hilfe für Menschen (eingeklemmte Personen):                                              1 Einsatz
Hilfe für Menschen (sonstige):                                             2 Einsätze
Bergung von Menschen:                                             0 Einsätze
Hilfe für Tiere:                                             1 Einsatz
Beseitigung von Ölspuren:                                           31 Einsätze 
Schiffshavarien:                                             2 Einsätze
Alarmübung Kernkraftwerk:                                             1 Einsatz
Fehlalarme durch BMA:                                             2 Einsätze
Fehlalarme (sonstige):                                             6 Einsätze
Nachbarschaftliche Hilfe:                                             3 Einsätze
Hochwasser:                                             1 Einsatz
Insgesamt:                                         131 Einsätze

Der Unterschied zwischen den Einsatzzahlen besteht dadurch, daß bei verschiedenen Einsätzen mehrere Züge eingesetzt waren.
Andernach, 30. November 1984
Horst Zerwas
(Wehrleiter)

4 .   u n d   5 .   M a i   1 9 8 5 :

F e u e r w e h r j u g e n d   t r a t   z u m   W e t t k a m p f   a n

Die Jugendfeuerwehren aus dem gesamten Bundesgebiet maßen im Andernacher Stadion ihr Können und ihre Sicherheit. Es ging um die Qualifikation zu einem internationalen Wettkampf der Jugendfeuerwehren, der im Juli 1985 in Österreich ausgetragen wird. Sichtlich zufrieden beobachtete die anwesende Feuerwehrprominez den verbissenen Einsatz der Jugendlichen. Der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes Hinrich Struve zeigte sich ebenso beeindruckt wie der leitende Ministerialrat im Innenministerium Rudolf Eisinger. Oberbürgermeister Dr. Küffmann lobte das Engagement der Andernacher Wehr, die sich um die Ausrichtung dieses Wettkampfes verdient gemacht hat.

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P f i n g s t s o n n t a g   1 9 8 5 :   G r o ß b r a n d   b e i   D r ü n e r t

Ein aufmerksamer Bürger, der eine leichte Rauchfahne über dem Werksgelände der Firma Drünert ausgemacht hatte, löste kurz nach 16.00 Uhr Feueralarm aus. Wenige Minuten später stand ein weithin sichtbarer schwarzer Rauchpilz über dem Hafenbereich. Rund 70 Männer der Kernstadtwehr und des Löschzuges Miesenheim hatten Schwerstarbeit bei diesem Großfeuer zu verrichten, um ein Übergreifen des Brandes auf angrenzende Gebäude zu verhindern. Durch starke Rauchentwicklung konnten die Wehrmänner nur unter schwerem Atemschutz gegen die Flammen vorgehen. Als hilfsreich erwies sich der Einsatz der hochmodernen Löschkanone des TLF 24/50, mit der das Feuer auch von oben bekämpft werden konnte.

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Trotz des massiven Einsatzes gerieten durch Funkenflug drei Spänebunker in Flammen. Die Löscharbeiten dauerten daher bis in die frühen  Morgenstunden des Pfingstmontag an.

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Die Bunker mußten vollständig geleert werden, um ein erneutes Aufflackern der Flammen zu vermeiden.

W e t t k a m p f g r u p p e   v o n

A n d e r n a c h   u n d   M i e s e n h e i m

i n   S t o c k e r a u   e r f o l g r e i c h

Bei den 35. Niederösterreichischen Landesfeuerwehr-Leistungswettbewerben im Juni 1985 nahmen je auch eine Mannschaft der Kernstadtwehr und des Löschzuges Miesenheim teil. Über 13.000 Feuerwehrleute, zumeist aus Niederösterreich, aber auch aus Italien, Ungarn, Belgien, den Niederlanden, der Tschechoslowakai und Deutschland waren zum Leistungsbewerb angetreten. Ganz Stockerau war an diesen Tagen von Feuerwehrleuten überschwemmt. Bei diesen Wettkämpfen errangen die Mannschaften aus Andernach die bronzene und silberne Leistungsspange. Sehr herzlich waren die Begegnungen mit den befreundeten Feuerwehrkameraden der Partnerstadt Stockerau. Der Abschluß der Wettbewerbe war ein außerordentliches, imposantes Ereignis. Auf dem Wettbewerbsplatz marschierten alle Teilnehmer auf. Über 13.000 Feuerwehrleute in Uniform mit Helm waren angetreten.

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Es war ein überwältigendes Bild

2 0 .   A u g u s t   1 9 8 5 :   K e r z e n f a b r i k   b r a n n t e   l i c h t e r l o h

R i e s i g e r   R a u c h p i l z   ü b e r   d e m   A n d e r n a c h e r   H a f e n

Kilometerweit war die über hundert Meter hohe Qualmwolke zu sehen. In der Lagerhalle der Firma Helio-Wachswaren GmbH, am Augsbergweg war Feuer ausgebrochen. Gegen 5.40 Uhr wurde bei der Städt. Freiwilligen Feuerwehr stille Alarmierung ausgelöst. Die rückte sofort mit mehreren Tanklöschfahrzeugen zur Brandstelle aus.

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Der Brand nahm solche Ausmaße an, daß gegen 6.20 Uhr im gesamten Stadtgebiet Sirenenalarm ausgelöst wurde. Nacheinander rückten auch der ABC-Zug Weißenthurm, die Berufsfeuerwehr Koblenz, die Feuerwehren Neuwied und Weißenthurm zur Nachbarlöschhilfe an, damit der sich immer weiter ausdehnende Brand massiv und umfassend angegangen werden konnte. Das Brandobjekt war ringsum von großkalibrigen Fahrzeugen umgeben.

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TLF 24/50 und TLF 16/25 vor dem Haupteingang der Kerzenfabrik

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Der Einsatz der vielen Fahrzeuge, die bis jetzt alle über Hydranten versorgt wurden, hatte die Einsatzleitung veranlaßt, eine Entlastung des öffentlichen Wassernetzes zu schaffen. Das Feuerlöschboot der Berufsfeuerwehr Koblenz wurde später zum Hafenkai an der Uferstraße beordert, um von dort mit A-Druckschläuchen und vielen B-Schlauchleitungen die Wasserversorgung zu sichern.

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Das Feuerlöschboot der BF Koblenz entlastet das Städt. Wassernetz
Die riesige Rauchsäule war von weither sichtbar. Die Brandstätte von der Altstadt gesehen

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Durch massive Aufbringung von Löschwasser versuchte man das Brandgut unter die Flammpunktgrenze zu drücken. Dennoch wurde der Brand im Gebäudeinnern immer intensiver und das Dach wurde ebenfalls von der Feuersbrunst ergriffen. Eine nahegelegene Betriebstankstelle wurde vorsorglich mit einem Mittelschaumteppich abgeschirmt. Trotzdem erfolgte bald danach ein sogenannter "Flash-Over". Das Gebäude brach auseinander und der Brand dehnte sich weiter auf das angrenzende Gebäude einer Staplerfirma aus.

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Über Hydranten des Stadtnetzes wurden am 1. Einsatztag rund 4.300 Kubikmeter Löschwasser entnommen, in der Spitze ca. 650 Kubikmeter in der Stunde. Zum Vergleich: 1983 war der höchste Stundendurchschnittsverbrauch für das gesamte Stadtgebiet 370 Kubikmeter. Eine besondere Belastung ergab sich durch das verflüssigte Wachs (Paraffin). Es hatte sich in den verschiedensten Winkeln und Mulden gebildet und brannte lichterloh.

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Zudem wurde es problematisch für die Abwasserbeseitigung und Kläranlage der Stadt. Trotz vorheriger Auffangversuche gelangten ca. 40 Kubikmeter Wachs über das Kanalnetz in die Kläranlage. Zahlreiche Kanalrohre wurden verstopft. Zur Ablösung der Einsatzkräfte wurden auch die Löschzüge der Stadtteile Eich, Kell und Namedy eingesetzt. An der Brandbekämpfung waren 221 Feuerwehrleute beteiligt mit insgesamt 41 Fahrzeugen.
Dieser Einsatz war der größte seit Beendigung des Krieges in Andernach. Die Zusammenarbeit war optimal und vorbildlich.

S e p t e m b e r   1 9 8 5 :   B r a n d   i n   e i n e r   S c h r e i n e r e i

Nachdem die Freiwillige Feuerwehr der Stadt am Freitag an der Fachklinik Bad Tönnisstein eine Übung absolviert hatte, wurden die Wehrmänner Stunden später zu einem Ernstfall gerufen. in der Schreinerei der Firma Goebel in der Füllscheuer war gegen 6.00 Uhr ein Feuer ausgebrochen. Trotz eines schnellen und unermüdlichen Einsatzes konnte die Wehr nicht verhindern, daß die Schreinerei bis auf die Grundmauern niederbrannte.

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Monitoreinsatz des TLF 24/50, aber die Halle war nicht mehr zu retten

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F r ü h j a h r   1 9 8 6

N e u e   F a h r z e u g e   f ü r   d i e   F e u e r w e h r

Im Januar 1986 wurden der Andernacher Wehr zwei neue Fahrzeuge in einer kleinen Feierstunde von Bürgermeister Rainer Krämer übergeben. Ein Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) und ein Schlauchwagen (SW 1000) ersetzten zwei alte Fahrzeuge, die aus dem Fuhrpark ausgemustert wurden. Die Stadt hatte sich mit über 100.000 Mark an den Anschaffungskosten beteiligt.

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Dechant Hürter segnet beide Fahrzeuge
Im Mai 1986 wurde nach der Floriansmesse unter Beteiligung aller Feuerwehrmänner und ihrer Angehörigen der neue Einsatzleitwagen (ELW 1) eingesegnet und offiziell seiner Bestimmung übergeben.

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Die neue mobile Einsatzzentrale ELW 1 mit neuester Funkausrüstung ausgestattet

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O s t e r s a m s t a g   1 9 8 6

G e f ä h r l i c h e   F r a c h t   g a b   R ä t s e l   a u f !

Ein weißer Nebelschwaden, der aus dem Deckel eines Kesselwaggons stieg, versetzte die Andernacher Wehr in Aufregung. Vom Fahrdienstleiter der Bundesbahn in Koblenz-Lützel wurde gemeldet, ein Waggon sei undicht. Unklar war allerdings, was in dem Waggon transportiert wurde. Mit schwerem Atemschutzgerät und in Chemieschutzanzügen untersuchten die Wehrleute den Waggon. Sie konnten allerdings kein Leck feststellen.

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Vorbeugend legten die Wehrleute einen Wasserschleier über den Waggon, um das entweichende Gas niederzuschlagen. Eingeschaltet wurde über das TUIS-Hilfeleistungssystem eine Spezialeinheit der Bayer AG Leverkusen, welche den Kesselwagen abdichtete. Bei dem austretenden Gas handelte es sich, wie man später feststellte, um Fluorwasserstoff, eine ätzende und giftige Chemikalie.

S a u n a   i n   F l a m m e n !

Gleich zwei Einsätze hintereinander mußte am Wochenende des 9. August 1986 die Andernacher Feuerwehr fahren. Die Feuerwehr war noch auf der Rückfahrt von ihrem ersten kleinen Einsatz, als sie über Funk von einem weiteren Brand verständigt wurde. Die Kellerräume des Städtischen Hallenbades, die als Massagepraxis mit Sauna betrieben werden, standen in Flammen. Nur mit schwerem Atemschutz konnten die Wehrleute den Brand bekämpfen. Die im Hallenbad und in der Sauna befindlichen Badegäste konnten sich rechtzeitig auf Anweisung des besonnenen Bademeisters, der selbst Feuerwehrangehöriger ist, ins Freie retten.

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Das Feuer selbst war nach Zeugenaussagen in der Sauna ausgebrochen. Nach etwa zwei Stunden war das Feuer unter Kontrolle.

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Der Einsatz verlangte durch die übergroße Hitze und Rauch im gesamten Bereich höchste Anforderungen von allen Einsatzkräften

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TLF 16/25 und TLF 24/50 vor dem Haupteingang des Hallenbades

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Viele Schaulustige haben sich am Einsatzort eingefunden

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F e u e r   i n   d e r   R h e i n s t r a ß e  -  K r i p o   e r m i t t e l t e !

Dreimal mußte die Wehr im Oktober 1986 zu Einsätzen in die Rheinstraße ausrücken. Anfang des Monats hatte es schon zweimal in dem gleichen Gebäude gebrannt, wobei in einem Zimmer im ersten Stock jeweils ein aufgestelltes Bett brannte. Durch gezieltes und rasches Eingreifen konnten die Wehrmänner größeren Schaden vermeiden. Die Kripo ermittelte in diesen Fällen wegen Brandstiftung.

N o v e m b e r   1 9 8 6 :   G i f t s k a n d a l e   u n d   i h r e   F o l g e n !

Den Monat November 1986 haben viele Menschen am Rhein nicht so schnell vergessen. Der Brandkatastrophe bei dem Schweizer Chemiekonzern Sandoz, bei der giftige Löschwasser in den Rhein gelangten, folgte eine Giftwelle der anderen. Unkrautvertilger, Chemikalien, Chlorbenzol, Desinfikationsmittel, Äthylenglykol, Methanol und sonstige Gifte verseuchten das Trinkwasserreservoir des Rheins. Die Verunreinigung wurde so schlimm, daß Wasserwerke, die Uferfiltrat als Trinkwasser entnahmen, stiilgelegt werden mußten. Andernach blieb Gott sei Dank von diesen Giftskandalen verschont. Die Wehrleute aus Andernach waren mit dem kreiseigenen TLF 24/50 an mehreren Tagen auf der rechten Rheinseite in Unkel, Bad Hönningen im Einsatz. Bleibt zu hoffen, daß sich solche Umweltkatastrophen nicht mehr wiederholen!

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Die Feuerwehr ist in der Lage mittels Öl-Schlängelanlage Hafeneinfahrten oder sonstige schutzbedürftigen Zonen vor Verunreinigungen zu schützen. Mit Hilfe von Booten wird die Ölsperre errichtet.

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S t ä d t i s c h e   F r e i w i l l i g e   F e u e r w e h r   A n d e r n a c h

E i n s ä t z e

v o m   2 9 .  N o v e m b e r   1 9 8 5   b i s    2 7 .   N o v e m b e r   1 9 8 6

Andernach-Kernstadt:                                                                                148 Einsätze 
Andernach-Eich:                                                                                   3 Einsätze 
Andernach-Kell:                                                                                   5 Einsätze
Andernach-Miesenheim:                                                                                 11 Einsätze 
Andernach-Namedy:                                                                                   5 Einsätze 
Insgesamt:                                                                              172 Einsätze 

Davon entfielen auf:

Kleinbrände:                                                                             29 Einsätze
Mittelbrände:                                                                              3 Einsätze
Großbrände:                                                                              2 Einsätze
Fahrzeugbrände:                                                                            16 Einsätze
Kamin- und Ofenrohrbrände:                                                                              3 Einsätze
Flächenbrände:                                                                              9 Einsätze
Brände von Abfällen:                                                                              1 Einsatz

Davon entfielen auf Hilfeleistungen:

Hilfe für Menschen (eingeklemmte Personen):                                                      0 Einsätze
Bergung von Menschen:                                                     0 Einsätze
Hilfe für Tiere:                                                     2 Einsätze
Beseitigung von Ölspuren:                                                   39 Einsätze
Schiffshavarien:                                                     1 Einsatz
Wasserschäden:                                                     4 Einsätze
Insektenbekämpfung:                                                   30 Einsätze
Fehlalarme durch BMA:                                                   24 Einsätze
Fehlalarme (sonstige):                                                     6 Einsätze
Nachbarschaftliche Hilfe:                                                     2 Einsätze
Chemieeinsätze                                                     1 Einsatz
Insgesamt:                                               172 Einsätze

Andernach, 28. November 1986
Horst Zerwas
(Wehrleiter)

P e r s o n a l d a t e i :

 Löschzug:

Stand 29.11.85 

Neuauf-nahmen 

Verabschie-dungen 

 Übernahmen-Wiederaufnahmen

Aus-tritte 

Verstorben 

Stand 28.11.86 

Kernstadt:

 58

 5

 3

 0

 0

 0

 58

Namedy:

 24

 1

 3

 0

 0

 0

 22

Miesenheim:

 67

 4

 4

 0

 0

 0

 67

Eich:

 38

 0

 2

 0

 0

 0

 36

Kell:

 28

 0

 0

 0

 0

 0

 28

Wehrleitung:

 2

 0

 0

 0

 0

 0

 2

Gesamt:

 217

 0

 12

 0

 0

 0

 213

 

 Jugendfeuerwehr

Stand 29.11.85 Neuaufnahmen 

Übernahme Aktive Wehr 

Stand 28.11.86 

 

20

15 

F a h r z e u g   e i n g e w e i h t

F l o r i a n s t a g   1 9 8 7

b e i   d e r   A n d e r n a c h e r   W e h r   g e f e i e r t !

Am 3. Mai 1987 wurde der Andernacher Wehr ein neues Löschgruppenfahrzeug (LF 8) übergeben. Nach der gemeinsam gefeierten Floriansmesse wurde das neue Fahrzeug in einer kleinen Feierstunde eingeweiht. Das neue LF 8 kostete 150.000 Mark und wurde mit Mitteln aus der Feuerschutzsteuer mit 77.000 Mark bezuschußt.

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S c h a d e n   g i n g   i n   d i e   M i l l i o n e n

G r o ß f e u e r   i n   M i e s e n h e i m   b e k ä m p f t

Schaden in Millionenhöhe entstand am 5. Juni 1987 bei einem Brand in einem Kunststoffwerk im Stadtteil Miesenheim. Mehr als 70 Wehrleute aus Andernach, Miesenheim und Plaidt waren hier im Einsatz. Beschädigt wurde bei dem Brand außer zahlreichen Lagerbeständen auch eine Weiterverarbeitungsanlage für Drainageplatten, sowie eine Werkhalle.

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Löschzug Miesenheim im Einsatz

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W e t t k a m p f g r u p p e   f ü r   B u n d e s e n t s c h e i d   1 9 8 8

i n   H a n n o v e r   q u a l i f i z i e r t

Bei den Landesausscheidungswettkämpfen der Feuerwehren im Andernacher Stadion bewies die Wettkampfgruppe der Wehr, daß sich das monatelange harte Training gelohnt hatte. Unter den kritischen Augen neutraler Kampfrichter aus Hessen bewiesen die Andernacher Wehrleute in zwei Wettbewerbsteilen, die aus einem sportlichen Teil und aus der praktischen Arbeit eines Löschangriffes bestand, ihr Leistungsvermögen. Bei dem Ende Mai 1988 in Hannover stattfindenden Bundesentscheid wollen die Wehrleute sich wieder "kräftig ins Zeug" legen, damit man sich auch zu den Weltwettkämpfen der Feuerwehren 1989 in Krakau/Polen qualifiziert.
Wehrleiter Horst Zerwas begrüßte in seiner Ansprache die Teilnehmergruppen

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Einmarsch der teilnehmenden Gruppen, an der Spitze der Spielmannszug des Löschzuges Eich

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Die Andernacher Wehr angetreten zur Wettkampfübung

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E i n   L e b e n   f ü r   d i e   F e u e r w e h r !

H a u p t b r a n d m e i s t e r   H a n s   P f e i f f e r   b e i   d e r

J a h r e s h a u p t v e r s a m m l u n g   1 9 8 7   v e r a b s c h i e d e t

Ganz im Zeichen der nimmermüden Pflichterfüllung und selbstlosen Opferbereitschaft des scheidenden stellvertretenden Wehrleiters, Hauptbrandmeister Hans Pfeiffer, stand die Jahreshauptversammlung der Wehr am 26. November 1987. Die Laudatio über diesen bewährten Führer hielt selbstverständlich Wehrleiter Horst Zerwas!

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Sichtlich bewegt hielt er folgende Rede:
"Heute gilt es einen Mann zu ehren und zu verabschieden, der zu den bedeutendsten Männern unserer Andernacher Wehr zählt. Er war kein Wehrführer oder Wehrleiter unserer Wehr, aber dies lag allein bei ihm. Als sich 1977 abzeichnete, daß unser langjähriger Wehrführer Josef Kraemer jr. im Jahre 1978 die Führung der Wehr in jüngere Hände legen wollte, war es eigentlich für den damaligen Führerrat klar, daß nur Hans Pfeiffer der Nachfolger sein konnte. Aber Hans Pfeiffer winkte ab und wollte für diese Position nicht zur Verfügung stehen. Ich weiß nicht genau, wie die Fäden gesponnen wurden zwischen Josef Kraemer und ihm, aber ich bin gewiß, daß Hans Pfeiffer damals 1977, derjenige war, der mich zum Wehrleiter vorschlug und er selbst auf dieses Amt verzichtete. Lieber Hans, es war Deine Entscheidung! Wir alle haben diese Entscheidung respektiert.
Deinen Feuerwehrweg darf hier kurz skizziert werden, denn einen Teil bin ich mit Dir gegangen oder habe ihn als "Jung der Feuerwehrhäuser" miterlebt. In Deinem Personalbogen steht das Datum: Eintritt in die Jugendfeuerwehr am 01.Juni 1939. Also mit 12 Jahren Mitglied der Jugendfeuerwehr. An diese Zeit kann ich mich nur schwach erinnern, damals war ich gut fünf Jahre alt. Ich weiß genau, die damaligen Garagen im Gerätehaus Moltkestraße waren neu erbaut. Dort standen der offene Mercedes mit aufgesetzter TS 4 und blitzendem Messingtank und Alarmglocke. Da stand u. a. der Magirus LF 15. Ein Fahrzeug, das im Bezirk einzig war. In den Nebenräumen im "Ofenhaus" standen unsere Holzleiter von 18 m Höhe, der Angriffs-, Schlauch- und Hydrantenwagen, ohne Motor, sondern von Hand gezogen. Mit diesen Geräten haben wir Anfang der 50er Jahre noch als Jugendwehr geübt. Als Du dann am 01. Dezember 1943 offiziell in die Feuerwehr eingetreten bist, gab es noch ein weiteres Fahrzeug, das uns Feuerwehrjungen faszinierte: ein LF 8, Farbe beige, Marke Mercedes. Und nun fing Deine harte Zeit in der Feuerwehr an:
Ständige Luftangriffe in der nächsten Umgebung, in Koblenz und Mayen veranlaßten die damaligen Führungsstäbe, daß die Feuerlöschpolizei, wie die Feuerwehr Andernach genannt wurde, zu diesen Einsatzplätzen ausrückte. Und im Dezember 1944 und Anfang 1945 mußten die zahlreichen Brände, hervorgerufen durch die Bombenabwürfe der allierten Flugzeuge in unserer Heimatstadt bekämpft werden. Dann folgte die Kapitulation. Unsere Feuerwache hat das Kriegsende relativ gut überstanden, wenn auch die Besatzer einen Mannschaftswagen verschleppt haben.
Und nun lieber Hans, hast sofort nach dem Krieg den Feuerwehrdienst wieder aufgenommen. Nachdem Josef Kraemer sen. die Wehr 1945 wieder übernommen hatte und nach seinem Tode Willi Fickler Wehrführer wurde, wurdest Du am 21. November 1959 zum Oberfeuerwehrmann befördert. Am 6. Oktober 1961 erfolgte die Beförderung zum Löschmeister. Zum Oberbrandmeister wurdest Du am 14. Oktober 1964 ernannt und zum Hauptbrandmeister am 5. November 1971. Seit dem 1. September 1972 bist Du stellv. Wehrleiter, damals mit überwältigender Mehrheit von der Wehr gewählt. Also eine tolle Feuerwehrkarriere! Wer erinnert sich nicht an die turbulenten Wettkämpfe der 60er Jahre, denen Du Deinem Stempel aufgedrückt hast! Wer weiß nichts von Deinem regen Temperament als Feuerwehrmann?
Lieber Hans, wenn Du heute verabschiedet wirst aus dem aktiven Dienst der Feuerwehr, verabschieden wir einen Kameraden, der in der Andernacher Wehr schon heute Legende ist. Einen Führer und Kameraden, der für alle ein Vorbild ist und bleiben wird. Wir alle danken Dir für Deinen Dienst in der Feuerwehr und damit für die Allgemeinheit. Als äußeres Zeichen der Dankbarkeit und Anerkennung darf ich Dir für die ganze Feuerwehreinheit diesen hl. Florian überreichen, als persönliches Geschenk überreiche ich Dir eine Plakette für die gute Zusammenarbeit zwischen uns beiden und für die stets loyale Mitwirkung in der Wehrleitung. Nochmals, lieber Hans, herzlichsten Dank für Deine Mitarbeit!"
Diese Ansprache dient, damit spätere Generationen einen Mann wie Hans Pfeiffer immer als besonderen Feuerwehrmann erkennen sollen.
Der Chef der Wehr, Oberbürgermeister Dr. Küffmann, würdigte die Verdienste des legendären "Hänns", der 48 Jahre lang die Feuerwehrdienste am Nächsten verrichtete und zeichnete ihn mit dem Silbernen Feuerwehr-Ehrenzeichen am Bande und Urkunde des Innenministerium des Landes Rheinland-Pfalz aus.

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Oberbürgermeister Dr. Küffmann gab bekannt, daß der Stadtrat die Wahl des neuen stellv. Wehrleiters in der Person des Herrn Willi Monn akzeptiert habe und vereidigte den Kameraden auf die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland, ernannte ihn zum Ehrenbeamten der Stadt und beförderte ihn gleichzeitig zum Hauptbrandmeister.

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S t ä d t i s c h e   F r e i w i l l i g e   F e u e r w e h r   A n d e r n a c h

E i n s ä t z e

v o m   2 8 .   N o v e m b e r   1 9 8 6   b i s   2 6 .   N o v e m b e r   1 9 8 7

Andernach-Kernstadt:                                                                               146 Einsätze 
Andernach-Eich:                                                                                   0 Einsätze
Andernach-Kell:                                                                                   7 Einsätze
Andernach-Miesenheim:                                                                                 17 Einsätze
Andernach-Namedy:                                                                                   6 Einsätze
Insgesamt:                                                                               176 Einsätze

Davon entfielen auf:

Kleinbrände:                                                                            35 Einsätze
Mittelbrände:                                                                              2 Einsätze
Großbrände:                                                                              1 Einsatz
Fahrzeugbrände:                                                                            12 Einsätze
Kamin- und Ofenrohrbrände:                                                                              4 Einsätze
Flächenbrände:                                                                              6 Einsätze

Davon entfielen auf Hilfeleistungen:

Hilfe für Menschen (eingeklemmte Personen):                                                     2 Einsätze 
Hilfe für Menschen (sonstige):                                                    5 Einsätze
Hilfe für Tiere:                                                    5 Einsätze
Beseitigung von Ölspuren:                                                  51 Einsätze
Schiffshavarien:                                                    2 Einsätze
Hochwasser:                                                    2 Einsätze
Insektenbekämpfung:                                                  15 Einsätze
Fehlalarme durch BMA:                                                  30 Einsätze
Fehlalarme (sonstige):                                                    2 Einsätze
Bombenalarm:                                                    1 Einsatz
Trinkwasserversorgung:                                                    1 Einsatz
Insgesamt:                                               176 Einsätze

Andernach, 27. November 1987
Horst Zerwas
(Wehrleiter)

P e r s o n a l d a t e i :

Löschzug: 

Stand 28.11.86 

Neuauf-nahmen

Verabschie-dungen

Übernahme-Wiederaufnahmen

Austritte

Ver-storben

Stand 27.11.87 

Kernstadt:

 57

 4

 5

 0

 0

 0

 56

Namedy:

 22

 2

 2

 0

 0

 0

 22

Miesenheim:

 67

 1

 2

 0

 0

 0

 66

Eich:

 36

 0

 1

 0

 0

 0

 35

Kell:

 27

 0

 1

 0

 0

 0

 26

Wehrleitung:

 2

 1

 1

 0

 0

 0

 2

Gesamt:

211 

  0 

11 

 0 

  0 

  0 

205 

20. Februar 1988

Andernach entging einer Katastrophe

Güterzug entgleist

Glück im Unglück hatte die Stadt Andernach in der Nacht vom 19. auf den 20. Februar 1988. Um kurz nach drei Uhr in der Nacht zum Samstag entgleisten in Höhe der Agrippa- und Kirchstraße die fünf letzten Waggons eines 37 Wagen langen Güterzuges, der sich auf dem Weg von Köln nach Donauwörth befand. Sie richteten dabei einen Schaden in Millionenhöhe an. Menschen wurden Gott sei Dank nicht verletzt.

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Bild mit Text

An der Unfallstelle bot sich ein chaotisches Bild. Die Gleise waren auf einer Länge von knapp 200 Metern aus den Halterungen gerissen, die Trasse völlig aufgewühlt, Radachsen lagen umher, einer der Waggons war gegen ein Haus geprallt. Die Andernacher Wehr prüfte ob Einsturzgefahr bestand. Die Bewohner mußten nicht evakuiert werden. Der Zugverkehr war völlig lahmgelegt. Erst bei Tagesanbruch konnte die Lage richtig beurteilt werden. Nicht nur der Bahnkörper wurde erheblich beschädigt, sondern auch die weit umherfliegenden Schottersteine und Metallteile verursachten größere Schäden. Gar nicht auszudenken, hätten die Waggons explosive Stoffe geladen!

I m   M ä r z   1 9 8 8

w u r d e n   d i e   E i n s a t z k r ä f t e   s t a r k   g e f o r d e r t

Insgesamt gab es 15 Einsätze. Davon rückten die Miesenheimer Kameraden zu zwei Einsätzen aus. Es mußten aber bei einem Verkehrsunfall am 27. März 1988 verletzte Personen u. a. mit der Rettungsschere gerettet werden, wovon eine Person später verstarb. Unter anderem mußte die Kernstadtwehr in einem dreistöckigen Wohnhaus im Sudermannshof ein Wohnungsbrand bekämpfen, der bereits im fortgeschrittenen Stadium war. Strapaziöse Einsätze gab es in diesem Monat wieder einmal an der Rheinfront.

E r s t e   H o c h w a s s e r w e l l e :   1 5 .  -  2 1 .   M ä r z   1 9 8 8

Am Nachmittag des 15. März 1988 (Dienstag) teilte die Verwaltung dem Wehrleiter mit, daß in den nächsten Stunden mit einem Wasserstand des Rheins zu rechnen ist, der die tiefer gelegenen Straßenteile und Wohnungen überflutet. Entsprechende Informationen hat die Verwaltung jedem Haushalt und Gewerbebetreibenden an der Rheinfront schriftlich mitgeteilt. Die Informationen über den voraussichtlichen Wasserstand hat man den Trendmeldungen der Hochwasserzentrale entnommen, die vom Innenministerium Rheinland-Pfalz eingerichtet wurde. Vorsorglich wurde durch stille Alarmierung (Hausalarm) um 17.30 Uhr eine Gruppe zu den Rheinanliegern beordert, um dort die gefährdeten Wohnungen zu räumen. Am 16. März 1988 gegen 5.30 Uhr wurde der Wehrleiter von Rheinanliegern, nach vorheriger Absprache, unterrichtet, daß das Wasser die am Rhein vorbeiführende L 121 überflutet hat. Sofort wurde die Polizei und der Bauhof der Stadt unterrichtet, damit entsprechende Sperrmaßnahmen durchgeführt werden. Zunächst wurden Arbeitskolonnen des Bauhofes beauftragt, Hochwassermaterialien, wie Sandsäcke, Stege etc. an die Rheinfront zu bringen. Ab 14 Uhr wurden Feuerwehrleute durch stille Alarmierung (FME) an den Rhein beordert, um Stegebau und Verbauung von Sandsäcken vorzunehmen. Im Rheintor, mitten Im Hochwasser gelegen, wurde die Einsatzzentrale hergerichtet. Diese Zentrale hat sich bereits in vielen Einsätzen bewährt und ist mit Funkeinrichtungen im 2-Meter und 4-Meter Bereich ausgerüstet. Sie besitzt einen Telefonanschluß, der allen Betroffenen, Einsatzkräften und Rheinanwohnern bekannt ist. Ein Aufenthaltsraum und eine kleine Küche sind vorhanden. Nach Einrichtung dieser Zentrale sind ständig ein Verantwortlicher der Feuerwehr (jeweiliger Einsatzleiter) und der Stadtverwaltung anwesend.

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Klaus Denkel in Action

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Die gute Seele in der Küche!

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Eine Feuerwehrbereitschaft bei einer Pause
Am 17. März 1988 stieg der Rhein um stündlich mehr als 3 cm an. Nach den Voraussagen war eine genaue Prognose nicht festzustellen. Der Wehrleiter hat dann im Einklang mit der Verwaltung um 10.10 Uhr Stadtalarm ausgelöst, um einen Großteil der Kernstadtfeuerwehrleute am Einsatzort zu haben. Zwischenzeitlich wurde auch der Ortsverband des THW Andernach unterrichtet und um Mithilfe gebeten. Ebenfalls verständigte die Verwaltung, daß in Andernach stationierte PSV-Bataillon und forderte Mannschaften und LKW`s an. Es mußten jetzt 16 Häuser, Hotels und Pensionen geräumt werden. Ein Teil des Mobiliars wurde in eine städtische Turnhalle gebracht, ein anderer Teil wurde innerhalb der Häuser von Paterre in die oberen Stockwerke verstaut. Feuerwehr, THW und Bundeswehr haben reibungslos Hand in Hand gearbeitet. Bis zum Abend war ein Teil der Häuser geräumt bzw. umgeschichtet. Die Bundeswehr rückte abends ab.
Harte Arbeit für die Einsatzkräfte
 Räumung der Wohnungen

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Für Freitag war ein Pegelstand von 8,70 m - 8,80 m angesagt. Wieder kam die Bundeswehr zur Hilfe. Die letzten bewohnten Häuser wurden aus- und umgeräumt. Die ersten Boote für die Versorgung und den Transport der Anwohner wurden von der Feuerwehr eingesetzt. Von den Fernsehanstalten ARD und ZDF kamen Kamerateams nach Andernach und berichteten bundesweit vom Hochwassereinsatz. Auch der Wehrleiter Horst Zerwas gab ein Kurzinterview. An diesem Tag mußte ein Anwohner des bedrohten Gebietes, der mit seinem Motorboot im Rheinvorgelände herumfuhr, von einem (RTB) Rettungsboot unserer Feuerwehr gerettet werden. Sein Motor war ausgefallen, er klammerte sich an einem Baum und konnte nicht mehr an Land kommen. Das Boot der Feuerwehr nahm den Havarierten auf und bugsierte ihn mit dem Boot an Land.

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Der angesagte Hochwasserstand von 8,70 m wurde nicht erreicht. Am Samstag, 19. März 1988 betrug der Höchststand um 3.00 Uhr, 8,52 m, ab 14.00 Uhr fiel das Wasser. Die Bereitschaft für die Wehr blieb bis zum Montag, dem 21. März 1988, um 16.00 Uhr bestehen. Der Pegel war um 14.00 Uhr auf 7,49 m gefallen. Die Hochwassergeräte wurden aufgenommen und an ihre Standorte gebracht. Insgesamt waren 50 Feuerwehrleute, 6 Mitarbeiter des THW`s und 20 Bundeswehrangehörige im Einsatz. Die Feuerwehrleute kamen aus allen Zügen der Gesamtwehr. Erwähnenswert ist noch, daß am 18. März 1988 der Innenminister des Landes Rheinland-Pfalz, Herr Rudi Geil, den Einsatzort Andernach besucht hat. Wehrleiter Horst Zerwas, StOVR Schmidt, der Kreisdeputierte des Kreises Mayen-Koblenz, Herr Weiler und KFI Pötz haben dem Innenminister in der Einsatzzentrale über die Lage an der Rheinfront informiert und bei einer Besichtigungsfahrt mit einem RTB die Arbeit der Einsatzkräfte gezeigt. Dabei wurde dem Minister auch die unzureichende Ausstattung der Hochwasserstege nahegebracht.

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Der Minister zeigte sich beeindruckt und bedankte sich im Namen der Landesregierung bei allen Einsatzkräften. Kaum war die erste Hochwasserwelle des Jahres abgeebbt, mußte die Feuerwehreinheit der Kernstadt am Freitag, dem 25. März 1988 erneut in Bereitschaft versetzt werden. Der Pegel zeigte um 15.00 Uhr wieder 7,59 m an. Schon wieder wurden Bohlen, Steine, Sandsäcke etc. an die Rheinfront geschafft und entsprechend verbaut.

Z w e i t e   H o c h w a s s e r w e l l e :   2 5 .   Mä r z  -  2 .   A p r i l   1 9 8 8

Sofort wurde eine ständige Bereitschaft von Feuerwehr und THW gebildet und das Rheintor als Einsatzzentrale eingerichtet. Der Rhein stieg bis Freitagabend fast stündlich um 4 cm und erreichte um 24.00 Uhr einen Pegelstand von 7,92 m. Weil mit einem weiteren starken Anstieg zu rechnen war, wurden für Samstag starke Kräfte angefordert, sowohl von THW, als auch von der Feuerwehr. Am Samstagmorgen wurden alle gefährdeten Hotels, Restaurants, Pensionen, Ladengeschäfte und Wohnungen geräumt bzw. in die höheren Stockwerke verlagert.

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Um 24.00 Uhr hat sich der Pegel um 0,80 m auf 8,72 m erhöht. An diesem Samstag waren viele Schaulustige zum Rheingelände unterwegs, aber auch viele Presseleute, örtliche und bundesweit, sowie das Fernsehen.

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Am Sonntag stieg das Wasser unaufhaltsam weiter, so daß am Abend um 24.00 Uhr der Pegel 9,27 m anzeigte. Ein Anstieg also um 0,55 m. Bereits seit den Nachmittagsstunden wurde Vorsorge für die bald gefährdeten Gebiete Scheidsgasse und Kölner Straße getroffen. Sandsäcke, Bohlen und Steine wurden in Bereitschaft gehalten. Am Montagmorgen wurden verstärkt auch wieder Mitarbeiter des städt. Bauhofs eingesetzt, insbesondere beim Heranfahren von Stegematerial und Sandsäcken. Am gleichen Morgen wurde in der Scheidsgasse und Kölner Straße mit dem Stegebau begonnen. In den Anliegerstraßen von Mauerstraße bis Schaarstraße wurden je nach Wasserhöhe Geschäfte, Lokale und Wohnungen geräumt. Bis zum Abend, 24.00 Uhr, war der Höchststand von 9,65 m erreicht.

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Überflutung der Konrad-Adenauer-Allee

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An diesem Abend, gegen 21.00 Uhr, wurde die Einsatzzentrale im Rheintor von Rheinanliegern telefonisch informiert, daß eine 82 jährige Bewohnerin eines Hauses, welches mitten im Hochwassergebiet liegt, bewußtlos zusammengebrochen ist. Sofort wurde das DRK (Rettungswache) informiert und ein Notarzt zur Bürresheimer Gasse, Anliegerstraße zum Hochwassergebiet, beordert. Inzwischen fuhren zwei Rettungsboote mit dem stellv. Wehrleiter Willi Monn als Einsatzleiter direkt zur Einsatzstelle in das Haus der Konrad-Adenauer-Allee. Einsatzleiter Monn, von Beruf Krankenpfleger, stellte fest, daß die Frau akut erkrankt ist und leistete Erste Hilfe. Mit dem zweiten RTB wurde eine Krankentrage herangeschafft. Der Notarzt und die Rettungsanitäter des DRK versorgten zunächst die Frau. Dann wurde die Kranke mit der Trage aus dem ersten Stock in das RTB abgeseilt und sofort in das nahegelegene Stiftshospital transportiert. Die Frau konnte, Dank des schnellen Einsatzes gerettet werden.
Erst am Dienstagmorgen gegen 6.00 Uhr fiel das Wasser um 1 cm und gegen Mitternacht war der Rhein um 24 cm auf 9,41 m gefallen. Also 1 cm pro Stunde. Am 30. März 1988 (Mittwoch), betrug der Rückgang des Wassers 2 cm stündlich. So langsam hat man das Wasser insgesamt selten fallen sehen. Mit der Bevölkerung wurde während der gesamten Einsatzzeit kontakt gehalten. Die Rufnummer der Einsatzzentrale war jedem Betroffenen bekannt. Dort, wo kein Telefonanschluß vorhanden war, wurden die Häuser der Anwohner alle 2 Stunden mit den Booten angefahren und Kontakt aufgenommen Tag und Nacht. Die Versorgung mit Lebensmitteln, Zeitungen und sogar Hundeausführungen wurden durchgeführt.

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Personentransport mit dem RTB (Wehrleiter Zerwas mit "kostbarer Fracht!")
Am Gründonnerstag, dem 31. März 1988 fiel der Pegel langsamer als am Vortag, insgesamt um 46 cm. Um 24.00 Uhr waren 8,34 m erreicht. Karfreitag, dem 1. April 1988,waren immer noch 37 Feuerwehrleute und 5 Kameraden des THW Andernach im Einsatz. Längst wurden die Kameraden aus den einzelnen Löschzügen der Ortsteile Miesenheim, Eich und Kell mit eingesetzt, um den Wehrleuten aus der Kernstadt Unterstützung zu geben. Die Kameraden aus dem Stadtteil Namedy mußten selbst ihre Probleme in ihrem Ort lösen. Der Pegel fiel nun um 24.00 Uhr auf 7,79 m. In der Nacht zum Karsamstag, dem 2. April 1988,  fiel das Wasser stündlich um 2 cm. Bis zum späten Nachmittag waren Mauerstraße und zum Teil auch die Konrad-Adenauer-Allee wieder Hochwasserfrei. Es begann schon seit dem Morgen die Aufräumarbeiten durch die Anwohner und die städt. Arbeitskolonnen.

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Überblick auf das Hochwassergebiet am Rhein

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Die Einsatzkräfte von THW und Feuerwehr rückten gegen 15.00 Uhr ab und die Einsatzzentrale im Rheintor wurde geschlossen. Der Schaden durch das Wasser ist sehr hoch und es war zusätzlich noch eine starke Verschmutzung durch abgelagerten Sand festzustellen. Oberbürgermeister und Bürgermeister der Stadt haben zu einer Spendenaktion für die betroffenen Rheinanliegern aufgerufen. Beim Einsatz vom 5. März - 2. April 1988, haben die Feuerwehrleute insgesamt 4.633 Stunden Arbeit geleistet. Das THW Andernach hatte insgesamt 36 Leute im Einsatz, mit insgesamt 348 Stunden Arbeitsleistung. Es wurden keinerlei größere Schäden/Unfälle verzeichnet, abgesehen von einigen "Wasserplumpsern" von Einsatzkräften und der Zertrümmerung einer großen Buntglasscheibe durch ein Einsatzboot. Es war wieder einmal ein Großeinsatz, der von allen Einsatzkräften vieles gefordert hat. Ein besonderer Dank gilt der Küche des Stiftshospitals, welche eine ausgezeichnete Verpflegung lieferte.

8. Kapitel: 100 jähriges Bestehen

Vorbereitungen zur 100 Jahr Feier

Der Monat April 1988 stand ganz im Zeichen der Vorbereitungen für das 100 jährige Jubiläum der Kernstadtwehr. Täglich wechselten sich Sitzungen und Besprechungen mit Firmen und Behörden ab. Sogar eine kleine Delegation der französischen Feuerwehrkameraden aus St. Amand weilte an einem Wochenende in Andernach, um sich die große Brandschutzübung anzusehen, an denen beim Fest außer unserer Wehr ja auch die Kameraden aus Frankreich und Österreich teilnehmen sollen. Auch unsere Frauen wollen wir in das Fest einbinden. Deshalb veranstalteten wir am 16. April 1988 einen Frauenkaffee, bei dem der Wehrleiter den Frauen den vorgesehenen Ablauf des Festes und damit die Aufgaben der Frauen erläuterte. Seit über zwei Jahren liefen die Vorbereitungen für die Festlichkeiten des 100 jährigen Bestehens der Städtischen Freiwilligen Feuerwehr Andernach. Zunächst wurden ein Hauptausschuß gegründet, dem neben dem Wehrleiter, dem stellv. Wehrleiter, die Zugführer und Stellvertreter der Züge der Kernstadt, der Geschäftsführer, der Kassierer, sowie die Kameraden Günter Schwitalla, Eberhard Boers und Wolfgang Heinrichs angehörten. Dieser Ausschuß stellte die Weichen und hielt die Fäden in den Händen.
Bekanntagbe der Festfolge durch die Wehrleitung

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Feuerwehrutensilien werden an die Andernacher Geschäftsleute zur Ausstellung ausgegeben

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Zahlreiche andere Ausschüsse wurden gebildet:
- Festzugausschuß
- Übungsausschuß
- Festschriftausschuß
- Kassenausschuß
- Ausstellungsausschuß
und viele andere mehr.
Der von der Wehrleitung in groben Zügen vorgegebene Plan wurde nun von den einzelnen Ausschüssen durchgearbeitet. Jeder Feuerwehrmann der Kernstadt, aber auch viele Kameraden der Löschzüge aus den Stadtteilen, unsere Feuerwehrfrauen, die Jugendfeuerwehr und die Kameraden der Altersriege sowie die Verwaltung der Stadt haben uns sehr bei der Vorbereitung geholfen. So konnte termingerecht alle Vorbereitungen abgeschlossen werden. Unsere Festschrift lag frühzeitig vor, und hier danken wir u. a. auch dem Andernacher Museumsleiter Dr. Schäfer für seine Unterstützung. Die Festabzeichen, die Festpräsente, Bierkrüge und Weingläser mit Festemblem standen bereit, die Muskikapellen für die Festabende, Festzelt und Festzug waren engagiert. Fachleute zur Dokumentierung der gesamten Veranstaltungsfolge in Vidio und Film waren vorhanden. Quartiere und Besuchsprogramm für unsere franz. und österreichischen Freunde waren gebucht bzw. ausgearbeitet. Die vorgesehenen Übungen aller Facheinheiten (Brandschutz, Wasserschutz, Technische Unfallhilfe, Chemieschutz und Strahlenschutz) waren vorführungsreif. Bereits im Frühjahr 1987 wurde das Emblem für das Fest ausgewählt. Aus drei Vorschlägen, die der langjährige Kustos des Andernacher Museums Hans Hunder dem Hauptausschuß vorlegte, wurde einstimmig das Emblem ausgewählt, welches das ganze Fest begleitete, auf den Briefbogen der Wehr, als Festabzeichen (Button), in der Festschrift, als Geschenktellerwappen, auf Bierkrügen, Weingläsern, T-Shirts etc.. Das Emblem ist rund gestaltet. Im oberen Bereich ist das Feuerwehrabzeichen abgebildet, welches nach dem Kriege in Rheinland-Pfalz offiziell getragen wurde. Zwischen dem oberen Bereich und dem unteren Bereich befinden sich die Jahreszahlen 1888-1988.
Die Festschrift

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Dieses Festemblem kam (und kommt) überall sehr gut an und wir danken Herrn Hans Hunder für diese schöne Arbeit. Den Garagenkomolex der älteren Feuerwache hat die Bauverwaltung herrichten lassen, es wurden z. T. neue Tore angefertigt bzw. repariert, Garagenhallen mit neuem Anstrich versehen und ein weiterer Freund der Feuerwehr, Hans Knopp, hat eigens eine Schrift in Metall an die Fassade zum hl. Florian angefertigt und angebracht.

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Auch hierfür allen herzlichen Dank!
Nun, die Mittelrhein-Halle war dekoriert, das Festzelt war errichtet, die vielen Fahnen aufgestellt, die zahllosen Fahrzeuge und Geräte aus vielen Jahrhunderten und aus der gesamten Umgebung herbeigeschafft, standen zur Ausstellung bereit, das Fest konnte beginnen.
Der Auftakt, wenn auch nicht offiziell, begann am Mittwoch, dem 4. Mai 1988. Die Provinzial-Versicherung übergab der Gesamtwehr durch ihre Vertreter ein neuentwickeltes Heuwehrgerät. Dieses Gerät ist für den Einsatz bei Bränden von Stroh und Heu geschaffen worden.

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Bilder von der Einladung mit Festfolge

F ü h r e r r a t   d e r

S t ä d t i s c h e n   F r e i w i l l i g e n   F e u e r w e h r

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R. Bous, G. Schrömges, M. Schellenbach, R. Adams, M. Frings, A. Schellenbach, J. Kesselem, A. Gelhard, K. Denkel, K. Liesenfeld, F. Born, A. Münz, A. Schäfgen, W. Mathias, Fr. Assenmacher, H. Becker, H. Unkel, WL. H. Zerwas, stellv. WL W. Monn, H. Böhmer

L ö s c h z u g   1 (LZ 1)

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hintere Reihe von links nach rechts:
H. Diederich, P. Kraemer, Th. Pfeiffer, H. Schuth, H.-W. Pietzsch
mittlere Reihe von links nach rechts:
F. Auer, V. Napp, H. Schellenbach, H.-P. Sesterhenn, W. Proff, W. Born, Th. Müller,
W. Hück
vordere Reihe von links nach rechts:
H. Böhmer, J. Kesselem, H. Hück, H. Kallen, M. Krebs, K. Müller, M. Groß, U. Dahm,
K. Schuth

L ö s c h z u g   2  (LZ 2)

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hintere Reihe von links nach rechts:
R. Adams, W. Heinrichs, G. Ries, R. Lomp, H. Zins, J. Wendling, W. Lohrum,
G. Schwitalla, D. Schellenbach, F. Biesenbach, H. Lohrum
vordere Reihe von links nach rechts:
F. Born, W. Pinger, K. Denkel, F.-J. Kaiser, E. Boers, G. Rau, A. Weber, B. Böhmer,
W. Kluth, D. Kallen, R. Auer

W e t t k a m p f g r u p p e

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hintere Reihe von links nach rechts:
J. Wendling, H.-P. Sesterhenn, H. Schuth
mittlere Reihe von links nach rechts:
P. Kraemer, H. Diederich, R. Lomp, A.  Weber, B. Böhmer, K. Müller, U. Dahm,
F. Biesenbach
vordere Reihe von links nach rechts:
R. Adams, F. Auer, Th. Müller, D. Kallen, M. Groß, W. Kluth, M. Krebs, W. Proff, R. Auer

J u g e n d f e u e r w e h r

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hintere Reihe von links nach rechts:
F. Auer, M. Stiehle, J. Lohrum, J. Dahm, C. Umbscheiden, M. Groß, W. Kluth
vordere Reihe von links nach rechts:
A. Brutscher, R. Spurzem, M. Busch, I. Senft, M. Krinitzky, A. Hück

F a h r z e u g e

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(Stand: Mai 1988)

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1 ELW 1
2 TLF 16/25
1 TLF 24/50
2 LF 8
1 DLK 23/12
1 RW II/Öl
1 SW 1000
1 GW
1 Meßfahrzeug Chemie/Strahlenschutz
Am Freitagmorgen wurden die ausländischen Gäste empfangen und in ihre Quartiere eingewiesen. Eine kleine Delegation der Führungsmannschaften legten am frühen Nachmittag einen Kranz am Heldenfriedhof nieder. Anschließend wurden Blumengebinde an allen Gräbern der verstorbenen Wehrführer niedergelegt. Um 18.00 Uhr hatte der Oberbürgermeister Dr. Küffmann für besondere Ehrengäste zu einem Empfang der Stadt in die Villa Michels eingeladen. Neben den Spitzen der Verwaltung, Herrn BM Krämer und den Herrn Beigeordneten, nahmen u. a. Herr Abgeordneter Mohr, Herr Landrat Dr. Klinkhammer, Herr Hinrich Struve, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Herr Kurt Schwaderlapp, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes, Herr Kreisverwaltungsdirektor Dr. Kupfer, Herr Kreisfeuerwehrinspekteur Pötz, Herr stellv. KFI Bähr, Herr StOVR Schmidt, die Delegationen der ausländischen Freunde aus St. Amand und Stockerau und der gesamte Führerrat teil. Oberbürgermeister Dr. Küffmann begrüßte die Gäste und wies auf die Bedeutung dieses Festes hin. Wehrleiter Zerwas bedankte sich im Namen der Feuerwehr für die Ehre dieses Empfangs. Im Verlauf des Empfangs wurde eine Eintragung in das goldene Buch der Stadt vorgenommen, die auf das Jubläum Bezug nimmt.

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F e s t k o m m e r s   i n   d e r   M i t t e l r h e i n - H a l l e

Um 19.30 Uhr begann der Festkommers zum Jubiläum. Lange schon vorher sind die eingeladenen Gäste in diese wunderschöne Halle geströmt. Über 800 Plätze waren für die Anwesenden hergerichtet worden. Der Andrang war so groß, daß auch ein Teil des Foyers mitbenutzt werden mußte. Kamerad Günter Schwitalla eröffnete den Festkommers und führte durch den Abend. Musikalisch wurde der Abend mit der Ouvertüre "Leichte Kavellerie" durch das Stadtorchester Andernach, Leitung MD und Stadtkapellmeister H. Nolinski eröffnet.

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Die Begrüßung der zahlreichen Gäste im allgemeinen und der Ehrengäste im besonderen nahm Wehrleiter Horst Zerwas vor.

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Herr Oberbürgermeister Dr. Küffmann hieß die Gäste und Freunde im Namen der Stadt willkommen. Er bezeichnete die Andernacher Wehrmänner als eine lebende Kraft in der Stadt Andernach
Wörtlich sprach er aus:

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"Die Demokratie und die Selbstverwaltung lebt vom Engagement und Interesse ihrer Bürger!"  Für alle Dienste bedankte sich der Stadtchef bei Wehrleuten und deren Familien. Im Anschluß an die Ansprache des Chefs brachte der MGV "Liederkranz 1880 e. V." unter der Leitung vom MD Gerd Flöck drei Chorlieder zu Gehör, die exakt und melodisch vorgetragen wurden.

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Herr Staatsminister Rudi Geil, der Schirmherr der gesamten Festveranstaltungen, Minister des Innern und für Sport in Rheinland-Pfalz, hielt nun die Festansprache.

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Er sagte u. a., daß die Wehr auf diesen Tag stolz sein könne und sagte allen Aktiven Dank für ihren unermüdlichen und selbstlosen Einsatz zum Wohle aller Bürger. Er habe sich zuletzt selbst während des Hochwassers davon überzeugen können, wie sehr sich die Wehrleute eingesezt hätten, dadurch würde deutlich, daß ohne Feuerwehr rasche und nachhaltige Hilfe nicht zu leisten ist. Der Minister hob das ehrenamtliche Wirken der Männer hervor und blickte zurück in die Geschichte. Die Hilfe zur Selbsthilfe bestehe bis heute ungebrochen fort, sie habe in unserem gesellschaftlichen System einen festen, unverrückenden Platz. Wörtlich sagte der Minister: "Nur im Wechselspiel von Geben und Nehmen erhalten wir Freiheit, erhalten wir Pluralität!"  Er überbrachte die Grüße und Glückwünsche der Landesregierung und überreichte Wehrleiter Zerwas eine Ehrengabe des Landes. Anschließend zeichnete der Minister die Kameraden Josef Kesselem, Reiner Auer und Wolfgang Hück mit dem Silbernen Ehrenzeichen für 25 jährige aktive Dienstzeit aus. Anton Schellenbach, Günter Schwitalla und Günter Rau wurden vom Minister mit dem Goldenen Ehrenzeichen für 35 jährige Dienstzeit ausgezeichnet.

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Nach der Festrede setzte die Andernacher Sopranistin Monika Noll einen Kontrapunkt in die Veranstaltung. Mit den Liedvorträgen "Ich bin die Christel von der Post" aus dem Vogelhändler, "Ich lieb nur Einen" von Robert Stolz und "Tarantella" von Rossini, erntete die Sängerin, die bei der weltbekannten Sopranistin Ingeborg Hallstein Gesang studiert, brausenden Beifall. Einen bemerkenswerten Beitrag steuerte der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Hinrich Struve, an diesem Abend bei. "Der eine verzagt und wartet, daß die Welt sich wandelt, der andere aber packt an und handelt", stellte der Norddeutsche an den Anfang seiner Rede.  Auch er wies in seiner Rede auf die Vielfältigkeit der Arbeit der Feuerwehren hin und beglückwünschte im besonderen die Andernacher Feuerwehr. Mit einem vielsagenden Appell schloß er mit folgenden Worten: "Wenn Freiwilligkeit, Kameradschaft und Disziplin weiterhin Werte sind, die geachtet werden, dann ist mir um die Feuerwehr auch in Zukunft nicht bange!".

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Nach lang anhaltendem Beifall für seine Rede, überreichte er dem Wehrleiter Horst Zerwas das Silberne Ehrenzeichen des Deutschen Feuerwehrverbandes.
Leutnant Jean-Marie Caullier, Kommandant der Feuerwehr St. Amand und Brandrat Heinz Bauer, Kommandant der Feuerwehr Stockerau, wurden vom Feuerwehrpräsidenten mit der Medaille für internatinale Zusammenarbeit ausgezeichnet.
Verleihung der Medaille für internationale Zusammenarbeit durch den Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes

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Hinrich Struve und Leutnant Caullier aus St. Amand

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Hinrich Struve und Heinz Bauer aus Stockerau
Nach einer musikalischen Einlage des Stadtorchesters erfolgten die offiziellen Grußworte. Landrat Dr. Klinkhammer eröffnete den Reigen. Kreisfeuerwehrinspekteur Karl Pötz gratulierte im Namen aller Wehrleute des Kreises. Leutnant Caullier aus St. Amand überbrachte die Grüße der gesamten Feuerwehrfamilie aus St.Amand und überreichte Erinnerungsgeschenke. Brandrat Bauer gratulierte im Namen der Stockerauer Feuerwehrfamilie und übergab ebenfalls ein Präsent zum Fest. Anschließend zeichnete er die Andernacher Kameraden Hans Pfeiffer (ehem. stellv. Wehrleiter), Klaus Denkel (Geschäftsführer) und Helmut Böhmer (Zugführer LZ 1) mit der niederösterreichischen Freundschaftsmedaille aus. Nach dem Marsch "Hoch Heidecksburg" von Herzer fand die allgemeine Gratulation statt. Befreundete Feuerwehren, Hilfsorganisationen wie THW, DRK und Polizei, Andernacher Vereine, Industrie, Handel und Banken gratulierten, es wollte fast kein Ende nehmen. Allen Gratulanten wurde als Erinnerungsgeschenk der Jubiläumsteller überreicht. Im Anschluß an diese Gratulationscour bedankte sich Wehrleiter Horst Zerwas für die vielen Glückwünsche und gutgemeinten Worte. Er sprach seinen Dank den Mitwirkenden des Abend aus und dankte auch dem Kameraden Günter Schwitalla für die Präsentation des Kommers. Mit dem altbekannten Marsch "Alte Kameraden" von Teike beschloß das Stadtorchester den Festkommers. Ein gelungener Festabend, minutiös ablaufend und niemals langweilig! Im Anschluß an diese Darbietungen folgte ein weiterer Höhepunkt an diesem Abend. Die Teilnehmer des Festkommerses wurden auf die Terrassen der Mittelrhein-Halle gebeten, um die Aufführung des Großen Zapfenstreiches mitzuerleben. Aus Richtung Rheinfähre rheinabwärts marschierte der Spielmannszug und der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Mayen, sowie ein Ehrenzug der Andernacher Feuerwehr. dem alle Löschzüge angehörten, unter Führung des stellv. Wehrleiters Willi Monn zur Mittelrhein-Halle hin. Die inzwischen hereinbrechende Nacht wurde durch die vielen Fackeln, die der Ehrenzug mitführte, stilvoll erleuchtet. Willi Monn meldete dem Präsidenten Hinrich Struve den Großen Zapfenstreich. Nach strengem Zeremoniell lief der Zapfenstreich ordnungsgemäß und feierlich ab. Nach dem Erklingen der deutschen Nationalhymne meldete Willi Monn den Zapfenstreich ab und ließ die Truppe abmarschieren. Starker Beifall der Anwesenden belohnte die großartige Zeremonie.

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Nach diesem prächtigen Aufzug ging es wieder in die Halle zurück, und es wurde bis in den späten Abend nach den Rhytmen der Big-Band "New Edition" getanzt. Nach dem gelungenen Auftakt am Freitagabend folgte nun der Samstag.

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G r o ß e   F e u e r w e h r a u s s t e l l u n g

Wie monatelang vorher geplant, sollte zusammen mit dem Andernacher Einzelhandelsverband der Andernacher Maimarkt, der jedes Jahr von den Einzelhändlern am ersten Samstag im Mai veranstaltet wird, diesmal mit der Feuerwehr begangen werden. Schon wochenlang vorher haben viele Kameraden unserer Wehr unter Leitung von Zugführer Fritz Born (LZ 2), Feuerwehrgeräte aus früherer Zeit im weiten Umkreis herangeschafft, vom alten Strahlrohr, über alte Uniformen, bis hin zu den zwei- oder vierräderigen Pumpenspritzen. Die Einzelhandelsgeschäfte der Innenstadt haben ihre Dekorationen auf die Feuerwehr abgestimmt. Sogar in der Südstadt haben einzelne Geschäfte durch entsprechende Schaufensterdekorationen auf das Fest hingewiesen.

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In der Kreissparkasse wurden eine besondere Ausstellung gezeigt, die Exponate von Feuerwehrausrüstungsstücken vor hundert Jahren bis heute enthielt und außerdem Sammelstücke unseres Feuerwehrkameraden Reiner Auer von Feuerwehrfahrzeugen in Miniaturgrößen zeigte.

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Die Volksbank zeigte Feuerwehrschutzanzüge in vielfältiger Ausfertigung und die Commerzbank stellte Feuerwehrhelme aus vielen Ländern der Welt aus, die ebenfalls von Reiner Auer stammten. Plakate und Zeitungshinweise haben die Bevölkerung von Andernach und der weiteren Umgebung auf die Ausstellung der Feuerwehrgeräte hingewiesen. Mittelpunkt der Ausstellung sollte der Marktplatz sein. Jedoch mußten die verantwortlichen Feuerwehrkameraden am frühen Samstagmorgen feststellen, daß der Marktplatz für unsere Ausstellung nicht genutzt werden konnte, weil der Wochenmarkt dort abgehalten wurde. Zunächst herrschte bei uns große Verwirrung. Eine Rückfrage mit dem zuständigen Amt der Verwaltung wurde dahin beschieden, daß der Marktplatz für die Feuerwehr erst ab 14.00 Uhr zur Verfügung stehe. Für uns alle unverständlich. Es war gelinde gesagt ein Mißverständnis. Zunächst sollte die gesamte Ausstellung abgesagt werden,  jedoch haben dann besonnene Führungskräfte die Ausstellung so umdisponiert, daß die so sorgfältig geplante Ausstellung auf Ausweichsplätzen doch noch durchgeführt werden konnte. Alles in allem war es noch eine gelungene Veranstaltung. Ein besonderer Dank den Miesenheimer Kameraden für die Gemeinschaftsverpflegung.

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Trotzdem sollte man die Reaktion der Presse festhalten:
Der Andernacher Kurier schrieb am 11. Mai 1988 u. a.: "Verständlicherweise groß war das Erstaunen der Wehrleute dann am Samstagmorgen, als sie die Gerätschaften auf den Marktplatz bringen wollten. Dort traf man nämlich den Wochenmarkt an. Was blieb den Feuerwehrkameraden übrig? Sie verteilten ihre Gerätschaften auf verschiedene andere Plätze und Straßenzüge, z. B. Am Stadtgraben, Obere Wallstraße und Läufstraße. Glücklicherweise zeigten die Wehrmänner einmal mehr Flexibilität und Spontanität. Sie verstanden es, trotz der widrigen Umstände, sich hervorragend zu präsentieren. Dennoch, die große Feuerwehrschau war zerstückelt." Die Rhein-Zeitung brachte am 9. Mai 1988 die Zeitungsspalte "Auf ein Wort" von Lokalredakteur Wilhelm Schmitt mit der Überschrift:
Wermutstropfen:
"In der Freude über den 100. Geburtstag der Andernacher Feuerwehr mischte sich am Wochenende ein Wermutstropfen. Kurzfristig und allzu plötzlich mußte umdisponiert werden. Die ursprünglich auf dem Marktplatz geplanten Vorführungen wurden am Samstag wegen des dort steigenden Wochenmarktes auf den Platz vor dem Rathaus an der Läufstraße verlegt. Da kam bei den Wehrleuten keine Freude auf. "Hier kommt doch keiner hin!", "Der Platz ist doch unmöglich!" Wir sind enttäuscht, daß wir weichen mußten, obwohl wir bereits im Februar eine Zusage der Verwaltung für den Marktplatz hatten und wir so auch in der Öffentlichkeit geworben hatten!" Auf diesen Nenner lassen sich die Unmutsäußerungen von Verantwortlichen und von "normalen" Wehrleuten bringen. Sie haben Recht!  Warum ist es nicht möglich, wie bei Kirmes und anderen Anlässen, den Wochenmarkt zu verlegen? Wochenmarkt gibt es, wie der Name schon sagt, jede Woche. Einen 100. Geburtstag aber feiert die Andernacher Feuerwehr nur einmal. Und den gelungenen Maimarkt der Aktionsgemeinschaft Andernacher Kaufleute hätte eine andere Plazierung sicher nicht geschadet."
Den Ausführungen der Zeitungsreporter haben wir nichts hinzuzufügen. Es war halt ein Mißverständnis.

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Ausstellung der Strahlenschutzgruppe und des Wasserschutzes rund um den Teich am Hellwartsturm
Zahlreiche Zuschauer zeigten Interesse und waren beeindruckt. Auf zahlreiche Fragen konnten die Fachkräfte gezielt antworten. In der Bahnhofstraße, Einfahrt zur Volksbank, wurde das Archiv der Städt. Freiwilligen Feuerwehr Andernach der Bevölkerung zur Einsichtnahme ausgestellt. Desweiteren wurden die Jubiläumskrüge, Festzeitschrift und die Buttons zum Verkauf freigegeben. Auch hier zeigte sich die Bevölkerung interessiert.

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S a m s t a g ,   7 .   M a i   1 9 8 8

G r o ß e r   b u n t e r   A b e n d

Am Samstagabend war dann der "Große bunte Abend". Das Festzelt war mit über 1.200 Besuchern bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Festausschuß hatte schon über ein halbes Jahr vorher auf den Rat von Urbarer Feuerwehrkameraden eine Blaskapelle aus Motten/Unterfranken engagiert. Wir hatten alle etwas "Bammel". Aber was dann geboten wurde, ist kaum zu beschreiben. Nach einer kurzen Begrüßung des Wehrleiters legten die siebzehn Musiker eine Show auf die Bretter, die alle Anwesenden restlos begeisterte. Ob jung, ob alt, für jeden hatten die Mottener etwas zu bieten. Eine solche Darbietung hatte man in Andernach noch nie gesehen. Noch lange danach sprach man von dieser Veranstaltung.

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Trotz des langen Samstagabends ging es am Sonntagmorgen im Festverlauf weiter:

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K r a n z n i e d e r l e g u n g   m i t   F l o r i a n s m e s s e

Um 8.45 Uhr trat die Gesamtwehr am Gerätehaus an. Unter Vorantritt des Spielmannszuges Eich/Kernstadt unter Stabführung von Albert Schäfgen und der allbekannten Feuerwehrkapelle Mayen unter Kapellmeister Willi Spurzem zogen die Feuerwehrkameraden zum Ehrenmal am Bollwerk zur Kranzniederlegung für die Gefallenen der beiden Weltkriege. Selbstverständlich nahmen auch die Abordnungen der Feuerwehren aus St. Amand und Stockerau teil. Auf dem Ehrenmal nahmen die Formationen Aufstellung. Pfarrer Klein, kath. Geistlicher der Landesnervenklinik und ein besonderer Freund der Andernacher Feuerwehr, hielt eine bewegende Rede und zu Herzen gehende Ansprache. Im Anschluß intonierte der Musikzug der Mayener Feuerwehrkapelle das Lied vom Guten Kameraden. Anschließend marschierte man zum Festhochamt in den Mariendom. Die Kirche Maria Himmelfahrt war bis auf den letzten Platz besetzt. Im Chorraum hinter dem Altar gruppierte sich die Feuerwehrkapelle Mayen und begleitete das feierliche Amt musikalisch. Die Messe wurde eigens von den Kameraden der Andernacher Feuerwehr in Zusammenarbeit mit dem Pfarrer von Maria Himmelfahrt zusammengestellt. In seiner Predigt ging der Herr Pfarrer Hoor ganz besonders auf die Feuerwehr Andernach ein. Es war eine ganz besondere beeindruckende Feier.
Nach der heiligen Messe begaben sich die Teilnehmer in das nahegelegene Festzelt am Runden Turm. Der Frühschoppen, bei dem sich schon viele Feuerwehrleute aus nah und fern eingefunden hatten, aber auch die Andernacher Bevölkerung regen Anteil nahm, wurde von der Mayener Feuerwehrkapelle gestaltet.

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Im Anschluß an den Frühschoppen erfolgte dann die Aufstellung zum großen Festzug. Nach einem ausgeklügelten Plan, den OBM Rainer Adams mit seinen Mitarbeitern ausgearbeitet hatte, wurden die zahlreichen Teilnehmer und die im Zug mitgeführten Fahrzeuge aufgestellt. Mehr als 1.000 Feuerwehrleute, THW-Angehörige und DRK-Helfer, sowie über 100 Fahrzeuge, nahmen an dem Festzug teil. 10 Musikkapellen bzw. Spielmannszüge, alles Feuerwehrangehörige, begleiteten den Festzug. Fast pünktlich auf die Minute setzte sich der Festzug  gegen 14.00 Uhr in Bewegung. Ausgehend vom Festplatz an der Ecke Hochstraße/Agrippastraße führte der mehrere Kilometer lange Zug durch die Innenstadt zum Rhein.
"Viele tausend Zuschauer sahen den imposanten Zug in der Innenstadt. Menschen gedrängt wie Ölsardinen bei Vorführungen und Festzug der Jubelwehr"
war der Untertitel der Rhein-Zeitung bei der Reportage über das Fest. Feuerwehrleute aus dem gesamten Kreis Mayen-Koblenz waren gekommen, aber außer St. Amand und Stockerau haben sich auch befreundete Wehren aus dem Nachbarkreis Ahrweiler, aus Dudweiler/Saar, Osnabrück, Wissen, Rhaunen, Wetzlar u. a. in den Festzug eingereiht.

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An einer Ehrentribüne gegenüber den Rheinhotels, nahmen der Oberbürgermeister, der KFI, der Wehrleiter und viele andere hohe Persönlichkeiten den Vorbeimarsch des Festzuges ab.

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Jede der teilnehmenden Musikkapellen und Spielmannszüge schwenkte vor der Ehrentribüne aus und spielte den Vorbeimarsch für die Teilnehmer. Eine exakte Darbietung!

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Im Anschluß an den Festzug fanden im Rheinvorgelände die Übungen der Kernstadtwehr zusammen mit den Kameraden der Stadtteile statt. Ein ausgeklügeltes Vorführungsprogramm, welches in mühevoller Kleinarbeit seit vielen Monaten ausgearbeitet und durchexerziert worden war. Da zeigte die Strahlenschutzgruppe Probeentnahmen von radioaktiv verseuchtem Rheinwasser nach exaktem Reglement.

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Bei der Vorführung der Einheit für technische Hilfe wurden alle Register gezogen, die man feuerwehrtechnisch bei Verkehrsunfällen anwenden kann. Ob Rettungsschere, Hebekissen, Spreizer, alles technisch bei der Feuerwehr Andernach vorhandene Gerät wurde vorgeführt und hier leistete auch das DRK Andernach Erste Hilfe.

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Auch die Facheinheit Chemieschutz zeigte Vorführungen, wie man sie nicht bei jeder Feuerwehrveranstaltung sieht.

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Die Übung des Wasserschutzes war groß angelegt. Auf dem Rhein war ein Bunkerboot in Brand geraten. Zwei Rettungsboote und ein Mehrzweckboot retteten Verletzte und bekämpften den Brand mit mehreren Rohren. Sehr spektakulär!

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Den Abschluß bildete eine große Brandschutzübung. Das historische Rheintor "stand in Flammen", die anschließenden Hotels "Rheinkrone" und "Anker" waren stark gefährdet. Alle Züge der Gesamtwehr waren im Einsatz und ein ganz besonderer Höhepunkt: die französischen und österreichischen Kameraden haben an dieser Übung mitgewirkt. Ein wirklich glanzvoller Abschluß der Vorführungen.

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Den Schlußpunkt setzte das Feuerlöschboot der BF Koblenz mit seiner Wasserfontänenschau. Die vielen Zuschauer waren begeistert vom Ablauf der Darbietungen und man sollte auch hier dem Moderator Günter Schwitalla, der die Vorführungen kommentierte, Dank sagen, aber auch den Freunden der Bundeswehr, hier dem PSV-Bataillon, die die Übertragungsanlagen zur Verfügung stellten. Nun ging es ins Festzelt am Runden Turm. Die am Festzug teilnehmenden Musikzüge spielten abwechselnd für die zahlreichen Besucher, und die Festwirtsfamilie Helga und Karl Seemann hatte alle Hände voll zu tun, um alle Teilnehmer gastronomisch zu versorgen. Mit einem zwanglosen Tanzabend ging dieser ereignisreiche Sonntag zu Ende. Die offiziellen Dinge waren getan. Am Montagmorgen wurden die österreichischen Freunde verabschiedet, sie hatten ja immerhin noch eine Heimreise von über zwölf Stunden zu absolvieren. Nach dem Mittagessen zusammen mit den französischen Kameraden und ihren Frauen wurden auch diese Freunde am Nachmittag verabschiedet. Au revoir!
Am kommenden Donnerstag, Christi Himmelfahrt oder auch profan Vatertag genannt, hat die Feuerwehrfamilie der Kernstadt das Festzelt in eigener Regie übernommen. "Spaß und Freud`am Vatertag heut!" hieß das Motto im und um das Festzelt am Runden Turm. Bereits gegen Mittag waren viele Freunde der Feuerwehr zum Zelt gekommen. Die Musikvereinigung Burgbrohl spielte zum Frühschoppen auf. Kurzweil war rund um den Festplatz geboten. Sogar ein Spielmobil der Arbeiterwohlfahrt war für die Kleinen aufgeboten, damit die Großen ungestört feiern konnten. Ab Nachmittag übernahm dann wieder Günter Schwitalla die Fidelitas und seine HGW-Band spielte bis spät in die Nacht. Eine große Tombola mit vielen Preisen, rundete den wirklich schönen, unkomplizierten Tag ab. Ein besonderer Dank auch den Kameraden der Berufsfeuerwehr Koblenz, die uns sehr unterstützt haben und uns insbesondere einen Containerwagen zur Verfügung stellten, der als Büro- und Kassenraum gute Dienste leistete. Am folgenden Samstag, dem 14. Mai 1988 fand dann als Dank für die vielen Helfer ein Dankabend im Lehrsaal der Feuerwehr statt. Jetzt war aller Druck von uns gewichen, das Fest war glänzend überstanden und uns allen war es b